#Waiting on Wednesday #5 – Die Wylde Jagd | Neues aus der Märchenspinnerei

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Liebe Weltenbummler,
alte Märchen in ein neues Gewand zu kleiden, das haben sich die Autorinnen der Märchenspinnerei zur Aufgabe gemacht. Begonnen hat die Spinnerei als Zusammenschluss einiger Selfpublisherinnen, deren Erzählungen z.T. als Printtitel im Machandel Verlag erschienen sind.

2019 wollte die Spinnerei neue Wege beschreiten: Für eine Märchennovellenreihe, die ein und dasselbe Märchen einmal aus der Sicht der Guten und einmal aus Sicht der Bösen erzählen sollte, konnte sie den Zeilengold Verlag als Partner gewinnen. Aus verschiedenen Gründen endete diese Zusammenarbeit jedoch schon nach der ersten Ausgabe Die Tränen der Sidhe von Sylvia Rieß und Das Herz der Sidhe von Sabrina Schuh. (Wer gern wissen möchte, was dahinter steckt: Auf Instagram gibt es eine Vielzahl von Erfahrungsberichten von Zeilengoldautor*innen, die ihre Verträge mit dem Verlag ebenfalls gekündigt haben.)

Davon haben sich die Märchenspinnerinnen jedoch nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil geht ihre Novellenreihe schon in diesem Monat – am 13. Februar, um genau zu sein – weiter. Diesmal haben sie sich das Märchen von Brüderchen und Schwesterchen ausgesucht – verwoben mit einer Erzählung, die mich fasziniert wie keine andere und die mich selbst auch schon zu einer Kurzgeschichte inspiriert hat: Die Wilde Jagd.

Einen märchenhaften, wildromantischen Roman vor walisischer Kulisse verspricht uns Janna Ruth mit ihrem Der Herr der Wilden Jagd:

Titel: Der Herr der Wilden Jagd
Reihe: Die Wylde Jagd , Band 2
Autorin: Janna Ruth
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 150
Format: E-Book
Preis: 1,99€
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2020
Genre: Fantasy/ moderne Märchenadaption

Darum geht’s

Zwei Geschwister. Ein Feenkönig. Eine tödliche Jagd

Wenn des Nachts die Dächer im Sturm klappern und die Cwn Annwn ihr unheimliches Geheul anstimmen, dann reitet der Feenkönig zur Jagd. Carys ist gerade erst mit ihrem autistischen Bruder Dylan in den unberührten Norden von Wales gezogen, als ihr ein fürchterliches Unwetter das halbe Dach vom Haus reißt. Am nächsten Morgen steht Arawn vor ihrer Haustür: der Mann mit dem Sturm im Blick. Er lädt die Geschwister zur Wilden Jagd ein und während Dylan jeden Abend mit dem Wind rennt, verliebt sich Carys in den ungestümen Feenkönig. Bis sie selbst zur Beute wird. Im »Der Herr der wilden Jagd« verwebt Janna Ruth das klassische Märchen von Brüderchen und Schwesterchen mit der walisischen Sage von der Wilden Jagd. Dabei entsteht ein wildromantisches Abenteuer um die Themen Freiheit, Fürsorge und Selbstbestimmung.

Tina Skupin hingegen entführt uns in ein gänzlich anderes Setting und lädt uns ein auf einen Trip ins schillernde und fabulous Las Vegas und in ihr Wild Hunt Casino:

Titel: Wild Hunt Casino
Reihe: Die Wylde Jagd, Band 1
Autorin: Tina Skupin
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 120
Format: E-Book
Preis: 1,99€
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2020
Genre: Fantasy/ moderne Märchenadaption

Darum geht’s

Zwei Geschwister Eine Elfenkönigin Ein wilder Plan Nach elfjähriger Verbannung kehrt die Glücksfee Titania „Ti“ zurück nach Las Vegas, ihre Stadt, über die mittlerweile ihr verhasster Konkurrent Oberon mit seiner Wilden Jagd herrscht. Gemeinsam mit den Zirkusartisten Anita und Ernesto stellt Ti ein Team von Spezialisten zusammen. Ihr Ziel: Das sagenumwobene Horn der Wilden Jagd von Oberon zu stehlen. Der spielt mit falschen Karten. Doch das tut Ti ebenfalls. Die böse Stiefmutter aus dem Märchen Brüderchen und Schwesterchen, in einer klassischen Las Vegas- Diebesgeschichte, vermischt mit der Sage der Wilden Jagd: Das sind die Zutaten, aus denen Tina Skupins „Wild Hunt Casino“ besteht. Ein actionreiches Abenteuer um alte Freundschaften, neue Freundschaften und die Liebe zur Stadt des Glücks.

Wie ihr seht, haben beide Autorinnen ganz unterschiedliche Zugänge zu ein und demselben Stoff gefunden. Ich bin jetzt schon gespannt auf ihre Umsetzung. Auch wenn Tinas Roman mit den Oceans Eleven Anleihen ein Heidenspaß zu werden verspricht, freue ich mich einen Hauch mehr auf Der Herr der Wilden Jagd. Dass es Janna Ruth gelingt, auch schwierige Themen mit viel Fingerspitzengefühl umzusetzen, hat sie ja schon in ihrem mit dem SERAPH ausgezeichneten Märchenadaption Im Bann der zertanzten Schuhe unter Beweis gestellt. (Hier geht’s zur Rezension)

Beide Erzählungen können unabhängig von einander gelesen werden, allerdings erzählt Der Herr der Wilden Jagd die Geschichte einer der Figuren aus dem Wild Hunt Casino weiter. Beide Novellen werden übrigens auch als Print-Sammelband im Machandel Verlag erscheinen. :)

Lest ihr auch gern (moderne) Märchenadaptionen oder sind euch die klassischen Erzählungen lieber?


#Waiting on Wednesday ist eine Aktion, die von Breaking the Spine gehostete wird – und eine wunderbare Gelegenheit, ganz (un)geduldig auf persönliche Buchhighlights hinzufiebern. Wann immer es sich anbietet, werde ich euch hier also Bücher vorstellen, deren Veröffentlichung ich kaum mehr abwarten kann. Wer weiß, vielleicht könnt ihr so ja auch noch den ein oder anderen Roman entdecken, der es sich auf eurer Wunschliste gemütlich machen möchte. :)

[Monatsrückblick] Bloggeburtstag, Blutmond und Orientflair

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Hallo Weltenbummler,
Willkommen zum Rückblick auf den sonnen- und ereignisreichen Juli. Der Monat begann für mich so buchig, wie es nur geht: mit dem Geburtstag dieses Blogs. Seit einem Jahr darf ich euch nun schon durch die Welt aus Tinte und Papier begleiten – und möchte keinen einzigen Tag davon missen. In meinem *** Geburtstagsartikel *** blicke ich auf die vergangenen zwölf Monate und meine ersten Schritte in der Blogwelt zurück – dabei darf eine große Portion Selbstironie natürlich nicht fehlen.

 

Orientflair, Steampunk-Rapunzel und ein astronomisches Jahrhundertereignis

In diesem Jahr gibt sich der Sommer wirklich Mühe, uns ordentlich ins Schwitzen zu

Sand & Wind

bringen. Als ob es draußen nicht schon heiß genug wäre, habe ich mich von Elea Brandt in die Wüste entführen lassen: In die rote Wüste, die voller Legenden und uralter Magie steckt. Ihr Roman Sand & Wind ist ein unterhaltsames, gut gemachtes Fantasyabenteuer voller sprühendem Witz und orientalischem Flair. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich mit ihren vielschichtigen, einzigartigen Charakteren und ihrem genialen Schreibstil zu begeistern. Bei Sand & Wind war das nicht anders. Was mir so gut an der Geschichte gefallen hat, erfahrt ihr in meiner *** Rezension ***.

Dann war da noch der Blutmond. Bei den lauen Temperaturen habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir die totale Mondfinsternis anzuschauen. Wirklich faszinierend und beeindruckend. Was das mit Büchern zu tun hat? Na, in der Woche vor dem astronomischen Jahrhundertereignis haben sich einige Blogger Zeit genommen, um im Rahmen der Aktionswoche zu Opfermond von Elea Brandt den Mythen rund um den Blutmond und einigen anderen spannenden Themen auf den Grund zu gehen.

Ein Buch, das mich wegen seiner ungewöhnliche Idee fasziniert hat, ist Tropfen der Ewigkeit, das mitte des Monats erschienen ist. Im mittlerweile 13. Band der Märchenspinnerei erzählt Eva-Maria Obermann die Geschichte von Rapunzel neu – in einem Steampunk-Setting. Passend zum Release hat die Märchenspinnerei Postkarten mit einer persönlichen Nachricht der Autorin verlost.

Eine davon hat auch mich erreicht. :)

Hin – oder doch wieder zurück? Die Phantastika 2018

In meinem Beitrag zur Longlist des Deutschen Phantastik Preises musste ich leider darauf hinweisen, dass die Phantastika, die eigentlich Anfang September in Oberhausen hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde. Damit stand auch die Verleihung des DPP auf der Kippe – was für die Phantastikszene und die nominierten Autoren mehr als schade gewesen wäre.

Nun hat Mike Hillenbrand ein *** Interview *** gegeben und überraschend verkündet: Die Phantastika findet doch statt. Nicht in Oberhausen, sondern als Teil der German Comic Con in Berlin am 20. und 21. Oktober. So weit so gut. Was mich stutzig gemacht hat, ist die Aussage, dass die Phantastika als Literaturmesse konzipiert und abgesagt worden sei, da sich so wenige Verlage angemeldet hätten. Im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung ihre Premiere feierte, war allerdings noch die Rede von den fünf Welten der Phantastik, die neben dem Lesen auch Spiele und andere phantastische Medien in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken sollten. (Dass der Schwerpunkt der Aussteller tatsächlich aus der Literaturszene kam, sei dahingestellt.) Sehr seltsam. Hat da etwa jemand sein Konzept oder seine Prinzipien über Bord geworfen?

Impression von der Phantastika 2017 – damals in Oberhausen.

Ich bin skeptisch, ob die Zusammenlegung mit der Comic Con wirklich eine gute Idee ist. Der Termin liegt nah am BuchCon und der Frankfurter Buchmesse. Fraglich, ob viele (Klein)Verlage den zusätzlichen finanziellen Aufwand und die höheren Standgebühren stemmen können – und wollen. Für alle Beteiligten hoffe ich, dass die Phantastika und ihre engagierten Organisatoren und Aussteller auch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Und dass es im nächsten Jahr nicht wieder so ein hin und her gibt – und die Veranstaltung eventuell wieder nach Oberhausen zurückkehrt.

Ausgleich

Zurzeit komme ich leider seltener dazu, mich am Writing Friday zu beteiligen. Ein kurzer Text ist dennoch online gegangen – eine Erzählung über *** den Traum vom Fliegen ***. Ganz bewusst habe ich mir aber neben der Bachelorarbeit, an der ich zurzeit sitze, Zeit genommen, um literarisch zu schreiben. Dabei ist nicht nur eine historische Kurzgeschichte für einen Wettbewerb entstanden, sondern auch die Überarbeitung meines Romanes ist ein gutes Stück vorangekommen. Ich habe mal wieder gemerkt, wie viel mir das Schreiben gibt. Es ist mein Ausgleich, auch wenn es mich manchmal (positiv) stresst. Etwas, das ich – genau wie das Bloggen – nicht missen möchte.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Rezension] Janna Ruth – Im Bann der zertanzten Schuhe

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„Klar, du bist nur ein Prinz und eine Hexe hat dich verflucht. Und nun fesselt dich ein Turntable an einen Luxusschuppen. (…) Ich habe wirklich keine Ahnung, warum du mir solche Märchen auftischst.“

(Janna Ruth, Im bann der zertanzten schuhe, Ebook S.32)

Heute wird es märchenhaft: Mit Im Bann der zertanzten Schuhe legt Janna Ruth eine erfrischend moderne Märchenadaption vor. Treibende Bässe, der Zauber der Musik – und viel mehr Tiefe, als ich erwartet hätte.

Auf einen Blick:

 

Titel: Im Bann der zertanzten Schuhe
Autorin: Janna Ruth
Selfpublishing: Märchenspinnerei
Seiten: 316
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 12, 95€/ 3,99€
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Genre: moderne Märchenadaption/Romance

Bildrechte liegen bei der Märchenspinnerei

 

Darum geht’s

Ein verborgener Hain
Ein verfluchter Prinz
Ein Paar zertanzter SchuheVor drei Jahren ist Jonas aus dem Krieg heimgekehrt und doch scheint es, als wäre er nie zuhause angekommen. Ziellos durch die Straßen schweifend, trifft er einen alten Mann, der ihm von den Wundern des DeModie erzählt, einem verwunschenen Reich im Herzen des Nachtlebens. Unzählige Reichtümer und Schätze erwarten ihn dort, doch, was Jonas wirklich verzaubert, ist die lebensfrohe Tänzerin Sophie, die ihn mit ihrem Lachen ansteckt. Jede Nacht tanzt Sophie mit ihrem Prinzen und jede Nacht zerreißen ihre Schuhe ein klein wenig mehr, und mit ihnen das Geheimnis, welches das DeModie und seine Bewohner umgibt.
Die zertanzten Schuhe mal anders. Im Bann eines verzauberten Tanzes spinnt die Autorin Janna Ruth märchenhafte Elemente der Brüder Grimm zu einer modernen Fabel über das glitzernde Nachtleben, zerbrochene Träume und verlorene Seelen.
5. Band der Märchenspinnerei

(Quelle: Märchenspinnerei)

Das Buch

Im Bann der zertanzten Schuhe ist ein Roman aus der Märchenspinnerei, einer Gruppe von Autorinnen, die sich zusammengetan und im vergangenen Jahr damit begonnen haben, nahezu monatlich eine neue Märchenadaption zu veröffentlichen. Vorlage für Janna Ruths Erzählung ist das Märchen von den zertanzten Schuhen, das ich bislang noch nicht kannte. Über die Herausforderungen, die eine Adaption eines solchen Stoffes mit sich bringt, und darüber, welche Elemente des Märchens es schließlich in den Roman geschafft haben, gibt die Autorin in * diesem Artikel * Auskunft.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt. Da ist zum einen Sophie, eine leidenschaftliche Balletttänzerin, die ihren Traum von der großen Bühne nach einem schweren Schicksalsschlag an den Nagel gehängt hat. Tanzen, sich völlig der Musik hinzugeben, ist ihre Leidenschaft – und ihr gehören auch die titelgebenden zertanzten Schuhe, zu denen sie eine ganz besondere Verbindung hat.

Zum anderen begleiten wir auch Jonas, einen ehemaligen Soldaten, dem nach seinem Einsatz in Afghanistan eine posttraumatische Belastungsstörung schwer zu schaffen macht. Da Sophie jede Nacht verschwindet, ist ihr Vater in großer Sorge. Deshalb beauftragt er Jonas damit, herauszufinden, wo sich seine Tochter nachts herumtreibt.

Und dem Ort, dessen besonderen Zauber Sophie erlegen ist, konnte auch ich mich nicht entziehen.

„‚Was ist das für ein Club?‘ (…)

‚Oh, der schönste Ort auf Erden, reicher als jede Schatzkammer und voller Freuden.‘ Sehnsüchtig sah der Mann zu dem Club, bevor er ihm den Blick wieder zuwandte. ‚Und der kälteste.‘“

(Janna Ruth, im bann der zertanzten schuhe, EBook S.10)

Die Rede ist vom DeModie, einem ganz besonderen und wahrhaft märchenhaften Club. In schwelgerischen Bildern gelingt es Janna Ruth, das DeModie vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Die Beschreibungen und die ganz besondere Atmosphäre, die dort herrscht, hat mich von der ersten Silbe an in ihren Bann geschlagen. Doch im Laufe der Erzählung wandelt sich der Eindruck, den das DeModie erweckt. Die Atmosphäre wird düsterer, bedrohlicher. Nach und nach beginnt der Club eine beinahe schon morbide Faszination auszustrahlen.

Dort begegnet Sophie einem waschechten verwunschenen Prinzen. Einem Prince Charming, wie er im Buche steht: Attraktiv und galant, der nur Augen für sie zu haben scheint.

„Ihre Liebe war das, wovon sie schon immer geträumt hatte: Die einzig wahre, für die es sich lohnte, alle Strapazen auf sich zu nehmen.“

(Janna Ruth, im bann der zertanzten schuhe, EBook S.84)

Sophie ist völlig hingerissen von ihrem Prinzen, mit dem sie die Nächte durchtanzt. Manchmal hätte ich sie gern packen und schütteln wollen, denn sie treibt nicht nur sich durch ihre Blindheit und Naivität bis zum Äußersten, sondern bemerkt nicht einmal, wie sehr sie die Menschen um sich herum mit ihrem Verhalten verletzt. Auch Jonas.

Einfühlsam und beklemmend zugleich schildert Janna Ruth, wie Jonas mit seiner Krankheit zu kämpfen hat und mit allem, was er aus dem Kriegseinsatz wieder mitbrachte. In diesen Szenen, den schrecklichen Visionen, den Erinnerungen, die ihn nicht mehr loslassen wollen, gewinnt der Roman eine Tiefe, mit der ich nicht gerechnet habe. Anfangs habe ich mir von dieser Märchenadaption nette Unterhaltung versprochen, etwas, das beim Lesen ein gutes Gefühl macht. Doch Im Bann der zertanzten Schuhe ist so viel mehr als nur eine nette Geschichte.

Die Figuren – allen voran Jonas – überzeugen durch ihre authentische Zeichnung. Ich war nicht die ganze Zeit über ein Fan von Sophie, habe aber immer darum gebangt, dass es wenigstens für Jonas gut ausgeht.

Auch sprachlich konnte mich der Roman auf ganzer Linie überzeugen. Die Autorin schreibt so schwärmerisch, so flüssig … vor allem die Beschreibungen der Klänge und Melodien sind so unglaublich gelungen, dass ich mich oft gefühlt habe, als spiele die Musik zwischen den Zeilen.

„Die Klänge waren nahezu ätherisch, aber jeder Ton schlug eine andere Saite in ihm an und brachte seine Nerven zum Vibrieren. Der Bass dröhnte in seinem Magen und er konnte sich kaum des Drangs erwehren mitzuwippen.“

(Janna Ruth, im Bann der zertanzten schuhe, EBook S.23)

Der Roman konnte mich wirklich begeistern. Er ist defintiv eine Empfehlung für Janna ruht und die Märchenspinnerei – und völlig zurecht auf der Longlist des Seraph, des Phantastikpreises der Leipziger Buchmesse, der in diesem Jahr zum ersten Mal auch in der Kategorie Bester Independent-Titel vergeben wird.

Fazit

Im Bann der zertanzten Schuhe ist eine zauberhafte moderne Märchenadaption. Eine Geschichte über die Liebe zur Musik und zum Tanzen, die nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch mit viel Tiefe und Fingerspitzengefühl überraschen kann.

 Über die Autorin

Im vergangenen Jahr ist neben Im Bann der zertanzten Schuhe auch Janna Ruths Debütroman Tanz der Feuerblüten erschienen. Mit diesem konnte sie bei der Übersinnlich-Ausschreibung des Ueberreuter Verlags einen Platz auf dem Siegertreppchen ergattern.

 

[Monatsrückblich] Von Leseflauten, inkonsistenten Charakteren und fernen Welten

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Schon wieder Freitag – aber in dieser Woche werde ich keinen neuen Text zum #Writing Friday veröffentlichen (obwohl die Februarthemen absolut großartig sind, wirklich!). Nachdem ich meine kreativen Reserven in den letzten Tagen ganz schön strapaziert habe, möchte ich vielmehr die Gelegenheit nutzen, auf den Januar zurückzublicken – und euch den ein oder anderen Blogpost ans Herz zu legen (und damit auch einen meiner Neujahrsvorsätze einzuhalten).

Leseflaute

Vielleicht ist es euch aufgefallen: Meine letzte richtige Rezension habe ich Anfang Dezember gepostet. Das liegt vor allem daran, dass ich momentan in einer Leseflaute stecke, obwohl letzten Monat * einige Bücher bei mir eingezogen sind *. Ich habe zwar Janna Ruths Im Bann der zertanzten Schuhe gelesen, aber noch keine Zeit gefunden, diesen wirklich tollen Roman zu rezensieren.

Ganz besonders freue ich mich, dass Unter einem Banner von Elea Brandt, das ich euch bei * #Waiting on Wednesday * vorgestellt habe, bereits als E-Book erschienen ist – und das viel früher als erwartet. Ich habe mich auch direkt auf Reykans Geschichte gestürzt … wirklich genial! :)

[Hype] Im Januar schien mir ein Buch auf den Blogs, die ich lese, besonders präsent zu sein: Laura Kneidels Berühre mich. Nicht. Jill von Letterheart und ihre Mädels haben richtig davon geschwärmt. Bei ihrem gemeinsamen Treffen sind sie sofort in einen Buchladen gestürmt, um sich die neu erschienene Fortsetzung Verliere mich. Nicht. zu kaufen. Deshalb fand ich es besonders schade, dass der Roman Jills Erwartungen nicht erfüllen konnte. Sie hat eine * sehr ehrliche Rezension geschrieben *, in der sie ihre Bewertung – und Enttäuschung – ausführlich und sachlich begründet. Erfrischend, auch mal eine negative Rezension zu lesen.

Schreibvorsätze

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, jeden Tag an meinen eigenen Texten zu arbeiten. Wie es sich für waschechte Neujahrsvorsätze gehört, habe ich das natürlich nicht den ganzen Monat durchgehalten, aber schon deutlich mehr geschrieben als sonst. Eine ganze Kurzgeschichte für eine Ausschreibung ist es geworden, die ich so oft gekürzt und umgeschrieben habe, dass ich sie am Ende nicht mehr sehen konnte. Drückt mir die Daumen, dass es nicht wieder eine Absage wird so wie zu Beginn des Monats. :)

Dann habe ich im Januar auch den #Writing Friday für mich entdeckt, eine Aktion, die Elizzy von Read Books and fall in Love ins Leben gerufen hat. Ich habe meinen persönlichen Begriff von * Freiheit * in einem Gedicht verarbeitet und einen mehr oder weniger lebensklugen * Brief an mein 15-jähriges Ich * verfasst.

Aber auch die Beiträge der anderen Schreiberlinge sind wirklich lesenswert. Eine richtige Gänsehaut hat mir * Idas Freiheitsgedicht * beschert – und Gabriela lädt unter anderem zu einer * irrwitzigen Fahrt in einem Weidenkörbchen * ein. Hach ja, Träume sind schon seltsam …

[Charakterisierung] Lesenswert ist auch Evanesca Feuerbluts * Reflexion über inkonsistente Charaktere *. In ihrem Artikel beantwortet sie unter anderem die Frage, was Kylo Ren aus Star Wars und ein Regenbogeneinhorn mit einander zu tun haben. Auch wenn es auf den ersten Blick recht wenig zu sein scheint, wird euch ihre Antwort überraschen. Ich finde, dass es gerade die Eigenschaften eines Charakters sind, die vermeintlich nicht zusammenpassen, die ihm Tiefe und Authentizität verleihen. Beim Schreiben geht es ja im Grunde genommen um das Menschsein in all seinen schillernden Facetten, die jeden von uns einzig- und eigenartig (im besten Sinne des Wortes) machen.

…. und was nächsten Monat kommt

Richtige Pläne für den Februar habe ich noch nicht – außer die beiden Romane aus dem Januar zu rezensieren und regelmäßig für den #Writing Friday zu schreiben. Nächsten Monat beginnt auch die heiße Phase meiner Klausurvorbereitung. Mal schauen, wie viel ich nebenbei noch zum Lesen und Schreiben kommen werde.

Damit wünsche ich euch erstmal einen lesereichen, wundervollen Februar – und möchte euch nochmal daran erinnern, dass ihr noch bis zum 19.2. Gelegenheit habt, für den * Vincent Preis * abzustimmen.

Nun würd mich noch interessieren: Habt ihr eure guten Vorsätze für 2018 schon über den Haufen geworfen, oder haltet ihr noch eisern daran fest?