#Writing Friday – In den Nebeln versunken

 

Hallo Weltenbummler,
in den letzten Wochen ist es hier sehr ruhig geworden. Deshalb freue ich mich umso mehr darüber, euch heute wieder eine Geschichte erzählen zu können. Die Aufgabe, die ich mir heute für den Writing Friday ausgesucht habe, lautet wie folgt:

Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, das sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei, folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

Gut, möglicherweise bin ich … etwas abgeschweift, denn Ediths Geschichte hat sich irgendwie verselbstständigt. Aber lest am besten selbst. Viel Freude!


In den Nebeln versunken

Edith schlug den Kragen gegen den auffrischenden Wind und den Regen, den er in langen Fäden vor sich hertrieb, höher. Kälte kroch mit klammen Fingern unter ihren Mantel, ließ die junge Frau bis in ihr Innerstes erbeben. Eng schlang sie die Arme um den Leib, als könne sie so den letzten Funken Wärme, der ihr geblieben war, daran hindern, sie zu verlassen. Als könne sie so das Unbehagen fernhalten, das sich mit jeder Minute, die verstrich, näher an sie heranpirschte.
Er ist zu spät.
Vor exakt dreiundsiebzig Minuten war sie mit ihrem Koffer aus der Dampflok gestiegen – und anders, als ihr Mrs Heathburn in dem Brief, in dem sie Edith ihre neue Stelle zusicherte und ihr gemeinsam mit dem Fahrschein auch ihre besten Wünsche übermittelte, zugesichert hatte, wartete niemand am kleinen Bahnhof von Oakbridge auf sie. Ganz im Gegenteil schien es ihr, als sei sie die einzige Menschenseele weit und breit, die einsam und verlassen dem Wetter trotzte.
Quälend langsam ruckte der Minutenzeiger der Wanduhr eine Position weiter. Der freundliche Herr, der im Bahnhofshäuschen arbeitete, Fahrkarten verkaufte und Auskunft gab, war schon vor einer Weile nach Hause gegangen. Ihr Zug, hatte er erklärt, sei der letzte, der Oakbridge an diesem Tag ansteuerte. Der nächste käme erst am folgenden Morgen.
Nun stand Edith also einsam und verlassen am Bahnsteig. Einsam bis auf die Spinnenweben, die gleich gesponnenem Nebel zwischen den schweren Balken über ihr baumelten. Ihren ersten Tag als neues Hausmädchen bei den Heathburns hatte sie sich wahrlich anders ausgemalt!
„Miss Edith?“
Überrascht fuhr sie zusammen.
„Verzeiht, dass ich Sie so lange habe warten lassen.“ Ein Mann schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln, das von Herzen kam. Regen rann aus seinem buschigen Schnäuzer, tropfte von der Krempe des Huts, den er unschlüssig in den Händen hielt, vor seine schlammigen Schuhspitzen. Das Wasser hatte seinem Mantel die Farbe dunkler Kaffeebohnen verliehen. „Ich weiß, ich hätte längst hier sein müssen, allerdings ist mir ein Rad an der Kutsche gebrochen.“ Dem armen Kerl, der sich ihretwegen durch das Unwetter gekämpft hatte und nun bis auf die Knochen durchnässt war, stand die Scham ins Gesicht geschrieben.
„Schon gut, Mr ….“
„McDermid.“
„Also, Mr McDermid, nun sind Sie ja hier.“ Edith erwiderte sein Lächeln, als er ihren Koffer nahm und ihr den Arm bot. Bereitwillig hakte sie sich unter und ließ sich von ihm zur Kutsche führen.
„Ich hoffe, Sie dachten nicht, dass ich Sie hier die ganze Nacht über stehen lasse“, lachte er, als er Edith in das Gefährt half.
„Keineswegs, Sir“, flunkerte sie höflich.
„Dann“, er schloss die Tür, schenkte ihr ein tiefes Lächeln, „hätte Mrs Heathburn mir auch ordentlich die Hölle heiß gemacht, dessen können Sie sich gewiss sein.“ Er zwinkerte verschwörerisch.
Hitze kroch in Ediths Wangen, doch Mr McDermid hatte ihr längst den Rücken gekehrt. Polternd erklomm er den Kutschbock. Ruckend setzte sich das Gefährt in Bewegung.
Mit einem erleichterten Seufzen ließ Edith sich ins weiche Polster sinken, das mit rubinrotem Stoff überzogen war. Vor dem Fenster ließ der Regen nach, bis er schließlich ganz aufhörte.
Beruhigt und zugleich aufgeregt wegen dessen, was sie wohl im Anwesen der Heathburns erwarten mochte, betrachtete Edith die verschlafene Landschaft Südenglands, die an ihr vorbeizog. Vereinzelt lockerte die dunkle Wolkendecke auf. Sie schien so bleiern, dass sie beinahe die Wipfel des Wäldchens, auf das Mr McDermid zuhielt, berühren mochte. Die Abendsonne überzog alles mit einem rötlichen Glanz, lud zarte Nebelschleier zum Tanz. In der Ferne grollte Donner.
„Bevor wir in ein weiteres Unwetter geraten“, rief Mr McDermid vom Kutschbock aus nach hinten, „nehme ich die Abkürzung durch den Wald, am alten Haus Rothland vorbei.“
Prickelnd stellten sich die feinen Haare an Ediths Armen auf. Zitterte McDermids Stimme? Oder hatte sie sich das nur eingebildet?
Bald passierte ihr Gefährt den Waldsaum. Sofort wurde es merklich dunkler. Edith fröstelte. Knorrige Äste ragten auf den Pfad, kratzten an der Kutsche entlang. Ihr schien es, als reckten sie sich nach ihr, wollten sie in die Schatten zwischen den Moos bewachsenen Stämmen zerren …
Mit einem Mal lichtete sich der Wald. Die Lippen in Staunen geöffnet, lehnte sich Edith näher ans Fenster. Ein Herrenhaus schälte sich aus den Nebeln, die immer dichter über Mooren und Gräsern tanzten. Blind und dunkel blickten ihr seine unzähligen Fenster entgegen. Die Glut der sinkenden Sonne, die sich einen Weg durch die Wolkendecke brach, nistete in ihnen als seien sie Pforten in die Unterwelt. Efeu erklomm die aus groben Steinen gefügten Wände. Immer näher rückte der Wald an den einst stolzen Wohnsitz heran, dessen frühere Pracht nur noch eine Erinnerung war, die mit jedem Tag mehr und mehr verblasste. Ein seltsamer Schimmer umgab das baufällige Gebäude.
Auch, als die Kutsche längst an dem Anwesen vorbei war, blickte sie noch immer zurück, solange, bis es hinter ihr in den dichten Nebeln versunken war. Edith schluckte ihr Unbehagen herunter. Ein Haus wie dieses erinnerte sie unweigerlich an die Schauermärchen, die sie so gern las – sehr zum Missfallen ihrer Mutter. Und aus den Geschichten wusste sie, dass solche Häuser immer irgendein düsteres Familiengeheimnis bargen.
„Miss Edith?“ Mr McDermid hatte die Kutschtür geöffnet, ohne, dass sie es bemerkt hatte. Erwartungsvoll streckte er ihr die Hand entgegen. „Wir sind da. Willkommen auf dem Anwesen der Heathburns.“ Ein Blitz zuckte über den Himmel. Für einen Herzschlag nahm Mr McDermids verbindliches Lächeln einen beinahe wahnsinnigen Zug an. Der Eindruck verschwand so rasch, dass Edith ihn sich ebenso gut nur eingebildet haben mochte.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

In meiner letzten Geschichte habe ich euch von Jack erzählt, der mit einem Magier … nichts als Scherereien hat.

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Monatsrückblick] Februar 2019 | Traumwelten und ganz viel Liebe

 

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Meine lieben Weltenbummler,
schon wieder ist ein Monat vorbei – und mit Schrecken stelle ich fest, dass ich im Februar schon wieder kaum Beiträge auf dem Blog veröffentlicht habe. Dabei hatte ich doch soooo viel vor! Um meine (ellenlange) To-Do-Liste ist es allerdings auch nicht besser bestellt. Seltsam. Irgendwo in der Nähe meines Schreibtisches scheint es wohl ein schwarzes Loch zu geben, das meine Zeit verschluckt

Traumwelten & Lieblingsautoren

Erinnert ihr euch noch an die Zeit vor einigen Monaten, in der fast täglich irgendein Award ins Leben gerufen oder eine Nominierung in den elektronischen Briefkasten geflattert ist? Das ist nun schon so lange her, dass Suse von Suses Buchtraum dachte, dass es endlich an der Zeit für eine neue Aktion ist. Deshalb hat sie den kleinen, aber feinen Mini Buchtraum Award ins Leben gerufen, an dem ich auch teilnehmen durfte.

Die Fragen, die sich Suse überlegt hat, sind wirklich unglaublich süß und verträumt – und zum Teil auch gar nicht so leicht zu beantworten. Falls ihr also immer schon mal wissen wolltet, was für verrückte Buch- oder Autorenträume ich hatte, bei welchen Covern ich dahinschmelze oder wie ich mir meinen Traumroman vorstellte: ***hier*** werdet ihr es erfahren.

Eine traumhafte Beitragsreihe, die ich euch sehr ans Herz legen kann, findet ihr auf dem Buchperlenblog. Gabriela hat nämlich den ganzen Monate ihrem Lieblingsautor Neil Gaiman gewidmet. Man merkt ihren Posts richtig an, wie vernarrt sie in Gaimans Geschichten und die Welten, die er geschaffen hat, ist. :) Glaubt mir, ihre Begeisterung ist so ansteckend, dass ihr am Ende eine Menge neuer Bücher auf eurer Wunschliste haben werdet.

Liebe in der Literatur

Im Februar führt dank des Valentinstags an einem Thema kein Weg vorbei: der Liebe. Das habe auch ich zum Anlass genommen, mir endlich einen Beitrag vom Herzen zu schreiben, der mich schon eine Weile begleitet (und sogar älter ist als dieser Blog). Im Tintenfässchen drehte sich daher diesmal alles um die Frage:

Herausgekommen ist eine kurze (und unvollständige!) Betrachtung der Liebe in der Literatur – und der unterschiedlichen Formen, die sie annehmen kann. Was genau Harry Potter, Nevernight oder Frodo und Sam aus dem Herrn der Ringe damit zu tun haben? Ihr könnt es ***hier*** herausfinden.

März-Ausblick | Lektorat, Buchmesse & Veröffentlichungen

Seit zwei Wochen nimmt mich das Lektorat meines Debütromans ganz schön in Anspruch, aber das ist auch gut so. Immerhin möchte ich das Beste aus meinem Manuskript herausholen, bevor ich es im Herbst auf die Leser loslasse. Daneben bleibt mir allerdings wenig Zeit, mich um den Blog zu kümmern oder noch etwas für den Writing Friday zu verfassen. Eine Kurzgeschichte ist dennoch entstanden. In Nichts als Scherereien erzähle ich euch die Geschichte von Jack und seinem … ungewöhnlichen Problem. Neugierig? Dann schnuppert ***hier*** gern mal rein!

Im März hoffe ich, wieder mehr Zeit zum Lesen, Schreiben und Bloggen zu haben. Wenn das Lektorat geschafft ist, sollte das auch möglich sein. :)

Von meinem Schreibtisch aus werde ich natürlich auch mitverfolgen, was so alles auf der Leipziger Buchmesse passiert. :) Falls ihr hinfahrt, schaut gern mal am Gemeinschaftsstand vom Burgenwelt und Eridanus Verlag vorbei (Halle 2, Stand 408). Dort feiern zwei Anthologien Premiere, zu denen ich je eine Kurzgeschichte beisteuern durfte.

Habt einen schönen Monat!
Wir lesen uns,
Anna.

PS: Hier geht es zum Rückblick auf den Januar 2019. ***klick***

#Writing Friday – Nichts als Scherereien

 

Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn mit einem Mal erschien es ihm nicht mehr so klug, die Klinge zu ziehen. Unschlüssig ruhte seine Hand auf dem Schwertknauf. Doch statt ihm ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln oder seinen Herzschlag zu beruhigen, verstärkte das Gewicht der Waffe an seiner Seite seine Anspannung nur. Er erinnerte sich noch lebhaft daran, was beim letzten Mal geschehen war, als er auf das Schwert hatte zurückgreifen müssen. Dass ein Magier keine normale Klinge sein eigen nannte, damit hatte er gerechnet. Aber das konnte er nun wirklich nicht kommen sehen.
Verfluchter Stahl. Verfluchter Stolz. Und auch meine große Klappe soll verflucht sein!
Hätte er sich doch nie auf dieses Wagnis eingelassen! Gewiss hätte er seine Schulden bei diesem dreimalverhassten Halsabschneider auch anders loswerden können. Aber nein. Als er den alten Magier sich im Undichten Fass über seinen Verlust hatte beklagen hören, konnte er einfach nicht anders. Die fürstliche Belohnung, die er demjenigen in Aussicht stellte, der ihm seine Waffe zurückbrachte, hatte – neben den drei bis vier Humpen Bier, die Jack an jenem Abend bereits genossen hatte – ihr übriges getan.
Misch dich bloß nie wieder in die Angelegenheiten von Magischen ein, Jack. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.
Angespannt leckte er sich über die Lippen, lauschte in die Stille. Die ganze Festung schien auf den Beinen. Ihre Besatzung durchkämmte jeden Winkel nach dem Dieb, der es gewagt hatte, sich bei Nacht hinter die schützenden Mauern zu schleichen und einen Schatz zu entwenden, an dem wohl nicht nur der alte Magier ein berechtigtes Interesse zu haben schien.
Eng presste sich Jack ans grob behauene Mauerwerk, bemühte sich mit der samtenen Dunkelheit innerhalb der Nische zu verschmelzen, in die er sich geflüchtet hatte. Schwere, Eisen beschlagene Stiefel polterten an seinem Versteck vorbei. Gegrunzte Befehle und wütendes Schnauben hallten von den Wänden wider.
Als es ruhiger wurde, wagte Jack, einen Blick aus seinem Versteck zu werfen. Niemand zu sehen – und zu hören. Vielleicht haben sie ihre Suche in diesem Teil der Festung fürs Erste beendet. Hoffnung keimte in seinem Herzen. Ein trügerisches Gefühl vorläufiger Sicherheit. Nur noch die Treppe herunter ins Verließ, durch den Geheimgang … und schneller, als ich zu hoffen wage, sitze ich neben dem Alten im Undichten Fass.
Tief atmete er durch, dann wagte er sich tatsächlich auf den Gang hervor. Im flackernden Fackelschein huschten Schatten über die rauen Wände, die Jacks strapazierten Nerven vorgaukelte, dass die Gefahr näher wäre, als er sie wähnte.
Gerade, als er dachte, er hätte, das Schlimmste hinter sich, machte der Korridor, dem er folgte, eine scharfe Biegung. Erstaunt stolperte er in einen Suchtrupp. Eine Schar bis an die Zähne bewaffneter Oger starrte ihm aus tumben Gesichtern entgegen. Ihr Anführer fackelte nicht lang, sondern schwang seine gewaltige Keule in Jacks Richtung. Diesem gelang es eben noch so, dem Hieb auszuweichen.
Wie von selbst fand Jacks Hand den Schwertgriff. Mit einem metallischen Schaben glitt die Klinge aus der Scheide – und plärrte augenblicklich los: „Räudiger Diiiiieeeeb!“
Der Schrei ging in ein entsetztes Kreischen über, als der Stahl einem Gegner in die Kniekehle drang und ihn fällte. Der Gang war so eng, dass seine Kumpane nicht einfach an ihm vorbeidrängen konnten.
Auf dem Absatz machte Jack kehrt, das Schwert noch immer in der Hand. „Iiihhhhh, Ogerblut“, echauffierte sich dieses. „Was bist du nur für ein Widerling!“
„Halt deine verdammte Klappe“, knurrte Jack ungehalten, „oder willst du, dass sie uns finden und kurzen Prozess mit uns machen?“
„Mit dir, meinst du wohl. Ich bin zu kostbar um …“
„… als Trollzahnstocher benutzt zu werden?“, fuhr Jack der verzauberten Klinge dazwischen.
„Za-Zahnstocher?“, jammerte die Klinge.
„Da ist dir der alte Zauberer sicher lieber.“
„Ja. Ja, gewiss doch!“
„Dann! Sei! Endlich! Still!“, presste Jack mühsam beherrscht zwischen den Zähnen hervor. Zum ersten Mal, seit er eine Hand an den verfluchten Stahl gelegt hatte, gab dieser keine Widerworte. Vielleicht käme Jack doch noch mit heiler Haut davon. Er konnte es kaum erwarten, das schwatzhafte Schwert seinem Besitzer zurückzugeben. Sollte der sich doch damit herumzuschlagen! Jack für seinen Teil hatte seine Lektion gelernt. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.
Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Thema heute: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz beginnt: „Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn …“

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Monatsrückblick] Januar 2019 | Buchhighlights und Vorsätze

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Hallo meine Weltenbummler,
wieder einmal liegt ein typischer Januar hinter mir. Typisch vor allem deshalb, weil ich meine Nase statt in spannende Romane in den vergangenen Wochen fast ausschließlich in Uni-Bücher gesteckt habe. Und typisch, weil mich – wie immer – nach der Klausurphase direkt eine fiese Erkältung niedergestreckt hat. Mittlerweile habe ich das Schlimmste überstanden und auch schon wieder Lust am Bloggen und Schreiben. :)

Buchhighlights

Bildrechte liegen beim Verlag

Sofort zu Beginn des Jahres habe ich euch die Romane vorgestellt, die 2018 mein Leserinnenherz haben höher schlagen lassen oder mir spannende/ fantastische/abenteuerliche etc. Reisen in Welten aus Tinte und Papier beschert haben. Meine *** Jahreshighlights *** sind eine bunte Mischung aus etablierten Autoren, Nachwuchsschriftstellern und Selfpublishern. Mich freut es ganz besonders, dass auch die ein oder andere Erzählung abseits des Mainstreams einen Platz unter meinen Lieblingstiteln 2018 gefunden hat.

Ein Buch, das es vermutlich unter meine diesjährigen Highlights schaffen wird, ist der neue Roman von Christopher Paolini. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue, endlich wieder in die Welt von Paolinis Erfolgsreihe Eragon eintauchen zu können. Okay, ich geb es zu: Meine Begeisterung konnte ich in meinem ***Waiting on Wednesday*** Beitrag kurz vor dem Release kaum verbergen. ^^ Nach der letzten Klausur habe ich mich auch schon darauf gestürzt, zögere es momentan aber noch hinaus, das Buch zu beenden. Bald werde ich euch hier aber verraten, wie mir mein lang ersehnter Ausflug nach Alagaësia gefallen hat.

Träume

Um *** Träume bzw. gute Vorsätze *** ging es in meinem ersten #Writing Friday-Beitrag in diesem Jahr. Anders als sonst habe ich das Thema diesmal nicht fiktiv umgesetzt, sondern aufgeschrieben, was mir auf dem Herzen lag. Und das ist vor allem eines: Ich möchte mich in diesem Jahr für meine Träume stark machen. Konkret bedeutet das, für meinen Traum vom (Hobby-)Autorenleben und meinen Debütroman, der voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Passend zu diesem Traum habe ich im Januar auch die Layoutfassungen zweier Kurzgeschichten zur finalen Überprüfung zugesandt bekommen, die im März passend zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht werden sollen. Die eine davon im Eridanus Verlag (Science Fiction) und die andere im Burgenwelt Verlag (Historie). Ich freue mich jetzt schon darauf, meine Belegexemplare bald in Händen halten zu können und euch die Anthologien vorzustellen. :)

Februar-Ausblick

Für diesen Monat habe ich einen Beitrag geplant, den ich schon schreiben wollte, bevor es diesen Blog überhaupt gab. Ich verrate nur so viel: Er wird in der Rubrik Tintenfässchen erscheinen und ein zentrales Thema der Literatur behandeln.^^

Ansonsten erwartet mich mein erstes Romanlektorat. :O Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das ein bisschen … einschüchtert. Bei Kurzgeschichten konnte ich ja schon Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln, aber so ein Roman ist schon eine andere Hausnummer. Wie es mir dabei ergeht, werde ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Worauf freut ihr euch in diesem Monat am meisten?

Wir lesen uns,
Eure Anna

PS: Hier geht es zum Rückblick auf den Dezember 2018. ***klick***

#Writing Friday – Sich für seine Träume stark machen

Liebe Weltenbummler,
der Writing Friday geht in die nächste Runde – und mit gehöriger Verspätung bin auch ich wieder mit dabei. Wie schon 2018 stellt uns Elizzy von Read Books and Fall in Love jede Woche einen kleinen Writingpromt, zu dem eine Reihe von Blogerinnen und Bloggern kreativ wird. Egal ob frei erfunden oder eine wahre Geschichte: Freunde guter Erzählungen werden beim Schmökern der unterschiedlichen Texte sicher auf ihre Kosten kommen. Schaut daher ruhig auch bei den anderen Schreiberlingen vorbei! :)

Anders, als ihr es aus dem vergangenen Jahr von mir gewohnt seid, präsentierte ich euch in meinem ersten Beitrag keine fiktive Erzählung. Vielmehr geht es um etwas sehr Persönliches:

Erzähle von einem Vorsatz für 2019.

Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus?


Der Januar ist zwar schon ein paar Tage alt, aber für (gute) Vorsätze ist es nie zu spät. Vor allem nicht in einem Jahr wie diesem, in dem mich einige aufregende Dinge erwarten. Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Im Herbst wird ein lang gehegter Herzenswunsch für mich in Erfüllung gehen, denn ich werde meinen ersten Roman in einem (Klein)Verlag veröffentlichen.

Das Schreiben begleitet mich nun schon seit einigen Jahren und ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist Leidenschaft und Erfüllung zugleich. Allein der Gedanke daran, dass ich meine Erzählung bald mit euch teilen darf, lässt mein Herz vor Freude höher schlagen. Gleichzeitig schüchtert mich diese Aussicht aber auch ein. Da ist diese leise Stimme in meinem Innern, die mir unablässig zuraunt, die unablässig Zweifel säht. Ganz egal, wie oft und wie laut sie auch versuchen wird, mich runterzuziehen: Ich werde nicht auf sie hören. Denn für 2019 habe ich mir ein großes und wichtiges Ziel gesetzt:

Ich werde mich für meine Träume stark machen.

Dazu gehört allerdings mehr, als bloß die leisen Selbstzweifel zum Verstummen zu bringen, die wir sicher alle kennen.

Sich für seine Träume stark zu machen, heißt auch, stolz auf das zu sein, was man erreicht hat. Ich bin von Natur aus eher jemand, dem es schwer fällt, über seine „Erfolge“ (was auch immer man darunter verstehen mag) zu reden. Dass ich meinen ersten Romanvertrag unterzeichnet habe, habe ich auch erst Tage später gepostet. Und auch jetzt, wo ich hier sitze und darüber schreibe, fühlt es sich für mich seltsam an. Es ist ja nicht so, dass ich augenblicklich vom Blitz erschlagen werde, nur weil ich euch mal von meinen aktuellen Projekten erzähle (zumindest hoffe ich das – bislang ist es jedenfalls (noch) nicht geschehen^^).

Ja, es fällt mir schwer darüber zu plaudern. Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass es niemanden interessiert und es so viele andere tolle Autoren und Geschichten da draußen gibt.

Mich für die Romane anderer zu begeistern und meine Begeisterung zu teilen, sie in die Welt hinauszuposaunen, fällt mir gar nicht schwer. Ganz im Gegenteil. Ich wünsche mir, dass mir das auch bei meinen Erzählungen gelingt. Daran werde ich arbeiten. Langsam meine Scheu ablegen. Einen Schritt nach dem anderen gehen.  Wenn ich mich nicht für meine Geschichten, für meine Träume stark mache, wer soll es dann tun?

Wir lesen uns,
eure Anna

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann lass es mich gern in den Kommentaren wissen. :)

Eine Auswahl an Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, gibt es ***hier***.

[Monatsrückblick] Kristallherzen, Mut & große Veränderungen

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Hallo Weltenbummler,
ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet und freut euch auf all die Dinge, die 2019 vor euch liegen. Bevor ich mich mit Feuereifer in die nächsten Abenteuer stürze, steht noch mein Rückblick auf den Dezember aus – eine Angewohnheit, die ich auch in diesem Jahr gern beibehalten möchte (auch wenn die Rückblicke gern etwas früher im Monat online gehen könnten^^).

Ein zauberhafter Adventskalender

Weihnachtszeit, Feiertage und Jahreswechsel – der Dezember ist traditionell der Monat, indem man mehr Verabredungen und Termine hat, als Zeit dafür. Nachdem ich im November wegen des NaNos eine Menge Zeit ins Schreiben und mein aktuelles Romanprojekt Sturmsang investiert habe, habe ich es schreibtechnisch im Dezember etwas ruhiger angehen lassen. Stoff für die Uni wollte aufgearbeitet, Weihnachtsgeschenke besorgt, Kekse gebacken und die Adventszeit genossen werden.

Das Warten aufs Christkind wurde mir durch einen ganz besonderen Adventskalender, den Elizzy von Read Books and Fall in Love ins Leben gerufen hat. Schon das ganze Jahr über hat sie im Rahmen des #Writing Friday kreative Schreibaufgaben gestellt – und macht damit auch 2019 weiter (und ich bin auch wieder dabei). Im Dezember sind insgesamt 24 Geschichten als ein ganz besonderes Geschenk an ein kleines Mädchen online gegangen. Und diese Geschichten sind bezaubernd, berührend, spannend und genau so abwechslungsreich und vielseitig wie die Schreiberlinge, die sie erzählen.

In meinem Kristallherz geht es um Weihnachtsbaumschmuck, der eine Familie schon seit Generationen begleitet. Es geht um seine Geschichte und die Geschichten der Menschen, denen er Hoffnung, Trost und Freude schenkte.

Stolz

Stolz bin ich auf Feuerfunken, die Fantasy-Kurzgeschichte, die ich 2018 in einer Anthologie des Verlags Torsten Low veröffentlichen durfte. Gegen 175 andere Erzählungen hat sie sich durchgesetzt und ist auf einem großartigen 20. Platz gelandet.

Stolz – und überglücklich – bin ich aber vor allem deshalb, weil ich im Dezember den Vertrag für meinen Debütroman unterzeichnen durfte. :) Wenn alles klappt – und wenn ihr mögt – dann werde ich euch schon im Herbst 2019 an Bord eines Wikingerschiffes in eine längst vergangene Zeit entführen. Mehr dazu und über mein Schreibjahr 2018 findet ihr ***hier***.

Ausblick: 2019 – der Kopf voller Ideen

Über die Feiertage habe ich mir Gedanken gemacht, wohin es mit der Welt aus Tinte und Papier gehen soll. Es gibt die ein oder andere Beitragsidee, die ich gern umsetzen, Bücher und Themen, die ich euch vorstellen möchte – und selbstverständlich könnt ihr hier mitverfolgen, wie es mit meinem Manuskript bis zur Veröffentlichung weitergeht. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Monatsrückblick] Im Aufwind

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Hallo meine Lieben,
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. 2018 ist schon zur Hälfte rum und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Tage immer rascher an mir vorbei fliegen. Zeit, einen Augenblick inne zu halten und den Juni Revue passieren zu lassen.

Arabische Nächte

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

 

Ein Thema hat mich in der Welt aus Tinte und Papier beschäftigt wie kein Zweites: Die Veröffentlichung von Sand & Wind. Die Legende der roten Wüste. Auf Elea Brandts inzwischen dritten Roman habe ich so ungeduldig hingefiebert, dass ich ihm einen eigenen *** Waiting on Wednesday *** gewidmet habe.

Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als eine Einladung der Autorin in meinen Briefkasten flatterte, Teil der Releasewoche zu sein. :) Dabei ist in enger Zusammenarbeit mit Elea ein spannendes Interview mit Prinzessin Arazin, einer der Protagonistinnen entstanden. Wenn ihr Lust habt, ein bisschen in die Welt von Sand & Wind reinzuschnuppern, dann folgt mir *** hier entlang ***. Übrigens gibt es auch frische Datteln und Feigen.

Für mich war es tatsächlich das erste Mal, dass ich an so einer Bloggeraktion teilgenommen habe. Mir hat es großen Spaß gemacht, mich mit dem Roman und meinen eigenen Erwartungen an die Geschichte auseinanderzusetzen und daraus eine Beitragsidee zu stricken, die auch euch gefallen könnten. Im Rahmen der Aktion sind einige tolle Beiträge online gegangen.

Obwohl ich momentan eher wenig Lesezeit habe, konnte ich schon in das orientalische Abenteuer hineinschnuppern – und bislang bin ich wirklich begeistert. Bis zum Rezensieren wird es wohl noch dauern, haltet bis dahin einfach die Augen offen. ^^

Erinnerungen und verlorene Dinge

Im Juni gab es hier auch wieder einen Text zum #Writing Friday zu lesen. Eigentlich sollte sich die Geschichte um ein sprechendes Buch drehen. Aber sie hat sich verselbstständigt und so wurde daraus eine *** Erzählung über den Wert von Erinnerungen ***.

 

Um verlorene Dinge kümmert sich hingegen Lydia Frost, Privatdetektivin und Protagonistin aus Frost & Payne. Mit Die Schlüsselmacherin, dem Auftakt zu ihrer Steampunk-Serie hat Luzia Pfyl bei mir wirklich ins Schwarze getroffen. Ich bin absolut begeistert und freue mich jetzt schon darauf, auch die nächsten kurzen Episoden von Frost & Payne zu verschlingen. Warum, das verrate ich euch *** hier ***.

Im Aufwind

Was das Schreiben angeht, war der Monat eher durchwachsen. Zumindest habe ich bereits in der ersten Junihälfte eine Absage für eine Kurzgeschichte kassiert, in der eine Menge Herzblut steckte. Die besondere Herausforderung bei Anthologieausschreibungen besteht gerade darin, den Geschmack der Herausgeber zu treffen und sich gegen eine Masse an anderen Einsendungen durchzusetzen. Deshalb sollte man eigentlich nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn es mal nicht klappt. Aber dennoch … ziehen solche Absagen in schlechten Momenten ganz schön runter.

Egal.

Hingefallen, aufgestanden und weitergeschrieben.

Das Logo der Storyolympiade

Und ich fühle mich tatsächlich im Aufwind, denn ich habe eine Zusage für eine Geschichte bekommen, mit der ich im Leben nicht gerechnet hatte. 175 wackere Autoren waren Ende vergangenen Jahres dem Ruf der Storyolympiade gefolgt und hatten sich Gedanken zum Thema „Maschinen“ gemacht. (Zur Erklärung: Die Storyolympiade ist eine Ausschreibung mit langer Tradition, die regelmäßig und sehr spannend über die Zwischenstände der Auswertung informiert.)

Mein selbst gestecktes Ziel war, wenigstens die Vorrunde zu überstehen (woran ich beim letzten Anlauf 2015/2016 grandios gescheitert bin). Nun hat es meine Geschichte tatsächlich unter die besten 25 geschafft – und damit den Sprung in die Siegeranthologie, die noch diesen Herbst erscheinen wird. :) Darüber werde ich euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Jetzt bin ich umso motivierter, auch mein Romanmanuskript endlich fertig zu überarbeiten.

Wir lesen uns,
Eure Anna

#Writing Friday – Frei und schwerelos

Endlich wieder #Writing Friday! In den vergangenen Wochen hatte ich ein kleines KreaTief und eher wenig Zeit zum Bloggen. Aber als ich mich eben an den Laptop gesetzt habe, ist mir aufgefallen, wie sehr ich so eine kleine, kreative Auszeit ab und zu brauche. :) .Heute habe ich dir einen Text zu folgender Aufgabe mitgebracht:  Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er konnte tatsächlich fliegen!“ endet.


Frei und schwerelos

Ein nie gekanntes Glücksgefühl, gemischt mit einer großen Portion Adrenalin rauschte durch Gisberts Adern, als der Wind unter die Pergamentschwingen seines Gleiters griff und ihn in weiten Spiralen höher und höher in den azurblauen Himmel trug. Über dem Pfeifen des Windes hörte er das Knarren und Ächzen der Strohhalme, doch wusste genau, dass die Zahnseide seine Konstruktion sicher verband. Bestimmt hundert, ach was, tausend Mal hatte er jeden Knoten, jede Verbindung überprüft. Schon bei der Auswahl der Materialen darauf geachtet, nur einwandfreie Stoffe aus den Abfallbehältern der Menschen mitzunehmen. Hatte die besten Windbedingungen berechnet. Den Anlauf, den er benötigte und die Höhe, aus der er abspringen musste.
Einem Heinzelmann ist es nicht vergönnt, zu fliegen, hatte Graubart, der Älteste, ein ums andere Mal erklärt. Schon damals, als Gisbert noch ein Heinzelmännchen war, dem noch nicht einmal der erste Bartflaum wuchs. Ein Heinzelmännchen mit einem ungewöhnlichen Traum.
Belächelt hatten die anderen ihn. Jetzt schmolzen sie unter ihm zusammen, das ganze Dorf kaum so groß wie ein Samenkorn. Sahen ihm dabei zu, wie er am Himmel seine Kreise zog.
Sein Bart wehte ihm halb ins Gesicht, als er sich in eine scharfe Rechtskurve legte, den Gleiter herabsinken ließ und dicht über ihre Köpfe hinwegzog. Mit jeder Bahn wurde er mutiger, reckte die Faust empor. Der Wind, der ihm den Bart ums Gesicht wehte, riss einen Jauchzer von seinen Lippen.
Genau so hatte es sich in seinen Träumen angefühlt. Frei und schwerelos. Die Sonne auf seiner Haut. Über ihm nur der Himmel. Nur Himmel bis zum Horizont. Er konnte tatsächlich fliegen!


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday findet ihr* hier *. Darin erzähle ich euch etwas über den Wert von Erinnerungen. Wer noch mehr schmökern möchte: Bitte * hier * entlang.

[Bloggeburtstag] Ein Jahr in der Welt aus Tinte und Papier – ein Reisebericht

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Anno 2017, wir schreiben den 1. Juli, als Anna ihre Wanderschuhe schnürte, Kekse, einen Fotoapparat und ein gutes Buch in ihren Rucksack packte. Dann zog sie in ein ganz besonderes Abenteuer: Die Welten aus Tinte und Papier zu erkunden, die zwischen Buchdeckeln gelegen sind …

Ich liebe Geschichten heiß und innig – und so oder so ähnlich könnte der Beginn der Geschichte dieses Blogs lauten. Unglaublich, dass die Welt aus Tinte und Papier vor einem Jahr ihre Pforten geöffnet und mich – und euch – auf eine besondere Reise mitgenommen hat. Zeit für einen kurzen Reisebericht – der Spuren von Selbstironie enthalten kann. :)

Aller Anfang ist schwer

Lust aufs Bloggen hatte ich schon eine ganze Weile, aber den letzten bzw. ersten Schritt zu gehen und mich auf WordPress anzumelden, habe ich mich lange nicht getraut. Da waren all diese Bücherblogs, schillernd bunt wie Seifenblasen und professionell gestaltet, mit ihren ganzen Lesern, die Bücher hypten oder kritisierten, Montagsfragen beantworteten oder mittwochs warteten. Das Angebot ist so groß, da besteht doch gar kein Bedarf für noch einen Blog, der sich um dieselben Themen dreht, dachte ich, und fühlte mich beim Stöbern auf einigen Seiten ganz schön … eingeschüchtert. Auch von den (vermeintlichen) Bergen an Rezensionsexemplaren, die bei der ein oder anderen monatlich eintrudeln. (Nebenbei bemerkt: Ich habe noch nie ein Rezensionsexemplar angefragt. Irgendwie habe ich da Skrupel …)

Doch dann habe ich es gewagt. Seiten erstellt, einen Header gestaltet. Und mit verschwitzten Fingern auf veröffentlichen geklickt. Und dann? Ist nicht Schlimmes passiert. Gar nichts. * lach *

… und dann …

… lag der nächste Schritt ganz deutlich vor mir: die Weltherrschaft. Ähm … ich meine natürlich: Leute von meinen Beiträgen begeistern. Also mussten Leser her. Diese scheuen Wesen, die schon eine Vielzahl an Blogs abonniert haben – und durch individuelle Inhalte angelockt werden.

… kommt es wirklich nicht auf die Größe an?

Ich gebe es offen zu: Am Anfang habe ich mir wirklich Druck gemacht. Es gibt massenweise Tipps für angehende Blogger (die ich gelesen habe, schließlich begibt man sich ja nicht unvorbereitet in ein Abenteuer).

  • Blogge regelmäßig. Am besten an festen Wochentagen.
  • Like und kommentiere bei anderen.
  • Sei du selbst, individuell und kreativ.

Gut, der erste Beitrag (mit dem üblichen * ich-fange-jetzt-an-zu-bloggen-bitte-fresst-mich-nicht-Text *) und die erste Rezension (zu *Harry Potter und das verwunschene Kind*) waren online. Also: Ärmelhochgekrempelt und Blogs durchstöbert.

In den ersten Monaten war ich total auf meine Followerzahl fokussiert – und habe

festgestellt, dass ich umso weniger neue Leser gewonnen habe, je mehr Mühe ich mir gegeben habe. Paradox, oder? Mittlerweile sehe ich das alles lockerer und werfe nur noch ab und an einen Blick auf die kleine Zahl da am rechten Seitenrand (glaubt ja nicht, ich wüsste nicht, dass die 99 sich dort hartnäckig hält ^^). Im Lauf der Zeit sind neben dem Blog auch noch ein Account bei Twitter und ganz frisch einer auf Instagram dazugekommen, auf denen ich über Bücher plaudere – worüber auch sonst. ^^

Regelmäßig bloggen klappt mehr oder minder gut. Aber – auch wenn es überraschen mag – wenn es mal eine Woche oder zwei keinen neuen Beitrag gibt, passiert auch nichts Schlimmes. Es gibt keine Bloggerpolizei, die die Frequenz neuer Posts kontrolliert. Die einzige, die das wirklich interessiert hat, war ich. Auch da bin ich entspannter geworden. Der Blog ist mein Hobby. Meine kleine Auszeit – aber auch Arbeit, die mir Spaß macht und machen soll.

Die Community

Die Bloggerszene erscheint mir noch bunter, seit ich Teil davon geworden bin. Mich hat wirklich überrascht, wie nett ich aufgenommen wurde. Deshalb habe ich mich auch besonders über die Nominierungen zum * Mystery Blogger Award * und *Sunshine Blogger Award * gefreut. Sogar auf der Frankfurter Buchmesse habe ich neue Kontakte knüpfen können. Es ist so leicht, ins Gespräch zu kommen, weil es immer ein Thema geben wird, dass uns alle verbindet: unsere Liebe zu Büchern.

Ihr findet mich auch auf Instagram und Twitter. :)

Die individuelle Handschrift

Die Buchwelt ist so vielseitig wie die Buchbloglandschaft. Teil meiner Blogphilosophie ist es, vor allem Büchern und Autoren Raum zu geben, die sonst in der Masse an Publikationen untergehen. Egal of Selfpublishing, Kleinverlag oder Nischengenre: Wenn es mir gelingt, auch nur einen einzigen Leser auf einen Independenttitel aufmerksam zu machen, bin ich glücklich.

Mein erstes Jahr als Bloggerin war für mich auch eine Zeit des Experimentierens. Ich habe endlich eine Form für meine Rezensionen gefunden, mit der ich zufrieden bin. Und dank des * Writing Fridays * entdecke ich nicht nur tolle Geschichten und talentierte Schreiberlinge, sondern kann euch auch selbst einen Einblick in meine Texte geben.

Das Abenteuer geht weiter

Nachdem die Welt aus Tinte und Papier schon die DSGVO überlebt hat (bis auf die Kommentarfunktion, die den rechtlichen Anforderungen zum Opfer gefallen ist), freue ich mich jetzt schon darauf, euch noch mehr ungewöhnliche Romane vorstellen zu können. Auch eine inhaltliche Weiterentwicklung ist geplant, denn ich möchte dem Schreiben und meinen Projekten mehr Raum geben.

Ich lass Konfetti für euch regnen …

… denn ihr seid nicht ganz unschuldig daran, dass mir das Bloggen so großen Spaß macht:

Vielen Dank für all eure Likes, Follows und Kommentare.

Dafür, dass ihr lest, was ich mir hier (auch jetzt wieder ^^) zusammenschreibe.

Einfach Danke.

Eure Anna

#Writing Friday – Tand

Willkommen zur nächsten Ausgabe des #Writing Friday daher. Heute habe ich dir einen Text zu folgender Aufgabe mitgebracht: Du findest auf der Straße ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht. Plötzlich fängt es an, mit dir zu sprechen …

Als ich mich an den Laptop gesetzt habe, ist der Text einfach aus mir herausgeflossen. Das Schreiben war seit langem mal wieder … irgendwie meditativ und hat mich alles um mich herum vergessen lassen. Dabei ist das Gespräch mit dem Buch auch etwas kurz geraten – es sei mir bitte verziehen. :)

Wegen der DSGVO musste ich ja leider mein Kommentarfeld schließen. Falls dir mein Text gefallen hat, würde ich mich trotzdem über eine kurze Nachricht via Mail freuen :)


Tand

Gedankenversunken schlenderte Evelyn durch den Stadtpark, ließ die kleine Gruppe ihrer Kommilitoninnen, die es sich in der Abenddämmerung auf einer Decke gemütlich gemacht hatte, hinter sich. Der weiße Kies auf den verschlungen angelegten Wegen knirschte leise unter ihren Schritten, verschmolz mit dem Säuseln des Windes in den Baumkronen zu einem angenehmen Hintergrundgeräusch. Sie hatte es nicht eilig, nach Hause zu kommen. In ihrer Einzimmerwohnung erwarteten sie bloß Stille – und ihre Bücher, die sich dicht an dicht in dem großen Regal drängten, das ihr Vater selbst zusammengezimmert hatte, als Evelyn mit Beginn des Studiums hierhergezogen war.
Normalerweise machte ihr die Stille nichts aus. Ihre Bücher genügten ihr. Waren ihr genug. Ihre engsten, vertrautesten Freunde. Nahmen sie so an, wie sie war – und verwandelten sie in das, was sie gern wäre – zumindest für eine Weile. Aber gerade jetzt, wo sich alle nach den Seminaren verabredeten, um am See oder im Park zu chillen oder zu grillen, kam ihr die Stille daheim umso bedrückender vor. Einsamer. Deshalb blieb sie länger in der Uni. Sie liebte die Ruhe in der Bibliothek. Zwischen den hohen Regalen neben anderen Studenten zu sitzen, war genau die richtige Dosis an sozialen Kontakten, die sie brauchte. Sie arbeiteten nebeneinander, aber an einander vorbei. Anonym. Nach wenigen Augenblicken wieder vergessen. Niemand sprach sie an. Kein lästiger Smalltalk. Niemand, der sich eh nicht dafür interessierte, was sie tat, dachte, sagte. Der nur aus Höflichkeit …

Evelyn überstolperte einen Schritt. Auf ihrer Lieblingsparkbank, von der die weiße Farbe in Flocken abblätterte, stand ein Karton im Schatten der alten Kastanie. Groß und an den Rändern gewellt, aber ohne Deckel, störte er den vertraut-gewohnten Anblick. Zum Mitnehmen, erklärte ein Zettel, der daran befestigt war.
Neugierig trat Evelyn näher. Ein ausgefranster Schal. Ein Porzellangeiger, die Wangen gerötet, das barocke Gewand aufgerüscht. Ein empörter Ausdruck auf seinem blassen Gesicht, als er den abgebrochenen Geigenbogen betrachtete.
Noch mehr Tand. Tand, der früher mal jemandem gehört hatte. Der früher mal jemandem etwas bedeutet hatte. Der Erinnerungen mit sich brachte – und eine Geschichte, die Evelyn niemals erfahren würde. Sie war schon an der Bank vorbei, als sie noch einmal umkehrte. Behutsam nahm sie den Geiger zur Hand, drehte ihn hin und her. Er war noch immer hübsch, befand sie. Vielleicht etwas kitschig, aber …

Da entdeckte sie ein Buch. Der Einband abgegriffenes Leinen, die Seiten zerknittert und vergilbt. Sie bettete den Geiger auf den Schal und barg ihren Fund. Das Papier schmiegte sich zart an ihre Finger, als sie das Buch aufschlug. Die Buchstaben verwischten zu einem druckergeschwärzten Strom, als sie durchblätterte, doch der etwa ab der Mitte des Buches abbrach. Leere Seiten. Bis sie auf eine Notiz in einer geraden, engen Schrift stieß:
Deine Geschichte ist es wert, erzählt zu werden.
Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie das Buch an ihre Brust drückte und mit pochendem Herzen auf ihre Kommilitoninnen zuhielt.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday findet ihr* hier *. Darin verrate ich euch etwas über die Erfindung des Teefons, das ihr garantiert noch nicht wusstet.