Buchhighlights 2018| alte Bekannte und neue Genres

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Frohes neues Jahr, meine lieben Buchverrückten!
2019 ist frisch gestartet und nachdem es gestern um mein Schreibjahr ging, zeige ich euch heute wie versprochen die Bücher, die mich im vergangenen Jahr besonders begeistert haben.  natürlich verlinke ich euch auch meine Rezensionen, damit ihr bei Interesse nochmal genauer nachlesen könnt.

Insgesamt sind in den letzten zwölf Monaten 15 Rezensionen online gegangen, obwohl ich noch ein paar Romane mehr gelesen habe. Von den besprochenen Büchern sind fünf in Kleinverlagen erschienen und vier im Selfpublishing. Ein Durchschnitt, den ich im nächsten Jahr gern beibehalten oder sogar noch steigern möchte. Denn ich liebe es, die kleinen, kostbaren Buchperlen abseits des Mainstreams zu entdecken und sie euch vorzustellen. Viele dieser Titel verdienen mehr Aufmerksamkeit – und ich hoffe, mit meinen Rezensionen wenigstens die Neugierde des ein oder anderen Lesers wecken zu können.

Kommen wir nun also zu meinen Jahreshighlights 2018. Die Reihenfolge, in der ich sie aufliste, entspricht keiner Wertung, sondern der Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe. :)

Das Jahr begann mit einem Buch, das mich mit seinem Setting, dem Plot, aber vor allem mit einem unwiderstehlichem Heldenpaar in seinen Bann gezogen hat. Die Rede ist von Unter einem Banner von Elea Brandt, deren Debüt Opfermond schon 2017 zu meinen Buchhighlights zählte. Die Geschichte des kampfmüden Kriegers Reykan, der zu seinem großen Missfallen den vorlauten Prinzen Benrik schützen muss, unterhält von der ersten bis zur letzten Seite. Ich weiß nicht, wie oft ich das schon geschrieben habe (sehr of wahrscheinlich^^), aber Elea ist eine unvergleichliche Geschichtenerzählerin, die scheinbar in jedem Genre zuhause ist. Denn im Sommer beglückte sie ihre Leser mit der locker-leichten Orient-Fantasy Sand & Wind. Die Geschichte des vorlauten Diebes Quiro, der unverhofft in ein Abenteuer stolpert, dessen Ausmaße er anfangs nicht zu erahnen vermag, kann ich euch ebenfalls nur ans Herz legen.

Mich freut es ganz besonders, dass Elea für 2019 bereits zwei Romane angekündigt hat: Sand & Klinge, in dem sie Quiros Geschichte weitererzählt, sowie Mutterschoß, in dem sie ihre Leser erneut nach Ghor-el-Chras entführt, die Stadt von Opfermond. Beide Titel stehen jetzt schon weit oben auf meiner Wunschliste!

 

Weiter geht es mit einem Genre, das ich 2018 für mich entdeckt habe: Steampunk. In der Greenlight Press erscheint mit Frost & Payne eine Krimireihe in einem wundervoll durchdachten Steampunk-Setting. Action, Tempo, unerwartete Wendungen und vor Einfallsreichtum sprühende Dialoge erwarten euch schon im Auftaktband Die Schlüsselmacherin der 12 Episoden umfassenden ersten Staffel aus der Feder von Luzia Pfyl. Eine echte Entdeckung!

 

 

 

Als bekennender Bernhard Hennen-Fan, darf Der Verfluchte, der Auftakt zur Trilogierund um Die Chroniken von Azuhr in meinem Jahresrückblick auf gar keinen Fall fehlen. Mit Spannung habe ich diesen Roman erwartet – und wurde nicht enttäuscht. Hennen webt wieder einmal eine dichte Erzählung rund um Magie, Mären und Intrigen, die mich in eine andere Welt hat versinken lassen.

 

 

Gefesselt hat mich auch Zara Nesbit. Blutrabe. Dieser Mysteryroman ist nicht nur im Selfpublishing erschienen, sondern auch der Debütroman der talentierten Ily Romansky. Mord, Magie, Mysterie, ein überzeugendes Setting und eine beklemmende Atmosphäre sorgen für wohlige Gänsehautmomente. Ein viel versprechender Reihenauftakt, der Lust auf mehr Abenteuer der resoluten Gouvernante macht.

 

 

Last but not least ein Buch, das zu beschreiben mir immer noch schwer fällt: Nevernight. Die Prüfung. Die Geschichte der von Rache getriebenen, jungen Assassine Mia ist … düster und blutig. Fesselnd und überraschend. Jay Kristoffs Trilogie ist wie eine Naturgewalt, die sich mitreißt und atemlos zurücklässt. Solch ein außergewöhnliches Buch – vielleicht das außergewöhnlichste der letzten Jahre – habe ich selten gelesen.

 

 

Meine Buchhighlights 2018 sind eine bunte Mischung geworden. Ich hoffe, dass das 2019 so bleibt.

Verratet mir in den Kommentaren ruhig, welches Buch (oder welche Bücher) euch im vergangenen Jahr richtig geflasht haben. :)

Wir lesen uns!
Eure Anna

[Monatsrückblick] Bloggeburtstag, Blutmond und Orientflair

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Hallo Weltenbummler,
Willkommen zum Rückblick auf den sonnen- und ereignisreichen Juli. Der Monat begann für mich so buchig, wie es nur geht: mit dem Geburtstag dieses Blogs. Seit einem Jahr darf ich euch nun schon durch die Welt aus Tinte und Papier begleiten – und möchte keinen einzigen Tag davon missen. In meinem *** Geburtstagsartikel *** blicke ich auf die vergangenen zwölf Monate und meine ersten Schritte in der Blogwelt zurück – dabei darf eine große Portion Selbstironie natürlich nicht fehlen.

 

Orientflair, Steampunk-Rapunzel und ein astronomisches Jahrhundertereignis

In diesem Jahr gibt sich der Sommer wirklich Mühe, uns ordentlich ins Schwitzen zu

Sand & Wind

bringen. Als ob es draußen nicht schon heiß genug wäre, habe ich mich von Elea Brandt in die Wüste entführen lassen: In die rote Wüste, die voller Legenden und uralter Magie steckt. Ihr Roman Sand & Wind ist ein unterhaltsames, gut gemachtes Fantasyabenteuer voller sprühendem Witz und orientalischem Flair. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich mit ihren vielschichtigen, einzigartigen Charakteren und ihrem genialen Schreibstil zu begeistern. Bei Sand & Wind war das nicht anders. Was mir so gut an der Geschichte gefallen hat, erfahrt ihr in meiner *** Rezension ***.

Dann war da noch der Blutmond. Bei den lauen Temperaturen habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir die totale Mondfinsternis anzuschauen. Wirklich faszinierend und beeindruckend. Was das mit Büchern zu tun hat? Na, in der Woche vor dem astronomischen Jahrhundertereignis haben sich einige Blogger Zeit genommen, um im Rahmen der Aktionswoche zu Opfermond von Elea Brandt den Mythen rund um den Blutmond und einigen anderen spannenden Themen auf den Grund zu gehen.

Ein Buch, das mich wegen seiner ungewöhnliche Idee fasziniert hat, ist Tropfen der Ewigkeit, das mitte des Monats erschienen ist. Im mittlerweile 13. Band der Märchenspinnerei erzählt Eva-Maria Obermann die Geschichte von Rapunzel neu – in einem Steampunk-Setting. Passend zum Release hat die Märchenspinnerei Postkarten mit einer persönlichen Nachricht der Autorin verlost.

Eine davon hat auch mich erreicht. :)

Hin – oder doch wieder zurück? Die Phantastika 2018

In meinem Beitrag zur Longlist des Deutschen Phantastik Preises musste ich leider darauf hinweisen, dass die Phantastika, die eigentlich Anfang September in Oberhausen hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde. Damit stand auch die Verleihung des DPP auf der Kippe – was für die Phantastikszene und die nominierten Autoren mehr als schade gewesen wäre.

Nun hat Mike Hillenbrand ein *** Interview *** gegeben und überraschend verkündet: Die Phantastika findet doch statt. Nicht in Oberhausen, sondern als Teil der German Comic Con in Berlin am 20. und 21. Oktober. So weit so gut. Was mich stutzig gemacht hat, ist die Aussage, dass die Phantastika als Literaturmesse konzipiert und abgesagt worden sei, da sich so wenige Verlage angemeldet hätten. Im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung ihre Premiere feierte, war allerdings noch die Rede von den fünf Welten der Phantastik, die neben dem Lesen auch Spiele und andere phantastische Medien in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken sollten. (Dass der Schwerpunkt der Aussteller tatsächlich aus der Literaturszene kam, sei dahingestellt.) Sehr seltsam. Hat da etwa jemand sein Konzept oder seine Prinzipien über Bord geworfen?

Impression von der Phantastika 2017 – damals in Oberhausen.

Ich bin skeptisch, ob die Zusammenlegung mit der Comic Con wirklich eine gute Idee ist. Der Termin liegt nah am BuchCon und der Frankfurter Buchmesse. Fraglich, ob viele (Klein)Verlage den zusätzlichen finanziellen Aufwand und die höheren Standgebühren stemmen können – und wollen. Für alle Beteiligten hoffe ich, dass die Phantastika und ihre engagierten Organisatoren und Aussteller auch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Und dass es im nächsten Jahr nicht wieder so ein hin und her gibt – und die Veranstaltung eventuell wieder nach Oberhausen zurückkehrt.

Ausgleich

Zurzeit komme ich leider seltener dazu, mich am Writing Friday zu beteiligen. Ein kurzer Text ist dennoch online gegangen – eine Erzählung über *** den Traum vom Fliegen ***. Ganz bewusst habe ich mir aber neben der Bachelorarbeit, an der ich zurzeit sitze, Zeit genommen, um literarisch zu schreiben. Dabei ist nicht nur eine historische Kurzgeschichte für einen Wettbewerb entstanden, sondern auch die Überarbeitung meines Romanes ist ein gutes Stück vorangekommen. Ich habe mal wieder gemerkt, wie viel mir das Schreiben gibt. Es ist mein Ausgleich, auch wenn es mich manchmal (positiv) stresst. Etwas, das ich – genau wie das Bloggen – nicht missen möchte.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Rezension] Elea Brandt – Sand & Wind | Seid ihr bereit für ein orientalisches Abenteuer?

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„Mein Vater sagt immer, die Wüste ist wie eine ylasische Frau. Wunderschön, aber sie bringt dich um, wenn du nicht mit ihr umzugehen weißt.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, Ebook S.168)

Die rote Wüste steckt voller Legenden und uralter Magie – und genau davon erzählt uns Elea Brandt in Sand & Wind, einem Fantasyabenteuer mit orientalischem Flair.

Auf einen Blick:

Sand & Wind

 

 

Titel: Sand & Wind
Reihe: Die Legende der roten Wüste, Band 1
Autorin: Elea Brandt
Verlag: Verlag ohneohren
Seiten: 250
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: ??? €/ 3, 49€
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2018
Genre: orientalische Fantasy

 

Darum geht’s

Tief in der Wüste regt sich uralte Magie. Mit dem roten Sand fegt sie durch die Gassen der Stadt Zarbahan und enthüllt ein lange gehütetes Geheimnis.

Während der vorlaute Gauner Quiro seinen Lebensunterhalt mit Taschenspielertricks verdient, versucht der junge Schah Elis, den brüchigen Frieden im Land zu bewahren. Eines Tages begegnen die beiden einander – und die Ereignisse überschlagen sich. Elis verschwindet unter mysteriösen Umständen und Quiro findet sich mitten in den Ränkespielen der Mächtigen wieder, wo ihn jeder Fehler den Kopf kosten kann. Denn dunkle Kräfte ruhen im Wüstensand – und nur Quiro kann sie aufhalten.

(Quelle: Verlag ohneohren)

Das Buch

Sand & Wind ist der erste Band der auf zwei Bände angelegten Legende der roten Wüste. Wie ich es von Elea Brandt gewohnt bin, braucht sie auch in ihrem mittlerweile dritten Roman nicht viele Worte, um mich nach Zarbahan und in den Palast des Schahs zu entführen. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass sie eine unglaublich talentierte Geschichtenerzählerin ist? Ihr Stil ist locker und gefällig, witzig und mit Vergleichen und Metaphern gespickt, die nur innerhalb der Romanwelt funktionieren. Dabei beweist sie auch ein feines Gespür für das Tempo ihrer Erzählung. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die die flirrende Hitze des Wüstensands, Gerüche und Farben einfängt und zu einem bezaubernden orientalischen Flair verwebt.

„Was gäbe sie darum, jetzt draußen vor den Mauern der Stadt durch den roten Sand reiten zu können? Zuzusehen, wie der Wind verschlungene Muster auf die Dünen zeichnete und wie die Sonne glühend rot hinter den Bergen im Westen verschwand?“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.22)

Unser erster ‚Reiseführer‘, der uns durch die Gassen Zarbahans begleitet, ist Quiro, seines Zeichens ein Dieb und Taugenichts – und mir auf Anhieb sympathisch. Er ist ein charmantes Schlitzohr, nimmt kein Blatt vor den Mund und hat in Farzam und Barush zwei so treue Freunde gefunden, wie man sie sich nur wünschen kann. Die Dynamik innerhalb der Dreiergruppe, ihre kleinen Reibereien und Sticheleien haben mich oft schmunzeln lassen.

„Quiro schluckte. Es gab schon einen Grund, warum er nur ein räudiger Gauner geworden war – Denken war scheinbar nicht seine Stärke.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.181)

Dann ist da noch Elis, dessen Leben nicht verschiedener von dem Quiros sein könnte. Seit einem Jahr lenkt er als Schah die Geschicke Zarbahans – und weiß seinen Onkel Izafar als zuverlässigen Berater an seiner Seite. Die Fußstapfen, in die er

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

zu treten hat, scheinen ihm an manchen Tagen zu groß. Vor allem deshalb, weil das Friedensabkommen zwischen Zarbahan und Ylas noch immer fragil ist.

Deshalb soll er Arazin, die Prinzessin von Ylas heiraten. Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass sie von all den interessanten Figuren mein Liebling ist. (Eventuell bin ich auch voreingenommen, immerhin durfte ich Arazin im Rahmen der Releasewoche zu Sand & Wind interviewen. *** lest gern mal rein. ***)

 

„Sie war wirklich schön, seine Verlobte. Keine sanfte, zarbahanische Schönheit, aber geschmeidig, herb und wild, wie eine Gepardin, deren Krallen man lieber nicht zu nahe kam.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.44)

Die stolze, unbeugsame Wüstenprinzessin steckt jeden ihrer männlichen Romankollegen locker in die Tasche. :) Wunderbar treten hier auch die Unterschiede zwischen Zarbahan und Ylas zutage, zeigen das gewohnt detailreiche Setting, in dem Magie eine große Rolle spielt.

Alle Figuren sind beeindruckend authentisch, mit Eigenheiten, die sie unverwechselbar machen, und Zielen, die sie um jeden Preis erreichen wollen. Auch wenn Sand & Wind insgesamt eher einen lockeren Ton anschlägt, ein Abenteuerroman ist, der mit einem großen Augenzwinkern erzählt wird, bleibt dennoch Raum für ernste Themen, die unaufdringlich und mit Fingerspitzengefühl in die Erzählung eingebettet werden.

Trotz all des Lobes gibt es dennoch einige kleinere Kritikpunkte. Der Plot von Sand & Wind bedient sich eines Motivs mit einer langen literarischen Tradition. (Um euch nicht zu spoilern, bleibe ich an dieser Stelle bewusst wage.) Ein Motiv, das eigentlich gar nicht meins ist, weil es schon so ausgelutscht ist. Aber Elea Brandt gelingt es, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Umwege einzuschlagen, die überraschen und/oder amüsieren. Anfangs sind einige Aspekte der Handlung leider vorhersehbar, aber der Unterhaltungswert des Romans entschädigt mehr als genug dafür. Hinzu kommt noch ein packendes Finale, das Raum für Spekulationen lässt, wie es im nächsten Band weitergehen könnte.

Fazit

Flirrende Wüstenhitze, orientalisches Flair und ein augenzwinkernd erzähltes Fantasyabenteuer. Sand & Wind ist ein Roman, der gute Laune macht, mit gut ausgearbeiteten, sympathischen Figuren begeistert und mit einem detailreichen, durchdachten Setting überzeugt. Eine klare Empfehlung.

Vielen Dank an Elea Brandt und den Verlag ohneohren, die mir den Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. :)

 Über die Autorin

Wenn Elea Brandt eines ist, dann vielseitig – und produktiv. Ende 2017 erschien ihr Debütroman, der Dark-Fantasy Thriller Opfermond (Mantikore-Verlag, *** zur Rezension ***), der nicht nur auf der Phantastik-Bestenliste (Februar 2018), sondern auch auf der Longlist des Deutschen Phantastik Preises landetet.

Anfang 2018 entführte sie ihre Leser in Unter einem Banner (Dead Soft Verlag, *** zur Rezension ***) in eine packende Low Fantasy-Welt – und nun in Sand & Wind in ein orientalisches Fantasysetting.

Mehr über die Autorin, ihre aktuellen Projekte sowie spannende Beiträge rund um verschiedene literarische Themen findet ihr auch auf Eleas Blog – reinschnuppern lohnt sich!

[Monatsrückblick] Im Aufwind

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Hallo meine Lieben,
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. 2018 ist schon zur Hälfte rum und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Tage immer rascher an mir vorbei fliegen. Zeit, einen Augenblick inne zu halten und den Juni Revue passieren zu lassen.

Arabische Nächte

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

 

Ein Thema hat mich in der Welt aus Tinte und Papier beschäftigt wie kein Zweites: Die Veröffentlichung von Sand & Wind. Die Legende der roten Wüste. Auf Elea Brandts inzwischen dritten Roman habe ich so ungeduldig hingefiebert, dass ich ihm einen eigenen *** Waiting on Wednesday *** gewidmet habe.

Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als eine Einladung der Autorin in meinen Briefkasten flatterte, Teil der Releasewoche zu sein. :) Dabei ist in enger Zusammenarbeit mit Elea ein spannendes Interview mit Prinzessin Arazin, einer der Protagonistinnen entstanden. Wenn ihr Lust habt, ein bisschen in die Welt von Sand & Wind reinzuschnuppern, dann folgt mir *** hier entlang ***. Übrigens gibt es auch frische Datteln und Feigen.

Für mich war es tatsächlich das erste Mal, dass ich an so einer Bloggeraktion teilgenommen habe. Mir hat es großen Spaß gemacht, mich mit dem Roman und meinen eigenen Erwartungen an die Geschichte auseinanderzusetzen und daraus eine Beitragsidee zu stricken, die auch euch gefallen könnten. Im Rahmen der Aktion sind einige tolle Beiträge online gegangen.

Obwohl ich momentan eher wenig Lesezeit habe, konnte ich schon in das orientalische Abenteuer hineinschnuppern – und bislang bin ich wirklich begeistert. Bis zum Rezensieren wird es wohl noch dauern, haltet bis dahin einfach die Augen offen. ^^

Erinnerungen und verlorene Dinge

Im Juni gab es hier auch wieder einen Text zum #Writing Friday zu lesen. Eigentlich sollte sich die Geschichte um ein sprechendes Buch drehen. Aber sie hat sich verselbstständigt und so wurde daraus eine *** Erzählung über den Wert von Erinnerungen ***.

 

Um verlorene Dinge kümmert sich hingegen Lydia Frost, Privatdetektivin und Protagonistin aus Frost & Payne. Mit Die Schlüsselmacherin, dem Auftakt zu ihrer Steampunk-Serie hat Luzia Pfyl bei mir wirklich ins Schwarze getroffen. Ich bin absolut begeistert und freue mich jetzt schon darauf, auch die nächsten kurzen Episoden von Frost & Payne zu verschlingen. Warum, das verrate ich euch *** hier ***.

Im Aufwind

Was das Schreiben angeht, war der Monat eher durchwachsen. Zumindest habe ich bereits in der ersten Junihälfte eine Absage für eine Kurzgeschichte kassiert, in der eine Menge Herzblut steckte. Die besondere Herausforderung bei Anthologieausschreibungen besteht gerade darin, den Geschmack der Herausgeber zu treffen und sich gegen eine Masse an anderen Einsendungen durchzusetzen. Deshalb sollte man eigentlich nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn es mal nicht klappt. Aber dennoch … ziehen solche Absagen in schlechten Momenten ganz schön runter.

Egal.

Hingefallen, aufgestanden und weitergeschrieben.

Das Logo der Storyolympiade

Und ich fühle mich tatsächlich im Aufwind, denn ich habe eine Zusage für eine Geschichte bekommen, mit der ich im Leben nicht gerechnet hatte. 175 wackere Autoren waren Ende vergangenen Jahres dem Ruf der Storyolympiade gefolgt und hatten sich Gedanken zum Thema „Maschinen“ gemacht. (Zur Erklärung: Die Storyolympiade ist eine Ausschreibung mit langer Tradition, die regelmäßig und sehr spannend über die Zwischenstände der Auswertung informiert.)

Mein selbst gestecktes Ziel war, wenigstens die Vorrunde zu überstehen (woran ich beim letzten Anlauf 2015/2016 grandios gescheitert bin). Nun hat es meine Geschichte tatsächlich unter die besten 25 geschafft – und damit den Sprung in die Siegeranthologie, die noch diesen Herbst erscheinen wird. :) Darüber werde ich euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Jetzt bin ich umso motivierter, auch mein Romanmanuskript endlich fertig zu überarbeiten.

Wir lesen uns,
Eure Anna

Releasewoche: Sand & Wind – Gespräch mit der Braut

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Herzlich Willkommen zum nächsten Halt der Releasewoche von Sand & Wind. Eigentlich hatte ich vor, an dieser Stelle ein bisschen mit Elea Brandt über die Veröffentlichung ihres nächsten Romans zu plaudern. Allerdings hat sie alle Hände voll damit zu tun, die Gäste zu betreuen, die anlässlich der Verlobungsfeier das Schahs Elis ben Sidef mit Arazin bint Alakh, der Prinzessin von Ylas, nach Zarbahan gekommen sind. Stattdessen hat sie mir als Ersatz keine geringere als die Braut höchstpersönlich zum Gespräch vorbeigeschickt. Bei solch hohem Besuch bin ich gleich doppelt aufgeregt. Wenn … oh, hört ihr das auch? Ich glaube, die Prinzessin kommt.

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

Eine junge Frau betritt den Raum. Mit ihren Dreadlocks und dem Ring in ihrer Lippe entspricht sie kaum den Vorstellungen, die man sich von einer Prinzessin der Wüste macht. Ein flüchtiges Lächeln huscht über ihre Züge, als sie die mit frischen Datteln und Feigen gefüllte Schale auf dem niedrigen Beistelltisch entdeckt.

Willkommen, Prinzessin Arazin. Habt Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, ein wenig mit mir zu plaudern.

Gern geschehen. Ich bin froh, dieser Feier für eine Weile zu entkommen. Die Feigen sehen köstlich aus, darf ich?

Ganz Zarbahan scheint nur noch ein Thema zu kennen: Die Verlobungsfeier des Schah ist wirklich in aller Munde. Seid Ihr schon aufgeregt oder  blickt Ihr Eurer späteren Hochzeit gelassen entgegen?

Gelassen? Sie lacht. Nein, das kann man nicht behaupten. Eher resigniert, fürchte ich. Seufzend beißt sie in eine Feige. Ganz ehrlich? Bisher hat mein Verlobter noch kaum ein Wort mit mir gewechselt. Er interessiert sich überhaupt nicht für mich. Schön, es ist eine politische Hochzeit, aber verdammt, ich kann doch erwarten, dass man mich zumindest mit Respekt behandelt, oder? Egal, lassen wir das, ich rege mich am Ende nur auf …

Respekt sollte wirklich Grundlage in jeder Beziehung sein. Darf ich dennoch nachfragen, welche Gründe es für diese Verbindung gibt? Auf dem Gebiet der politischen Beziehungen zwischen Ylas und Zarbahan kenne ich mich nicht so gut aus.

Kein Problem, das ist auch ein wenig kompliziert. In den letzten Jahrhunderten gab es immer wieder Konflikte zwischen Zarbahan und Ylas, vor dreißig Jahren gipfelten sie sogar in einem handfesten Krieg. Die Rote Wüste ist schön, aber auch gnadenlos, und Ressourcen sind begrenzt, das bekommen wir vor allem in Ylas zu spüren. Seither herrscht zwar Waffenruhe, aber die Situation ist angespannt. Meine Ehe mit Elis soll nun den Frieden zwischen unseren Völkern besiegeln. Es lastet also eine Menge Verantwortung auf unseren Schultern.

Wird die Hochzeitszeremonie nach der Tradition des Schah gestaltet? Wird es auch Elemente geben, die an Eure Herkunft aus Ylas erinnern?

Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Hier, in Zarbahan, ist alles so … formell. Ich

Bildrechte liegen beim Verlag ohneohren

wette, es gibt auch für die Hochzeit ganz klare Regeln, Sitten und Gebräuche, denen ich mich fügen muss, ob ich will oder nicht. In Ylas würden wir die Hochzeit mit einer Jagd eröffnen, dem flammenden Brâl und der streitenden Nisad ein Opfer im Tempel bringen und den Abend bei Tanz, Musik und gutem Essen ausklingen lassen – nur im Kreis der Familie und guter Freunde. Hier in Zarbahan ist das alles so streng und ritualisiert.

Also wird es auch wohl nichts mit einem traditionellen Hochzeitgewand aus Ylas, oder?

Arazin lacht. Ich würde gerne das dumme Gesicht des Wesirs sehen, wenn ich in Lederrüstung mit Scimitar am Gürtel zur Hochzeit erscheine. Insofern – ich fürchte eher nicht.

Das glaube ich sofort. Es muss Euch schwerfallen, Euch in Zarbahan einzuleben. Inwiefern unterscheidet sich Euer neues Leben dort von Eurem alten?

Sie seufzt und spielt mit dem Ring in ihrer Lippe. Und wie es mir schwerfällt. Dabei wäre alles so viel leichter, wenn ich nicht das Gefühl hätte, wie eine Barbarin behandelt zu werden. Die ganzen Blicke, das Naserümpfen … Als würde ich das nicht bemerken! Ich würde so gerne ausreiten, jagen, so wie zuhause – aber hier darf ich den Palast nicht einmal verlassen. Angeblich ziemt sich das nicht für die künftige Gattin des Schahs. Sie schüttelt den Kopf. Ich passe nicht hierher. Und ich frage mich, ob sich das jemals ändern wird.

Klingt ganz nach einem Leben im goldenen Käfig. Was unternehmt Ihr denn, wenn es Euch im Palast zu langweilig wird?

Der Palastpark ist schön, dort kann ich ein bisschen entspannen, spazieren gehen oder schwimmen. Ich versuche auch, in Form zu bleiben, aber ohne Trainingspartner ist das gar nicht so leicht.

Neben der Verlobungsfeier ist auf dem Basar und im Palast oft die Rede von einer Legende der Roten Wüste. Wisst Ihr etwas darüber?

Quelle: Pixabay

Sie lacht. Die ganze Wüste ist voll von Geschichten. Über verschlagene Dschinne, die in Brunnen hausen, über finstere Ifriten, die in den Untiefen der Wüste hausen, über die schlangenköpfigen Ssali, über die Nekromantenkönige von Shobraz … Ich könnte dir ewig davon erzählen. Allerdings ist das meiste davon wahr – also weiß ich nicht, ob es überhaupt Legenden sind.

Nekromantenkönige?! Dabei dachte ich, hier müsste ich mich nur vor giftigen Skorpionen in Acht nehmen. Eines interessiert mich aber noch. Worin unterscheidet sich Euer Verlobter von den Männern aus Eurer Heimat?

Arazin schnaubt vernehmlich. Die Frage ist, worin unterscheidet er sich nicht. Elis hat überhaupt keine Gemeinsamkeiten mit den Männern aus Ylas. Ich gebe zu, anfangs fand ich das anziehend. Er ist höflich, gebildet und legt mehr Wert auf Konversation und Etikette als auf Kraft und Säbelrasseln. Aber bei flammenden Brâl, er könnte wenigstens so tun, als würde er sich für mich interessieren! Mich nach meinen Vorlieben fragen, nach meiner Familie, nach meiner Herkunft. Sogar du hast das geschafft, wieso kann er das nicht?

Manche Männer sind eben … desinteressiert. Vielleicht bessert er sich ja noch. Vielen Dank, dass Ihr meine Fragen so geduldig beantwortest habt. Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr Euch bald wohler in Zarbahan fühlt – und natürlich eine schöne Verlobungsfeier.


Bis zur Veröffentlichung von Sand & Wind. Die Legende der Roten Wüste am 25. Juni könnt ihr noch kräftig mitfeiern. Mehr Informationen findet ihr auf der Autorenseite von Elea Brandt (Facebook). Und wenn ihr wissen wollt, worum es in dem Roman geht, dann schaut *** hier *** vorbei. :)

Das Programm der Releasewoche

#Waiting on Wednesday #2 – Elea Brandt: Sand & Wind

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Einladung zur Verlobungsfeier Seiner Erhabenheit Elis ben Sidef

 

Vor einigen Tagen erreichte mich eine besondere Botschaft. Das Papier alt und schwer, duftete es nach Wüstenhitze, Sand und Wind. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass die Nachricht direkt aus dem Palast von Zarbahan stammte …

 

 

 

Dadurch steigert sich meine Vorfreude auf Sand & Wind – Die Legende der roten Wüste, nur noch mehr. Am 25. Juni ist es endlich soweit und der nächste – mittlerweile schon der dritte – Roman von Elea Brandt erscheint im Verlag ohneohren.

Wer regelmäßig hier vorbeischaut, der hat sicher gemerkt, dass ich ein riesen Fan von Elea und ihren Geschichten bin. Mit dem Dark Fantasy Thriller Opfermond und der Low Fantasy Unter einem Banner konnte sie mich restlos begeistern. Ich hoffe, dass es sich bei Sand & Wind genau so verhält, aber Klappentext und Cover sind schon mal vielversprechend:

Tief in der Wüste regt sich uralte Magie. Mit dem roten Sand fegt sie durch die Gassen der Stadt Zarbahan und enthüllt ein lange gehütetes Geheimnis.

Während der vorlaute Gauner Quiro seinen Lebensunterhalt mit Taschenspielertricks verdient, versucht der junge Schah Elis, den brüchigen Frieden im Land zu bewahren. Eines Tages begegnen die beiden einander – und die Ereignisse überschlagen sich. Elis verschwindet unter mysteriösen Umständen und Quiro findet sich mitten in den Ränkespielen der Mächtigen wieder, wo ihn jeder Fehler den Kopf kosten kann. Denn dunkle Kräfte ruhen im Wüstensand – und nur Quiro kann sie aufhalten.

 

 

Sand & Wind erscheint am 25. Juni 2018 – zuerst als E-Book, später als Print. Vorbestellbar ab dem 11. Juni.


#Waiting on Wednesday ist eine Aktion, die von Breaking the Spine gehostete wird – und eine wunderbare Gelegenheit, ganz (un)geduldig auf persönliche Buchhighlights hinzufiebern. Wann immer es sich anbietet, werde ich euch hier also Bücher vorstellen, deren Veröffentlichung ich kaum mehr abwarten kann. Wer weiß, vielleicht könnt ihr so ja auch noch den ein oder anderen Roman entdecken, der es sich auf eurer Wunschliste gemütlich machen möchte. :)

Deutscher Phantastik Preis 2018 – Longlist

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Edit: Hier findet ihr eine Liste der Sieger.

Meine lieben Bücherliebhaber,
bereits Anfang März wurde sie präsentiert, die Longlist des Deutschen Phantastik Preises 2018. Dieser Preis, der in jeder Kategorie mit 500€ dotiert ist, wird Anfang September auf der Phantastika in Oberhausen verliehen. Edit: Die Phantastika 2018 wurde leider abgesagt. Die Organisatoren versuchen dennoch, eine Veranstaltung zur Verleihung des DPP auf die Beine zu stellen.

Obwohl die Longlist von einer Jury zusammengestellt wurde, ist und bleibt der DPP ein Publikumspreis. Das heißt: Es liegt in eurer Hand, welcher Autor/Grafiker im Herbst diese heiß begehrte Auszeichnung entgegennehmen darf. Weil ihr, die Leser, nun das Heft in der Hand haltet, besteht immer noch die Möglichkeit, einen Titel, der sich nicht auf der Liste befindet, euch aber restlos begeistert hat, zu nominieren. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Roman 2017 erschienen ist.

Vergeben wird der DPP in folgenden Kategorien:

  • Bester deutscher Roman
  • Bestes deutschsprachiges Romandebüt
  • Bester internationaler Roman
  • Beste deutschsprachige Kurzgeschichte
  • Beste deutschsprachige Anthologie/Kurzgeschichtensammlung
  • Bestes deutschsprachiges Hörspiel/Hörbuch
  • Beste deutschsprachige Serie
  • Bester deutschsprachiger Grafiker
  • Bestes deutschsprachiges Sekundärwerk
  • Bester deutschsprachiger Comic

Keine Sorge, ihr müsst nicht in jeder Kategorie abstimmen. Neben dem Feld für den eigenen Vorschlag gibt es auch die Option „Keine Stimme abgeben“. :) Hier könnt ihr mal schauen, wie das Abstimmungsformular aufgebaut ist:

Ich habe mich sehr gefreut, dass es in diesem Jahr einige Titel auf die Longlist geschafft haben, die ich auch gelesen und euch zum Teil sogar hier auf dem Blog vorgestellt habe (wenn ihr auf den Titel klickt, gelangt ihr zur Rezension). Darunter:

Der düstere und komplexe Dark-Fantasy-Thriller Opfermond von Elea Brandt als bester Debütroman.

 

 

 

 

 

Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth als bester Roman. Bereits auf der Leipziger Buchmesse konnte sich Janna über den SERAPH in derselben Kategorie freuen.

 

Nicht zuletzt das Cover der unglaublich genialen Steampunk-Novelle Tante Hetty. Ingwer und Intrige, mit dem Ingrid Pointecker ins Rennen um den Preis als beste Grafikerin geht.

 

 

 

Bei all den tollen Titeln fällt mir die Entscheidung nicht leicht. Abstimmen könnt ihr noch bis zum 15. April 2018 – und zwar *** hier ***.

Stimmt bitte ab!

Selbst wenn es nur in einer Kategorie ist. Der DPP ist ein Publikumspreis, d.h. er lebt von der Beteiligung der Leser – von eurer Beteiligung! Einen schöneren Zuspruch kann man sich als Autor gar nicht wünschen.

Als zusätzlicher Ansporn werden unter allen, die voten, auch  5 x 2 Eintrittskarten für die diesjährige Phantastika  (1. September 2018) verlost. :)

[Monatsrückblick] Loyalität, zertanzte Schuhe und der Zauber der Musik

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Neuer Monat – neuer Rückblick. Im Februar hatte ich wenig Zeit zum Lesen. Leider ist neben meinen Klausurvorbereitungen auch das Stöbern auf anderen Blogs viel zu kurz gekommen – und die fette Grippe, die mich letzte Woche erwischt hat, hat ihr übriges getan. Dennoch freue ich mich wahnsinnig darüber, dass ich in den letzten Wochen so viele neue Leserinnen und Leser in der Welt aus Tinte und Papier begrüßen durfte. Ich freue mich über jeden, der hierher findet – und bleibt. <3

Gay Fantasy und eine Märchenadaption

Der Februar hat mir mit Unter einem Banner schon ein richtiges Lesehighlight beschert. Obwohl die Geschichte um den Krieger Reykan, der mehr oder weniger freiwillig Leibwächter für den verwöhnten Kronprinzen Benrik wird, Low Fantasy ist, habe ich mich damit auf für mich unbekanntes literarisches Terrain begeben – und es hat sich gelohnt. Elea Brandt konnte mich mit ihrem Schreibstil mal wieder absolut gefangen nehmen – und der Roman auf ganzer Linie überzeugen. Warum ich euch Unter einem Banner nur ans Herz legen kann, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

Ein weiteres Herzensbuch ist definitiv auch Janna Ruths Im Bann der zertanzten Schuhe, eine herrlich moderne, romantische Märchenadaption , die auch überraschend ernste, tiefgründige Töne anschlägt. Mit Sophie habe ich Nacht um Nacht im DeModie, einem mehr als magischen Club, durchtanzt – und bin selbst dem Bann der zertanzten Schuhe erlegen. Meiner Meinung nach hat es der Roman völlig zurecht auf die Shortlist für den diesjährigen SERAPH, den Literaturpreis der Phantastischen Akademie geschafft.

 

Hypebücher – oder literarische Vielfalt?

[Hype] Zwei Blogbeiträge haben sich im vergangenen Monat auch mit einem Thema beschäftigt, das mich sehr interessiert: Hypebücher. Sicher kennt ihr das auch, wenn ihr durch die neusten Beiträge eurer abonnierten Blogs stöbert: Oft strahlen euch ein und dieselben Buchcover entgegen – Hypebücher, an denen kein Weg vorbei zu führen scheint. Sowohl der  reisende Bücherwurm Elisa  als auch KeJas BlogBuch setzen sich in ihren lesenswerten Artikeln damit auseinander, wie viel Abwechslung wünschenswert wäre – und dass Besprechungen von unbekannteren Titel oft weniger Klicks mit sich bringen.

Hypebücher machen mich schon neugierig – immerhin ist es interessant zu erfahren, was andere an einem Roman begeistert und dann herauszufinden, ob es mich auch überzeugen kann. Ich lese zurzeit aber verstärkt Bücher aus Kleinverlagen oder von Selfpublishern. Es gibt so viele tolle Titel, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie meiner Meinung nach verdient haben. Wenn ich diese Bücher auf meinem Blog vorstelle, hoffe ich, dass sie vielleicht auch dem ein oder anderen von euch ins Auge fallen.

[Trend] Einem anderen „Trendthema“ widmet sich Elea Brandt. Ausgehend von weltweiten Buchphänomenen wie Shades of Grey stellt sie sich die Frage, ob die Romantisierung von Missbrauchsbeziehungen (im Sinne von Status etc.) noch ein guilty pleasure oder schon ein Gesellschaftsproblem ist. Wissenschaftlich fundiert geht sie dabei Formen von Rape Fiction und den dahinterliegenden Problemen auf den Grund. Ein gut recherchierter Artikel, den ich nur empfehlen kann.

Schreiblust

Hatte ich auch im Februar wieder – dem #Writing Friday sei Dank. Ich habe euch auf einen Ausflug in meine Kindheit  mitgenommen und einem vernachlässigten Cello eine Stimme gegeben. Gerade für die Erzählung meines Cellos habe ich so wunderbares Feedback bekommen, dass ich immer noch übers ganze Gesicht strahle.

Nach meiner Klausur konnte ich auch endlich wieder mein Romanprojekt in Angriff nehmen. Ich habe mir vier Tage Zeit genommen, um das Manuskript einmal für den Gesamteindruck zu lesen, bevor ich mich im März an die endgültige Überarbeitung mache. Es war so schön, nach all der Zeit, die mich Turid und die Nordmänner nun schon begleiten, wieder in der Erzählung zu versinken. Und ich habe mich tatsächlich nochmal ganz neu in das Projekt und die Figuren verliebt. :)

Allmählich merke ich auch, wie meine Timeline zu summen beginnt: Die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür – leider ohne mich. Aber wie in den vergangenen Jahren auch werde ich die Messe auf Zwischen Buchdeckeln verfolgen. Erik schreibt wirklich großartige Messebeiträge und gibt mir jedes Mal das Gefühl, selbst da zu sein.

Egal, ob ihr zu LBM fahrt oder es euch daheim gemütlich macht: Habt einen schönen März!

[Rezension] Elea Brandt – Unter einem Banner

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„‚Passt doch‘, knurrte Reykan und spie seinen Frust aus. ‚Ein nutzloser Leibwächter und ein nutzloser König. Ich schätze, wir verdienen einander.‘“

(Elea Brandt, Unter einem Banner, Ebook S.132)

In Unter einem Banner, ihrem zweiten Roman, schickt Elea Brandt ein unwiderstehliches Heldenpaar auf eine abenteuerliche Reise. Dass sich Reykan und Benrik nicht ausstehen können, sorgt dabei für einige grandiose Lesemomente.

Auf einen Blick:

 

 

Titel: Unter einem Banner
Autorin: Elea Brandt
Verlag: Dead Soft Verlag
Seiten: 440
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 13, 95€/ 6,99€
Erscheinungsdatum: 28. Januar 2018
Genre: Low Fantasy/Gay

Bildrechte liegen beim Dead Soft Verlag

 

 

Darum geht’s

Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden.

Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen. Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.

(Quelle: Dead Soft Verlag)

Das Buch

Mit Unter einem Banner habe ich mich literarisch auf einen Ausflug in für mich eher unbekannte Gefilde eingelassen. Der Klappentext deutete es bereits an: Reykan, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, fühlt sich zu Männern hingezogen. Bislang habe ich eher selten Romane mit homosexuellen Protagonisten gelesen. Aber im Grunde genommen sollte die sexuelle Orientierung eines Charakters eine untergeordnete Rolle spielen, viel wichtiger ist wie er selbst und seine Gesellschaft damit umgehen – und wie sie die Geschichte beeinflusst, die er zu erzählen hat.

Und Reykans Geschichte ist eine packende. Eine Geschichte voller Verrat, widerstreitender Gefühle, Gewissensbisse, traumatischer Erinnerungen – und der Frage, wie weit seine Loyalität als Soldat seiner Majestät reicht.

Reykan ist ein Bastard, dem es gelungen ist, sich im Heer bis zum Hauptmann hochzuarbeiten. Als seine Heimat Serin mit Skarat im Krieg liegt, muss er tatenlos mit zusehen, wie sein König gute Männer aus falschem Stolz in den Tod schickt. Reykan hat viel durchgemacht – und viel verloren. Was er auf dem Schlachtfeld erlebt hat, verfolgt ihn bis in seine Träume, lässt ihn nicht mehr los. Dennoch binden ihn sein Schwur und sein Pflichtgefühl an den serinischem König, dem er trotz allem loyal ergeben ist.

„Er ertrug es nicht, die Schreie der Sterbenden zu hören, sobald er die Augen schloss. Die Bilder aus Notia hatten sich tief in seinen Verstand gebrannt.“

(Elea Brandt, Unter einem Banner, EBook S.38)

Von Beginn an war mir Reykan sympathisch. Er ist ein Protagonist mit Prinzipien, mit Ehrgefühl und ja, man kann ihn getrost als ritterlich bezeichnen. Er ringt mit den Schrecken der Vergangenheit, mit seinem Verlust. Obwohl er den Glauben an das, was er tut, längst verloren hat, kann er sich nur schwer dazu durchringen, dem Leben als Soldat den Rücken zu kehren.

Doch als der König einem Komplott zum Opfer fällt, nimmt er Reykan noch im Sterben den Schwur ab, seinen Sohn zu beschützen. Ein Soldat, der nicht mehr kämpfen will, als Leibwächter für einen verzogenen Kronprinzen? Das klingt nicht nur nach einer explosiven Mischung, das ist sie auch. Prinz Benrik entspricht nämlich so gar nicht den Vorstellungen, die Reykan sich von einem künftigen König macht. Er ist verzogen, ein Lebemann, der Genuss und Ausschweifung über die Pflicht stellt. Im Gegensatz zu Reykan, der unnötiges Gerede vermeiden will, lebt Benrik hingegen seine Homosexualität offen aus – was nicht bei allen Untertanen auf Toleranz stößt.

Schon von ihrer ersten Begegnung an ist klar: Hier prallen zwei starke, starrköpfige Charaktere aufeinander. Und dann ist es ausgerechnet an Reykan, den verwöhnten Benrik in Sicherheit zu bringen.

„Das würden die längsten zwei Wochen seines Lebens werden, so viel stand jetzt schon fest. Und er hoffte inständig, dass er den Prinzen nicht irgendwann aus einer Laune heraus erschlagen würde.“

(Elea Brandt, Unter einem Banner, EBook S.97)

 

Beiden gelingt es zunächst nur schwer, sich mit einander zu arrangieren. Prinz und Leibwächter geraten oft aneinander – und ihre oft unheimlichen witzigen Wortgefechte haben mich das ein oder andere mal zum Schmunzeln gebracht. Doch je länger ihre Reise dauert, umso mehr raufen sie sich zusammen – und Reykan erhascht allmählich einen Blick hinter die Fassade des verzogenen Prinzleins.

Zwischen Reykan und Benrik gibt es von Beginn an diese ganz besondere Dynamik. Ein Knistern, dass zwischen Ablehnung und Faszination schwankt. Ein Zögern, sich die eigenen Gefühle einzugestehen. Beide – aber auch sämtliche Nebenfiguren – sind plastisch gezeichnet und allesamt außergewöhnlich. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, direkt ins Leben der Figuren zu springen, und nicht, dass sie erst während des Lesens lebendig werden.

Auch die Handlung konnte mich absolut überzeugen. Reykan, der Benrik vor den Attentätern in Sicherheit bringen muss. Die Gefahren, die auf ihrer Reise lauern. Die Suche nach Verbündeten, damit Benrik seinen Thron zurückgewinnen kann – und nicht zuletzt die Entwicklung ihrer Beziehung, die mit der Zeit immer enger, immer vertrauter wird.

„Die grauen Augen des Prinzen fesselten ihn und das Feuer, das darin loderte, raubte ihm schier den Atem. Wie wildes Sturmmeer, dessen Sog ihn nicht mehr losließ.“

(Elea Brandt, Unter einem Banner, EBook S.153)

Eine Prise Erotik kommt dabei ebenso wenig zu kurz wie packende Kampfszenen. Unter einem Banner spielt in einem mittelalterlichen Low Fantasy Setting. Der Weltenbau, der geschickt in die Erzählung eingeflochten wird, ist komplex und scheint bis ins Detail durchdacht. Dadurch werden die Geschichte und die Figuren noch lebendiger. Hinzu kommt noch Elea Brandts fesselnder Schreibstil, die grandiosen Dialoge und stimmungsvollen Beschreibungen. Die Autorin braucht nicht viele Worte, um mich so tief in den Roman versinken zu lassen, dass ich alles andere um mich herum ausgeblendet habe.

Fazit

Unter einem Banner trumpft mit einem Heldenpaar auf, dessen Charme man sich einfach nicht entziehen kann. Große Intrigen, unzählige Gefahren und packende Kampfszenen. Wer militärische Low Fantasy mag und obendrein gern erlebt, wie sich Charaktere und ihre Beziehung weiterentwickeln, dem kann ich diesen Roman nur ans Herz legen.

Vielen Dank an Elea Brandt und den Dead Soft Verlag, die mir den Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. :)

 Über die Autorin

Im vergangenen Jahr hat Elea Brandt mit ihrem Debüt Opfermond, einem Dark Fantasy Thriller, nicht nur die Herzen der Leser, sondern im Februar 2018 auch die Phantastik-Bestenliste von PAN e. V. und Literaturschock erobert. Wie mir der Roman gefallen hat, das könnt ihr * hier * nachlesen. So viel kann ich euch aber jetzt schon verraten: Sand & Wind, das im Sommer im Verlag ohneohren erscheinen wird, steht jetzt schon auf meiner Wunschliste.

Mehr über die Autorin, ihre aktuellen Projekte sowie spannende Beiträge rund um verschiedene literarische Themen findet ihr auch auf Eleas Blog – reinschnuppern lohnt sich!

 

 

[Monatsrückblich] Von Leseflauten, inkonsistenten Charakteren und fernen Welten

[Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Schon wieder Freitag – aber in dieser Woche werde ich keinen neuen Text zum #Writing Friday veröffentlichen (obwohl die Februarthemen absolut großartig sind, wirklich!). Nachdem ich meine kreativen Reserven in den letzten Tagen ganz schön strapaziert habe, möchte ich vielmehr die Gelegenheit nutzen, auf den Januar zurückzublicken – und euch den ein oder anderen Blogpost ans Herz zu legen (und damit auch einen meiner Neujahrsvorsätze einzuhalten).

Leseflaute

Vielleicht ist es euch aufgefallen: Meine letzte richtige Rezension habe ich Anfang Dezember gepostet. Das liegt vor allem daran, dass ich momentan in einer Leseflaute stecke, obwohl letzten Monat * einige Bücher bei mir eingezogen sind *. Ich habe zwar Janna Ruths Im Bann der zertanzten Schuhe gelesen, aber noch keine Zeit gefunden, diesen wirklich tollen Roman zu rezensieren.

Ganz besonders freue ich mich, dass Unter einem Banner von Elea Brandt, das ich euch bei * #Waiting on Wednesday * vorgestellt habe, bereits als E-Book erschienen ist – und das viel früher als erwartet. Ich habe mich auch direkt auf Reykans Geschichte gestürzt … wirklich genial! :)

[Hype] Im Januar schien mir ein Buch auf den Blogs, die ich lese, besonders präsent zu sein: Laura Kneidels Berühre mich. Nicht. Jill von Letterheart und ihre Mädels haben richtig davon geschwärmt. Bei ihrem gemeinsamen Treffen sind sie sofort in einen Buchladen gestürmt, um sich die neu erschienene Fortsetzung Verliere mich. Nicht. zu kaufen. Deshalb fand ich es besonders schade, dass der Roman Jills Erwartungen nicht erfüllen konnte. Sie hat eine * sehr ehrliche Rezension geschrieben *, in der sie ihre Bewertung – und Enttäuschung – ausführlich und sachlich begründet. Erfrischend, auch mal eine negative Rezension zu lesen.

Schreibvorsätze

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, jeden Tag an meinen eigenen Texten zu arbeiten. Wie es sich für waschechte Neujahrsvorsätze gehört, habe ich das natürlich nicht den ganzen Monat durchgehalten, aber schon deutlich mehr geschrieben als sonst. Eine ganze Kurzgeschichte für eine Ausschreibung ist es geworden, die ich so oft gekürzt und umgeschrieben habe, dass ich sie am Ende nicht mehr sehen konnte. Drückt mir die Daumen, dass es nicht wieder eine Absage wird so wie zu Beginn des Monats. :)

Dann habe ich im Januar auch den #Writing Friday für mich entdeckt, eine Aktion, die Elizzy von Read Books and fall in Love ins Leben gerufen hat. Ich habe meinen persönlichen Begriff von * Freiheit * in einem Gedicht verarbeitet und einen mehr oder weniger lebensklugen * Brief an mein 15-jähriges Ich * verfasst.

Aber auch die Beiträge der anderen Schreiberlinge sind wirklich lesenswert. Eine richtige Gänsehaut hat mir * Idas Freiheitsgedicht * beschert – und Gabriela lädt unter anderem zu einer * irrwitzigen Fahrt in einem Weidenkörbchen * ein. Hach ja, Träume sind schon seltsam …

[Charakterisierung] Lesenswert ist auch Evanesca Feuerbluts * Reflexion über inkonsistente Charaktere *. In ihrem Artikel beantwortet sie unter anderem die Frage, was Kylo Ren aus Star Wars und ein Regenbogeneinhorn mit einander zu tun haben. Auch wenn es auf den ersten Blick recht wenig zu sein scheint, wird euch ihre Antwort überraschen. Ich finde, dass es gerade die Eigenschaften eines Charakters sind, die vermeintlich nicht zusammenpassen, die ihm Tiefe und Authentizität verleihen. Beim Schreiben geht es ja im Grunde genommen um das Menschsein in all seinen schillernden Facetten, die jeden von uns einzig- und eigenartig (im besten Sinne des Wortes) machen.

…. und was nächsten Monat kommt

Richtige Pläne für den Februar habe ich noch nicht – außer die beiden Romane aus dem Januar zu rezensieren und regelmäßig für den #Writing Friday zu schreiben. Nächsten Monat beginnt auch die heiße Phase meiner Klausurvorbereitung. Mal schauen, wie viel ich nebenbei noch zum Lesen und Schreiben kommen werde.

Damit wünsche ich euch erstmal einen lesereichen, wundervollen Februar – und möchte euch nochmal daran erinnern, dass ihr noch bis zum 19.2. Gelegenheit habt, für den * Vincent Preis * abzustimmen.

Nun würd mich noch interessieren: Habt ihr eure guten Vorsätze für 2018 schon über den Haufen geworfen, oder haltet ihr noch eisern daran fest?