[Rezension] J. Vellguth – Das Päckchen

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„Wieso musste man bei Päckchen unbedingt wissen, was drinsteckte? War das ein Naturgesetz oder so?“ 

(J. Vellguth, Das Päckchen, S.170)

Der Frühling lockt uns mit den ersten Sonnenstrahlen ins Freie und macht uns leicht ums Herz. Locker-fluffigen Lesestoff, der perfekt in diese Jahreszeit passt, liefert uns die Selfpublisherin Jacqueline Vellguth mit ihrem Roman Das Päckchen.

Auf einen Blick:

 

 

Titel: Das Päckchen
Autorin: J. Vellguth
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 330
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 12, 99€/ 3,99€
Erscheinungsdatum: 22. April 2017
Genre: Liebesroman

 

 

Darum geht’s

Emma liebt Bücher über alles. Gerade, als ihr ganzes Leben auseinanderzubrechen droht, trifft überraschend ein geheimnisvolles Päckchen ein. Es kommt ganz ohne Absender, dafür aber mit einem Brief und einem Plan, um ihr Leben vielleicht wieder auf die Reihe zu bekommen.

Wer verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Absender? Was steckt in dem Päckchen und kann man jemanden richtig kennen, den man nie wirklich getroffen hat?

Eine sommerlich-moderne Liebesgeschichte über digitale Freundschaften, alte Narben und echtes Vertrauen.

(Quelle: J. Vellguth)

Das Buch

Das Päckchen ist ein waschechter Liebesroman – sogar die „Schnulze des Jahres“ 2017 – und gehört damit zu einem Genre, zu dem ich eher selten greife. Anders als Erik von Zwischen Buchdeckeln, dem ich es zu verdanken habe, dass Das Päckchen ein neues Zuhause in meinem Bücherregal gefunden hat. Der Roman hat ihn so begeistert (Stichwort: Jahreshighlight), dass er ihn kurzerhand zum zweijährigen Bestehen seines Blogs letzten Sommer verlost hat. Schnuppert ruhig mal in seine ausführliche Rezension rein, wenn ihr noch eine zweite Meinung lesen wollt. :)

Emma ist eine Protagonistin, mit der sich wohl viele von uns identifizieren können: Ihr Herz schlägt für Bücher, die sie auf ihrem YouTube-Kanal einer überschaubaren Anzahl an Followern präsentiert, und arbeitet zudem in einer Bücherei für Kinder und Jugendliche.

„Emma wollte nach zwei Wochen Urlaub nichts lieber als zurück zu ihren Geschichten. Endlose Reihen aus unbekannten Welten und fremden Universen. Dazwischen eine Schar von Kindern auf der Suche nach ihrem nächsten großen Abenteuer.“

(J. Vellguth, Das Päckchen, S.5)

Emma hat also beste Voraussetzungen, sich den ein oder anderen Sympathiepunkt zu verdienen. Und das tut sie auch. Sie ist tollpatschig und idealistisch. Deshalb setzt sie auch alle Hebel in Bewegung, als – oh Schreck – die Bücherei wegen eines Wasserschadens schließen muss. Ihre Idee: eine Spendenaktion. Doch was Emma anzubieten hat, ist … recht wenig. Bis ihr ein anonymer Absender ein Paket schickt – mitsamt eines Planes, wie man die Bücherei doch retten kann.

Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Der Inhalt des Päckchens kann sich wirklich sehen lassen. Und hat mit einem Autor zu tun – Richard Taylor – den Emma abgöttisch verehrt. (Hallo, Fangirl!)

Ich gebe offen zu: Nach dem ersten Kapitel war ich skeptisch. Dieses Art Skepsis, die man empfindet, wenn man schon nach den ersten Sätzen ahnt, in welche Richtung sich die Handlung des Romans entwickeln wird. Aber (und das hat mich wirklich überrascht) sobald Emma Kontakt zu Lucas, dem Absender des mysteriösen Päckchens, aufnimmt, entwickelt die Geschichte einen Charme, der mich um den kleinen Finger gewickelt hat. Daran ist auch das Einhorn Konrad nicht ganz unschuldig.

„Worüber hatten sie schon gesprochen?
Über Verlosungen, Probepäckchen und Einhörner.
Nicht gerade etwas, das man ein tiefschürfendes Gespräch nennen konnte.“

(J. Vellguth, Das Päckchen, S. 43)

Wie sich die beiden virtuell näher kommen, ist unterhaltsam geschrieben – und oft so witzig, dass ich laut lachen musste. Allerdings habe ich beim Lesen den gesamten Roman über ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Von Schmachten, weil einige Szenen wirklich toll waren, bis hin zu Augenrollen über so manche liebesromantypische, zuckergusstriefende Formulierung war alles dabei. Vellguths Stil ist locker-leicht und humorvoll – und Das Päckchen lässt sich rasch lesen.

„‚Vielleicht verstehst du jetzt, weshalb ich ein wenig skeptisch bin, wenn jemand zu gut ist, um wahr zu sein.‘
‚Ich bin also zu gut, um wahr zu sein?‘
‚Hey, du schickst mir Päckchen und behauptest, du willst mir helfen, da muss doch irgendwas faul sein.‘“ 

(J. Vellguth, Das Päckchen, S.60)

Das Päckchen ist ein Wohlfühlroman, aber nicht zu 100% meins – daran konnte selbst Konrads Einhornzauber nichts ändern. Für meinen Geschmack war der Plot stellenweise zu vorhersehbar – und arg konstruiert. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Autorin ein Potpourri verschiedener Liebesroman-Motive mischt, um eine möglichst eingängige, gut verkäufliche Geschichte zu erzählen. Das ist nicht negativ gemeint, denn es funktioniert. Das Päckchen wird sehr viele Leserinnen und Leser ansprechen, da bin ich mir sicher. Allein jeder, der Bücher liebt und sich in irgendeiner Form mit Literatur beschäftigt, wird sich in der BookTuberin Emma wiedererkennen.

Fazit

Wer Bücher liebt und auf der Suche nach locker-leichter Unterhaltung ist, dem kann ich Das Päckchen nur empfehlen. Perfekte Lektüre für einen Nachmittag in der Sonne – sei es am Strand oder im Park.

 Über die Autorin

Jacqueline Vellguth bzw. ihr Blog Schriftstellerwerden begleitet mich schon, seit ich meine eigenen ersten Schreibversuche unternommen habe. Viele ihrer Posts zum Handwerk, das hinter den Geschichten steckt, waren eine echte Offenbarung für mich – und sind es auch heute noch. Definitiv einen Klick wert!

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