Jahresrückblick 2019 | Dornröschenschlaf & Wikinger

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Hallo Weltenbummler,

die Zeit der Jahresrückblicke ist angebrochen und damit erwacht auch dieser Blog aus seinem zweimonatigen Dornröschenschlaf. Überall auf Instagram oder in meinem Feed sehe ich Fotos aus dem vergangenen Jahr: Erfolge, an die erinnert und die gefeiert werden. Zeilen der Dankbarkeit.
Ich scrolle sie durch, verweile bei dem ein oder anderen Rückblick eine Weile. Doch alle haben sie eines gemeinsam: Sie ziehen binnen Wimpernschläge an mir vorbei – ebenso wie das vergangene Jahr.

Kraftakt

Als ich vor einem Jahr hier saß und meinen Rückblick auf 2018 mit euch teilte, war ich voller gespannter Erwartung, was sein Bruder wohl für mich bereit halten würde. Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass er einen Koffer voller Höhen und Tiefen dabei hatte, von denen er die ersten direkt im Januar auspackte.

Gesundheitliche Probleme in meiner Familie haben die erste Jahreshälfte überschattet – und dauern immer noch an. Das Gröbste haben wir überstanden – und dafür bin ich dankbar. Aber das alles zu stemmen war ein Kraftakt, der uns als Familie noch stärker zusammengeschweißt, mich aber auch viel Energie gekostet hat.

Zu Bloggen oder gar zu Lesen ist daher 2019 eher zur Nebensache geworden. Meine dürftige Jahresbilanz verzeichnet (neben drei Schreibratgebern) ganze drei gelesene Bücher – von denen ich tatsächlich nur ein einziges rezensiert habe: Die Gabel, die Hexe und der Wurm von Christopher Paolini. Daher verzichte ich diesmal auch auf meine gewohnten Jahreshighlights. Dafür habe ich Wellensang bestimmt vier oder fünf mal gelesen, bevor ihr den Roman endlich zu Gesicht bekommen durftet.

Ein wahr gewordener Traum

Neben diesen eher unschönen Dingen, die mich in Beschlag genommen haben, ist 2019 zugleich auch das bisher wohl erfolgreichste Jahr meines Autorenlebens. (Meine Definition von Erfolg bedeutet in dem Fall, dass ich mehr als zufrieden mit dem bin, was ich erreicht habe).

In den vergangenen Monaten haben insgesamt vier Erzählungen das Licht der Buchwelt erblickt:

  • Im Bann der Na’ruka in der SF-Anthologie Alien Eroticon“(Eridanus Verlag)
  • sowie die historischen Kurzgeschichten Ein Schwur aus Rauch und Asche, in: Der Schatten des Schwarzen Todes (Burgenwelt Verlag)
  • und Odens Jakt, die die Sammlung Jahrmarkt der Mysterien (Burgenwelt Verlag) eröffnen darf. (eine ausführliche Vorstellung folgt)

Am meisten habe ich mich aber darüber gefreut, in meinem zehnten Jahr als Autorin meinen historischen Debütroman in den Händen halten zu dürfen: Wellensang – Eine Limfjord-Saga.

Veröffentlichungen 2019 – das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Verlage und Menschen, die hinter den Büchern stehen.

Ich bin so unendlich dankbar für das Vertrauen, das meine Verlegerin Jana in meine Erzählung und mich hat. Inzwischen bekomme ich auch immer wieder Leserrückmeldungen – und bin wahnsinnig gerührt davon, wie positiv und begeistert ihr auf Turid und meine Nordmänner reagiert. :)

Durch die Veröffentlichung habe ich tolle neue Menschen kennengelernt und bereits bestehende Kontakte vertiefen können. Und damit ich euch noch ein bisschen mehr schamlos mit Werbung zutexten kann: Habt ihr schon die Vorstellungen der Charaktere aus dem Roman gesehen, die ich im Vorfeld der Veröffentlichung gepostet habe? Nicht? Dann wird es aber Zeit. ^^

Kleine Erfolge

Manchmal sind es die kleinen, unerwarteten Dinge, die einen besonders schöne Momente bescheren. Mein Schreibjahr 2019 hielt davon so einige bereit. Zu meiner großen Überraschung hat es die Anthologie Maschinen, zu der ich eine Kurzgeschichte beigesteuert habe, auf die Longlist des Deutschen Phantastik Preises geschafft. So eine Nominierung ist etwas, von dem ich bestimmt schon so lange träume, wie ich schreibe. Zwar hat es nicht für einen Platz auf der Shortlist gereicht, aber ich bin trotzdem stolz und glücklich, dass die Erzählungen meiner Mitautorinnen und -autoren und mir so gut angekommen sind. 

Im NaNo habe ich trotz des stressigen Alltags und wenig Schreibzeit 30.000 Wörter geschrieben – und komme damit auf die stolze Jahresgesamtsumme von knapp über 125 k Wörtern. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so viel in einem Jahr geschrieben zu haben. Der Lohn dafür ist folgender:

  •  mein NaNo-Projekt Herbstie fühlt sich viel runder an als beim ersten Anlauf
  •  die Rohfassung meines zweiten historischen Manuskripts Sturmsang steht kurz vor der Vollendung
  •  und im März erscheint unter der Herausgeberschaft meines geschätzten Kollegen Christoph Grimm die SF-Anthologie Fast menschlich (Eridanus Verlag), für die er auch eine Erzählung aus meiner Feder ausgewählt hat

Ausblick 2020

Neues Jahr – lebendigerer Blog? Ich hoffe es zumindest. Versprechen kann und werde ich nichts. ^^


Zu Lesen, Bücher zu rezensieren, am Writing Friday teilzunehmen und generell zu Bloggen fehlt mir. Ich möchte versuchen, mich hier wieder regelmäßiger zu melden und euch auf eine Reise durch meine persönliche Welt aus Tinte und Papier mitzunehmen. Mal schauen, in welcher Form und wie regelmäßig das passieren wird.

Bis dahin wünsche ich euch ein frohes neues Jahr(zehnt)! Auf dass 2020 ein gutes Jahr für euch wird – und euch den ein oder anderen lang gehegten Traum erfüllt.

Wir lesen uns
Eure Anna

[Monatsrückblick] April/ Mai 2019 | Camp NaNo & Coverenthüllung

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Meine lieben Weltenbummler,
zwei anstrengende und aufregende Monate liegen hinter mir. Deshalb war es hier auch sehr ruhig – beinahe schon gespenstisch still. Darüber hat sich mein Blog auch ausführlich in einem Beschwerdebrief für den Writing Friday beklagt. Zum Glück zeigt er aber auch ein bisschen Verständnis dafür, dass andere Dinge momentan einfach wichtiger sind als das Bloggen – ganz gleich, wie viel Freude ich daran habe.

Camp NaNo-Schreibfieber

Der April stand für mich ganz im Zeichen meines aktuellen historischen Romanprojekts Sturmsang. 10.000 Wörter wollte ich im Camp NaNo, dem kleinen Bruder des NaNoWriMo zu Papier bringen. Stolze 18.000 sind es geworden – eine Zahl, die ich sonst selbst in sehr guten Schreibmonaten nicht erreiche. Das Camp hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Zu sehen, wie der Pfeil auf meiner Zielscheibe immer näher an die Mitte rückte, war eine tolle zusätzliche Motivation. Das erklärt vielleicht auch, warum ich deutlich weniger geschrieben habe, nachdem ich mein Ziel erreicht hatte. ^^

Danach waren meine Schreibreserven erst mal aufgebraucht. Zumindest gab es da eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung (historische Mystery) mit Deadline im Juni, der ich mich gewidmet habe. Und die Veröffentlichung meines Debütromans Wellensang rückt auch immer näher. Voller Stolz durfte ich euch im Mai das Cover enthüllen – und es ist wirklich großartig geworden. Momentan arbeite ich die Layoutfassung durch, schreibe eine Danksagung und und und … Bis zum Release ist noch einiges zu tun, aber zeitlich läuft alles nach Plan. :)

Die Rückkehr des Drachenreiters

Neben mir liegt noch ein ganze Stapel an Büchern, die ich euch gern noch vorstellen möchte. Eines, das ich davon befreit und rezensiert habe, war Die Gabel, die Hexe und der Wurm von Christopher Paolini, eine Reise zurück in die Welt von Eragon, die ich lange herbeigesehnt habe. Dennoch hat mich die Kurzgeschichtensammlung mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Warum verrate ich euch in meiner Rezension.

Habt ihr Lust, noch ein bisschen zu stöbern und tolle neue Autorinnen und Autoren kennenzulernen? Dann kann ich euch die Interviewreihe zur historischen Anthologie Der Schatten des Schwarzen Todes (Burgenwelt Verlag) empfehlen. Die insgesamt dreizehn Schriftstellerinnen und Schriftsteller (darunter auch ich^^) haben den Herausgeberinnen Regine D. Ritter und Jana Hoffhenke Rede und Antwort gestanden.
Jeden Freitag geht ein neues Gespräch online – nachzulesen auf der Homepage von Regine oder direkt beim Burgenwelt Verlag.

Juni-Ausblick | Ausschreibungstipp

Im Juni warten zwei Kurzgeschichten-Projekte auf mich. Obwohl ich mich in diesem Jahr eigentlich auf meine Romane konzentrieren wollte, gab es da doch die ein oder andere Anthologie-Ausschreibung, bei der es mir in den Fingern juckt, einen Beitrag zu verfassen.

Da ich ja weiß, dass hier noch ein paar Schreiberlinge mitlesen: Habt ihr schon gesehen, dass die neue Ausschreibung zur Storyolympiade 2019/2020 ausgeschrieben wurde? Thema diesmal: Generationen.

Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, an diesem Wettbewerb teilzunehmen! Die Auswertung ist transparent und spannend, ihr könnte tolle Kontakte knüpfen – und mit etwas Glück landet ihr in der finalen Auswahl und damit in einer Anthologie im engagierten Verlag Torsten Low. :) Ich habe meine Teilnahme bei den letzten beiden Runden nicht bereut – und konnte im Durchgang 2017/2018 einen der begehrten Anthologieplätze ergattern. Falls ihr mitmachen wollt: Nähere Informationen zu aktuellen Ausschreibung findet ihr unter anderem auf der Homepage des Verlags Torsten Low oder der Storyolympiade.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Rezension] Christopher Paolini – Die Gabel, die Hexe und der Wurm

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„Bisweilen träumte er davon, sein Schwert Brisingr zu gürten, auf Saphira zu steigen und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Aber das war eben nur ein Traum.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 18)

… und ein Traum, den zumindest auch die Fans von Paolinis Eragon-Reihe träumen (mich miteingeschlossen). Nun legt der Autor mit Die Gabel, die Hexe und der Wurm zumindest eine Kurzgeschichtensammlung vor, die uns wieder nach Alagaësia entführt.

Achtung: Wirkliche Freude an dem Buch werden nur diejenigen haben, die die vorangegangenen vier Bände von Eragon gelesen haben.

Auf einen Blick:

 

Titel: Die Gabel, die Hexe und der Wurm
Reihe: Geschichten aus Alagaësia 1
Autorin: Christopher Paolini
Verlag: cbj Verlag
Seiten: 304
Format: Hardcover
Preis: 18,00€
Erscheinungsdatum: 21.  Januar 2019
Genre: Fantasy/Jugendbuch

 

Darum geht’s

Ein Wanderer und ein verfluchtes Kind.
Zaubersprüche und Magie.
Und natürlich Drachen.
Willkommen zurück in Eragons Welt!

Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine spannende Legende der Urgals neue Perspektiven.

Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat.

Illustriert mit vier neuen Originalzeichnungen des Autors!

(Quelle: cbj Verlag)

Das Buch

Lange Jahre habe ich auf neuen Lesestoff aus der Feder von Christopher Paolini gewartet. Oft hat er von einem fünften Band von Eragon gesprochen (mittlerweile ist sogar von einer Trilogie die Rede). Nun legt er stattdessen zunächst eine Kurzgeschichtensammlung mit einem – zugegeben – sperrigen Titel vor. Paolini gibt selbst zu, dass das Projekt mit heißer Nadel gestrickt wurde: Im Sommer 2018 schrieb er Eine Gabel und eine Weggabelung. Bereits Ende Dezember erschien das Buch im englischsprachigen Raum.

Eragon ist eine der Buchreihen, die mich durch meine Jugend begleitet haben. Auf jeden Band habe ich hingefiebert – und nun auch sehnlichst die Veröffentlichung der Kurzgeschichtensammlung erwartet. Allerdings war ich auch skeptisch, was den Mehrwert dieses Buches angeht – und bin es auch jetzt noch.

Die Gabel, die Hexe und der Wurm spielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen des letzen Eragon-Bandes Das Erbe der Macht. Unser Held wirkt deutlich gereifter, erwachsener als früher. Kein Wunder, bedenkt man, was er bereits erlebt hat. Die Verantwortung, sich um die Eldunari und die Dracheneier – und somit um eine zukünftige Generation von Drachenreitern – zu kümmern, lastet schwer auf seinen Schultern. Gemeinsam mit Saphira nimmt sich der Aufgabe an, einen geeigneten Ort dafür zu schaffen.

In diese Rahmenhandlung, die uns bereits ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren der Reihe beschert, bettet Paolini die drei Kurzgeschichten rund um die Gabel, die Hexe und den Wurm ein – und das auf sehr geschickte, kunstvolle Weise.

Die Gabel

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es besonders viele Spekulationen um den Inhalt dieser Kurzgeschichte und die Frage, was es mit der ominösen Gabel auf sich haben könnte, gegeben. Deshalb war ich auf diese Erzählung besonders gespannt. Tatsächlich nimmt Paolini sich hier eines schweren und wichtigen Themas an: Ausgrenzung.

„‚Manchmal‘, sagte er zu ihr, ‚muss man aufstehen und kämpfen. Manchmal kommt Weglaufen nicht infrage. Verstehst du das jetzt?‘
‚Ja‘, flüsterte Essie. “ 

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 75)

Die kleine Essie, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, sieht sich mit einer Situation konfrontiert, in der es für sie nur einen Ausweg zu geben scheint, nämlich den, wegzulaufen. Doch dann trifft sie im Gasthaus ihres Vaters auf einen Fremden, der ihr Mut macht …

All das erzählt Paolini sehr feinfühlig und einfühlsam. Die Gabel ist eine sehr gelungene Geschichte. Vor allem die letzten Seiten, in denen sich der Fokus von Essie auf den Fremden verschiebt, behandeln genau das, was ich mir seit dem Ende von Eragon 4 (mit dem ich nicht in jeder Hinsicht zufrieden war) zu erfahren gewünscht habe. Gern hätte dieser Abschnitt noch etwas länger sein dürfen.

Geschickt streut der Autor zudem einige Hinweise auf eine neue Bedrohung ein, die vielleicht Dreh- und Angelpunkt für eine mögliche Fortsetzung werden könnte – und er lässt darauf hoffen, dass es doch noch eine versöhnliche Zukunft für einen meiner Lieblingscharaktere geben könnte.

Die Hexe

… ist die Geschichte, mit der ich leider am wenigsten anfangen konnte. Möglicherweise deshalb, weil sie nicht von Christopher, sondern von seiner Schwester Angela geschrieben wurde. Bei Über das Wesen der Sterne handelt sich sich um Auszüge aus der Autobiographie der Kräuterhexe Angela, für deren Figur Paolinis Schwester Vorbild stand.

„Strebt nach Weisheit! Oder zumindest nach einer Verringerung der Idiotie. – Angela, die Vielnamige

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 109 )

An sich zeigt die Geschichte deutlich, wie viel Entwicklungspotential noch in einem bestimmten Charakter steckt. Insgesamt ist sie jedoch genau so konfus, verwirrend und geheimnisvoll geraten wie die Kräuterhexe selbst. Sprachlich leider deutlich schwächer als der Rest des Buches.

Der Wurm

Ist ein absolutes Highlight! Glaubt mir, allein für diese Erzählung einer alten Urgal-Legende lohnt es sich, das Buch in die Hand zu nehmen.

„Während er lauschte, fühlte er sich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzt, und die Ereignisse von Irks Geschichte erschienen ihm bald so real wie die Halle selbst.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 162)

Und genau wie Eragon erging es mir beim Lesen auch. Schon nach den ersten Worten verschwammen für mich die Grenzen zwischen der Geschichte und der Realität. Sie hatte mich vollkommen in den Bann gezogen. Der Wurm vom Kulkaras ist eine düstere, bedrohliche Erzählung von Verlust, Schmerz und Rache, die bild- und wortgewaltig geschildert werden. Wirklich genial!

Der Gesamteindruck

Die Gabel, die Hexe und der Wurm konnte bei mir vor allem mit einem punkten: der Nostalgie. Es brauchte gar nicht viele Seiten, um mir dieses nostalgisch-warme Gefühl zu geben, als käme ich nach Hause und träfe alte Freunde wieder. Allein das macht dieses Buch für mich unheimlich wertvoll und schön.

Hinzukommt, dass die Gabel und der Wurm auf ihre jeweils ganz eigene Weise sehr gut geschriebene Geschichten sind. Ich habe es wirklich genossen, wieder nach Alagaësia reisen zu dürfen – und würde es jederzeit wieder tun. Der Untertitel des Büchleins – Geschichten aus Alagaësia1 – lässt zumindest vermuten, dass noch mehr Kurzgeschichten in Planung sind. Und jetzt kommt das große ABER.

Wie eingangs erwähnt, bin ich immer noch unschlüssig, was ich von der Sammlung als Ganzes halten soll. Da gibt es einfach einige Punkte, die mir sauer aufstoßen. Vor allem das Layout: riesengroße Schrift, breite Seitenränder. Für den immerhin stolzen Preis von 18€ bekommt man sehr sehr wenig Text. So wenig, wie ich finde, dass ich mich wirklich frage, ob hier nicht jemand versucht, noch möglichst viel Geld aus der Marke Eragon rauszuholen (vor allem, da die Reihe auch neue Cover spendiert bekommen hat). Dass noch dazu eine Geschichte nicht von Paolini stammt, sondern von seiner Schwester – geschenkt.

Insgesamt wirkt Die Gabel, die Hexe und der Wurm auf mich, wie ein Versuch, die Begeisterung um Eragon neu anzufachen und die Reihe wieder ins Gespräch zu bringen. Das ganze Buch liest sich wie ein Teaser für den ominösen fünften Band von Eragon, der – Schreibgott bewahre! – hoffentlich nicht nur ein Aufguss altbekannter Ideen sein wird, wenn er denn mal veröffentlicht wird.

Fazit

Die Gabel, die Hexe und der Wurm beschert Fans ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren aus dem Eragon-Universum. Vor allem die Erzählung rund um den Wurm hebt sich deutlich von den anderen Geschichten ab. Ein kurzes Lesevergnügen, das jedes Fanherz höherschlagen lassen wird.

#Waiting on Wednesday #4 – Christopher Paolini: Die Gabel, die Hexe und der Wurm | Neues aus Alagaësia

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Liebe Weltenbummler,
ich weiß gar nicht, wie lange und wie sehnsüchtig ich auf diese Ankündigung gewartet habe, aber meine künsten Träume sind endlich wahr geworden: Endlich  gibt es neuen Lesestoff von Christopher Paolini ! Als wäre das nicht schon genug Grund zur Freude, kehrt er mit seinem neuen Buch Die Gabel, die Hexe und der Wurm zurück nach Alagaësia, die Welt seiner Erfolgsreihe Eragon.

Bildrechte liegen beim Verlag

Die Geschichte um den gleichnamigen Bauernjungen, der gemeinsam mit seinem Drachen Saphira den Kampf gegen einen grausamen Herrscher aufnimmt, zählt zu meinen absoluten Lieblingsjugendbuchreihen. Den letzten Band – Das Erbe der Macht – der bereits 2011 erschien, habe ich binnen zwei Tagen verschlugen. Und wie so viele Fans hat er auch mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückgelassen. Vor allem mit dem Schicksal einer meiner Lieblingsfiguren habe ich lange gehadert …

Umso schöner, dass Paolini uns nach all den Jahren endlich wieder neuen Lesestoff beschert. Die Gabel, die Hexe und der Wurm ist dabei jedoch nicht der Roman, den er seit Jahren geheimnisvoll als ‚Eragon 5‘ anpreist (den es tatsächlich geben soll – sogar in Romanform :D), sondern eine Kurgeschichtensammlung, wie auch der Untertitel Geschichten aus Alagaësia verrät.

Darum wird es gehen:

Ein Wanderer und ein verfluchtes Kind. Zaubersprüche und Magie. Und natürlich Drachen.
Willkommen zurück in Eragons Welt!

Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine spannende Legende der Urgals neue Perspektiven.

Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat.

Illustriert mit vier neuen Originalzeichnungen des Autors!

(Quelle: cbj Verlag)

Meiner Euphorie über die Ankündigung des Buches, die ich vor einigen Monaten schon entdeckt habe, wurde ein Dämpfer versetzt, je mehr ich über den Inhalt erfuhr.

  • Eine Geschichte soll sich um eine Legende der Urgals drehen.
  • In einer weiteren wird die Lebensgeschichte der Kräuterhexe Angela näher beleuchtet. Diese Erzählung stammt allerdings aus der Feder von Paolinis Schwester Angela, die für die Figur Patin stand.
  • Über den Inhalt der dritten gibt es im Fandom die wildesten Spekulationen. Die Chancen stehen allerdings gut, dass einer meiner Liebslingscharaktere darin eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Trotz meiner Liebe zu dieser Buchreihe kling DGdHudW für mich ein bisschen nach einer Mogelpackung. Nach einer guten Methode, noch ein bisschen mehr Geld mit Eragon zu verdienen, zumal die Reihe in diesem Monat auch neue Cover spendiert bekommt und wohl noch weitere solcher Anthologien geplant sind. So etwas hat man ja auch schon bei Harry Potter und Game of Thrones zur Genüge gesehen.

Das wird mich unverbesserliche Buchsüchtige jedoch nicht davon abhalten, mir die Kurzgeschichtensammlung zu kaufen. Für den englischsprachigen Raum ist sie bereits Ende Dezember erschienen. Hier muss man sich noch bis zum 21. Januar gedulden. Bis dahin weigere ich mich allerdings standhaft, nach Rezensionen zu suchen, um mich nicht spoilern zu lassen. ^^

Habt ihr Eragon gelesen? Was haltet ihr davon, dass wir nun wieder nach Alagaësia zurückkehren können?

Wir lesen uns,
Eure Anna


#Waiting on Wednesday ist eine Aktion, die von Breaking the Spine gehostete wird – und eine wunderbare Gelegenheit, ganz (un)geduldig auf persönliche Buchhighlights hinzufiebern. Wann immer es sich anbietet, werde ich euch hier also Bücher vorstellen, deren Veröffentlichung ich kaum mehr abwarten kann. Wer weiß, vielleicht könnt ihr so ja auch noch den ein oder anderen Roman entdecken, der es sich auf eurer Wunschliste gemütlich machen möchte. :)