[Rezension] Cornelia Funke – Die Feder eines Greifs (Drachenreiter Band 2)

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„Drachenreiter, -freund, -gefährte. Kein Wort konnte wirklich ausdrücken, was den Jungen und den Drachen verband.“

(Cornelia Funke, Die Feder eines Greifs, S.91)

Die Feder eines Greifs erzählte im letzten Herbst ein neues Kapitel der Geschichte von Ben und dem Silberdrachen Lung aus Drachenreiter – ein Buch, das für mich wie kein zweites mit vielen Kindheitserinnerungen verknüpft ist.

Auf einen Blick:
Titel: Die Feder eines Greifs
Reihe: Drachenreiter Band 2
Autor: Cornelia Funke
Verlag: Dressler Verlag
Seiten: 416
Format: Buch/E-Book
Preis: 18,99€/13,99€
Erscheinungsdatum: September 2016
Genre: Fantasy (ab 10)
Bildrechte liegen beim Verlag

Klappentext
Der Drachenreiter kehrt zurück!

In der Abgeschiedenheit Norwegens erreicht Ben eine schreckliche Nachricht: Die letzten drei Pegasusfohlen werden vermutlich nie schlüpfen und mit ihnen werden die geflügelten Pferde für alle Zeit aus dieser Welt verschwinden. Um sie zu retten, machen sich Ben und Barnabas mit einem äußerst ungewöhnlichen Expeditionsteam auf den weiten Weg nach Indonesien, um dort eins der gefährlichsten Fabelwesen der Welt zu finden. Denn nur die Sonnenfeder eines Greifs kann die Fohlen noch vor dem Tode bewahren. Doch Greife hassen Pferde, und das Wesen, das sie als ihren ärgsten Feind betrachten, ist Bens bester Freund – ein Drache. (Quelle: Dressler Verlag)

Die Erzählung setzt zwei Jahre nach den Ereignissen aus Drachenreiter ein, doch um seine Freude an Die Feder eines Greifs zu haben, muss man den ersten Band nicht gelesen haben. Mittlerweile wurde Ben von den Wiesengrunds adoptiert, die in Norwegen eine Schutzstation für Fabelwesen aufgebaut haben. Ein im wahrsten Sinne des Wortes magischer Ort, der ebenso wie seine – teils skurrilen, aber in allen Fällen liebenswerten – Bewohner, die mit viel Phantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden.

Auf Ben und seine Freunde wartet diesmal eine gefährliche Mission: Damit die letzten drei Pegasusfohlen schlüpfen können, müssen sie die Feder eines Greifs besorgen, die diesen nur aufgrund besonderer Tapferkeit wächst – und ihnen bliebt dafür nicht viel Zeit. Als wäre das nicht schon dramatisch genug, sind Drachen und Greife Erzfeinde. Weil Ben Lung nicht in Gefahr bringen will, belügt er seinen Freund über das Ziel ihrer Reise.

Ben und sein kunterbunter, manchmal leicht chaotischer Expeditionstrupp erleben im Urwald Indonesiens viele Abenteuer. Sie begegnen einer Reihe faszinierender Fabelwesen und anderen Tieren, deren Charaktere allesamt rund und plastisch ausgearbeitet sind. Am beeindruckendsten waren für mich die Darstellung und Charakterisierung der Greife und ihrer Lebenswelt.

Natürlich darf auch das Stammpersonal aus dem ersten Band nicht fehlen. Eine echte Überraschung war für mich Fliegenbein, der letzte Homunkulus. Sein Charakter ist so vielschichtig und tief und mit seinen teils hochphilosophischen Gedanken hat er sich zu meinem heimlichen Helden gemausert.

Allerdings ist es schade, dass Lung und Ben gut die Hälfte des Romans getrennt sind – worunter beide leiden. Funke gelingt es aber gerade durch diese räumliche Trennung, das Besondere ihrer Freundschaft einzufangen, das man kaum in Worte fassen kann.

Wenn man eines sagen kann, dann, dass es der Autorin nicht an Kreativität mangelt. Wie schon im Vorgänger hat sie den Text selbst liebevoll illustriert. Noch dazu beginnt jedes Kapitel mit einem kurzen, aber passenden Zitat – von Puh der Bär über die Frau des Zeitreisenden und Unten am Fluss sind viele Klassiker der Literatur vertreten.

Die Geschichte ist tempo- und wendungsreich, sprüht vor Ideen und Einfallsreichtum und findet die perfekte Balance zwischen Witz und Ernst. Arten-, Umwelt- und Naturschutz werden thematisiert . Manchmal mit etwas zu stark erhobenem Zeigefinger, doch die Botschaft ist klar: Die Welt ist voller Wunder, die wir achten und bewahren sollten, statt sie rücksichtslos zu zerstören.

Insgesamt hat mir die Fortsetzung zu Drachenreiter gut gefallen. Sie ist kurzweilig zu lesen, spannend, amüsant und unterhaltsam. Die Erzählung hat mich so tief in ihre faszinierende Welt abtauchen lassen, dass ich es schade fand, dass das Buch schon vorbei war – auch wenn der letzte Satz förmlich nach einer Fortsetzung schreit.

Fazit
Auch wer Drachenreiter nicht kennt, sollte dieses Buch lesen – oder am besten beide. :) Ein wunderbares Jugendbuch.

Ausblick:
Eine Fortsetzung ist tatsächlich in Sicht :) Voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheint mit Die Vulkan-Mission ein Spin-Off, in dessen Zentrum Fliegenbein, Lola Grauschwanz und Schwefelfell stehen – zunächst als Hörbuch, im nächsten Frühjahr dann auch im Print.

 

[Rezension] Cornelia Funke – Drachenreiter (Drachenreiter Band 1)

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„Der Drache träumte von den Bergen, von Steinzwergen, die seinen Schwanz hinaufkletterten, und von dem schmutzigen Kanal, der durch die große Menschenstadt floss.“

(Cornelia Funke, Drachenreiter, 2. Auflage 2002, S.111)

Wenn es ein Buch gibt, das mich zu einem Bücherjunkie und einer Leseratte gemacht hat, dann ist es wohl Cornelia Funkes Drachenreiter, das mir schon als Grundschülerin in die Hände fiel. Der Roman ist mittlerweile nicht nur in einem neuen Gewand erschienen, sondern hat im vergangenen Jahr auch eine lang ersehnte Fortsetzung bekommen – aber dazu nächste Woche mehr. :)

Auf einen Blick:
Titel: Drachenreiter
Reihe: Drachenreiter Band 1
Autor: Cornelia Funke
Verlag: Dressler Verlag
Seiten: 448
Format: Buch/E-Book
Preis: 18,99€/9,99€
Erscheinungsdatum: 1. Auflage 1997, Neuauflage 2011
Genre: Fantasy (ab 10)

 

Klappentext
Eine abenteuerliche Reise liegt vor Lung, dem silbernen Drachen, und seinen Begleitern, dem Koboldmädchen Schwefelfell und dem Waisenjungen Ben. Sie sind auf der Suche nach einem sicheren Ort für Lungs Artgenossen, für die es in der Menschenwelt keinen Platz mehr zu geben scheint. Lung setzt seine ganze Hoffnung auf den sagenumwobenen „Saum des Himmels“. Dort, irgendwo zwischen den Gipfeln des Himalaya versteckt, soll die ursprüngliche Heimat der Drachen liegen. Noch ahnen die drei jedoch nicht, dass es etwas viel Bedrohlicheres als die Menschen gibt – Nesselbrand den Goldenen, das gefährlichste Drachen jagende Ungeheuer, das die Welt je gesehen hat. Und er ist ihnen auch schon auf der Spur … (Quelle: Dressler Verlag)

Um das Überleben seiner Art zu sichern und eine neue Heimat zu finden, macht sich der Silberdrache Lung auf den weiten und beschwerlichen Weg von Schottland bis zum Himalaya, auf der Suche nach dem „Saum des Himmels“. Dabei ist er zum Glück nicht auf sich allein gestellt: Schwefelfell, ein Koboldmädchen, das Pilze liebt, schnell Heimweh bekommt und ab und an ungeniert schimpft und flucht, ist seine treue Begleiterin. Bei einem Zwischenstopp in Deutschland begegnen die beiden dem Waisenjungen Ben – und beschließen, ihn mit auf ihre Reise zu nehmen.

Wie das ungleiche Trio erste zarte Bande der Freundschaft knüpft, beschreibt Cornelia Funke herzerwärmend und bezaubern. Die Autorin entführt uns in eine Welt, in der Fabelwesen und Menschen nebeneinander wohnen, in der Zauber in jedem Winkel zu finden ist – solange man mit offenen Augen und ganz bewusst durch die Welt geht. Das Setting des Romans mutet oft märchenhaft an, die Geschichte wurde von Funke selbst liebevoll illustriert.

Auf der Reise zum „Saum des Himmels“ müssen Lung, Ben und Schwefelfell einige Abenteuer bestehen, treffen andere Geschöpfe und Menschen, denen das Wohl der Fabelwesen am Herzen liegt und die sich für ihren Schutz einsetzen. Doch nicht jede Begegnung auf ihrem Weg gestaltet sich friedlich, denn nicht jeder ist dem Silberdrachen wohlgesonnen.

Drachenreiter ist ein Buch, das einen schmunzeln lässt, das aber auch zum Nachdenken darüber anregt, wie wir Menschen mit der Welt und den Geschöpfen, mit denen wir uns die Erde teilen, umgehen. In der Geschichte steckt auch Vieles, das Erwachsene anspricht: Die zeitlosen Werte von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Toleranz.

Fazit
Drachenreiter ist ein gelungenes Jugend-/Kinderbuch, das ich jedem – egal welchen Alters – wärmstens ans Herz legen kann. Wer seinen Träumen silberne Drachenschwingen verleihen möchte, der sollte diesen Roman unbedingt lesen.

Welches Buch habt ihr denn in eurer Kindheit immer und immer wieder verschlungen?