#Writing Friday – Alternative Wahrheiten

 

Fake News und alternative Wahrheiten sind in unserer postfaktischen Zeit groß in Mode. Passend dazu kommt auch die heutige Schreibaufgabe zum #Writing Friday daher: Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons. Lüg dabei und lass deine Fantasie spielen.


Alternative Wahrheiten

Langsam drang die Kälte der metallenen Spindtür durch ihre Haut, besänftigte das dumpfe Pochen, das sich seit dem Aufwachen hinter ihren Schläfen eingenistet hatte. Zuerst unauffällig wie ein blinder Passagier, dessen Anwesenheit man nur erahnte, brüllte es mit jedem Schritt auf dem neongrellen Linoleumboden lauter auf.
„Guten Morgen, Ems“, flötete Stephen vergnügt, ließ seinen Rucksack auf den Boden plumpsen und rumpelte in seinem Schließfach herum.
Emily brummte etwas, das man mit gutem Willen als Begrüßung interpretieren konnte, als sie sich nur widerwillig vom kühlen Metall löste. „Wie kann man nur so gut gelaunt sein an einem Montagmorgen.“
„Und wie“, hallte Stephens Stimme blechern aus dem inneren des Spinds, „kann man nur so ein Morgenmuffel sein.“ Seine sommersprossigen Pauspacken schimmerten rot, als er sich mit zufriedenem Grinsen eine Kupferlocke aus der Stirn pustete. „Mensch, Ems, du siehst echt …“, hinter seinen grünen Augen ratterte es, als er nach einer möglichst schmeichelhaften Formulierung suchte, „müde aus.“
„Danke, Herr Blühendes-Leben-egal-zu-welcher-Tageszeit.“ Emily riss die Tür auf, sah die dunklen Schatten unter ihren Augen in der Lackierung gespiegelt. Bloß nicht zu genau hinsehen, dachte sie, sonst erschreckt sich die Zombiekönigin noch vor ihrem eigenen Anblick.
„Hast dir wohl für Mr. Smiths Präsentation die Nacht um die Ohren gehauen, was?“
Emily erstarrte. „Präsentation?“
„Ja-ha.“ Stephen kratzte sich am Kinn. „Du weißt doch: Die Vorstellungen der bisherigen Ergebnisse unserer Hausarbeiten.“
„Das ist heute?“ Stöhnend knallte sie den Spind zu und schlängelte sich an Stephens Seite durch den Korridor. „Ja, Ems. Heute. Vielleicht hast du ja Glück und er lost dich nicht aus“, setzte er gewohnt optimistisch nach. „Ich hoffe, du hast wenigstens einen guten Grund für deine Übermüdung.“
„Wenn du jetzt auf amouröse Abenteuer hoffst …“, fing sie an, doch Stephen fuhr ihr lachend ins Wort: „Das ist wohl auf ewig der allerletzte Grund, warum einer von uns beiden mal keinen Schlaf bekommt.“ Er sagte es mit all der Selbstironie und dem größten Augenzwinkern, die ein Mensch aufbringen konnte – und genau dafür liebte Emily ihren besten Freund. Er hatte die Gabe, alles positiv zu sehen. Als sie den Klassenraum betraten und Mr. Smith Emily mit einem gehässigen Lächeln bedachte, gesellte sich Übelkeit zu ihren Kopfschmerzen. Vielleicht hätte sie doch nicht die ganze Nacht lesen sollen …

Es blieb noch eine Viertelstunde Unterrichtszeit, als Mr. Smith erklärte: „Einen Vortrag können wir uns heute noch gönnen. Freiwillige vor.“
Emily warf einen flehentlichen Blick zu Stephen. So gut, wie er sicher vorbereitet war, könnte er sich einfach melden und …
„Emily. Welches Thema hattest du nochmal gezogen.“
„Die Erfindung des Telefons, Sir.“
Mit einem einladenden Lächeln deutete er auf die Tafel. „Wir sind gespannt, was du uns zu erzählen hast.“
Ver. Dammt.
Wankend erhob sie sich, wischte die schweißfeuchten Finger an der Hose ab. Sie schwitzte so stark, dass es wie ein Wunder schien, dass sich noch keine Pfützen zu ihren Füßen bildeten. Sie putzte die Tafel, um etwas Zeit zu schinden. Vielleicht hätte sie doch schon etwas mehr Arbeit in das Projekt stecken sollen, als bloß die Überschrift auf Papier zu bannen. Lesen bildet, heißt es doch immer. Und wenn ich eines tue, dann Lesen.
„Also … genau. Mein Thema ist die Erfindung des Telefons.“ Stephen lächelte ihr zu. Aufmuntern zwar, doch Emily kannt ihn lang genug, um zu wissen, dass er seine eigene Erleichterung kaum verbergen konnte. Vor Leuten zu sprechen lag ihm nicht – noch weniger als Emily. Mr. Smith sah sie erwartungsvoll an. Und was er erwartet, was offensichtlich: Den schlechtesten Vortrag, den er in seiner ganzen Lehrerlaufbahn gehört hatte, aber den Gefallen würde sie ihm nicht tun.
„Das Telefon“, hob sie an und straffte die Schultern, „wurde, wie sicher viele von euch wissen, im 19. Jahrhundert von Alexander Graham Bell erfunden.“ Emilys Blick huschte zur Uhr.

Noch zehn Minuten zu überstehen.

„Das lässt sich leicht merken, wegen Bell, Glocke und dem Telefonklingeln. Was viele aber nicht wissen …“
Sie leckte sich über die Lippen. Verdammt, warum fiel ihr ein, wie die Katze von Hermine Granger hieß, das Schiff von Kapitän Ahab, aber nicht … oder doch?! „Was viele von euch nicht wissen“, erklärte sie und setzte sich auf die Ecke des Pultes, „ist, dass Bell nicht allein arbeitete. In seinem Tüftlerlabor erhielt er Unterstützung von den klügsten Köpfen seiner Zeit. Allesamt …“, ihr Blick glitt zu Mr. Smith, „sehr fähige Zauberer. Damals stand die Welt vor einem großen Kommunikationsproblem. Die Hauselfen in den Haushalten der Zauberer befanden sich in Generalstreik. Davon waren vor allem die Eulereien betroffen, die das Kommunikationsnetz der magischen Welt bedeuteten. Die Zauberer hatten es satt, sich selbst um die gefiederten Boten zu kümmern. Ihr versteht schon, die Exkremente und so … So erfanden sie das Telefon, um direkt miteinander sprechen zu können.“

Nur noch drei Minuten.

„Von ihrer Erfindung sollten auch die Muggel – also wir – profitieren, und so kam es, dass Bell, seines Zeichens ebenfalls Spross einer wichtigen Zaubererfamilie, sein Patent anmeldete und … den Rest kennt ihr ja. Vielleicht konntet ihr durch meinen Vortrag etwas Wichtiges mitnehmen: Glaubt nicht alles, was irgendwo geschrieben steht – und schon gar nicht alles, was euch jemand erzählt. Meistens schadet es nicht, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.“
Der erlösende Pausengong. Emily sah das Grinsen auf den Gesichtern ihrer Mitschüler, die kichernd die Köpfe zusammensteckten. Stephens entgeisterten Blick – und Mr. Smith, der schmunzelnd zu ihr ans Pult trat. „Ein leidenschaftlicher Vortrag, Emily, den du nochmal überarbeiten solltest, bevor du mir deine Arbeit einreichst.“
„Das werde ich“, murmelte sie, schnappte ihre Tasche und stürmte aus dem Raum.
„Ach, Emily“, hielt Mr. Smith sie zurück. „An deiner Stelle würde ich mich für den Literaturkurs anmelden. In dir steckt Potenzial.“


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday – ein kleines Buchrätsel –   findet ihr * hier *.

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#Writing Friday – Klassiker

Hallo meine Lieben,

beim #Writing Friday wird es heute knifflig – eher für euch als für mich, denn passend zur Aufgabe Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen werde ich euch ein bisschen rätseln lassen. (Die Auflösung findet ihr am Ende des Beitrags – aber nicht schummeln!)

Seid ihr bereit? Dann los.

Buch Nummer 1 ist ein Roman darüber, wie lange es dauert und wie schwierig es ist, im Mittelalter eine Kathedrale zu bauen.

Ja, ich weiß. Meine Zusammenfassung könnte ruhig etwas spezifischer sein. Aber das ist ja das Schöne an so einem kurzen, knackigen Pitch: Das Grundthema ist so allgemein, dass mir neben dem gesuchten Buch noch ein weiteres einfällt, das gemeint sein könnte. Es liegt nur an der Individualität des Autors, seinen Figuren und seiner Sprache, dass daraus eine einzigartige Erzählung wird.

Weiter mit dem Rätsel.

In dieser Geschichte begeben sich dreizehn Zwerge, ein Zauberer und ein Hobbit auf die gefährliche Reise, den gierigen Klauen eines Drachen das Zwergenreich und einen wertvollen Schatz zu entreißen.

Das war schon leichter, oder? Kommen wir nun zum letzten Klassiker:

Drei Geister, die er (eigentlich nicht) rief, machen aus einem geizigen Misanthropen innerhalb einer Nacht einen besseren Menschen.

Na, alle erraten? :)


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday , bei dem es um den ersten Tag einer Assistenzärztin im Krankenhaus geht,   findet ihr * hier *.


Auflösung:
  1. Ken Follett, Die Säulen der Erde
  2. J. R. R. Tolkien, Der Hobbit
  3. Charles Dickens, Ein Weihnachtslied in Prosa

[Rezension] Lea Weisz – Die Bärenführerin

[unbezahlte Werbung]

 „‚Wird diese Grafentochter (…) etwas für Uriel tun können?‘
‚Ich bin kein Prophet, Kilian. Aber wenn jemand etwas für den Bären tun kann, dann sie.‘“

(Lea Weisz, Die Bärenführerin, S. 75)

Zum ersten Mal seit Langem habe ich mal wieder einen historischen Roman gelesen. Und zum ersten Mal seit Langem habe ich ein Buch abgebrochen. Warum ich mich so schwer mit der Bärenführerin getan habe, obwohl ich schon 2/3 der Erzählung gelesen hatte, werde ich euch gleich verraten.

Auf einen Blick:

 

Titel: Die Bärenführerin
Autorin: Lea Weisz
Verlag: Tinte und Feder
Seiten: 348
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 9,99 €/ 0,00 € (Kindle unlimited)
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2018
Genre: historischer Roman

 

 

Darum geht’s

Ein hinreißender historischer Mittelalter-Roman über Liebe, Hass, Intrigen und die Magie zwischen Mensch und Tier.

In der Eifel, 1347: Agnes, die siebzehnjährige Tochter des Grafen Werner von Langerode, ist mit Bernard von Hinzweiler verlobt. Doch bereits beim ersten gemeinsamen Ausritt stellt sich heraus, dass er eine hochmütige und brutale Ader hat. Ihre forsche Schwester Beth versucht vergeblich, ihr die Angst vor der Heirat zu nehmen.
Als ihr treuer Hund stirbt, engagiert der Graf eine Gauklergruppe, um seine Töchter aufzuheitern. Agnes hat von Kindheit an eine tiefe Verbundenheit zu Tieren sowie die Gabe, sich in deren Wesen hineinzuversetzen. Als der Tanzbär der Gauklergruppe schwer erkrankt, steht sie ihm in seinen letzten Stunden bei. Dabei knistert es gewaltig zwischen ihr und dem Bärenführer Kilian. Doch diese Verbindung wäre nicht standesgemäß, denn die Grafentochter würde unwiderruflich die Ehre der Familie zerstören, und auch für Kilian hätte es schlimme Folgen. Agnes muss eine Entscheidung treffen – soll sie dem Ruf Ihres Herzens folgen oder den Wünschen ihres geliebten Vaters gerecht werden?

(Quelle: Tinte und Feder)

Das Buch

Als ich die Bärenführerin bei Verena und ihrem Lieblingsleseplatz entdeckt habe, hatte ich das Gefühl, dass das Buch mit jeder Seite Lies mich! rief. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich den Roman beim Geburtstagsgewinnspiel von Verenas Blog gewonnen habe.

Weil ich schon länger keinen historischen Roman mehr gelesen habe und es in Lea Weisz‘ Vita heißt, dass sie unter anderem Namen bereits mehrere historische Romane erfolgreich veröffentlicht habe, musste es sich die Bärenführerin nicht lange auf meinem SuB gemütlich machen. Wäre auch schade für das wunderschöne Cover. Die Farbgebung, die an vergilbtes Pergament erinnert. Die Figuren – ein echter Hingucker. Nur die Unterschrift historischer Roman würde ich nach dem Lesen relativieren.

Klar, die Erzählung spielt in einem historischen, mittelalterlichen Setting. Auch die Sprache ist wunderbar alt gefärbt, ohne jedoch sperrig oder schwer lesbar zu sein. Die perfekte Illusion einer (literarischen) Zeitreise. Lea Weisz beweist oft ein feines Sprachgefühl:

„Es war ein frühlingsmilder Tag, schwerer Blütenduft hing in der Luft. Ein Tag wie gemacht für Verliebte, dachte Agnes in der Hoffnung, ebenfalls bald zu diesen glücklichen Menschen zu gehören.“

(Lea Weisz, Die Bärenführerin, S.10)

Allerdings beinhaltet der Roman auch phantastische Elemente in Form der besonderen Gabe der Protagonistin Agnes, auf die auch der Klappentext anspielt. Dadurch trägt die Geschichte er den Charakter eines Märchens – funktioniert als solches für mich aber nicht.

Trotz der gelungenen Sprache muss ich zugeben, dass ich mich schon zu Beginn schwer getan habe, mit dem Roman warm zu werden. Ich habe lange überlegt, woran das liegt, und glaube, nun den Finger auf die Punkte legen zu können, die Die Bärenführerin nicht zu meinem Roman gemacht haben.

In erster Linie liegt es daran, dass ich mit Agnes kaum etwas anfangen konnte. Sie ist zeitgemäß sittsam, aber irgendwie auch … langweilig. Im Gegensatz zu den Nebencharakteren, die auch eher schablonenhaft agieren, und ganz besonders neben ihrer toughen jüngeren Schwester bleibt sie blass. Dabei ist vieles in ihrem Charakter angelegt, das sie zu einer starken Figur machen könnte. Erfahrungsgemäß ist es allerdings schwer, ein Buch gut zu finden, wenn man die Protagonistin nicht mag.

„Agnes aber glaubte, gut zu wissen, was auf sie zukam, nämlich ein Leben an der Seite eines hochmütigen Mannes, der nur sich selbst zugetan war und sich wenig darum scherte, was in anderen Menschen vorging.“

(Lea Weisz, Die Bärenführerin, S. 140)

Aber: Ich gebe Büchern immer eine Chance, mich doch noch zu überzeugen. Und auch in diesem Fall lohnt sich das Durchhalten. Denn spätestens mit dem Auftauchen Kilians und seiner Gauklertruppe wird es spannend. Weisz gelingt es unglaublich gut, die Eigenheiten der Gaukler auszuloten und ihre Beziehung untereinander. Innerhalb ihrer Gruppe gibt es eine tolle Dynamik, so dass die Gaukler-Kapitel schnell zu meinen Favoriten wurden.

Bis … ja, bis Agnes und Kilian einander begegnen. Achtung, Klischee! Die reine, aufrichtige, eine, echte wahre Liebe, die jedes Hindernis überwindet, trifft beide wie ein Blitz – und mich beim Lesen fast der Schlag. Kitschalarm.

„Sie hatten sich geküsst, kurz nur, dann war sie fortgerannt, weil die verdammte Vernunft es ihr geraten hatte. (…) Sich in einen Gaukler zu verlieben, war an Unvernunft nicht zu überbieten.“

(Lea Weisz, Die Bärenführerin, S.119)

Trotzdem habe ich weiter gelesen. Schließlich ist Agnes verlobt, eine Verbindung mit einem Gaukler für eine Grafentochter undenkbar. Bis Seite 210 habe ich es noch geschafft. Und dann kam dieser eine Satz. Dieser eine Satz, in dem Kitsch, Altbackenheit und Klischees kulminieren und es mir so viel wurde, dass ich das Buch stöhnend zuschlug. (Keine Sorge, ich spoilere nicht.) Kitschige Liebesromane sind einfach nichts meins.

Auch wenn ich weiß, dass Geschmäcker verschieden sind und einem Leser nicht jeder Roman gefallen kann, scheu ich in der Regel davor zurück, ein Buch abzubrechen. Ich habe einfach zu viel Respekt vor der Arbeit, vor allem aber auch vor dem Herzblut, das in den Seiten, in jedem einzelnen Wort steckt. Dennoch fand ich die Handlung teilweise so … hanebüchen und vorhersehbar, dass ich den Rest grob überflogen habe, um herauszufinden, wie es mit meinen lieb gewonnenen Gauklern weitergeht und ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Einem Roman, dessen Protagonistin nicht auf meiner Wellenlänge ist, gelingt es einfach nicht, mich zu überzeugen.

Fazit

Die Bärenführerin kann ich vor allem denen ans Herz legen, die gerne Liebesromane lesen. Denn als solcher in historischem Gewand kommt das Buch daher und bringt vor allem in Gestalt der Gaukler einige interessante Figuren mit. Diese agieren jedoch überwiegend schablonenhaft in einer teils hanebüchenen, teils vorhersehbaren Geschichte, die einiges an Kitsch und Klischees aufbietet.

[Monatsrückblick] Von Neuerungen, alten Herzensbüchern und Schreibmaschinen-Mutanten

[Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Hallo meine lieben Buchverrückten!
In meinem *** letzten Monatsrückblick *** hatte ich ja bereits angedeutet, dass ich Lust auf was Neues habe. Auf ein bisschen Veränderung. Deshalb habe ich mir nach und nach einige Stellen meines Blogs vorgenommen, mit denen ich noch nicht so zufrieden war, damit die Welt aus Tinte und Papier für euch noch gemütlicher wird. :)

Angefangen habe ich mit den *** Fremden Welten *** ,meinem Rezensionsindex, der nun mit neuer und besserer Übersichtlichkeit besticht (zumindest für mich * hust* ^^). Aber auch meine eigenen Texte sollen nicht zu kurz kommen. Unter den *** Eigenen Welten *** werde ich neben der Übersicht über meine bisherigen Veröffentlichungen bald noch eine Unterseite für die kurzen Texte erstellen, die ich im Rahmen des Writing Friday verfasse.

Auch im April sind einige (Kurz)Geschichten online gegangen. Neben einem eher humorvollen Bericht über den *** ersten Tag einer Assistenzärztin *** und einem *** Dankesbrief *** an keinen geringeren als den Erfinder der Zahnpasta, ging auch ein – für meine Verhältnisse – experimenteller Text online. Thema war eine sagen wir mal … besondere *** Offenbarung auf einer Familienfeier ***.

Reinschnuppern solltet ihr auf jeden Fall in Idas Beitrag *** Madness ***. Unglaublich atmosphärisch, webt sie eine ganz besondere Erzählung in ihren fiktiven Erlebnisbericht aus dem ersten Arbeitstag im Krankenhaus ein. Aber lest am besten selbst. :)

Herzensbücher …

… ist eine ganz wundervolle Aktion von Janika und Sabrina. Die beiden haben ein Format ins Leben gerufen, in dem an jedem 20. des Monats ein Lieblingsbuch vorgestellt wird – in knackigen 500 Wörtern. Für ein Lieblingsbuch ist das gar nicht so viel und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht die ganze Zeit zu fangirlen. Aber Bernhard Hennes Die Elfen wird wohl immer ganz oben auf der Liste meiner Allzeitfavoriten stehen. *** zum Beitrag ***

 

Ebenfalls High Fantasy, allerdings im Jugendbuchformat ist Jörg Bennes Das Schicksal der Paladine – Verschollen. Anlässlich der Neuauflage seiner Trilogie haben er und der Papierverzierer Verlag eine Leserunde auf Lovelybooks veranstaltet, an der ich auch teilnehmen durfte. Für den Autor fand ich es sehr schade, dass seitens der Teilnehmer kaum Rückmeldungen kamen. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich vom Cover her erwartet hätte, dass Drachen eine größere Rolle spielen. Warum sich ein zweiter Blick dennoch lohnt, erfahrt ihr *** hier ***.

Ein richtiges Kontrastprogramm zu diesen beiden Titel, die doch eher actionlastig daherkommen, ist Das Päckchen von J. Vellguth. Ein waschechter Liebesroman, der durchaus unterhaltsam ist, aber meinen Geschmack nicht zu einhundert Prozent getroffen hat. Wer noch nach locker-leichter Wohlfühlunterhaltung sucht, sollte mal in meine *** Rezension *** reinlesen.

Phantastika und Schreibmaschinen-Mutanten

Schon zu Beginn des Monats erreichte mich die Nachricht, dass die Phantastika in diesem Jahr abgesagt wurde. Bei der Premiere im vergangenen Jahr hatte ich so viel Freude, dass ein Besuch in Oberhausen fest eingeplant war. Das heißt auch, dass die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises momentan noch auf der Kippe steht. Für alle nominierten Autoren und Mitwirkenden ist das wirklich schade. Hoffentlich gibt es eine alternative Preisverleihung – und hoffentlich kommt die Phantastika 2019 stärker denn je wieder zurück.

Einen Beitrag, der mich in diesem Monat wirklich bewegt hat, hat Sarah Ricchizzi verfasst. Bei ihr dreht sich alles um *** Schreibmaschinen-Mutanten *** und die Frage danach, wie viel man schreiben darf. Sarah ist selbst Autorin und hat sich diesem Thema auch aus dieser Perspektive genähert.

Schreiben ist ein kreativer Prozess. Und bei allem, das kreativ ist, sollte es meiner Meinung nach kein „darf“ oder „muss“ geben – nur ein „kann“. Jeder Autor hat einen individuellen Schreibprozess. Die einen haben einen hohen Output und veröffentlichen zwei oder mehr Romane im Jahr. Die anderen brauchen deutlich länger. Das hat aber nichts mit der Qualität des Endergebnisses zu tun (wobei man nicht vergessen darf, dass Qualität subjektiv und ein schwammiger Begriff ist). Jeder Autor begibt sich bei einem Manuskript auf eine abenteuerliche Reise, die so lange dauert, wie die Geschichte braucht, um auserzählt zu sein.

Ich bin eher eine Langsamschreiberin bzw. brauche ich für meine Projekte sehr lang, weil ich mir selten und wenig Zeit zum Schreiben nehme (was sich in diesem Jahr schon gebessert hat). Zum Beispiel habe ich das erste Wort des Manuskriptes, das ich momentan überarbeite, im November 2015 geschrieben. Und ich bin zuversichtlich, dass wir – die Geschichte und ich – diesen Sommer endlich so weit sind, bei einem Verlag vorstellig zu werden.

Jetzt habe ich euch auch fürs Erste genug zugetextet. Habt einen schönen Mai! Wir lesen uns. :)

Anna