[Rezension] Luzia Pfyl – Die Schlüsselmacherin (Frost & Payne I)

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Payne stieß belustigt den Atem durch die Nase aus und zündete sich dann die Zigarette an.
‚Was ist so lustig daran?‘, fragte Frost.
‚Eine stadtbekannte Diebin betätigt sich als Privatdetektivin. Das ist lustig, Miss Frost.‘“ 

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.59)

Die Schlüsselmacherin ist der Auftakt zu Luzia Pfyls Steampunk-Serie Frost & Payne, die es 2018 in der Kategorie ‚beste Serie‘ auf die Shortlist des Deutschen Phantastik Preises geschafft hat.

Auf einen Blick:

Frost & Payne – Die Schlüsselmacherin

 

 

Titel: Die Schlüsselmacherin
Serie: Frost & Payne, Band 1
Autorin: Katharina Seck
Verlag: Greenlight Press
Seiten: 128
Format: E-Book (Taschenbuch-Sammelband umfasst 3 Episoden)
Preis: 2,49 €
Erscheinungsdatum: 15. September 2016
Genre: Steampunk Krimi

 

 

Darum geht’s

Die ehemalige Diebin Lydia Frost eröffnet eine Agentur für Verlorenes und Vermisstes. Ihr neuster Auftrag führt sie ausgerechnet zurück zur berüchtigten Madame Yueh und den „Dragons“, der Organisation, von der sie sich gerade erst hart ihre Freiheit erkämpft hat. Als gäbe das nicht schon genug Probleme, muss sie auch noch den Pinkerton Jackson Payne ausfindig machen. Doch der Amerikaner hat seine eigenen Aufträge.
Frost steht plötzlich im Kreuzfeuer und muss sich zwischen Paynes Leben und ihrer Freiheit entscheiden.

(Quelle: Greenligth Press)

Das Buch

Frost & Payne erscheint in der Greenlight Press, die sich darauf spezialisiert hat, Serien mit monatlich erscheinenden Episoden zu verlegen (u. a. auch Das Erbe der Macht (Urban Fantasy) von Andreas Suchanek. *** Hier *** geht’s zur Rezension des ersten Bandes). Das Finale der zwölf Episoden umfassenden ersten Staffel der Steampunk-Serie von Luzia Pfyl erschien im April 2018.

Im Mittelpunkt der Reihe steht Lydia Frost, die nicht nur der Serie, sondern auch ihrer eigenen Privatdetektei ihren Namen gibt. Doch als ehemalige Diebin mit weitreichenden Verbindungen zu den wichtigsten Clans des Londoner Untergrund fällt es ihr gar nicht so leicht, ein neues Leben zu beginnen. Ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein.

„Die vergangenen drei Monate hatte sie sich gefühlt, als säße sie auf zwei Stühlen, die sich immer weiter voneinander entfernten. Auf dem einen Stuhl ihre Familie, auf dem anderen ihre Freiheit.“

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.8)

Frost ist eine toughe Protagonistin, die auch in den brenzligsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Mir ist es nicht schwergefallen, sie ins Herz zu schließen, was sicher auch daran liegt, dass es Luzia Pfyl gelingt, ihre Figuren durch kleine, aber feine Details noch lebendiger und authentischer zu gestalten. Natürlich läuft Frosts frisch gegründete Detektei nicht auf Anhieb erfolgreich.

„Jeden Tag verschwanden Menschen spurlos, wurden Gegenstände gestohlen. Frost hatte geglaubt, dass die Leute, die nicht zu Scotland Yard gehen wollten, ihr die Tür einrennen würden. Bisher saß sie jedoch mehr oder weniger untätig in ihrem Büro herum.“ 

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S. 8)

Aber sie hält an ihrem Traum, an ihrer Unabhängigkeit fest – auch wenn das bedeutet, dass sie einen Auftrag ihrer ehemaligen Patronin annehmen muss. Während ihrer Ermittlungen stößt sie auch auf Jackson Payne, einen Amerikaner, der nach seiner verschwundenen Tochter sucht. Als sich die Wege der beiden kreuzen, nimmt die Geschichte noch mehr Fahrt auf. Frosts britischer Charme und Paynes amerikanische Arroganz bieten einiges an Zündstoff. Die beiden sind ein Dreamteam (wider Willen), das sogar während Verfolgungsjagden Zeit für Sticheleien findet.

Luzia Pfyl lässt mit Frost und Payne zwei Protagonisten ins Rampenlicht treten, zwischen denen von Beginn an eine ganz eigene Dynamik zu spüren ist. Sie spielen sich die Bälle zu – nicht nur, was ihre Ermittlungen angeht, sondern auch ihre Dialoge, die spritzig, witzig und scharfzüngig sind.

„Sie machte sich eine geistige Notiz, dass es umherfliegende Kugeln brauchte, damit der Mann tat, was man ihm sagte.“

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.60)

Auch wenn ich eher selten zu Krimis greife, konnte der Krimiplot ebenfalls mit überraschenden Wendungen, temporeicher Action und gefährlichen Gegenspielern bei mir punkten. Zudem legen Anfang und Ende nicht nur eine Klammer um die Schlüsselmacherin, sondern auch den Grundstein für einen Handlungsbogen, der auch die nächsten Episoden umspannen wird.

Ebenso versprüht das Steampunk-Setting einen unwiderstehlich altmodischen Charme – auch dank des lockeren und gefälligen Schreibstils der Autorin. Deshalb hat es nur ein paar Sätze gedauert, bis ich der Geschichte des ungleichen Teams verfallen bin. Die beiden werden mir als Leserin sicher noch eine Menge Spaß machen.

Fazit

Die Schlüsselmacherin ist ein packender, mitreißender Einstieg in die steampunkige Kriminalserie um Lydia Frost und Jackson Payne. Temporeich, spannend und unwiderstehlich charmant, lassen auch die nachfolgenden Episoden gute, kurzweilige Unterhaltung erwarten. Eine Serie mit Suchtpotential.

 Über die Autorin

Luzia Pfyl konnte bereits mit ihrem Debütroman Cesario Aero – Kaiser der Lüfte (Verlag Ohneohren) einen Platz auf der Longlist des SERAPH 2016 ergattern. Ihre Serie Frost & Payne steht dem in Nichts nach: Seit dem erscheinen der ersten Episode im September 2016, wurde die Reihe unter anderem für den Skoutz Award (2017) und den Deutschen Phantastik Preis (2018) nominiert.

Im April erschien mit Das mechanische Herz die zwölfte und finale Episode der ersten Staffel von Frost & Payne.