#Waiting on Wednesday #3 – Bernhard Hennen: Die weiße Königin (Die Chroniken von Azuhr II)

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Bildrechte liegen beim Verlag.

Meine lieben Weltenbummler,
ich habe eine Schwäche für Geschichten. Vor allem für solche, mit Magie und Intrigen, in denen Gefahren spürbar hinter jedem Absatz lauern. Und für Geschichten, die bildhaft und poetisch erzählt werden. All das trifft auf Der Verfluchte, den Auftakt zu Bernhard Hennens Trilogie Die Chroniken von Azuhr zu.

Der Roman hat mich – trotz seines schwachen Anfangs – wirklich begeistert, was nicht zuletzt an den faszinierenden Mären liegt, die der Autor in die Erzählung einwebt. (Zu meiner Rezension gelangt ihr *** hier ***). Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich im Herbstprogramm von Fischer Tor die Ankündigung für Die weiße Königin entdeckt habe.

Darum wird es gehen:

Auf der Insel Cilia eskaliert der Konflikt zwischen der Liga der Stadtstaaten und den Herzögen des Schwertwaldes. Die militärische Übermacht der Liga ist erdrückend, und die Hoffnung der Waldbewohner ruht auf einer alten Sage, dass in der Stunde der größten Not die Weiße Königin, die ehemalige Herrscherin des Waldes, zurückkehren wird. Doch wie groß muss die Not werden, bis sich dies erfüllt?

Milan Tormeno versucht, den Wirren des Krieges zu entgehen, denn in seinen Augen kämpft keine von beiden Seiten für eine gerechte Sache. Doch es droht eine weitere Gefahr: Überall auf der Insel erwachen Märengestalten zu neuem Leben. Erst allmählich begreift Milan, wie er dieser magischen Wesen Herr werden – und die Wirklichkeit verändern kann.

(Quelle: Fischer Tor Verlag)

Klingt wirklich spannend, oder? Jedenfalls hibble ich der Veröffentlichung am 26. September 2018 schon jetzt freudig entgegen. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna


#Waiting on Wednesday ist eine Aktion, die von Breaking the Spine gehostete wird – und eine wunderbare Gelegenheit, ganz (un)geduldig auf persönliche Buchhighlights hinzufiebern. Wann immer es sich anbietet, werde ich euch hier also Bücher vorstellen, deren Veröffentlichung ich kaum mehr abwarten kann. Wer weiß, vielleicht könnt ihr so ja auch noch den ein oder anderen Roman entdecken, der es sich auf eurer Wunschliste gemütlich machen möchte. :)

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[Monatsrückblick] Bloggeburtstag, Blutmond und Orientflair

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Hallo Weltenbummler,
Willkommen zum Rückblick auf den sonnen- und ereignisreichen Juli. Der Monat begann für mich so buchig, wie es nur geht: mit dem Geburtstag dieses Blogs. Seit einem Jahr darf ich euch nun schon durch die Welt aus Tinte und Papier begleiten – und möchte keinen einzigen Tag davon missen. In meinem *** Geburtstagsartikel *** blicke ich auf die vergangenen zwölf Monate und meine ersten Schritte in der Blogwelt zurück – dabei darf eine große Portion Selbstironie natürlich nicht fehlen.

 

Orientflair, Steampunk-Rapunzel und ein astronomisches Jahrhundertereignis

In diesem Jahr gibt sich der Sommer wirklich Mühe, uns ordentlich ins Schwitzen zu

Sand & Wind

bringen. Als ob es draußen nicht schon heiß genug wäre, habe ich mich von Elea Brandt in die Wüste entführen lassen: In die rote Wüste, die voller Legenden und uralter Magie steckt. Ihr Roman Sand & Wind ist ein unterhaltsames, gut gemachtes Fantasyabenteuer voller sprühendem Witz und orientalischem Flair. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich mit ihren vielschichtigen, einzigartigen Charakteren und ihrem genialen Schreibstil zu begeistern. Bei Sand & Wind war das nicht anders. Was mir so gut an der Geschichte gefallen hat, erfahrt ihr in meiner *** Rezension ***.

Dann war da noch der Blutmond. Bei den lauen Temperaturen habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir die totale Mondfinsternis anzuschauen. Wirklich faszinierend und beeindruckend. Was das mit Büchern zu tun hat? Na, in der Woche vor dem astronomischen Jahrhundertereignis haben sich einige Blogger Zeit genommen, um im Rahmen der Aktionswoche zu Opfermond von Elea Brandt den Mythen rund um den Blutmond und einigen anderen spannenden Themen auf den Grund zu gehen.

Ein Buch, das mich wegen seiner ungewöhnliche Idee fasziniert hat, ist Tropfen der Ewigkeit, das mitte des Monats erschienen ist. Im mittlerweile 13. Band der Märchenspinnerei erzählt Eva-Maria Obermann die Geschichte von Rapunzel neu – in einem Steampunk-Setting. Passend zum Release hat die Märchenspinnerei Postkarten mit einer persönlichen Nachricht der Autorin verlost.

Eine davon hat auch mich erreicht. :)

Hin – oder doch wieder zurück? Die Phantastika 2018

In meinem Beitrag zur Longlist des Deutschen Phantastik Preises musste ich leider darauf hinweisen, dass die Phantastika, die eigentlich Anfang September in Oberhausen hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde. Damit stand auch die Verleihung des DPP auf der Kippe – was für die Phantastikszene und die nominierten Autoren mehr als schade gewesen wäre.

Nun hat Mike Hillenbrand ein *** Interview *** gegeben und überraschend verkündet: Die Phantastika findet doch statt. Nicht in Oberhausen, sondern als Teil der German Comic Con in Berlin am 20. und 21. Oktober. So weit so gut. Was mich stutzig gemacht hat, ist die Aussage, dass die Phantastika als Literaturmesse konzipiert und abgesagt worden sei, da sich so wenige Verlage angemeldet hätten. Im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung ihre Premiere feierte, war allerdings noch die Rede von den fünf Welten der Phantastik, die neben dem Lesen auch Spiele und andere phantastische Medien in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken sollten. (Dass der Schwerpunkt der Aussteller tatsächlich aus der Literaturszene kam, sei dahingestellt.) Sehr seltsam. Hat da etwa jemand sein Konzept oder seine Prinzipien über Bord geworfen?

Impression von der Phantastika 2017 – damals in Oberhausen.

Ich bin skeptisch, ob die Zusammenlegung mit der Comic Con wirklich eine gute Idee ist. Der Termin liegt nah am BuchCon und der Frankfurter Buchmesse. Fraglich, ob viele (Klein)Verlage den zusätzlichen finanziellen Aufwand und die höheren Standgebühren stemmen können – und wollen. Für alle Beteiligten hoffe ich, dass die Phantastika und ihre engagierten Organisatoren und Aussteller auch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Und dass es im nächsten Jahr nicht wieder so ein hin und her gibt – und die Veranstaltung eventuell wieder nach Oberhausen zurückkehrt.

Ausgleich

Zurzeit komme ich leider seltener dazu, mich am Writing Friday zu beteiligen. Ein kurzer Text ist dennoch online gegangen – eine Erzählung über *** den Traum vom Fliegen ***. Ganz bewusst habe ich mir aber neben der Bachelorarbeit, an der ich zurzeit sitze, Zeit genommen, um literarisch zu schreiben. Dabei ist nicht nur eine historische Kurzgeschichte für einen Wettbewerb entstanden, sondern auch die Überarbeitung meines Romanes ist ein gutes Stück vorangekommen. Ich habe mal wieder gemerkt, wie viel mir das Schreiben gibt. Es ist mein Ausgleich, auch wenn es mich manchmal (positiv) stresst. Etwas, das ich – genau wie das Bloggen – nicht missen möchte.

Wir lesen uns,
Eure Anna

#Writing Friday – Fräulein Luna und der Glanz der Sterne


Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass man dereinst eine Legende aus ihren Gefühlen spönne. Die Legende vom Fräulein Luna und dem Glanz der Sterne.

Samtenschwarz war die Nacht, als Fräulein Luna erwachte. Sie badete in Sternenglanz, hüllte sich in ihr fließendes Silbergewand und machte sich wie an jedem Abend auf den Weg. Ein Käuzchen begrüßte sie fröhlich, kaum dass sie sich über den Horizont erhob. Freundlich lächelte sie auf die Erde herab, die schlaftrunken zu ihren Füßen ruhte. Beobachtete die Geschöpfe der Nacht, die nach und nach erwachten. Schenkte ihnen ihr Silberlicht, aus dem sie Traumgespinste wob. Fräulein Luna konnte sich kaum sattsehen an den Wäldern, Seen und Fluren, die wie in Silber gegossen mit ihrem eigenen Gewand um die Wette glänzten.

Höher und höher stieg sie, bis sie ihren Thron zwischen den Sternen erreichte. Von dort aus wachte sie über die Welt, bis Herr Sonne sie am Ende der Nacht ablöste und die Traumgespinste zerriss.

Ein sehnsüchtiges Seufzen entrang sich ihrer Brust, als sie ihren Stern gewahrte. Er war weder größer noch leuchtete er heller als die anderen, die strahlend am diamantbesetzten Firmament standen. Doch Fräulein Luna schien sein Licht wärmer, funkelnder. In manchen Nächten glaubte sie, er blitze besonders hell, nur um ihr zu gefallen.

Wieder seufzte sie. So gern hätte sie den Stern – ihren Stern – besucht, doch durfte sie ihren Platz nicht verlassen. Wer sollte sonst auf die Welt achten und Traumgespinste aus Silberlicht weben, die Schatten und Albträume fernhielten?

So ging es Nacht für Nacht. Der Anblick ihres Sterns, der so unerreichbar fern leuchtete, erfüllte Fräulein Lunas Herz gleichermaßen mit Freude und Kummer. Bis zu jener Nacht, die nun Legende ist.

Fräulein Luna wachte auf ihrem Posten, als ihr Stern zu flackern begann. Besorgnis ergriff ihr Gemüt, während sie das heller und dunkler werdende Lichtspiel beobachtete. Zuerst dachte sie, der Stern wolle sie auf ihn aufmerksam machen. Doch dann stürzte er einfach vom Firmament!

Immer rascher wurde sein Fall. Ein funkelnder Schweif aus Sternenglanz markierte seinen Weg. Fräulein Luna wusste, dass jeder Stern irgendwann verging. Aber der ihre? Bald würde er auf der Erde zerschellen – und sie wäre seines Anblicks auf ewig beraubt.

Mit sorgenvollem Herzen wob sie so schnell sie vermochte Silberlicht zu einem Traumgespinst. Schneller als jemals zuvor. Umhüllte ihren Stern damit. Obwohl es kaum stärker war als ein Lufthauch und zerbrechlich wie Glas, bremste es den Fall. Behutsam bettete es den Stern auf einem Kissen aus Moos.

Tränen rannen über Fräulein Lunas Wangen, fielen schwer und glitzernd zur Erde. Eine tropfte mitten auf ihren Stern, der in abertausende Funken zersprang. Fräulein Luna erschrak, beweinte, dass sie ihren Stern nicht vor diesem Schicksal hatte bewahren können. Mehr und mehr Tränen benetzten das Traumgespinst aus Silberlicht, banden den Sternstaub, bis sich winzige leuchtende Punkte in den Schatten zwischen den Bäumen erhoben.

Jeden Abend, wenn Fräulein Luna auf ihrem Platz sitzt, Silberlicht zu Traumgespinsten webt und auf die Welt hinabblickt, sieht sie das Licht ihres Sternes in den Glühwürmchen, die über Wälder, Seen und Fluren tanzen. So schenkte Fräulein Lunas Liebe ihrem Stern eine neue Gestalt – und unseren Nächten irdischen Sternenglanz.

 


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Thema heute: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz beginnt Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass …

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday findet ihr* hier *. Darin lasse ich den Traum vom Fliegen wahr werden.  Wer noch mehr schmökern möchte: Bitte * hier * entlang.

[Rezension] Bernhard Hennen – Die Chroniken von Azuhr I: Der Verfluchte | Die Märengestalten erwachen

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„Und so ersann die Silberne Prinzessin ihr letztes Geschenk: die Mären. Geschichten von einer Welt voller Magie, voll dunkler Gestalten und strahlender Helden, von selbstloser Liebe und nie verlöschendem Zorn.“

(Bernhard Hennen, Der Verfluchte S.273)

Im Auftakt seiner neuen Trilogie Die Chroniken von Azuhr entführt uns Bernhard Hennen in eine magische Welt voller Mären – und erzählt von der Macht der Worte und der Phantasie. Obwohl ich den Roman schon im Frühjahr verschlugen habe, bin ich erst jetzt dazu gekommen, ihn zu rezensieren.

Auf einen Blick:

Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte

 

 

Titel: Der Verfluchte
Reihe: Die Chroniken von Azuhr, Band 1 (von 3)
Autor: Bernhard Hennen
Verlag: Fischer Tor
Seiten: 576
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 16,99 €/ 14, 99€
Erscheinungsdatum: 29. Dezember 2017
Genre: High Fantasy

 

Darum geht’s

Der Beginn eines neuen magischen Zeitalters – die neue Bestseller-Serie von Deutschlands Fantasy-Autor Nr. 1: Bernhard Hennen!

Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.
Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird …

(Quelle: Fischer Tor)

Das Buch

Bernhard Hennen ist für mich ein unvergleichlicher Geschichtenerzähler. Es gibt wohl kaum einen Autor, dessen Erzählungen ich so begierig aufsauge wie die seinen. Nicht umsonst zählt sein Roman Die Elfen zu meinen allerliebsten *** Herzensbüchern ***. Dementsprechend neugierig war ich, als angekündigt wurde, dass er nicht nur von Heyne zu Fischer Tor wechselt, sondern auch den Elfen den Rücken kehrt, um seine Leser in eine völlig neue Welt zu entführen. Dementsprechend habe ich mir auch die limitierte, signierte Ausgabe mit dem wunderschönen blauen Schnitt besorgt, die sich in meinem Regal wirklich toll macht. :) Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen.

„Er hatte die Mär vom Krähenmann erzählt. Eine wunderbare Geschichte darüber, wie am Ende stets die Gerechtigkeit über das Dunkel in der Welt obsiegte.“

(Bernhard Hennen, Der Verfluchte, S.7)

Die ersten gut 80 Seiten nehmen sich Zeit für ein bisschen Vorgeschichte – und ein wichtiges Kapitel der Familiengeschichte des jugendlichen Protagonisten Milan Tormeno, die 53 Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt. Vieles daran hat mir so gar nicht gefallen, mich sogar in eine echte Lesekrise gestürzt. Sollte Der Verfluchte tatsächlich der erste Roman aus Hennens Feder sein, den ich nicht gut finde?

Gestört hat mich vor allem, dass sich der Autor Motive bedient, die er schon in seinen anderen Romanen (hier vor allem der Elfenritter) benutzt hat. Zwar in einen anderen Kontext eingebettet, aber dennoch las es sich … aufgewärmt. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber gegen Ende der Vorgeschichte hat sie mich doch packen können – und daran ist eine kongeniale Anspielung auf Edgar Allan Poe nicht ganz unschuldig.

„Gradlinig und wagemutig, so waren die Helden in Mären. Und so musste auch er sein.“

(Bernhard Hennen, Der Verfluchte, S. 530)

Die Erzählung, die sich danach entfaltet, hat meine kühnsten Erwartungen noch um Längen übertroffen. Ausgangspunkt ist ein klassischer Vater-Sohn-Konflikt zwischen Milan und seinem Vater, dem er ins Amt des Erzpriesters nachfolgen soll. Das Verhältnis der beiden ist vor allem durch Strenge auf Seiten Nandus‘ und eine trotzige, ablehnende Haltung Milans gegenüber den Wünschen seines Vaters geprägt. Hennen gewinnt dem altbekannten Motiv kaum Neues ab, macht aber die Beweggründe beider Figuren nachvollziehbar.

Milan will sich unbedingt von seinem Vater emanzipieren und dem starren Korsett der hohen Erwartungen, die dieser an ihn stellt, entfliehen. Dabei geht er so weit, seinem Vater einen Streich zu spielen – mit ungeahnten Folgen.

„Dieses Streben nach Vollkommenheit war der Fluch, der auf Milans Leben lastete. (…) So sehr er sich auch anstrengte, immer fand Nandus etwas an ihm auszusetzen.“

(Bernhard Hennen, Der Verfluchte, S. 81)

Unglaublich geschickt webt Hennen nach und nach immer mehr magische Elemente in den Plot ein. Mit großer Freude am Fabulieren spinnt er bezaubernde und zugleich erschreckende Mären, die dem Roman ein besonderes Flair verleihen. Da gibt es die weiße Königin oder den Krähenmann, der nachts durch die Gassen streift und Kinder raubt. Nach und nach stellt sich heraus, das hinter einiger dieser Geschichten, viel mehr steckt. Denn in Azuhr bricht ein Zeitalter an, in dem Märengestalten wieder lebendig werden.

Die Welt von Azuhr verbindet italienische und asiatische Elemente, ist komplex aufgebaut und detailliert ausgearbeitet. Mehrere Parteien kämpfen um die Macht – und ehe Milan sich versieht, findet er sich mitten in den verworrenen Machtkämpfen wieder und muss sich entscheiden, auf wessen Seite er sich stellt.

Neben Milan begleiten wir allerdings auch noch einige andere Figuren. Jede von ihnen hat eine eigene, unverwechselbare Erzählstimme. Da ist unter anderem Nok, die geheimnisvolle Konkubine, die voller (fernöstlicher) Weisheit steckt. Aber auch Felicia, die Diebin, die mehr ist, als sie zu sein vorgibt.

„’Warum folgen wir dem Jungen überhaupt?‘
‚Weil er ein Tormeno ist. Er wird mächtig werden. Jetzt kann ich Einfluss auf ihn nehmen. Das wird die Zukunft verändern.’“

(Bernhard Hennen, Der Verfluchte, S. 133)

Sie alle sind authentisch und facettenreich. Hennen braucht gar nicht viele Worte, um sie in meiner Vorstellung lebendig werden zu lassen. Einige sind sympathisch, andere gewollt abstoßend, doch sie alle tragen dazu bei, dass sich eine temporeiche, fesselnde Geschichte entspinnt – die nicht alle überleben. (Natürlich stirbt eine meiner Lieblingsfiguren, aber es besteht Hoffnung, dass sie irgendwie zurückkehren wird.)

Freunde epischer High-Fantasy werden mit Der Verfluchte voll auf ihre Kosten kommen – aber auch jeder, der Geschichten und vor allem Märchen liebt. Die Mischung aus Magie, Intrigen und packenden Kampfszenen versteht gleichermaßen zu fesseln und zu unterhalten. Ein sehr lesenswerter Roman, der für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei war. Zum Glück erscheint die Fortsetzung schon im Herbst 2018.

Fazit

Bis auf den langatmig geratenen Beginn schafft Bernhard Hennen mit Der Verfluchte einen Roman, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Eine Geschichte über die Macht der Worte – und der Mären – voller Magie und Intrigen, grandios erzählt und mit toll ausgearbeiteten Figuren. Eine klare Empfehlung.

[Rezension] Elea Brandt – Sand & Wind | Seid ihr bereit für ein orientalisches Abenteuer?

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„Mein Vater sagt immer, die Wüste ist wie eine ylasische Frau. Wunderschön, aber sie bringt dich um, wenn du nicht mit ihr umzugehen weißt.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, Ebook S.168)

Die rote Wüste steckt voller Legenden und uralter Magie – und genau davon erzählt uns Elea Brandt in Sand & Wind, einem Fantasyabenteuer mit orientalischem Flair.

Auf einen Blick:

Sand & Wind

 

 

Titel: Sand & Wind
Reihe: Die Legende der roten Wüste, Band 1
Autorin: Elea Brandt
Verlag: Verlag ohneohren
Seiten: 250
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: ??? €/ 3, 49€
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2018
Genre: orientalische Fantasy

 

Darum geht’s

Tief in der Wüste regt sich uralte Magie. Mit dem roten Sand fegt sie durch die Gassen der Stadt Zarbahan und enthüllt ein lange gehütetes Geheimnis.

Während der vorlaute Gauner Quiro seinen Lebensunterhalt mit Taschenspielertricks verdient, versucht der junge Schah Elis, den brüchigen Frieden im Land zu bewahren. Eines Tages begegnen die beiden einander – und die Ereignisse überschlagen sich. Elis verschwindet unter mysteriösen Umständen und Quiro findet sich mitten in den Ränkespielen der Mächtigen wieder, wo ihn jeder Fehler den Kopf kosten kann. Denn dunkle Kräfte ruhen im Wüstensand – und nur Quiro kann sie aufhalten.

(Quelle: Verlag ohneohren)

Das Buch

Sand & Wind ist der erste Band der auf zwei Bände angelegten Legende der roten Wüste. Wie ich es von Elea Brandt gewohnt bin, braucht sie auch in ihrem mittlerweile dritten Roman nicht viele Worte, um mich nach Zarbahan und in den Palast des Schahs zu entführen. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass sie eine unglaublich talentierte Geschichtenerzählerin ist? Ihr Stil ist locker und gefällig, witzig und mit Vergleichen und Metaphern gespickt, die nur innerhalb der Romanwelt funktionieren. Dabei beweist sie auch ein feines Gespür für das Tempo ihrer Erzählung. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die die flirrende Hitze des Wüstensands, Gerüche und Farben einfängt und zu einem bezaubernden orientalischen Flair verwebt.

„Was gäbe sie darum, jetzt draußen vor den Mauern der Stadt durch den roten Sand reiten zu können? Zuzusehen, wie der Wind verschlungene Muster auf die Dünen zeichnete und wie die Sonne glühend rot hinter den Bergen im Westen verschwand?“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.22)

Unser erster ‚Reiseführer‘, der uns durch die Gassen Zarbahans begleitet, ist Quiro, seines Zeichens ein Dieb und Taugenichts – und mir auf Anhieb sympathisch. Er ist ein charmantes Schlitzohr, nimmt kein Blatt vor den Mund und hat in Farzam und Barush zwei so treue Freunde gefunden, wie man sie sich nur wünschen kann. Die Dynamik innerhalb der Dreiergruppe, ihre kleinen Reibereien und Sticheleien haben mich oft schmunzeln lassen.

„Quiro schluckte. Es gab schon einen Grund, warum er nur ein räudiger Gauner geworden war – Denken war scheinbar nicht seine Stärke.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.181)

Dann ist da noch Elis, dessen Leben nicht verschiedener von dem Quiros sein könnte. Seit einem Jahr lenkt er als Schah die Geschicke Zarbahans – und weiß seinen Onkel Izafar als zuverlässigen Berater an seiner Seite. Die Fußstapfen, in die er

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

zu treten hat, scheinen ihm an manchen Tagen zu groß. Vor allem deshalb, weil das Friedensabkommen zwischen Zarbahan und Ylas noch immer fragil ist.

Deshalb soll er Arazin, die Prinzessin von Ylas heiraten. Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass sie von all den interessanten Figuren mein Liebling ist. (Eventuell bin ich auch voreingenommen, immerhin durfte ich Arazin im Rahmen der Releasewoche zu Sand & Wind interviewen. *** lest gern mal rein. ***)

 

„Sie war wirklich schön, seine Verlobte. Keine sanfte, zarbahanische Schönheit, aber geschmeidig, herb und wild, wie eine Gepardin, deren Krallen man lieber nicht zu nahe kam.“

(Elea Brandt, Sand & Wind, EBook S.44)

Die stolze, unbeugsame Wüstenprinzessin steckt jeden ihrer männlichen Romankollegen locker in die Tasche. :) Wunderbar treten hier auch die Unterschiede zwischen Zarbahan und Ylas zutage, zeigen das gewohnt detailreiche Setting, in dem Magie eine große Rolle spielt.

Alle Figuren sind beeindruckend authentisch, mit Eigenheiten, die sie unverwechselbar machen, und Zielen, die sie um jeden Preis erreichen wollen. Auch wenn Sand & Wind insgesamt eher einen lockeren Ton anschlägt, ein Abenteuerroman ist, der mit einem großen Augenzwinkern erzählt wird, bleibt dennoch Raum für ernste Themen, die unaufdringlich und mit Fingerspitzengefühl in die Erzählung eingebettet werden.

Trotz all des Lobes gibt es dennoch einige kleinere Kritikpunkte. Der Plot von Sand & Wind bedient sich eines Motivs mit einer langen literarischen Tradition. (Um euch nicht zu spoilern, bleibe ich an dieser Stelle bewusst wage.) Ein Motiv, das eigentlich gar nicht meins ist, weil es schon so ausgelutscht ist. Aber Elea Brandt gelingt es, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Umwege einzuschlagen, die überraschen und/oder amüsieren. Anfangs sind einige Aspekte der Handlung leider vorhersehbar, aber der Unterhaltungswert des Romans entschädigt mehr als genug dafür. Hinzu kommt noch ein packendes Finale, das Raum für Spekulationen lässt, wie es im nächsten Band weitergehen könnte.

Fazit

Flirrende Wüstenhitze, orientalisches Flair und ein augenzwinkernd erzähltes Fantasyabenteuer. Sand & Wind ist ein Roman, der gute Laune macht, mit gut ausgearbeiteten, sympathischen Figuren begeistert und mit einem detailreichen, durchdachten Setting überzeugt. Eine klare Empfehlung.

Vielen Dank an Elea Brandt und den Verlag ohneohren, die mir den Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. :)

 Über die Autorin

Wenn Elea Brandt eines ist, dann vielseitig – und produktiv. Ende 2017 erschien ihr Debütroman, der Dark-Fantasy Thriller Opfermond (Mantikore-Verlag, *** zur Rezension ***), der nicht nur auf der Phantastik-Bestenliste (Februar 2018), sondern auch auf der Longlist des Deutschen Phantastik Preises landetet.

Anfang 2018 entführte sie ihre Leser in Unter einem Banner (Dead Soft Verlag, *** zur Rezension ***) in eine packende Low Fantasy-Welt – und nun in Sand & Wind in ein orientalisches Fantasysetting.

Mehr über die Autorin, ihre aktuellen Projekte sowie spannende Beiträge rund um verschiedene literarische Themen findet ihr auch auf Eleas Blog – reinschnuppern lohnt sich!

[Monatsrückblick] Im Aufwind

[Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Hallo meine Lieben,
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. 2018 ist schon zur Hälfte rum und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Tage immer rascher an mir vorbei fliegen. Zeit, einen Augenblick inne zu halten und den Juni Revue passieren zu lassen.

Arabische Nächte

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

 

Ein Thema hat mich in der Welt aus Tinte und Papier beschäftigt wie kein Zweites: Die Veröffentlichung von Sand & Wind. Die Legende der roten Wüste. Auf Elea Brandts inzwischen dritten Roman habe ich so ungeduldig hingefiebert, dass ich ihm einen eigenen *** Waiting on Wednesday *** gewidmet habe.

Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als eine Einladung der Autorin in meinen Briefkasten flatterte, Teil der Releasewoche zu sein. :) Dabei ist in enger Zusammenarbeit mit Elea ein spannendes Interview mit Prinzessin Arazin, einer der Protagonistinnen entstanden. Wenn ihr Lust habt, ein bisschen in die Welt von Sand & Wind reinzuschnuppern, dann folgt mir *** hier entlang ***. Übrigens gibt es auch frische Datteln und Feigen.

Für mich war es tatsächlich das erste Mal, dass ich an so einer Bloggeraktion teilgenommen habe. Mir hat es großen Spaß gemacht, mich mit dem Roman und meinen eigenen Erwartungen an die Geschichte auseinanderzusetzen und daraus eine Beitragsidee zu stricken, die auch euch gefallen könnten. Im Rahmen der Aktion sind einige tolle Beiträge online gegangen.

Obwohl ich momentan eher wenig Lesezeit habe, konnte ich schon in das orientalische Abenteuer hineinschnuppern – und bislang bin ich wirklich begeistert. Bis zum Rezensieren wird es wohl noch dauern, haltet bis dahin einfach die Augen offen. ^^

Erinnerungen und verlorene Dinge

Im Juni gab es hier auch wieder einen Text zum #Writing Friday zu lesen. Eigentlich sollte sich die Geschichte um ein sprechendes Buch drehen. Aber sie hat sich verselbstständigt und so wurde daraus eine *** Erzählung über den Wert von Erinnerungen ***.

 

Um verlorene Dinge kümmert sich hingegen Lydia Frost, Privatdetektivin und Protagonistin aus Frost & Payne. Mit Die Schlüsselmacherin, dem Auftakt zu ihrer Steampunk-Serie hat Luzia Pfyl bei mir wirklich ins Schwarze getroffen. Ich bin absolut begeistert und freue mich jetzt schon darauf, auch die nächsten kurzen Episoden von Frost & Payne zu verschlingen. Warum, das verrate ich euch *** hier ***.

Im Aufwind

Was das Schreiben angeht, war der Monat eher durchwachsen. Zumindest habe ich bereits in der ersten Junihälfte eine Absage für eine Kurzgeschichte kassiert, in der eine Menge Herzblut steckte. Die besondere Herausforderung bei Anthologieausschreibungen besteht gerade darin, den Geschmack der Herausgeber zu treffen und sich gegen eine Masse an anderen Einsendungen durchzusetzen. Deshalb sollte man eigentlich nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn es mal nicht klappt. Aber dennoch … ziehen solche Absagen in schlechten Momenten ganz schön runter.

Egal.

Hingefallen, aufgestanden und weitergeschrieben.

Das Logo der Storyolympiade

Und ich fühle mich tatsächlich im Aufwind, denn ich habe eine Zusage für eine Geschichte bekommen, mit der ich im Leben nicht gerechnet hatte. 175 wackere Autoren waren Ende vergangenen Jahres dem Ruf der Storyolympiade gefolgt und hatten sich Gedanken zum Thema „Maschinen“ gemacht. (Zur Erklärung: Die Storyolympiade ist eine Ausschreibung mit langer Tradition, die regelmäßig und sehr spannend über die Zwischenstände der Auswertung informiert.)

Mein selbst gestecktes Ziel war, wenigstens die Vorrunde zu überstehen (woran ich beim letzten Anlauf 2015/2016 grandios gescheitert bin). Nun hat es meine Geschichte tatsächlich unter die besten 25 geschafft – und damit den Sprung in die Siegeranthologie, die noch diesen Herbst erscheinen wird. :) Darüber werde ich euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Jetzt bin ich umso motivierter, auch mein Romanmanuskript endlich fertig zu überarbeiten.

Wir lesen uns,
Eure Anna

#Writing Friday – Frei und schwerelos

Endlich wieder #Writing Friday! In den vergangenen Wochen hatte ich ein kleines KreaTief und eher wenig Zeit zum Bloggen. Aber als ich mich eben an den Laptop gesetzt habe, ist mir aufgefallen, wie sehr ich so eine kleine, kreative Auszeit ab und zu brauche. :) .Heute habe ich dir einen Text zu folgender Aufgabe mitgebracht:  Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er konnte tatsächlich fliegen!“ endet.


Frei und schwerelos

Ein nie gekanntes Glücksgefühl, gemischt mit einer großen Portion Adrenalin rauschte durch Gisberts Adern, als der Wind unter die Pergamentschwingen seines Gleiters griff und ihn in weiten Spiralen höher und höher in den azurblauen Himmel trug. Über dem Pfeifen des Windes hörte er das Knarren und Ächzen der Strohhalme, doch wusste genau, dass die Zahnseide seine Konstruktion sicher verband. Bestimmt hundert, ach was, tausend Mal hatte er jeden Knoten, jede Verbindung überprüft. Schon bei der Auswahl der Materialen darauf geachtet, nur einwandfreie Stoffe aus den Abfallbehältern der Menschen mitzunehmen. Hatte die besten Windbedingungen berechnet. Den Anlauf, den er benötigte und die Höhe, aus der er abspringen musste.
Einem Heinzelmann ist es nicht vergönnt, zu fliegen, hatte Graubart, der Älteste, ein ums andere Mal erklärt. Schon damals, als Gisbert noch ein Heinzelmännchen war, dem noch nicht einmal der erste Bartflaum wuchs. Ein Heinzelmännchen mit einem ungewöhnlichen Traum.
Belächelt hatten die anderen ihn. Jetzt schmolzen sie unter ihm zusammen, das ganze Dorf kaum so groß wie ein Samenkorn. Sahen ihm dabei zu, wie er am Himmel seine Kreise zog.
Sein Bart wehte ihm halb ins Gesicht, als er sich in eine scharfe Rechtskurve legte, den Gleiter herabsinken ließ und dicht über ihre Köpfe hinwegzog. Mit jeder Bahn wurde er mutiger, reckte die Faust empor. Der Wind, der ihm den Bart ums Gesicht wehte, riss einen Jauchzer von seinen Lippen.
Genau so hatte es sich in seinen Träumen angefühlt. Frei und schwerelos. Die Sonne auf seiner Haut. Über ihm nur der Himmel. Nur Himmel bis zum Horizont. Er konnte tatsächlich fliegen!


Der #Writing Friday ist eine Aktion von  Elizzy von read books and fall in love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen,  einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ. 

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen.  Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Meinen letzten Beitrag zum #Writing Friday findet ihr* hier *. Darin erzähle ich euch etwas über den Wert von Erinnerungen. Wer noch mehr schmökern möchte: Bitte * hier * entlang.

[Bloggeburtstag] Ein Jahr in der Welt aus Tinte und Papier – ein Reisebericht

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Anno 2017, wir schreiben den 1. Juli, als Anna ihre Wanderschuhe schnürte, Kekse, einen Fotoapparat und ein gutes Buch in ihren Rucksack packte. Dann zog sie in ein ganz besonderes Abenteuer: Die Welten aus Tinte und Papier zu erkunden, die zwischen Buchdeckeln gelegen sind …

Ich liebe Geschichten heiß und innig – und so oder so ähnlich könnte der Beginn der Geschichte dieses Blogs lauten. Unglaublich, dass die Welt aus Tinte und Papier vor einem Jahr ihre Pforten geöffnet und mich – und euch – auf eine besondere Reise mitgenommen hat. Zeit für einen kurzen Reisebericht – der Spuren von Selbstironie enthalten kann. :)

Aller Anfang ist schwer

Lust aufs Bloggen hatte ich schon eine ganze Weile, aber den letzten bzw. ersten Schritt zu gehen und mich auf WordPress anzumelden, habe ich mich lange nicht getraut. Da waren all diese Bücherblogs, schillernd bunt wie Seifenblasen und professionell gestaltet, mit ihren ganzen Lesern, die Bücher hypten oder kritisierten, Montagsfragen beantworteten oder mittwochs warteten. Das Angebot ist so groß, da besteht doch gar kein Bedarf für noch einen Blog, der sich um dieselben Themen dreht, dachte ich, und fühlte mich beim Stöbern auf einigen Seiten ganz schön … eingeschüchtert. Auch von den (vermeintlichen) Bergen an Rezensionsexemplaren, die bei der ein oder anderen monatlich eintrudeln. (Nebenbei bemerkt: Ich habe noch nie ein Rezensionsexemplar angefragt. Irgendwie habe ich da Skrupel …)

Doch dann habe ich es gewagt. Seiten erstellt, einen Header gestaltet. Und mit verschwitzten Fingern auf veröffentlichen geklickt. Und dann? Ist nicht Schlimmes passiert. Gar nichts. * lach *

… und dann …

… lag der nächste Schritt ganz deutlich vor mir: die Weltherrschaft. Ähm … ich meine natürlich: Leute von meinen Beiträgen begeistern. Also mussten Leser her. Diese scheuen Wesen, die schon eine Vielzahl an Blogs abonniert haben – und durch individuelle Inhalte angelockt werden.

… kommt es wirklich nicht auf die Größe an?

Ich gebe es offen zu: Am Anfang habe ich mir wirklich Druck gemacht. Es gibt massenweise Tipps für angehende Blogger (die ich gelesen habe, schließlich begibt man sich ja nicht unvorbereitet in ein Abenteuer).

  • Blogge regelmäßig. Am besten an festen Wochentagen.
  • Like und kommentiere bei anderen.
  • Sei du selbst, individuell und kreativ.

Gut, der erste Beitrag (mit dem üblichen * ich-fange-jetzt-an-zu-bloggen-bitte-fresst-mich-nicht-Text *) und die erste Rezension (zu *Harry Potter und das verwunschene Kind*) waren online. Also: Ärmelhochgekrempelt und Blogs durchstöbert.

In den ersten Monaten war ich total auf meine Followerzahl fokussiert – und habe

festgestellt, dass ich umso weniger neue Leser gewonnen habe, je mehr Mühe ich mir gegeben habe. Paradox, oder? Mittlerweile sehe ich das alles lockerer und werfe nur noch ab und an einen Blick auf die kleine Zahl da am rechten Seitenrand (glaubt ja nicht, ich wüsste nicht, dass die 99 sich dort hartnäckig hält ^^). Im Lauf der Zeit sind neben dem Blog auch noch ein Account bei Twitter und ganz frisch einer auf Instagram dazugekommen, auf denen ich über Bücher plaudere – worüber auch sonst. ^^

Regelmäßig bloggen klappt mehr oder minder gut. Aber – auch wenn es überraschen mag – wenn es mal eine Woche oder zwei keinen neuen Beitrag gibt, passiert auch nichts Schlimmes. Es gibt keine Bloggerpolizei, die die Frequenz neuer Posts kontrolliert. Die einzige, die das wirklich interessiert hat, war ich. Auch da bin ich entspannter geworden. Der Blog ist mein Hobby. Meine kleine Auszeit – aber auch Arbeit, die mir Spaß macht und machen soll.

Die Community

Die Bloggerszene erscheint mir noch bunter, seit ich Teil davon geworden bin. Mich hat wirklich überrascht, wie nett ich aufgenommen wurde. Deshalb habe ich mich auch besonders über die Nominierungen zum * Mystery Blogger Award * und *Sunshine Blogger Award * gefreut. Sogar auf der Frankfurter Buchmesse habe ich neue Kontakte knüpfen können. Es ist so leicht, ins Gespräch zu kommen, weil es immer ein Thema geben wird, dass uns alle verbindet: unsere Liebe zu Büchern.

Ihr findet mich auch auf Instagram und Twitter. :)

Die individuelle Handschrift

Die Buchwelt ist so vielseitig wie die Buchbloglandschaft. Teil meiner Blogphilosophie ist es, vor allem Büchern und Autoren Raum zu geben, die sonst in der Masse an Publikationen untergehen. Egal of Selfpublishing, Kleinverlag oder Nischengenre: Wenn es mir gelingt, auch nur einen einzigen Leser auf einen Independenttitel aufmerksam zu machen, bin ich glücklich.

Mein erstes Jahr als Bloggerin war für mich auch eine Zeit des Experimentierens. Ich habe endlich eine Form für meine Rezensionen gefunden, mit der ich zufrieden bin. Und dank des * Writing Fridays * entdecke ich nicht nur tolle Geschichten und talentierte Schreiberlinge, sondern kann euch auch selbst einen Einblick in meine Texte geben.

Das Abenteuer geht weiter

Nachdem die Welt aus Tinte und Papier schon die DSGVO überlebt hat (bis auf die Kommentarfunktion, die den rechtlichen Anforderungen zum Opfer gefallen ist), freue ich mich jetzt schon darauf, euch noch mehr ungewöhnliche Romane vorstellen zu können. Auch eine inhaltliche Weiterentwicklung ist geplant, denn ich möchte dem Schreiben und meinen Projekten mehr Raum geben.

Ich lass Konfetti für euch regnen …

… denn ihr seid nicht ganz unschuldig daran, dass mir das Bloggen so großen Spaß macht:

Vielen Dank für all eure Likes, Follows und Kommentare.

Dafür, dass ihr lest, was ich mir hier (auch jetzt wieder ^^) zusammenschreibe.

Einfach Danke.

Eure Anna

[Rezension] Luzia Pfyl – Die Schlüsselmacherin (Frost & Payne I)

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Payne stieß belustigt den Atem durch die Nase aus und zündete sich dann die Zigarette an.
‚Was ist so lustig daran?‘, fragte Frost.
‚Eine stadtbekannte Diebin betätigt sich als Privatdetektivin. Das ist lustig, Miss Frost.‘“ 

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.59)

Die Schlüsselmacherin ist der Auftakt zu Luzia Pfyls Steampunk-Serie Frost & Payne, die es 2018 in der Kategorie ‚beste Serie‘ auf die Shortlist des Deutschen Phantastik Preises geschafft hat.

Auf einen Blick:

Frost & Payne – Die Schlüsselmacherin

 

 

Titel: Die Schlüsselmacherin
Serie: Frost & Payne, Band 1
Autorin: Katharina Seck
Verlag: Greenlight Press
Seiten: 128
Format: E-Book (Taschenbuch-Sammelband umfasst 3 Episoden)
Preis: 2,49 €
Erscheinungsdatum: 15. September 2016
Genre: Steampunk Krimi

 

 

Darum geht’s

Die ehemalige Diebin Lydia Frost eröffnet eine Agentur für Verlorenes und Vermisstes. Ihr neuster Auftrag führt sie ausgerechnet zurück zur berüchtigten Madame Yueh und den „Dragons“, der Organisation, von der sie sich gerade erst hart ihre Freiheit erkämpft hat. Als gäbe das nicht schon genug Probleme, muss sie auch noch den Pinkerton Jackson Payne ausfindig machen. Doch der Amerikaner hat seine eigenen Aufträge.
Frost steht plötzlich im Kreuzfeuer und muss sich zwischen Paynes Leben und ihrer Freiheit entscheiden.

(Quelle: Greenligth Press)

Das Buch

Frost & Payne erscheint in der Greenlight Press, die sich darauf spezialisiert hat, Serien mit monatlich erscheinenden Episoden zu verlegen (u. a. auch Das Erbe der Macht (Urban Fantasy) von Andreas Suchanek. *** Hier *** geht’s zur Rezension des ersten Bandes). Das Finale der zwölf Episoden umfassenden ersten Staffel der Steampunk-Serie von Luzia Pfyl erschien im April 2018.

Im Mittelpunkt der Reihe steht Lydia Frost, die nicht nur der Serie, sondern auch ihrer eigenen Privatdetektei ihren Namen gibt. Doch als ehemalige Diebin mit weitreichenden Verbindungen zu den wichtigsten Clans des Londoner Untergrund fällt es ihr gar nicht so leicht, ein neues Leben zu beginnen. Ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein.

„Die vergangenen drei Monate hatte sie sich gefühlt, als säße sie auf zwei Stühlen, die sich immer weiter voneinander entfernten. Auf dem einen Stuhl ihre Familie, auf dem anderen ihre Freiheit.“

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.8)

Frost ist eine toughe Protagonistin, die auch in den brenzligsten Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Mir ist es nicht schwergefallen, sie ins Herz zu schließen, was sicher auch daran liegt, dass es Luzia Pfyl gelingt, ihre Figuren durch kleine, aber feine Details noch lebendiger und authentischer zu gestalten. Natürlich läuft Frosts frisch gegründete Detektei nicht auf Anhieb erfolgreich.

„Jeden Tag verschwanden Menschen spurlos, wurden Gegenstände gestohlen. Frost hatte geglaubt, dass die Leute, die nicht zu Scotland Yard gehen wollten, ihr die Tür einrennen würden. Bisher saß sie jedoch mehr oder weniger untätig in ihrem Büro herum.“ 

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S. 8)

Aber sie hält an ihrem Traum, an ihrer Unabhängigkeit fest – auch wenn das bedeutet, dass sie einen Auftrag ihrer ehemaligen Patronin annehmen muss. Während ihrer Ermittlungen stößt sie auch auf Jackson Payne, einen Amerikaner, der nach seiner verschwundenen Tochter sucht. Als sich die Wege der beiden kreuzen, nimmt die Geschichte noch mehr Fahrt auf. Frosts britischer Charme und Paynes amerikanische Arroganz bieten einiges an Zündstoff. Die beiden sind ein Dreamteam (wider Willen), das sogar während Verfolgungsjagden Zeit für Sticheleien findet.

Luzia Pfyl lässt mit Frost und Payne zwei Protagonisten ins Rampenlicht treten, zwischen denen von Beginn an eine ganz eigene Dynamik zu spüren ist. Sie spielen sich die Bälle zu – nicht nur, was ihre Ermittlungen angeht, sondern auch ihre Dialoge, die spritzig, witzig und scharfzüngig sind.

„Sie machte sich eine geistige Notiz, dass es umherfliegende Kugeln brauchte, damit der Mann tat, was man ihm sagte.“

(Luzia Pfyl, Die Schlüsselmacherin, E-Book, S.60)

Auch wenn ich eher selten zu Krimis greife, konnte der Krimiplot ebenfalls mit überraschenden Wendungen, temporeicher Action und gefährlichen Gegenspielern bei mir punkten. Zudem legen Anfang und Ende nicht nur eine Klammer um die Schlüsselmacherin, sondern auch den Grundstein für einen Handlungsbogen, der auch die nächsten Episoden umspannen wird.

Ebenso versprüht das Steampunk-Setting einen unwiderstehlich altmodischen Charme – auch dank des lockeren und gefälligen Schreibstils der Autorin. Deshalb hat es nur ein paar Sätze gedauert, bis ich der Geschichte des ungleichen Teams verfallen bin. Die beiden werden mir als Leserin sicher noch eine Menge Spaß machen.

Fazit

Die Schlüsselmacherin ist ein packender, mitreißender Einstieg in die steampunkige Kriminalserie um Lydia Frost und Jackson Payne. Temporeich, spannend und unwiderstehlich charmant, lassen auch die nachfolgenden Episoden gute, kurzweilige Unterhaltung erwarten. Eine Serie mit Suchtpotential.

 Über die Autorin

Luzia Pfyl konnte bereits mit ihrem Debütroman Cesario Aero – Kaiser der Lüfte (Verlag Ohneohren) einen Platz auf der Longlist des SERAPH 2016 ergattern. Ihre Serie Frost & Payne steht dem in Nichts nach: Seit dem erscheinen der ersten Episode im September 2016, wurde die Reihe unter anderem für den Skoutz Award (2017) und den Deutschen Phantastik Preis (2018) nominiert.

Im April erschien mit Das mechanische Herz die zwölfte und finale Episode der ersten Staffel von Frost & Payne.

Releasewoche: Sand & Wind – Gespräch mit der Braut

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Herzlich Willkommen zum nächsten Halt der Releasewoche von Sand & Wind. Eigentlich hatte ich vor, an dieser Stelle ein bisschen mit Elea Brandt über die Veröffentlichung ihres nächsten Romans zu plaudern. Allerdings hat sie alle Hände voll damit zu tun, die Gäste zu betreuen, die anlässlich der Verlobungsfeier das Schahs Elis ben Sidef mit Arazin bint Alakh, der Prinzessin von Ylas, nach Zarbahan gekommen sind. Stattdessen hat sie mir als Ersatz keine geringere als die Braut höchstpersönlich zum Gespräch vorbeigeschickt. Bei solch hohem Besuch bin ich gleich doppelt aufgeregt. Wenn … oh, hört ihr das auch? Ich glaube, die Prinzessin kommt.

Prinzessin Arazin (Skizze von Elif Siebenpfeiffer)

Eine junge Frau betritt den Raum. Mit ihren Dreadlocks und dem Ring in ihrer Lippe entspricht sie kaum den Vorstellungen, die man sich von einer Prinzessin der Wüste macht. Ein flüchtiges Lächeln huscht über ihre Züge, als sie die mit frischen Datteln und Feigen gefüllte Schale auf dem niedrigen Beistelltisch entdeckt.

Willkommen, Prinzessin Arazin. Habt Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, ein wenig mit mir zu plaudern.

Gern geschehen. Ich bin froh, dieser Feier für eine Weile zu entkommen. Die Feigen sehen köstlich aus, darf ich?

Ganz Zarbahan scheint nur noch ein Thema zu kennen: Die Verlobungsfeier des Schah ist wirklich in aller Munde. Seid Ihr schon aufgeregt oder  blickt Ihr Eurer späteren Hochzeit gelassen entgegen?

Gelassen? Sie lacht. Nein, das kann man nicht behaupten. Eher resigniert, fürchte ich. Seufzend beißt sie in eine Feige. Ganz ehrlich? Bisher hat mein Verlobter noch kaum ein Wort mit mir gewechselt. Er interessiert sich überhaupt nicht für mich. Schön, es ist eine politische Hochzeit, aber verdammt, ich kann doch erwarten, dass man mich zumindest mit Respekt behandelt, oder? Egal, lassen wir das, ich rege mich am Ende nur auf …

Respekt sollte wirklich Grundlage in jeder Beziehung sein. Darf ich dennoch nachfragen, welche Gründe es für diese Verbindung gibt? Auf dem Gebiet der politischen Beziehungen zwischen Ylas und Zarbahan kenne ich mich nicht so gut aus.

Kein Problem, das ist auch ein wenig kompliziert. In den letzten Jahrhunderten gab es immer wieder Konflikte zwischen Zarbahan und Ylas, vor dreißig Jahren gipfelten sie sogar in einem handfesten Krieg. Die Rote Wüste ist schön, aber auch gnadenlos, und Ressourcen sind begrenzt, das bekommen wir vor allem in Ylas zu spüren. Seither herrscht zwar Waffenruhe, aber die Situation ist angespannt. Meine Ehe mit Elis soll nun den Frieden zwischen unseren Völkern besiegeln. Es lastet also eine Menge Verantwortung auf unseren Schultern.

Wird die Hochzeitszeremonie nach der Tradition des Schah gestaltet? Wird es auch Elemente geben, die an Eure Herkunft aus Ylas erinnern?

Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Hier, in Zarbahan, ist alles so … formell. Ich

Bildrechte liegen beim Verlag ohneohren

wette, es gibt auch für die Hochzeit ganz klare Regeln, Sitten und Gebräuche, denen ich mich fügen muss, ob ich will oder nicht. In Ylas würden wir die Hochzeit mit einer Jagd eröffnen, dem flammenden Brâl und der streitenden Nisad ein Opfer im Tempel bringen und den Abend bei Tanz, Musik und gutem Essen ausklingen lassen – nur im Kreis der Familie und guter Freunde. Hier in Zarbahan ist das alles so streng und ritualisiert.

Also wird es auch wohl nichts mit einem traditionellen Hochzeitgewand aus Ylas, oder?

Arazin lacht. Ich würde gerne das dumme Gesicht des Wesirs sehen, wenn ich in Lederrüstung mit Scimitar am Gürtel zur Hochzeit erscheine. Insofern – ich fürchte eher nicht.

Das glaube ich sofort. Es muss Euch schwerfallen, Euch in Zarbahan einzuleben. Inwiefern unterscheidet sich Euer neues Leben dort von Eurem alten?

Sie seufzt und spielt mit dem Ring in ihrer Lippe. Und wie es mir schwerfällt. Dabei wäre alles so viel leichter, wenn ich nicht das Gefühl hätte, wie eine Barbarin behandelt zu werden. Die ganzen Blicke, das Naserümpfen … Als würde ich das nicht bemerken! Ich würde so gerne ausreiten, jagen, so wie zuhause – aber hier darf ich den Palast nicht einmal verlassen. Angeblich ziemt sich das nicht für die künftige Gattin des Schahs. Sie schüttelt den Kopf. Ich passe nicht hierher. Und ich frage mich, ob sich das jemals ändern wird.

Klingt ganz nach einem Leben im goldenen Käfig. Was unternehmt Ihr denn, wenn es Euch im Palast zu langweilig wird?

Der Palastpark ist schön, dort kann ich ein bisschen entspannen, spazieren gehen oder schwimmen. Ich versuche auch, in Form zu bleiben, aber ohne Trainingspartner ist das gar nicht so leicht.

Neben der Verlobungsfeier ist auf dem Basar und im Palast oft die Rede von einer Legende der Roten Wüste. Wisst Ihr etwas darüber?

Quelle: Pixabay

Sie lacht. Die ganze Wüste ist voll von Geschichten. Über verschlagene Dschinne, die in Brunnen hausen, über finstere Ifriten, die in den Untiefen der Wüste hausen, über die schlangenköpfigen Ssali, über die Nekromantenkönige von Shobraz … Ich könnte dir ewig davon erzählen. Allerdings ist das meiste davon wahr – also weiß ich nicht, ob es überhaupt Legenden sind.

Nekromantenkönige?! Dabei dachte ich, hier müsste ich mich nur vor giftigen Skorpionen in Acht nehmen. Eines interessiert mich aber noch. Worin unterscheidet sich Euer Verlobter von den Männern aus Eurer Heimat?

Arazin schnaubt vernehmlich. Die Frage ist, worin unterscheidet er sich nicht. Elis hat überhaupt keine Gemeinsamkeiten mit den Männern aus Ylas. Ich gebe zu, anfangs fand ich das anziehend. Er ist höflich, gebildet und legt mehr Wert auf Konversation und Etikette als auf Kraft und Säbelrasseln. Aber bei flammenden Brâl, er könnte wenigstens so tun, als würde er sich für mich interessieren! Mich nach meinen Vorlieben fragen, nach meiner Familie, nach meiner Herkunft. Sogar du hast das geschafft, wieso kann er das nicht?

Manche Männer sind eben … desinteressiert. Vielleicht bessert er sich ja noch. Vielen Dank, dass Ihr meine Fragen so geduldig beantwortest habt. Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr Euch bald wohler in Zarbahan fühlt – und natürlich eine schöne Verlobungsfeier.


Bis zur Veröffentlichung von Sand & Wind. Die Legende der Roten Wüste am 25. Juni könnt ihr noch kräftig mitfeiern. Mehr Informationen findet ihr auf der Autorenseite von Elea Brandt (Facebook). Und wenn ihr wissen wollt, worum es in dem Roman geht, dann schaut *** hier *** vorbei. :)

Das Programm der Releasewoche