Tintenfässchen | Vom Gefühl, den ersten Roman zu veröffentlichen

 

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Meine lieben Weltenbummler,
es wird Zeit für ein neues Tintenfässchen. Beim letzten Mal habe ich euch gestanden, dass ich Erzählungen aus Worten webe, weil ich nicht anders kann. Habe euch von diesem unbändigen Drang, Geschichten zu erzählen, berichtet und von meiner Liebe zum Schreiben.

Heute möchte ich einen besonderen Augenblick, vielmehr noch ein besonderes Gefühl meines Autorenlebens mit euch teilen. Denn heute ist der Tag, an dem der Traum, den ich seit nunmehr 10 Jahren träume, in Erfüllung geht: Mein erster Roman erscheint. Damit darf ich mich nun ganz offiziell veröffentlichte Romanautorin nennen.

Was sich dadurch ändert?
Gar nichts.
Aber vom Gefühl her eine ganze Menge.

Wellensang begleitet mich schon eine ganze Weile. Es war auf den Tag genau am 1. November 2015, dass ich das erste Wort von Turids Geschichte niederschrieb (meine Verlegerin hätte sich also kein besseres Erscheinungsdatum aussuchen können, wenn es nach mir geht.) Für die Rohfassung habe ich fast ein Jahr gebraucht.

Und dann kamen die Zweifel.

Ich hatte nie zuvor einen historischen Roman geschrieben – nur Kurzgeschichten. Von denen hatte ich auch die ein oder andere in Anthologien des Burgenwelt Verlags veröffentlichen dürfen. Auch die Meereswolf – die Geschichte, aus der sich nach einem sachten Stupser in die richtige Richtung durch Jana Hoffhenke mein Debütroman entspinnen sollte.

Da saß ich also mit einem rohen Manuskript und hatte keinen blassen Schimmer davon, wie man so einen Roman überhaupt überarbeitet. Wusste auch nicht, ob die Idee gut genug war, um sie überhaupt einem Verlag vorzustellen.

Die Zweifel haben mich gelähmt. Fast ein Jahr lang habe ich kaum an Projekten gearbeitet, die Überarbeitung immer weiter vor mir hergeschoben. Maximal Kurzgeschichten geschrieben – und einige in Anthologien unterbringen können.

Irgendwann hat es klick gemacht.

Ich wusste, dass ich nichts zu verlieren habe – nur eine Chance, die ich ungenutzt verstreichen lassen würde. 2018 begann ich also, Wellensang gründlich zu überarbeiten – mit der unermüdlichen Hilfe meines Betalesers. Nahm mir Zeit, meine Verlagsbewerbung vorzubereiten. Brachte die Zweifel zum Verstummen – und fasste den Mut, mein Projekt dem Burgenwelt Verlag vorzustellen.

Gefühlsachterbahn

Der Weg zur Veröffentlichung war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich bewundere jede Autorin und jeden Autor, die das Wagnis eingeht, ihre/seine Figuren auf die Reise in die weite Buchwelt zu entsenden. Genau so kann ich jede oder jeden verstehen, der diesen Schritt (noch) nicht gehen möchte.

Veröffentlichen heißt, die Fäden aus der Hand zu geben. Mit einem mal ist man nicht mehr allein dafür verantwortlich, was mit der Geschichte, in der so viel Herzblut steckt, geschieht.
Da sind Verlegeri*innen.
Da sind Lektor*innen.
Da sind Coverdesigner*innen.
Auch wenn man den Weg übers Selfpublishing geht, arbeitet man mit anderen zusammen.

Ich kann von Glück sagen, dass ich in Jana Hoffhenke eine engagierte Verlegerin, in Juliane Stadler eine unglaubliche Lektorin und in Detlef Klewer einen talentierten Designer an meiner Seite wusste, bei denen mein Wellensang in guten Händen war.

Jetzt heißt es loslassen. Ich bin gespannt darauf, wie meine Nordmänner bei euch ankommen werden. Aber gleichzeitig habe ich auch ein bisschen Angst vor euren Reaktionen. Davor, dass der Roman in der Luft zerrissen wird – oder gar keine Aufmerksamkeit bekommt.

Wisst ihr was? Was auch immer geschehen wird: Ich lasse es auf mich zukommen.

Denn eines kann mir niemand mehr nehmen: dieses unbeschreibliche Gefühl, als ich vor einer Weile meine Printexemplare in Empfang nehmen durfte. Der Moment, in dem ich den Karton öffnete und ein Taschenbuch herausnahm. Den Einband unter meinen Fingern spürte. Den Geruch frisch gedruckter Bücher atmete. Meinen Namen auf dem Cover las – und die unglaublich hübschen kleinen Raben auf dem Buchrücken entdeckte. Ich war in diesem Augenblick so unsagbar stolz und glücklich, aber auch aufgeregt und ein bisschen wehmütig. (Und ja: Es sind auch Freudentränen geflossen.)

All die Zeit und Arbeit und Leidenschaft, die in Turids Geschichte stecken, sind nun zwischen Buchdeckel gebannt. Meine Reise als Autorin ist – zumindest was diese Erzählung anbelangt – vorbei.

Wenn ich jetzt in mein Buchregal blicke und meinen Roman dort stehen sehe (und er macht sich dort wirklich ausgesprochen gut!), kann ich es immer noch nicht so richtig glauben.

Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Im letzten Beitrag dieser Reihe ging es um die Frage: Kann ein Roman ohne Liebe funktionieren?

Tintenfässchen | Der unbändige Drang, Geschichten zu erzählen – Eine (persönliche) Liebeserklärung ans Schreiben

 

Meine lieben Weltenbummler,
heute möchte ich euch im Tintenfässchen eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte übers Geschichtenerzählen – und darüber, warum es sich lohnt, an dem, was man liebt, festzuhalten.

Es war einmal Mädchen, das Bücher liebte. Immer und immer wieder verschlang sie ihre Lieblingsgeschichten, tauchte in lieb gewonnene Welten ein und bestand Abenteuer an der Seite von Charakteren, die sie längst alte Freunde nannte. Eines Tages hatte sei eine dieser Geschichten – Eragon, von Christopher Paolini – von Neuem begonnen. Doch dieses selige Gefühl, dass sie sonst beim Lesen empfand, wollte sich nicht mehr einstellen.
Vielmehr erschienen ihr viele Formulierungen ungeschliffen, die Erzählung unbeholfen. Sie wusste, dass ein sehr junger Autor diese Geschichte gewoben hatte. Das kann ich auch!, dachte sie voller Enthusiasmus und verschrieb ihr Herz seit diesem Tage ganz und gar dem Geschichtenerzählen …

So oder ähnlich würde wohl der Beginn des Märchens lauten, das sich darum dreht, wie ich zum Schreiben gefunden habe – oder das Schreiben zu mir. Und dieses Märchen erzähle ich euch nicht ohne Grund: Heute, auf den Tag genau, begleitet mich das Schreiben seit nunmehr 10 Jahren (und mein Blog schon seit zweien!). Ein Jubiläum, das ich zum Anlass nehme für meine ganz persönliche Liebeserklärung an die für mich schönste Beschäftigung auf der Welt: Das Geschichtenerzählen.

The first draft of anything …

is shit! …  wusste schon Ernest Hemingway. Mein 15-jähriges-Ich allerdings nicht.Voller Stolz und Feuereifer habe ich mich an besagtem Tag daran gemacht, einen Roman zu schreiben. Ach, was sage ich einen Roman: Eine Trilogie sollte es sein – was denn sonst? Fantasy – selbstverständlich!

Die ganzen Sommerferien über habe ich mich in die Erzählung verstrickt, die ich spinnen wollte. Habe zum ersten Mal die kostbare Magie gespürt, die beim Schreiben nur selten entsteht. Das Gefühl, eins mit der Geschichte, mit den Figuren zu sein. So sehr, dass man alles um sich herum vergisst. Bis man diesen sonderbaren Zustand erreicht, der irgendwo zwischen Schweben und einem Bewusstsein für das, was man grade tut, anzusiedeln ist. Einen Flow, den man nur schwer in Worte kleiden kann.

So schön das auch klingen mag: Aller Anfang ist schwer. Das gilt fürs Schreiben genau so wie fürs Erlernen eines Instruments oder einer Sportart. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich am ersten Tag meines Autorenlebens eine geschlagene Stunde am ersten Satz der Geschichte gefeilt habe. Und wie Hemingway so treffend festgestellt hat: The First draft of anything is shit!

Das einzusehen ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die ich über das Geschichtenerzählen gewonnen habe. Ebenso wie die, dass Schreiben ein Handwerk ist, das man nur auf eine Weise zu beherrschen lernt: Schreiben, schreiben, schreiben!

Wie war das noch mit dem Meister und dem Himmel?

Ohne euch spoilern zu wollen: Mein Herzensprojekt habe ich tatsächlich zu Ende geschrieben. Zumindest den ersten Band. Und der war so schlecht, dass ich ihn nochmal neu geschrieben habe: Diesmal mit allen handwerklichen Tricks, die ich bis dahin gelernt hatte. Heute vegetiert die Idee zu besagter Fantasy-Trilogie neben einigen anderen in meiner Ideenschublade vor sich hin. Ich fühle mich noch nicht dazu in der Lage, die Geschichte so zu erzählen, wie sie es verdient. Vielleicht werde ich das auch niemals.

Aber bis dahin werde ich weiter Schreiben. Werde Geschichten erzählen und an ihnen wachsen. Weiter an mir arbeiten. Denn zu Schreiben ist eine Leidenschaft, die mich seit nunmehr 10 Jahren nicht mehr loslässt. Heute macht es mich stolz, mich daran zu erinnern, wie alles begonnen hat – und zu sehen, wie viel ich seitdem erreicht habe. Damit meine ich nicht nur die Kurzgeschichten, die ich veröffentlichen durfte oder der Release meines Romandebüts, der noch dieses Jahr – ausgerechnet im Jahr meines Schreibjubiläums – ansteht. Sondern auch, dass ich nicht aufgegeben habe.

Schreiben erfüllt mich

Ganz egal, wie störrisch manche Figuren sind oder wie sehr ich um Worte ringen muss, um ein Setting zu beschreiben, das auf dem Papier niemals auch nur annährend an das herankommt, was ich mir vor meinem geistigen Auge vorgestellt habe: Der Drang, Geschichten zu erzählen, ist zu groß, als dass ich ihn für längere Zeit ignorieren kann.

Schreiben ist anstrengend. Auch emotional. Aber ich liebe es, den (seltenen) Flow zu erleben, wie ich ihn oben beschrieben habe. Diese Momente, in denen dich die Geschichte auf eine Art mitreißt, die du nicht erwartet hast.

Um diese Augenblicke zu erleben, schreibe ich.


Und ich schreibe, weil ich Geschichten zu erzählen habe, die niemand sonst erzählen kann. Geschichten, die ich selbst gern lesen würde. Geschichten, die vielleicht sogar andere gern lesen.

Flow, der Wille, an sich zu arbeiten, sich zu verbessern: Alls das sind Dinge, die nicht nur fürs Schreiben gelten, sondern auch für andere Hobbys. Hobbys, die für einige von uns solch eine Bedeutung gewonnen haben, dass man sich nicht vorstellen kann, sie aufzugeben.

Ohne die man sich nicht vollständig fühlen würde.

Ich bin froh, das Schreiben für mich entdeckt zu haben. Dadurch (und durchs Bloggen) sind so viele tolle Menschen in mein Leben getreten, die ich auf andere Weise wohl nie kennengelernt hätte und die mein Leben bereichern.

Zum Schluss möchte ich dich daher dazu ermutigen, an deinen eigenen Träumen festzuhalten. Ganz gleich, was es ist – egal ob Schreiben, ein Instrument spielen, eine Sportart zu betreiben oder Ähnliches: Halte an dem fest, was dich glücklich macht und lass es dir nicht von anderen schlecht reden!

Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Im letzten Beitrag dieser Reihe ging es um die Frage: Kann ein Roman ohne Liebe funktionieren?

Tintenfässchen | Kann ein Roman ohne Liebe funktionieren?

 

Meine lieben Weltenbummler,
heute möchte ich mich im Tintenfässchen einem Phänomen bzw. einer Emotion widmen, die die Literatur wie kaum eine zweite durchzieht: der Liebe. Geliebt zu werden ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Vielleicht gibt es deshalb so viele begeisterte Liebesromanleserinnen und -Leser, die sich auch gern sonntagabendlich in bester pilchermanier für eineinhalb Stunden aus ihrem Alltag in eine heile Welt entführen lassen.

Eines vorweg: Ich habe nichts gegen Romanzen und Liebe in Büchern, sofern sie nicht den Kern der Handlung bilden. Wenn es von Seite 1 an nur darum geht, wann sich die Charaktere endlich kriegen (am besten noch in einer klassischen Dreiecksbeziehung mit einem glitzernden Vampir), dann kann ich damit wenig anfangen. Genau so wenig wie mit vor Zuckerguss triefenden „Schnulzen“. Dabei möchte ich diese Art der Literatur gar nicht abwerten. Jedes Genre hat seine Berechtigung und seine Fans. Es ist eher so, dass ich gerade Liebesromanautorinnen und – autoren dafür bewundere, dass sie so federleicht erzählen, dass man sich über das ganze Buch hinweg einfach wohlfühlen muss. Ein gutes Beispiel ist hierfür sicherlich Das Päckchen von J. Vellguth.

Aber wie viel Liebe braucht ein Roman? Kann ein Roman überhaupt ohne Liebe funktionieren? Um diese Frage zu beantworten, nehme ich euch mit auf einen Streifzug durch die Welt aus Tinte und Papier – und zeige euch verschiedene Formen der Liebe.

All you need is love?! Über die Liebe in der Literatur

Was ist Liebe? Auf den ersten Blick scheint diese Frage leicht zu beantworten zu sein: Liebe ist, sich zu jemanden hingezogen zu fühlen. Auf den zweiten Blick, ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Was steckt denn überhaupt hinter diesem Gefühl? Bloße Chemie bzw. Biologie? Oder doch mehr, etwas, das wir vielleicht gar nicht erklären und schon gar nicht verstehen können?

In „Nevernight“ erzählt Jay Kristoff eine fesselnde Rachegeschichte in einem epischen Fantasy-Setting.

Liebe ist jedenfalls eine starke Empfindung – und ein starker Antrieb. Sie bringt Menschen dazu, zu agieren, und kann damit auch als Motor für den Plot fungieren.

Darauf beruhen auch die Anfänge der westeuropäischen Literatur um 750 v. Chr. In der Ilias schildert Homer den Kampf um Troja. Nachdem Paris die schöne Helena entführte, will deren Ehemann sie natürlich zurückholen und bricht mit einer gewaltigen Flotte gen Troja auf. Unter den Kriegern ist auch Achill, der im Fokus der Erzählung steht. Besser gesagt: Es ist sein Zorn, um den sich alles dreht. Denn Achill ist wütend und gekränkt, dass sein Heerführer ihm seine Beutefrau streitig gemacht hat. Aber nicht, weil er sie liebt. Sondern weil sein übergroßes Ego (Selbstliebe) verletzt ist. Schmollend zieht er sich aus dem Kampfgeschehen zurück – und bringt seine eigenen Leute so in große Gefahr.

Liebe kann also in eine Reihe negativer Emotionen umschlagen. Zuneigung, die nicht erwidert wird, kann sich nicht nur in Liebeskummer, sondern auch in Wahn verwandeln. Der Tod eines geliebten Menschen kann den Wunsch entfachen, Rache zu nehmen, so wie in Jay Kristoffs Nevernight.

Wenn der andere das Wichtigste ist

Liebe bringt Menschen auch dazu, sich für etwas einzusetzen. Manchmal treibt sie jemanden sogar so weit, sich für einen anderen, für andere oder für eine Sache zu opfern.

Ein klassisches Beispiel ist hier sicherlich der Krieger aus unzähligen High Fantasy Epen, der sich – das Schwert in der Hand – aufmacht, seine Heimat und seine Lieben gegen den Antagonisten zu verteidigen. Dabei wird der Kampf gegen die Unterdrückung, für die Freiheit und seine Mitmenschen oft als ehrenvolles Ziel stilisiert.

Zum Stichwort Aufopferungsbereitschaft fällt mir sofort auch Harry Potter von Joanne K. Rowling ein. Die Liebe seiner Eltern, die sich gegen Voldemort stellen, um ihren Sohn zu schützen, rettet Harry das Leben – und führt wiederum dazu, dass sich unser Lieblingszauberlehrling dem Kampf gegen die dunklen Mächte stellen kann.

Doch Harry wird während seines gesamten Abenteuers noch eine andere Form der Liebe zuteil: Freundschaft. Egal, wie gefährlich und aussichtslos die Lage auch sein mag: Immer weiß er Ron und Hermine an seiner Seite. Die drei stehen zueinander, wissen, dass sie sich blind auf den anderen verlassen können.

Eines der schönsten Beispiele einer Spielart der Liebe findet sich meiner Meinung nach in Tolkiens der Herr der Ringe. Sam, der die meiste Zeit über eher wie ein Anhängsel des Fellowship wirkt, mausert sich nach und nach zum heimlichen Helden der Reihe. Frodo und ihn verbindet eine tiefe Freundschaft, die sich von Sams Seite aus vor allem auch durch Loyalität und Bewunderung auszeichnet. Er würde alles für den anderen Hobbit tun, sich für ihn aufopfern und ihn sogar den Schicksalsberg herauftragen, damit der andere seine Aufgabe erfüllen kann. Wenn das kein Beweis für Liebe ist, dann weiß ich auch nicht.

Sam und Frodo aus dem Herrn der Ringe verbindet eine besondere Form der Liebe

Ein Roman ohne Liebe – geht das?

Meiner Meinung nach kann es keinen Roman ohne Liebe geben. Damit ist nicht zwingend eine romantische Liebe gemeint, die auch nicht zwingend im Fokus der Handlung stehen muss. Doch Liebe und ihre unterschiedlichen Formen – sei es im positiven wie im negativen – sind solch starke Emotionen, dass sie gut geeignet sind, eine Handlung zu initiieren oder dem Plot eine entscheidende Wendung zu geben. Die oben angeführten Beispiele zeigen das ganz gut.

Dabei bietet das Thema noch einen weiteren Vorteil: Liebe, Empfindungen generell sind Erfahrungen, die alle Menschen teilen. Sie bereichern eine Erzählung, denn sie machen sie lebendig und echt.

Sicherlich kann man das Themenfeld „Liebe“ noch aus weiteren Perspektiven betrachten und viel mehr darüber schreiben. Das würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Welche Form der Liebe, die euch in Büchern begegnet ist, ist euch besonders im Gedächtnis geblieben? Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Tintenfässchen – Mein Schreibjahr 2018 | Dem Traum vom Autorenleben ein Stück näher

[Der folgende Beitrag enthält Spuren von Eigenwerbung]

Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zum ersten von insgesamt zwei Jahresrückblicken!

Meine Lesehighlights 2018 werde ich euch morgen präsentieren. In diesem Beitrag dreht sich alles – wie ihr es vom Tintenfässchen gewohnt seid – ums Thema Schreiben. Dabei möchte ich nicht nur auf die vergangenen Monate zurückblicken (und meinen längst fälligen NaNo-Erfahrungsbericht mit euch teilen). Vielmehr habe ich noch großartige Neuigkeiten für das kommende Jahr für euch im Gepäck. (s. u.) 

Ein Jahr voller erster Male

2018 war für mich tatsächlich ein Jahr, indem ich viele Dinge, die eigentlich zum Autorenleben dazugehören, zum ersten Mal gemacht habe. Dazu gehört unter anderem auch, einen Roman zu überarbeiten. Manuskripte habe ich zwar schon einige

Recherchereise nach Dänemark.

in der Schublade liegen, sie allerdings nach dem E*N*D*E nur in den seltensten Fällen wieder zur Hand genommen, um ihnen den letzten Schliff zu verpassen. Das war in diesem Jahr anders. Schuld daran ist Wellensang (Arbeitstitel), der erste historische Roman, den ich in meinem Autorenleben geschrieben habe. Historische Kurzgeschichten sind das eine – und für jemanden wie mich, dessen Wurzeln eigentlich in der Fantasy liegen, war dieses Projekt eine große Herausforderung, an der ich gewachsen bin.

Bei der Überabreitung des Manuskripts erging es mir wie so oft beim Schreiben: Ich musste erstmal herausfinden, welche Weise für mich persönlich geeignet ist, um das Beste aus dem Manuskript herauszuholen. (Wenn ihr Tipps für mich habt: Immer her damit!) Perfektioniert ist diese Vorgehensweise sicher noch nicht, aber ich werde daran arbeiten, sie noch zu verfeinern – und meine Erfahrungen dann mit euch teilen. 

In die Überarbeitung von Wellensang habe ich etwa drei Monate investiert. Daneben (und neben dem großen Schreibprojekt „Bachelorarbeit“, das im Sommer anstand) blieb nicht viel Zeit zum Schreiben. Mein gesetztes Jahresziel von 100.000 Wörtern habe ich mit 68.267 Wörtern verpasst. Dass ich trotzdem so gut dastehe, verdanke ich vor allem dem NaNo.

NaNoWriMo 2018 – Wenn dich der Ehrgeiz packt

Kurz zur Erklärung: Im NaNo versuchen Autoren weltweit, einen Roman von 50.000 Wörtern in nur 30 Tagen zu schreiben. Ich habe mich an einen historischen Roman gewagt – Sturmsang – der lose mit Wellensang verbunden ist. In den ersten Tagen habe ich mich selbst überrascht: Das Schreiben ging mir leicht von der Hand, die Figuren haben sich wundervoll angefühlt und ich bin regelrecht in der Geschichte versunken. Mein Wordcount war eine ganze Weil grün und es sah so aus, als könnte ich den NaNo in diesem Jahr zum ersten Mal gewinnen. Ehrgeiz hat mich gepackt, ich habe in jeder freien Minute geschrieben. Dann kam der Tag, an dem ich einsehen musste, dass ich es nicht schaffen werde. Der erste Tag, an dem mein Wordcount in den roten Bereich gerutscht ist.

Ganz egal, wie oft ich im Vorfeld beteuert habe, dass es mir in erster Linie um den Spaß am Schreiben und am NaNo geht, war es doch … niederschmetternd, den roten Balken anwachsen zu sehen. Dieses Gefühl dauerte zum Glück nicht lang an. Ende November habe ich stolze 31.037 Wörter geschafft – unglaublich für jemanden wie mich, der im Monat normalerweise keine 10k schafft – und die Geschichte bis zu genau dem Punkt erzählen können, zu dem ich kommen wollte. Momentan überarbeite ich den Text, der im NaNo entstanden ist, und stürze mich danach wieder ins Schreiben. Meine Wikinger haben es mir einfach angetan.

Kurzgeschichten und der Writing Friday

Meine Kurzgeschichten-Bilanz kann sich 2018 wirklich sehen lassen, finde ich. Insgesamt habe ich fünf Geschichten für Ausschreibungen verfasst (davon 2x Science Fiction, 1x Steampunk, 1x Fantasy, 1x historisch). Eine davon ist noch nicht ausgewertet. Bei den anderen habe ich zwei Absagen und zwei Zusagen bekommen. Ich freue mich wahnsinnig darüber, dass 2019 ich erneut eine historische Kurzgeschichte zum Thema Pest in einer Anthologie des Burgenwelt Verlags veröffentlichen werde. Die andere Geschichte erscheint im Eridanus Verlag (Science Fiction).

In diesem Jahr durfte ich mich auch über meine erste Veröffentlichung im Verlag Tosten Low freuen. Meine Geschichte Feuerfunken hat es von 175 Einsendungen unter die 25 besten Beiträge der Storyolympiade 2017/2018 geschafft. Die Anthologie stelle ich euch ***hier*** vor. Einen Überblick über alle bisher erschienen Kurzgeschichten aus meiner Feder könnt ihr ***hier*** einsehen.

Aber auch auf meinem Blog hat das Schreiben (endlich) größeren Raum bekommen – und das nicht nur im Rahmen des Tintenfässchens. Beim Writing Friday – einer wöchentlichen Aktion, bei der es um kreatives Schreiben geht – habe ich euch insgesamt 19 kurze Geschichten präsentieren können. Wer ein bisschen schmökern möchte: ***Hier** findet ihr eine Übersicht. Die Aktion hat mir so viel Spaß gemacht und ich habe so viele talentierte Autorinnen und Autoren kennen gelernt, dass ich im nächsten Jahr wieder am Writing Friday teilnehme.

Dem Traum vom Autorenleben ein Stück näher – der erste Romanvertrag

Ja, was soll ich sagen? So ein überarbeitetes Manuskript ist schon eine tolle Sache, aber zu Schade für die Schublade. Also habe ich ein Exposé geschrieben (noch so eine Premiere) und das Projekt bei einem Verlag vorgestellt.

Leute, meine erste Verlagsbewerbung! Meine Güte, war das aufregend. Um ein Haar hätte ich mich nicht getraut – aber ich bin froh, dass ich es getan habe, denn … ich habe im Dezember meinen ersten Romanvertrag unterzeichnet!

Ich kann es immer noch nicht fassen, dass schon nächsten Herbst mein lang gehegter Herzenswunsch in Erfüllung gehen wird. Vielleicht ist das auch der Grund, dass der Verlag diese Neuigkeiten schon längst bekannt gegeben hat, und ich hinterherhinke. ^^

Meine Wikinger haben tatsächlich einen Ankerplatz im Burgenwelt Verlag gefunden. Nachdem ich mit Jana Hoffhenke schon bei mehreren Anthologien zusammenarbeiten durfte, war ihr Verlag meine erste Wahl für die Umsetzung dieses Projekts. Auch wenn ich theoretisch weiß, welche Schritte vor mir liegen, bevor das Buch im Herbst erscheinen kann, wartet nun doch eine aufregende Reise auf mich. Wenn ihr mögt, dann begleitet mich doch. Ich werde euch regelmäßig auf dem Laufenden halten.

Jetzt habe ich euch aber genug zugetextet. Morgen geht es hier weiter mit meinem buchigen Jahresrückblick.  :)

Wir lesen uns!
Eure Anna

Tintenfässchen – NaNoWriMo bedeutet für mich …

 

Herzlich Willkommen zum ersten Tintenfässchen!
Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund um alles, was mit dem Schreiben zu tun hat. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein ganz persönliches Tintenfässchen. Seid jedoch gewarnt: Ich kenne kein Patentrezept dafür, aus guten Ideen gute Geschichten zu machen (wobei „gut“ ja sowieso Definitionssache ist). Alle Beiträge des Tintenfässchens sind daher als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren ganz eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen.

Mein erstes Thema ist eines, das mir als Autorin sehr am Herzen liegt: der NaNoWriMo. Dies kryptisch scheinende Abkürzung steht für den National Novel Writing Month. 1999 ins Leben gerufen, stellen sich seitdem Schreiberlinge weltweit im November der Herausforderung, einen Roman (im Umfang von 50.000 Wörtern) innerhalb eines Monats zu schreiben. Im vergangenen Jahr kam der NaNo für mich leider nicht in Frage. (Warum könnt ihr *hier* nachlesen) deshalb freue ich mich nun aber umso mehr darauf, mich im November in das Abenteuer NaNo zu stürzen.

Das Motto in diesem Jahr lautet „NaNoWriMo is …“. Passend dazu habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was der NaNo für mich bedeutet – und was jeder Autor dabei lernen kann.

Der NaNo bringt mich an meine Grenzen. 50.000 Wörter sind auf den ersten Blick ganz schön einschüchternd. Schön, wenn man das Ziel erreicht. Aber darum geht es nicht. Im NaNo geht es in erster Linie darum, Spaß beim Schreiben zu haben. Sich allzu verbissen an Wortziele zu klammern, verdirbt das unvergleichliche NaNo-Feeling. Und dieses Kampfschreiben ist auch nicht jedermanns Sache.

Wenn man sich vom Worcount, seinem inneren Lektor und dem eigenen Ehrgeiz lösen kann, wird man feststellen, dass …

… man mehr schafft, als man sich zunächst zutraut. Bei meinem ersten vollwertigen NaNo war ich überrascht, wie viel ich tatsächlich geschrieben hatte – deutlich mehr als in „normalen“ Monaten.

… das, was man zu Papier bringt, besser ist, als gedacht. (Die Überarbeitung sollte man sich dennoch nie – nie! – sparen.^^)

… es in jeder Woche erstaunlich viel Zeit zum Schreiben gibt – man muss sie nur entdecken.

Der NaNo ist für mich ein Monat, in dem ich mir neben all meinen Verpflichtungen bewusst Zeit zum Schreiben nehme. Er ist eine intensive Erfahrung, bei der ich nicht nur Neues über das Schreiben lerne, sondern auch über mich als Autorin. Ich überwinde Grenzen, Plotlöcher, Motivationstiefs, entdecke neue Genres – und wachse mit meinem Projekt.

Was den NaNo noch zu einem unvergesslichen Erlebnis macht, ist das Gemeinschaftsgefühl. Schreiben kann mitunter sehr einsam sein. Im NaNo schreibt man nicht allein. Zu Wissen, dass Millionen Autoren auf der ganzen Welt an ihren Projekten arbeiten, hat mich ganz schön beflügelt. Natürlich kommt dabei auch der Austausch nicht zu kurz: Auf Twitter oder Instagram findet man den ganzen November über eine Vielzahl an Motivations- oder Fortschritts-Posts.

Vielleicht habt ihr ja auch Lust bekommen, mitzumachen. Ihr habt keinen Plot? Kein Problem! Es ist mindestens genau so spannend und spaßig, erst beim Schreiben zu schauen, wohin euch die Reise führt. Wenn ihr offiziell Teilnehmen wollt, solltet ihr euch allerdings noch bis zum 31.10. auf der offiziellen Seite nanowrimo.org registrieren.

Spätestens Anfang November werde ich euch dann auch verraten, mit welchem Projekt ich mich in diesem Jahr an den NaNo wage.

Allen Naniten, die zufällig über diesen Beitrag stolpern, wünsche ich einen wundervollen NaNo, viel Inspiration und ganz viel Spaß mit euren Projekten. Auf das der November ein wortreicher Monat wird!

Wir lesen uns,
Eure Anna

PS: *Hier* findet ihr alle Informationen über mein Projekt Sturmsang.