[Gewinnspiel] Halloween-Verlosung | Lesestoff mit Gänsehautgarantie zu gewinnen

Meine lieben Weltenbummler!
Wenn die Tage kürzer und die Abende dunkler werden, ist die Zeit perfekt für schaurig-schöne Lesestunden. Damit ihr euch in diesem Herbst – und insbesondere auch an Halloween – Zuhause so richtig wohlig gruseln könnte, habe ich nicht nur eine Buchempfehlung für euch, sondern verlose den passenden Lesestoff gleich selbst an euch.

Was ihr gewinnen könnt? Ein Taschenbuch der historischen Anthologie Der Schatten des Schwarzen Todes (Burgenwelt Verlag) inklusiver meiner Kurzgeschichte Ein Schwur aus Rauch und Asche. [mehr Informationen findet ihr in meiner Kurzvorstellung]

In der Anthologie beschäftigen sich 13 Autorinnen und Autoren aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Pest. Da geht es um Totensammler, Flohstiche, blutige Skalpelle und dergleichen mehr. So verschieden die Geschichten auch sein mögen, so eint sie doch alle ein düsterer Unterton. Spannende Unterhaltung und Gänsehaut sind garantiert. Und das gute Gefühl, dass ihr das Schreckgespenst der Pest wieder los seid, wenn ihr das Buch zuklappt. Andere Schreckgespenster, die uns heute heimsuchen, sind da leider deutlich hartnäckiger.

Für den perfekten Leseabend wird sich sicher auch noch die ein oder andere gruselige Überraschung in das Päckchen verirren. :)

Na, wäre das was für euch? Dann nichts wie rein in den Lostopf! Dafür müsst ihr nur

  • meinen Blog abbonieren.
  • und folgende Frage in den Kommentaren beantworten: Wie sieht dein schaurig-schönstes Halloweenkostüm aus?

Auf Instagram habt ihr die Möglichkeit, ein zusätzliches Los zu ergattern (schaut einfach im Originalbeitrag nach *klick*). Für das Teilen des Gewinnspiels gibt es kein Extralos – nur meine Dankbarkeit. :)

Das Gewinnspiel läuft vom 16.10.2020 bis zum 22.10.2020 23:59 Uhr. Die Verlosung erfolgt am 23.10 und die Gewinnerin oder der Gewinner wird hier auf dem Blog und auf Instagram in einem neuen Beitrag namentlich bekannt gegeben. Ich werde sie oder ihn aber auch persönlich kontaktieren.

Damit das Buch passend zu Halloween bei euch landet, meldet sich die oder der Glückliche bitte binnen 48 Stunden bei mir.

Weitere Teilnahmebedingungen findet ihr unten. :)

Ich freue mich auf eure Antworten!
Wir lesen uns
Eure Anna


Teilnahmebedingungen

  1. Zur Teilnahme müsst ihr 18 Jahre alt sein oder die Erlaubnis eurer Eltern haben. Der Versand erfolgt ausschließlich innerhalb Deutschlands.
  2. Das Gewinnspiel steht in keinerlei Zusammenhang mit Instagram oder WordPress.
  3. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
  4. Es existiert kein Rechtsanspruch auf den Gewinn. Für auf dem Postweg entstandene Verluste oder Schäden wird keine Haftung übernommen.
  5. Die Verlosende behält sich vor, Kommentare, die ehrverletzend sind, gegen die guten Sitten verstoßen oder pornografische, gewaltverherrlichende oder rechts-/linksradikale Inhalte besitzen, zu löschen und von der Verlosung auszuschließen.
  6. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Daten, insbesondere die Adresse des Gewinners oder der Gewinnerin, werden ausschließlich für die ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels verwendet und nicht weitergegeben.

#Writing Friday – Eintrittskarte für den Nachtzirkus

 

Meine lieben Weltenbummler,
herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe des #Writing Friday. :) Heute geht es um ein Thema, das wohl jede*r Büchsüchtige kennt: Den Stapel ungelesener Bücher. Elizzy von Read Books and Fall in Love hat uns für den Mai unter anderem folgende Schreibaufgabe gestellt:

Welches ist das älteste Buch auf deinem Stapel ungelesener Bücher? Stell es uns vor, wieso hast du es noch nicht gelesen?

Zuerst muss ich euch gestehen: Ja, auch mein SuB ist groß – und ich habe sogar zwei davon. Einen in meinem Buchregal, den anderen auf meinem E-Reader. Dort schlummern so viele literarische Schätze, dass mir der Lesestoff in den nächsten Monaten gewiss nicht ausgehen wird. #bücherhamstern Wie hoch der Stapel genau ist (und ob es nicht an unverschämtest Glück grenzt, dass er mich noch nicht erschlagen hat), darüber breite ich lieber den Mantel des Schweigens. Denn wie heiß es noch si schön: Ein Bücherwurm liest und schweigt … oder so ähnlich.

Ehrlich gesagt kann ich gar nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, welches Buch nun schon am längsten ungelesen bei mir wohnt. Da es beim Writing Friday in erster Linie um Geschichten geht, habe ich euch daher einen Roman mitgebracht, den ich vor Jahren gekauft habe und zu dem ich euch auch eine kleine Geschichte erzählen kann. Nämlich darüber, warum er überhaupt zu mir gefunden hat. 

Darf ich vorstellen: The Night Circus von Erin Morgenstern.

Bildrechte liegen beim Verlag.

The circus arrives without warning. No announcements precede it. It is simply there, when yesterday it was not.

The black sign, painted in white letters that hangs upon the gates, reads:

Opens at Nightfalll

Closes at Dawn

As the sun disappears beyond the horizon, all over the tents small lights begin to flicker, as though the entirety of the circus is covered in particularly bright fireflies. When the tents are all aglow, sparkling against the night sky, the sign appears.

Le Cirque des Rêves

The Circus of Dreams.

Now the circus is open.

Now you may enter.

In diesen Roman, sein bezauberndes Cover und seine magische Geschichte habe ich mich 2012 verliebt – ebenso wie in den Ort, an dem ich ihm zum ersten Mal begegnet bin:  Der Buchhandlung Waterstone’s am Piccadilly Circus in London.

Im Oktober hat es mich damals gemeinsam mit meinem Geschichts-LK und dem Englisch-LK meiner besten Freundin für eine Woche auf Abschlussfahrt in die britische Hauptstadt verschlagen. Es war mein zweiter Besuch in London, einer Stadt, die definitiv einen Platz in meinem Herzen hat: Die Houses of Parliament, Westminster Abbey und und und. Jede Straße, jeder Platz atmet Geschichte. Die ganze Stadt durchweht die Aura der großen Schriftsteller, die sie hervorgebracht hat – der perfekte Ort also für eine Autorin wie mich. :)

Damals hatten wie jeden Tag straffes Programm, aber an einem Nachmittag auch ein paar Stunden, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Waterstone’s am Piccadilly ist ein Ort, den ich einfach nur als magisch bezeichnen kann. So viele Bücher, in denen man sich verlieren kann … Leider hatte ich nur eine knappe Viertelstunde Zeit, um mich umzusehen. Doch die hat genügt, um mich unter anderem in The Night Circus zu verlieben.

Der Roman ist damit gewissermaßen mein Souvenir, das mich an meine Abschlussfahrt erinnert – und an all die spannenden und z.T. nervenraufreibenden Momente, die ich dort erlebt habe. An den Besuch im Globe und ganz besonders auch an den Besuch der Leavesden Studios, in denen man durch die Filmkulissen von Harry Potter wandeln kann.


Der Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

In meinem letzten Beitrag zur Aktion ging es um eine Liebe, von der nur mehr Staub und Spinnweben blieben.

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Rezension] Fabienne Siegmund – Das Zylinderkabinett | zauberhaft-poetische Novelle

[unbezahlte Werbung]

„Die Schuhmaus wusste auch, dass das Zylinderkabinett überall und nirgends war und dass die Eingänge so einfach wie magisch waren: Kisten. Zylinder. Manteltaschen. Jackenärmel. Der Käfig eines Kaninchens.
Eben alles, worin ein Magier seine Sachen aufbewahrte.“

aus: Fabienne Siegmund, Das Zylinderkabinett, S. 18

 

Seit ihrem Roman Die Blätter des Herbstbringers (Verlag ohneohren, 2017) bin ich bekennender Fan von Fabienne Siegmund und den fantastischen Welten aus Tinte und Papier, die sie erschafft. Zu meinem großen Glück kann man auch Zauberkaninchen #bücherhamstern – ansonsten wäre mir eine im wahrsten Sinne des Wortes magische Erzählung entgangen.

 

Auf einen Blick:

Bildrechte liegen beim Art Skript Phantastik Verlag

 

Titel: Das Zylinderkabinett oder das Mädchen, das nicht dorthin gehörte
Reihe: Nein
Autorin: Fabienne Siegmund
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag 
Seiten: 108
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 7€/ 2,99€
Erscheinungsdatum: 20.  März 2019
Genre: Fantasy

 

 

Darum geht’s

Alles, was mit Magie in Berührung kommt – egal, ob für einen Sekundenbruchteilwahrer Magie oder für jene Momente, die der Illusion auf den Bühnen der Welt gehören – wird irgendwann selbst magisch.


So geht es auch Puschkin, dem weißen Kaninchen eines Zauberers in Montparnasse, das abseits der Vorstellung sein Leben im Zylinderkabinett verbringt – jenem Ort, an dem Tücher wie Schmetterlinge fliegen und Tauben zu Plastikrosen werden. Dort, wo die Schuhmaus alle Geschichten kennt und der Regenbär die Seerosen gießt, wo die Pikdame die Geheimnisse hütet und die Puschelwuschelohrenkatze ihr Unwesen treibt: Genau dort taucht eines Tages direkt vor Puschkins Hasennase ein winziges Mädchen auf, das einen Schlüssel im Rücken hat und sich nur bewegt, wenn man ihn dreht.
Schnell wird klar, dass Eugenie, wie dieses Mädchen heißt, nicht in das Zylinderkabinett gehört, und so macht sich Puschkin mit ihr auf den Weg zum von allen gefürchteten Schmuckfrosch – der einzigen Hoffnung, die Eugenie noch zu haben scheint …

Quelle: Art Skript Phantastik Verlag

Das Buch

Fabienne Siegmunds Novelle Das Zylinderkabinett ist eine Hommage und zugleich ein buchgewordenes Dankeschön an ihren guten Freund Oliver Plaschka und seinen Roman Die Magier von Montparnasse (Hobbit-Presse, Klett Cotta, 2010). Einer Nebenfigur aus den Magiern hat die Autorin nun ein ganz eigenes Abenteuer gewidmet: dem Zauberkaninchen Puschkin.

Nasewippend, schnurrhaarzitternd und ohrenwackelnd führt Puschkin die Leser*innen durch das Zylinderkabinett, eben jenen magischen Ort, der der Novelle ihren Titel gibt. Und was für ein Ort das ist! Eine Welt für sich, in der alles möglich scheint. Bewohnt von Kreaturen, die kauzig, geheimnisvoll, bedrohlich, hinterlistig, hilfsbereit oder bisweilen auch skurril sind. Doch eines sind sie nie: farb- oder gar fantasielos.

„‚Aber ich bin der Joker. Ich kenn alle Karten, ob gelegt oder nicht.‘
Wieder schenkte er Puschkin ein Grinsen, griff nach einer Hutnadel und hieb sie wie einen Degen durch die Luft, um Wollfäden zu durchtrennen, die ihnen im Weg hingen.
Das Netz der Puschelwuschelohrenkatze war groß.“

aus: Fabienne Siegmund, Das Zylinderkabinett, S. 64

 

Puschkin nimmt uns mit in diese faszinierende Welt, in der uns in jedem Gang, hinter jeder Biegung etwas anderes erwartet, das uns zum Staunen bringt – als wären wir eine gewisse Alice, die sich in ein Wunderland entführen ließe. Fabienne Siegmund gelingt es unterdessen, mit jedem Wort den feinen Zauber dichter zu weben, der mich an die Erzählung bindet. Da schwingt auch ein Hauch von Nostalgie mit. Die Erinnerung daran, wie man als Kind einem Zauberer im Zirkus zugeschaut hat, völlig in den Bann gezogen von seinen Tricks, die man sich damals doch nur mit wahrer Magie erklären konnte.

Ich muss gestehen: Ich habe mein Herz auf Anhieb an Puschkin verloren. Er ist ein hinreißender Protagonist, absolut niedlich und wirklich goldig. Als eines Tages ein Mädchen mit einem Schlüssel im Rücken im Zylinderkabinett auftaucht, muss er allen Mut, der in seinem Zauberkaninchenherz schlummert, zusammennehmen, um der Fremden zu helfen, diesen Ort zu verlassen, an den sie eigentlich nicht gehört.

„Kurz überlegte er, nicht ins Kabinett zurückzukehren, aber er hatte keine andere Wahl. Hasenherzen wussten, dass man die Dinge nicht mittendrin enden lassen darf. Vor allem Zauberkaninchenherzen.“

aus: Fabienne Siegmund, Das Zylinderkabinett, S. 53

Das Abenteuer der beiden schildert Fabienne Siegmund in einer Sprache, die ich nur als zauberhaft bezeichnen kann. Die Autorin ist eine wahrhaftige Wortakrobatin mit einem feinen Gespür für Sprache. Sie schöpft neue Ausdrucksmöglichkeiten, die sich niemals erzwungen anfühlen, sondern immer so natürlich, als hätten sie immer schon zum Wortschatz gehört. Ihre Beschreibungen sind fantasievoll-poetisch und ihr Stil sowie ihr Einfallsreichtum müssen den Vergleich mit Neil Gaiman nicht scheuen.

Die Novelle ist eine Ode an und über Freundschaft – und über den Mut, der selbst im kleinsten, furchtsamsten Hasen- bzw. Kaninchenherz schlummert und es über sich hinauswachsen lässt. Eine Geschichte, die mich zum Träumen eingeladen und für eine (allzu kurze) Weile aus dem Alltag entführt hat.

Hinzukommt die liebevolle Gestaltung der Printausgabe. Sogar der Barcode auf der Rückseite kleidet sich in Zylinderform und es gibt ein fabelhaftes Daumenkino, dessen Star – wie sollte es auch anders sein? – ein Kaninchen ist. Damit ist sie vom Cover bis zur Rückseite – ebenso wie die Erzählung, die zwischen den Buchdeckeln schlummert – ein wahrhaft magisches literarisches Kleinod.

Fazit

In Das Zylinderkabinett erzählt Fabienne Siegmund poetisch-fantasievoll und verspielt die wundervolle Geschichte des Zauberkaninchens Puschkin, die zum Träumen einlädt. Optisch und inhaltlich ist die Novelle ein literarisches Kleinod – und für mich schon jetzt ein echtes Herzensbuch.

[Rezension] Jessica Bernett – Elayne. Rabenkind | Neuinterpretation der Artus-Sage

[unbezahlte Werbung]

„Ihre Worte brannten sich in meine Seele. Eines Tages wird Elayne ein Kind gebären. Einen Sohn. Er wird der höchste aller Männer, der Fähigste und Reinste, geliebt von allen Mächten dieser Welt.“ 

aus: Jessica Bernett, Elayne – Rabenkind, S. 41


Wer mich kennt, der weiß, dass mein Herz für Mythen und historische Stoffe schlägt. Umso besser, wenn ein Roman beides in sich vereint – und mich auch noch nach England entführt. Kein Wunder, dass ich Elayne – Rabenkind, dem Auftakt zu Jessica Bernetts romantischer Neuinterpretation der Artus-Sage, nicht widerstehen konnte.

Auf einen Blick:

 

 

Titel: Elayne – Rabenkind
Reihe: Elayne, Band 1 (von 3)
Autorin: Jessica Bernett
Verlag: Sternensand Verlag 
Seiten: 342
Format: Taschenbuch/E-Book
Preis: 14,90€/ 4,99€
Erscheinungsdatum: 9.  März 2018
Genre: Historische Fantasy

 

 

Darum geht’s

Eine Prophezeiung, der sie nicht entkommt. Eine Bürde, die sie kaum tragen kann. Eine Liebe, zart, zerbrechlich und bedroht von Lügen, Intrigen sowie dem Spiel der Macht. Die junge Elayne von Corbenic wächst im Norden Britanniens in einer düsteren Festung auf. Ihr Vater, König Pelles, ist besessen von einer Vision, die Elaynes Mutter kurz vor ihrem Tod gehabt haben soll. Demnach wird Elayne die Mutter des größten Helden aller Zeiten. Dafür opfert der König alles: das Wohlergehen seines Volkes und die Liebe seiner Tochter.

Quelle: Sternensand Verlag

Das Buch

Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich Elayne auf der Frankfurter Buchmesse 2018 am Stand des Sternensand Verlags entdeckte. Das Cover ist so wunderschön, dass ich mich kaum daran sattsehen kann. Als der Klappentext mich dann auch noch auf eine Reise ins Britannien der Zeit des sagenumwobenen Königs Artus einlud, konnte ich nicht anders, als das Sternchen vom Fleck weg zu adoptieren. :) Eine – zugegeben lange – Weile fristete der Roman ein trostloses Dasein auf meinem SuB, bis ich mich nun endlich an Elaynes Geschichte wagte.

Artus, Morgaine, Merlin, Lancelot – große Namen, deren bloßer Klang genügt, uns die Erzählung eines ganzen Sagenkreises ins Gedächtnis zu rufen. Auch die junge Elayne von Corbenic ist Teil dieser Legenden, denn ihr ist es bestimmt, die Mutter des größten Helden aller Zeiten zu werden.

„Ihr Vater hatte Pläne für sie. (…) Würde er sie fortschicken? Nach Camelot vielleicht, sodass sie eine Zeit lang in der Halle des Königs verweilen konnte? Oder noch weiter nach Süden, fort aus Britannien?“

aus: Jessica Bernett, Elayne – Rabenkind, S. 39

Ihre Geschichte beginnt eher ländlich-idyllisch. Wir lernen Elayne als lebenslustige, neugierige und vorwitzige junge Frau kennen. Werden mit ihren Lebensumständen, ihrer Familie und ihren Freunden vertraut gemacht. Die ersten Seiten plätschern friedlich dahin, der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm. Dennoch ließ der Anfang nicht grade einen Funken der Begeisterung auf mich überspringen.

Das änderte sie jäh, als die Sprache endlich auf besagte Prophezeiung bzw. Vision kam, die schon der Klappentext ankündigte. Ab dieser Stelle hatte mich der Roman endlich und vollends gepackt. Ich wollte unbedingt tiefer in Elaynes Welt eintauchen. Und dann kam Galahad.

„Elayne stemmte die Hände in die Hüften und sah ihren Vater streng an (…) ‚Er ist ein Barde aus dem Süden und die schönen Häuser dort gewohnt. Willst du, dass er in seine Heimat zurückkehrt und ein Lied vom garstigen Pelles singt? Und von der Kälte der Festung Corbenic?‘“

aus: Jessica Bernett, Elayne – Rabenkind, S. 56

Der Barde bringt frischen Wind und Schwung in die Geschichte. Er ist, das muss ich zugeben, wahnsinnig, beinahe schon unwiderstehlich charmant, und hat mich schon bei seinem ersten Auftritt um den Finger gewickelt. Ebenso wie die anderen Charaktere, die Jessica Bernett uns vorstellt, hat auch er Ecken und Kanten – und hütet das ein oder andere Geheimnis.

Zwischen Galahad und der wesentlich jüngeren Elayne entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, die mit jeder Zeile, mit jeder Seite wächst und an Stärke gewinnt. Dass die Königstochter und der Barde für einander bestimmt sind, spürt man mehr als deutlich. Nur Galahad sträubt sich vehement gegen seine Gefühle. So vehement, dass ich ihm gern das ein oder andere Mal einen kleinen Schubs gegeben hätte, damit es ihm leichter fällt, endlich über seinen eigenen Schatten zu springen.

„‚Ist er nicht ein wenig jung für dich?‘, flüsterte Elayne zurück.
‚Vielleicht findet er Gefallen an den Erfahrungen des Alters‘, meinte Brisen und trank einen Schluck aus ihrem Becher. ‚Obwohl er wohl doch eher Gefallen an der Unschuld deiner Jugend finden könnte.‘“

aus: Jessica Bernett, Elayne – Rabenkind, S. 74

Mein durchweg positiver Leseeindruck wurde durch eine ganz bestimmte Szene nachhaltig getrübt. Ich möchte – und werde – nicht spoilern, daher nur so viel: Elayne wird an einer Stelle der Handlung mit einem Trick überlistet, der für mich an den Haaren herbeigezogen wirkte. Im historischen Nachwort wird zwar erklärt, dass dieser Teil der Legende von Elayne sei. Dennoch bin ich nicht ganz glücklich mit dieser Wendung. Meiner Meinung nach sind die Figuren und die Entwicklung ihrer Beziehung so angelegt, dass das, was geschehen ist, auch ohne diesen Trick geschehen wäre.

Die Autorin greift nicht auf den klassischen Abschnitt des Artus-Mythos zurück, sondern siedelt die Handlung ihres Romans während seiner Herrschaftszeit an. In Rabenkind begegnen wir dem sagenumwobenen König leider noch nicht – aber im bereits erschienenen zweiten Band Elayne – Rabenherz soll es laut Jessica Bernett so weit sein.

Besonders hervorheben möchte ich das großartige historische Nachwort, in dem die Autorin mit großer Fabulierfreude und sehr unterhaltsam die Hintergründe des Romans beleuchtet. Nicht zuletzt an dieser Stelle wird deutlich, wie intensiv Bernett den historischen Kontext recherchiert und sich mit der Legende von Elayne auseinandergesetzt hat. Als zusätzlichen Leckerbissen gibt es im Anhang noch eine Reihe kurzweiliger Interviews, die einige Bloger*innen mit der Autorin geführt haben.

Die intensive Recherche kommt auch der Atmosphäre des Romans zu gute. Zwischen den Zeilen weht der Duft des Alten, eine Ahnung des So-könnte-es-gewesen-sein. Manchmal frage ich mich nur, warum die Figuren ab und an plötzlich den ein oder anderen Satz auf Latein sagen – in so unterschiedlichen Kontexten, dass mir noch immer nicht klar ist, ob es wirklich der Geschichtsnähe oder Charakterisierung der Figuren dienen soll. Das ist aber wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Ein weiteres kleines Manko ist für mich, dass sich Elayne hinter dem Label „historische Fantasy“ versteckt. Der Roman ist im Sternensand Verlag erschienen, dessen Schwerpunkt auf Fantasy und Romantasy liegt. Demnach verkauft sich eine historische Fantasy dort sicher besser als ein „normaler“ historischer Roman. Vielleicht ist diese Genreeinteilung auch dem mythischen Hintergrund der Geschichte geschuldet. Fantasy kommt – bis auf eine Vision und eine Sagengestalt, die keine ist – eigentlich nicht in Elayne vor.

Trotz der wenigen kleinen Kritikpunkt hat mir der Roman schöne Lesestunden beschert. Gern hätte ich die Gelegenheit genutzt, auf der Leipziger Buchmesse mit Jessica über ihren Roman zu plaudern und mir den zweiten Band der Reihe von ihr signieren zu lassen. Schade, dass daraus nichts geworden ist.

Fazit

Elayne – Rabenkind ist der gelungene Auftakt zu einer historisch-fantastischen Trilogie, die sich einer eher weniger beachteten Figur des Artus-Mythos annimmt: Elayne von Corbenic. Die lebendige Atmosphäre und eine wundervolle Liebesgeschichte machen diesen Roman lesens- und empfehlenswert.

 


Die Geschichte geht weiter …
  • Elayne – Rabenherz (Sternensand Verlag, März 2019)
  • Gawain – Lichtfalke, Einzelband (Sternensand Verlag, April 2020)

 

Lesermeinungen zu „Wellensang“ | Werbung

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Meine lieben Weltenbummler,

in einer perfekten Welt ohne Coronavirus hätte ich heute meinen zweiten Messetag auf der Leipziger Buchmesse verbracht. Und was für ein Tag wäre das gewesen! Erst die Releaseparty zur SF-Anthologie Fast menschlich (Eridanus Verlag), bei der ich aus meiner Kurzgeschichte Alpha & Omega hätte lesen dürfen. Dann noch eine Releaseparty zur Veröffentlichung der historischen Anthologie Jahrmarkt der Mysterien (Burgenwelt Verlag). Und nicht zu vergessen mein absolutes Highlight: meine erste Lesung aus meinen Debütroman Wellensang – eine Limfjord-Saga.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, euch Turid und meine Nordmänner in diesem Rahmen vorstellen zu dürfen. Auf all die Gespräche mit Kolleg*innen und Leser*innen, die ich bislang nur aus der virtuellen Welt kenne. All diese Chancen – verloren. Und damit auch Sichtbarkeit für meinen Roman.

Weil ich unglaublich schlecht darin bin, Werbung für meine Erzählungen zu machen, lasse ich heute einfach Menschen zu Wort kommen, die euch – viel besser als ich es je könnte – erzählen, ob und warum ihr euch auf Wellensang und diese Zeitreise in die Welt der Wikinger einlassen sollt: meine Leserinnen und Leser.

Die erste Rezension – die immer etwas ganz Besonderes für mich sein wird – stammt von Chris. Normalerweise knöpft er sich auf seinem Blog  An Afternoon in Utopia  vor allem Science Fiction und Fantasy-Titel vor. Mit Wellensang  hat er sich an ein für ihn eher ungewöhnliches Genre gewagt:

Anna Eichenbach ist mir bereits positiv in mehreren, historischen Kurzgeschichten aufgefallen, die – neben einem sorgfältigen recherchierten Setting – durch zwei Merkmale besonders herausstechen: Gelungen gezeichnete Charaktere und eine schwungvolle, malerische Sprache, die man nur als Festmahl für Wort-Gourmets bezeichnen kann.
Wenig überraschend, zeichnen diese Stärken nicht nur „Wellensang“ aus, sondern bringen sie mit mehr Erzählraum zur voller Geltung.

Quelle: Chris, An Afternoon in Utopia

Bei Viktoria von The Librarian and her Books gibt es echte Buchperlen abseits des Mainstreams zu entdecken. Ihr Schwerpunkt liegt auf Fantasy und Science Fiction. Abgesehen davon, dass Viktoria wirklich tolle Rezensionen schreibt, ist sie auch noch wahnsinnig sympathisch. 

Auszug aus der Rezension von Viktoria („The Librarian and her Books„)

Karin ist wirklich belesen was historische Romane angeht. Umso mehr freut es mich, dass sie zu so einem wohlwollenden Fazit kommt:

„Wellensang“ ist ein wunderbarer Roman über die Krieger des Nordens. Über ihr Leben, ihre Liebe und ihre Götter. Auch wenn die Handlung keine historische Grundlage hat und wohl nur der Fantasie der Autorin entsprungen ist, könnte es durchaus so gewesen sein. (…) Ich bin gespannt, was uns diese Autorin noch zu erzählen hat, ihr Debüt ist ihr in meinen Augen jedenfalls gelungen. Vielleicht entführt sie uns ja noch mal nach Limgard.


Quelle: Karin Nirak via Instagram.

Besonders gespannt war ich auf die Meinung von Erik (Zwischen Buchdeckeln). Er bloggt nicht nur mit viel Herz über Bücher fürs Herz, sonder ist selbst ein wirklich talentierter Autor, mit dem ich schon in der ein oder anderen Anthologie veröffentlichten dürfen. Romance und historische Erzählungen gehören dabei zu seinen Steckenpferden.

„Wellensang“ ist ein gelungenes Debüt, das Hoffnung auf mehr erweckt. Der Roman bemüht sich, ein akkurates Portrait der damaligen Zeit zu zeichnen. Ohne zu glorifizieren, zeigt er auch die dunklen Seiten der Wikinger, die Normalität von Beutefrauen sowie die brutale Gewissenlosigkeit mit der gegen Einheimische vorgegangen wird. Dabei zeugen sowohl die Erzählsprache als auch die Handlung von Authentizität, von gelungener und ausgiebiger Recherche.

Quelle: Erik,  Zwischen Buchdeckeln

Vor der Veröffentlichung hatte ich wirklich Sorge, dass meine Nordmänner euch nicht gefallen könnten. Für all das positive Feedback, das ich bislang für meinen Roman bekommen habe, bin ich wirklich dankbar. Und auch für die Unterstützung durch all die wundervollen Blogger*innen. :) Wenn ihr mögt, dann schaut gern mal auf ihren Seiten vorbei. Über euren Besuch freuen sie sich ganz bestimmt.

Falls ihr nun neugierig geworden seid auf  Wellensang: das Buch ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich – bei allen gängigen Onlinehändlern und – ganz im Sinne des #bücherhamsterns – direkt im Verlagsshop des Burgenwelt Verlags.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Messen & Conventions] #bücherhamstern – historische Romane aus dem Burgenwelt Verlag

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Hallo Weltenbummler!
Auch heute habe ich einen Nichtmesse-Beitrag für euch vorbereitet. Wie ihr wisst, trifft die Absage der Leipziger Buchmesse die unabhängigen Klein- und Kleinstverlage besonders stark. Sie verlieren Sichtbarkeit, Kundenkontakt und die so wichtigen Direktverkäufe, die sie nach der KNV-Insolvenz und der Libri-Auslistung so dringend brauchen. Warum Selfpublisher*innen und Verlage in dieser Situation ganz besonders auf ihre Leser angewiesen sind, könnt ihr in meinem letzten Tintenfässchen-Post nachlesen.

Lust auf eine Zeitreise?

Heute möchte ich euch das Programm eines Verlags ans Herz legen, der mir selbst als Leserin, aber ganz besonders als Autorin am Herzen liegt: den Burgenwelt Verlag aus Bremen.

Dahinter verbirgt sich Jana Hoffhenke, die ihren Verlag seit Jahren mit viel Herzblut, Leidenschaft und Engagement führt, um euch auf Zeitreisen ins Mittelalter zu entführen. Über Jana und ihren Verlag seid ihr hier auf dem Blog sicher schön öfter gestolpert, nicht zuletzt deshalb, weil ich dort einige Kurzgeschichten, aber auch meinen Debütroman Wellensang veröffentlicht habe.

Ich schreibe diesen Beitrag nicht, weil ich den Titeln, an denen ich auf die ein oder andere Weise beteiligt bin, Aufwind verleihen möchte. Wenn sie euer Interesse wecken, freut mich das natürlich. Mir geht es aber in erster Linie um etwas anderes: Nämlich darum, euch überhaupt auf die Buchperlen, die der Verlag im Programm hat, aufmerksam zu machen. Damit Jana und der Verlag weitermachen können.

Also: Falls ihr euch in einen der Titel meiner tollen Kolleginnen verliebt, bestellt ihn ganz im Sinn des #Bücherhamsterns am besten direkt im Verlagsshop. :) Alle Romane sind sowohl als Taschenbuch, als auch als E-Book erschienen.

Der Normanne und die belagerte Stadt

Passend zur Leipziger Buchmesse ist Der Normanne und die belagerte Stadt erschienen, das mittlerweile dritte Abenteuer von Guy of Gisborne.

Dezember 1197. Der Normanne Guy of Gisborne tut alles, um seine Verbannung aus England rückgängig zu machen. Mit Excalibur in seinem Besitz, glaubt er den englischen König überzeugen zu können.

Doch die Reise zu Richard Löwenherz birgt zahlreiche Gefahren. Um sich zu wappnen, will der Ritter zunächst in Strazpurc überwintern, wo er dank der hübschen Heiler Miriam schnell in eine peinliche Situation gerät. Doch das ist nicht sein größtes Problem. Auch für Jakob, Gisbornes getreuen und etwas naiven Knappen, läuft es nicht wie erhofft. Auf dem Weg zu seiner Familie, von der er sich vor der Überfahrt nach England verabschieden möchte, legt er sich unfreiwillig mit einem teutschen Ritter an und steckt auf einmal knietief in Schwierigkeiten. Zu allem Übel ist Guy und Jakob zudem ein dunkler Schatten auf den Fersen, der den Beiden aus rätselhaften Gründen nach dem Leben trachtet …

Mit „Der Normanne und die belagerte Stadt“ schickt Claudia Speer ihre Protagonisten Guy of Gisborne und Jakob auf ein weiteres spannendes und gefährliches Abenteuer. Wird der Normanne diesmal endlich heimkehren dürfen?

Quelle: Burgenwelt Verlag

Henkersweib

Ein Buch, mit dem ich schon lange liebäugle – und das im Rahmen des #Bücherhamsterns frisch bei mit eingezogen ist. Für den Herbst diesen Jahres ist die Veröffentlichung eines weiteren Romans von Ute im Burgenwelt Verlag geplant.

»Eine Leibeigene ist rechtlos, ein Henkersweib ehrlos.«

Marburg im 13. Jahrhundert – Die junge Magd Runhild träumt von Freiheit und Liebe. Doch ihr Alltag als Leibeigene auf dem Hof des Bauern Kunolf ist bestimmt von harter Arbeit und Missbrauch. Verzweifelt angesichts ihres hoffnungslosen Daseins und zudem mit einem düsteren Geheimnis auf dem Gewissen, gelingt ihr schließlich die Flucht nach Marburg. Statt Sicherheit und Heilung erwartet Runhild indes neues Übel in der Stadt an der Lahn: Sie wird von einem unbekannten Widersacher verraten und wegen Ketzerei angeklagt. Nur die Heirat mit dem Henker kann sie jetzt noch vor dem Tode bewahren … Ute Zembsch erzählt in ihrem historischen Roman »Henkersweib« die ergreifende Geschichte einer jungen Magd, die trotz zahlreicher Schicksalsschläge den Mut und die Hoffnung auf ein glückliches Leben nie aufgibt.

Quelle: Burgenwelt Verlag

Hasgers Hunde

Der Weg nach Treveris ist der Auftakt der Trilogie von Annette Imorts spannender Trilogie rund um die Söldnertruppe Hasgers Hunde. Auf der Homepage des Burgenwelt Verlags findet ihr eine ausführliche Leseprobe, um in den Roman reinschnuppern zu können.

Nordhessen im Jahr 503 n. Chr. – Die jähzornige Fränkin Thurudhild ist den Einwohnern ihres Dorfes ein Dorn im Auge. Als ihr Mann bei einem Überfall getötet wird, steht sie vor der Entscheidung, als Außenseiterin im Dorf zu bleiben oder mit der verrufenen Söldnertruppe „Hasgers Hunde“ zu reisen.
Thurudhild wagt den Schritt in eine unsichere Zukunft und tritt mit den Söldnern den beschwerlichen Weg nach Trier an, um ein neues Leben als Magd zu beginnen. Sie ahnt nicht, worauf sie sich mit dieser Reise einlässt. Das Bild ihres getöteten Ehemannes lässt sie einfach nicht los; sie wird von Alpträumen und Schuldgefühlen heimgesucht – und auch das Zusammenleben mit Männern, deren Alltag aus Gewalt besteht und deren Beruf das Töten ist, ist alles andere als einfach …

Teil 1 von Annette Imorts packender historischer Trilogie um Schicksal, Kampf und Abenteuer.

Quelle: Burgenwelt Verlag

Die Hexe muss brennen

Einer der ersten Titel des Burgenwelt Verlags und das erste Abenteuer der Diebin Luzia. Tatjana ist eine hervorragende Autorin, die sich wirklich aufs Schreiben versteht. Das weiß ich auch deshalb besonders gut, weil sie auch schon meine Kurzgeschichte Feuerfunken (Verlag Torsten Low) lektoriert hat.

Walpurgisnacht 1606: Die Schatten der Inquisition reichen bis in das verschlafene Städtchen Amorbach. Auf dem Scheiterhaufen wird eine angesehene Bürgerin als Hexe verbrannt, drei weitere warten im Kerker auf ihre Hinrichtung. Luzia, eine geschickte Diebin auf der Durchreise, hat wenig übrig für das Schicksal dieser Frauen, deren öffentliche Bestrafung großen Aufruhr verursacht – bis sie auf der Flucht vor dem Gesetz in die Fänge des brutalen Inquisitors Balthasar Noß aus Fulda gerät, der schon fast dreihundert Hexen dem Feuertod überantwortet hat. Ihm kommen Luzias Fähigkeiten gerade recht. Aus zwielichtigen Gründen hat er es auf die unscheinbare Jungfer Magdalene Wegener abgesehen, die dank ihres einflussreichen Bruders Lukas schon einmal einer Verurteilung als Hexe entgehen konnte. Doch dem grausamsten Inquisitor des Reiches bietet man nicht ungestraft die Stirn. Um sich zu rächen, schreckt er vor keinem Mittel zurück …

Quelle: Burgenwelt Verlag

Der Tanz der Schäfflerin

Yngra ist aus dem Verlag nicht mehr wegzudenken. In München veranstaltet sie ab und zu sogar literarische Stadtrundgänge zu den Schauplätzen ihrer Schäfflerinnen-Romane. Auf der LBM hätte sie zudem ihre Kurzgeschichte  aus dem Jahrmarkt der Mysterien präsentieren sollen.

Eine historische Geschichte von Verrat, Verlust, Hoffnung und Liebe – München im Jahre 1634 – Jakoba, die Tochter des Schäfflermeisters Wilhelm Neuburg, erlebt als kleines Mädchen den Schäfflertanz nach einer Bedrohung durch die Pest als überwältigendes Ereignis. Fortan hat sie keinen sehnlicheren Wunsch, als einmal diesen traditionellen Tanz der Fassmacher mitzutanzen. Doch dies ist ausschließlich den Gesellen der Zunft erlaubt. Als in München erneut die Pest ausbricht, überredet Jakoba ihren Vater dazu, den Schäfflertanz wieder aufleben zu lassen, um den Menschen Mut zu machen, wie es schon ihre Ahnen taten. Unerlaubt beobachtet sie, wie die Gesellen proben, übt im Geheimen die Schritte und Abfolgen. Doch die boshafte Bäckerstochter Agnes, die es auf Jakobas Verlobten Quirin abgesehen hat, verrät sie. Für ihr lästerliches Verhalten wird die Schäfflertochter der Hexerei bezichtigt. Jakoba bleibt schließlich nichts anderes übrig als zu fliehen. Auf der Flucht lernt sie den Schäfflergesellen Sylvester kennen, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Gemeinsam beschließen sie, Jakobas Traum vom Tanz der Schäffler wahr werden zu lassen. Koste es, was es wolle… Yngra Wieland eröffnet den Lesern mit ihrer tragischen und mitreißenden Geschichte um die Heldin Jakoba faszinierende Einblicke in die Tradition der Schäffler und das Leben in München im siebzehnten Jahrhundert.

Mit einem Vorwort von Christian Baumann (Fachverein der Schäffler Münchens)

Quelle: Burgenwelt Verlag

Dies ist nur eine kleine, nicht repräsentative Auswahl an Titeln aus dem Verlagsprogramm. Gern könnt ihr noch ein bisschen beim Burgenwelt Verlag stöbern. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Veröffentlichung] Alpha & Omega | Release der SF-Anthologie „Fast menschlich“

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Meine lieben Weltenbummler,
ich wünsche euch einen wundervoll-buchigen ersten Nicht-Messetag. :) Viele Verlage haben sich in den letzten Wochen ordentlich ins Zeug gelegt, um euch passend zum Start der Leipziger Buchmesse ihre Neuheiten präsentieren zu können. So auch Herausgeber Christoph Grimm  und der Eridanus Verlag. Mag die Messe und damit die geplante Lesung sowie die Release-Party auch ausfallen: Heute erscheint mit „Fast menschlich“ die neue Science Fiction Anthologie des Eridanus Verlags – ein Titel, den ihr sehr gern #bücherhamstern dürft. Damit würdet ihr einen mit viel Herzblut geführten Verlag unterstützen. :)

Mehr zur Aktion, mit der Kleinverlage und Selfpublisher*innen unterstützt werden sollen, erfahrt ihr hier.

Auf einen Blick

 

Titel: Fast menschlich

Herausgeber: Christoph Grimm
Verlag: Eridanus Verlag
Seiten: 394
Format: E-Book/Taschenbuch
Preis: 4,99€/ 14, 90€
Erscheinungsdatum: 12. März 2020
Genre: Science Fiction (Kurzgeschichten)

Darum geht’s


Lässt sich Menschlichkeit programmieren?

Sie werden uns immer ähnlicher! Von einigen herbeigewünscht, von anderen gefürchtet, schreitet die Entwicklung im Bereich von Künstlicher Intelligenz unaufhaltsam voran. Doch wohin führt uns dieser Fortschritt? Vielleicht sind Androiden bald nicht wegzudenken, sind für uns Helfer, Lebensgefährten, Geliebte. Oder sie werden zur echten Gefahr, sobald sie zu dem Schluss kommen, dass nicht wir, sondern sie selbst die besseren „Menschen“ sind.

Lässt sich Menschlichkeit programmieren? Kann aus künstlichem Dasein durch entsprechende Metamorphose eine eigene Lebensform entstehen? Können Androiden genau wie wir mehr als die Summe ihrer Teile sein? Oder ist am Ende gar die Symbiose von Mensch und Maschine die nächste logische Stufe der Evolution? Alles scheint möglich!


25 Autorinnen und Autoren erzählen in „Fast menschlich“ Geschichten, in denen die Grenze zwischen K.I. und Menschen auf unterhaltsame, aber oft auch erschreckend realistische Weise überschritten wird.
Mit 25 Illustrationen.

Was macht uns menschlich?

Das ist wohl die zentrale Frage, die Herausgeber Christoph Grimm in der Ausschreibung aufwarf. Eine zutiefst philosophische Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Dennoch stellte sich eine Vielzahl an Autorinnen und Autoren dieser Herausforderung – und machte Chris die Auswahl damit alles andere als leicht.

Letztendlich fiel die Auswahl auf 25 Geschichten, die allesamt einen etwas anderen Zugang zum Thema wählen. Besonders hervorzuheben ist, dass neben bekannten Namen der deutschen Science Fiction-Szene wie Jacqueline Mayerhofer (Brüder der Finsternis, Verlag ohneohren etc.) und Sebastian Schaefer (Der letzte Kolonist, Eridanus Verlag) auch Debütant*innen eine Chance bekommen. So freue ich mich ganz besonders, dass sich Janina da Cunha, die vielen von euch sicher besser als Die Buchlilie bekannt ist, über ihrer erste Veröffentlichung freuen darf. Und ja, irgendwie ist es auch mir gelungen, eine Kurzgeschichte zu schreiben, die Chris überzeugt hat (dabei ist SF nicht grade mein Steckenpferd).

Optisch macht auch diese Anthologie wieder einiges her: Zu jeder Geschichte gibt es eine eigens auf sie abgestimmt Illustration. Für diese zeichnet sich Detlef Klewer (KritzelKunst) ebenso wie für das Cover verantwortlich, über dessen unglaubliches Talent, Erzählungen in passenden Bildern einzufangen, ich schon das ein oder andere Mal ins Schwärmen gekommen bin. Nicht nur deshalb, weil er auch meinem Debütroman Wellensang ein wunderschönes Gewand geschneidert hat.

Immer, wenn ich das Glück habe, in einer Anthologie veröffentlichen zu dürfen, die Detlef illustriert oder selbst herausgibt, warte ich gespannt und voller Vorfreude auf die Layoutfassung, um endlich einen Blick auf das Kunstwerk erhaschen zu dürfen, das er gezeichnet hat.

Darum geht es in Alpha & Omega

Ein eisiger Schauder jagte über seinen Rücken. An diese Androiden werde ich mich nie gewöhnen. (…) Sicher, es war beeindruckend, dass es der Godwin Corp. – dem weltweit führenden Unternehmen für Robotik und KI – gelungen war, ihr Alpha-Modell optisch
so menschenähnlich wie möglich zu gestalten. Doch der
kleinen Tätowierung bedurfte es gar nicht, um sie von ihren
menschlichen Vorbildern zu unterscheiden. Ihre Gesichter
gleichen einander. Da gibt es keine Makel, keine Unterschiede
mehr, die sie einzigartig machen. Nur noch gleichförmige Perfektion.
Eine Perfektion, die jeglicher Wärme entbehrte und
die ihm zutiefst unheimlich war.

aus: Alpha & Omega von Anna Eichenbach (in: Fast menschlich, Eridanus Verlag)

Nickolas „Nick“ Hill, der auf dem Planeten Numbal geboren wurde und dort aufwuchs, arbeitet nach seiner erzwungenen Rückkehr auf die Erde im Ministerium für Extraterrestrische Angelegenheiten. Er tut sein möglichstes, um zwischen den Menschen und Numbali zu vermitteln, doch stößt beim Minister sowie bei der Bevölkerung auf eine Mauer aus Ignoranz und Vorurteilen.

Als hätte er damit nicht genug zu tun, versucht der CEO eines Androiden herstellenden Konzerns, ihn anzuwerben. Dabei sind die Roboter Nick mehr als unheimlich. Als sich mitten in der Nacht ein verschwunden geglaubter Professor und KI-Spezialist bei ihm meldet, steht Nick mit einem Mal zwischen allen Stühlen. Doch worum geht es den verschiedenen Parteien wirklich?

Alpha & Omega ist wohl die Kurzgeschichte, die zu schreiben mich am meisten Nerven gekostet hat. Der entscheidende Plottwist war – neben Nick – das erste, das ich über den Plot wusste. Aber beide wollten sich nicht so zu Papier bringen lassen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Insgesamt habe ich drei Anläufe gebraucht, um die Geschichte so zu erzählen, wie ihr sie nun in Fast menschlich lesen könnt.

„Godwin trank einen Schluck Wein, seine grauen Augen musterten ihn wach. »Mein Stellenangebot gilt noch immer.«
Innerlich verdrehte Nick die Augen. Seit Monaten umwarb Godwin ihn, um ihn für irgendein Projekt seiner Firma anzuheuern. Andere würden sich durch das Interesse eines der angesehensten, einflussreichsten Männer der Welt geschmeichelt fühlen. Nick hingegen verspürte nur Unbehagen. Godwin ist mir genau so unheimlich wie seine Androiden.

 

Ich bin froh und glücklich, dass Christoph Grimm Potenzial in der Erzählung gesehen hat, obwohl ich selbst so sehr damit gehadert habe. Nicht nur, weil sich so die investierte Zeit und Mühe ausgezahlt haben. Sondern auch, weil die Zusammenarbeit mit ihm einfach nur wahnsinnig toll war. Regelmäßige Updates, was den Stand der Arbeit anging – und engagierte Marketingstrategien. Ich glaube, ich habe noch nie in einer Anthologie veröffentlichen dürfen, die so stark – und das auch schon so frühzeitig – beworben wurde wie diese. Z.B. könnt ihr unter dem Hashtag #syntheticsaturday auf Instagram oder auch auf der Facebookseite des Eridanus Verlags kurze Schnipsel aus den einzelnen Geschichten lesen.

Von Herzen hätte ich es Chris und meinen Mitautor*innen gegönnt, wenn wir auf der Leipziger Buchmesse aus der Sammlung hätten lesen können. Stattdessen wird das einfach in die virtuelle Welt verschoben.

Vielleicht konnte ich euch ja auch schon auf die Anthologie neugierig machen – in der Sammlung gibt es wirklich tolle Geschichten und talentierte Autoren zu entdecken. Na, wenn das kein Grund fürs #bücherhamstern ist, dann weiß ich auch nicht. :P

Ihr wollt noch ein bisschen stöbern? Schaut ruhig mal bei den kurzen Erzählungen vorbei, die ich im Rahmen des Writing Friday verfasst habe. Einen Überblick über meine bisherigen Veröffentlichungen findet ihr hier.

Wir lesen uns,
Eure Anna

Tintenfässchen | #Bücherhamstern – Warum Selfpublisher*innen und Kleinverlage noch nie so sehr auf ihre Leser*innen angewiesen waren wie jetzt

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Meine lieben Weltenbummler,
eigentlich hatte ich geplant, heute einen Beitrag zu posten, der vor Vorfreude und Aufregung summt wie ein Bienenstock im Hochsommer. Ich wollte euch von meinen Terminen auf der Leipziger Buchmesse erzählen – von meinen Lesungen aus Wellensang (Burgenwelt Verlag) und der SF Anthologie Fast menschlich (Eridanus Verlag). Von den Releasepartys zu Fast menschlich und zum Jahrmarkt der Mysterien (Burgenwelt Verlag). Davon, wie aufgeregt ich bin, zum ersten mal auf die Messe nach Leipzig zu fahren. Und davon, wie sehr ich mich darauf freue, viele von euch, die ich bislang nur online kenne, endlich persönlich knuddeln zu dürfen.

Wie ich schon in meinem Monatsrückblick schrieb: Es kommt nicht darauf an, aus welcher Richtung der Wind weht. Es kommt nur darauf an, wie wir die Segel setzen. Ich glaube, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es nicht nur Wind, sondern ein ausgewachsener Sturm ist, der seit Dienstag durch die Buchwelt tost.

Die LBM 2020 – abgesagt

Dass sich die Veranstalter der Leipziger Buchmesse dazu entschieden haben, die Veranstaltung aufgrund des Coronavirus abzusagen, kann ich nachvollziehen. Sie tragen so viel Verantwortung – ehrlich, ich möchte nicht mit ihnen tauschen.

In diesem Beitrag soll es nicht um das Pro und Contra dieser Entscheidung gehen. Auch nicht darum, wie traurig mich persönlich all die verpassten Chancen und Begegnungen machen, auf die ich mich so sehr gefreut habe.

Vielmehr wird aus diesem vorfreudigen, positiven Beitrag, ein nachdenklicher. Ein besorgter. Vielleicht auch einer, der manchen von euch aufrüttelt. Denn die Absage der Buchmesse könnte dazu führen, dass die Buch- und Verlagswelt bald nicht mehr so bunt und vielfältig ist, wie wir sie bisher kennen.

2019 – das „schwarze Jahr“ der Buchbranche

Als Leserin, die zugleich auch Autorin ist, beobachte ich, was sich auf dem Buchmarkt tut. Die Entwicklungen im vergangenen Jahr kann man nicht anders als besorgniserregend nennen. Erst die KNV-Insolvenz, die vielen Klein- und Kleinstverlagen die Einnahmen aus dem sonst so umsatzstarken Weihnachtsgeschäft raubte. Dann die Entscheidung von Libri, mir nichts dir nichts ihren Lagerbestand drastisch zu reduzieren.  Vor allem die nicht so umsatzstarken Titel der kleinen Verlage waren davon betroffen. Und was Libri nicht (mehr) gelistet hat, gilt auch beim großen A als nicht lieferbar. Unter dieser Verunsichtbarung leiden natürlich auch die Kleinen am Markt am meisten.

Und wen trifft nun die Absage der Buchmesse ganz besonders schmerzhaft? Richtig: Die finanziell ohnehin schon gebeutelten Kleinverleger*innen, aber auch Selfpublisher*innen.

Ohne die Messe fehlen Sichtbarkeit und Kundenkontakte. Es fehlen Direktverkäufe und Einnahmen. 2019 mussten einige Verlage die Segel streichen. Ich befürchte, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

#bücherhamstern gegen das Verlagssterben

Wenn es eines gibt, das ich ganz besonders an der Buchcommunity liebe, dann ist es ihr Zusammenhalt. Wenige Stunden nach der Absage der Messe wurde die Aktion #bücherhamstern ins Leben gerufen. Auf Instagram, Facebook und Twitter können Verleger*innen, Autor*innen und Leser*innen Bücher posten, die sie sich gern auf der Leipziger Buchmesse gekauft hätten.

Was noch viel wichtiger ist: #bücherhamstern soll auch zum Kaufen anregen. Wenn ihr euch Titel – egal ob Novitäten oder vor längerer Zeit erschienene – auf der Messe kaufen wolltet: Wartet nicht damit! Bestellt sie JETZT und nicht erst im Sommer oder Herbst. Am besten direkt über den Onlineshop des jeweiligen Verlags, damit möglichst wenige Zwischenhändler daran mitverdienen. Ganz bequem und garantiert vierenfrei.

Die Verlage und Selfpublisher*innen sind auf jeden Verkauf angewiesen, um den finanziellen Schaden, der durch die Absage der Messe entstanden ist, wenigstens etwas abfangen zu können.

Noch nie war die Unterstützung durch uns, die Leserinnen und Leser so wichtig wie jetzt. Ohne uns könnte die Buch- und Verlagswelt bald weniger lebendig, bunt und vielfältig sein.

Ich lass euch noch eine Liste mit Verlagen da, zu denen ich mich auf die ein oder andere Weise – als Leserin oder Autorin – verbunden fühle. Ja, bei einigen von ihnen habe ich etwas veröffentlicht. Mir geht es aber nicht darum, genau diese Titel zu bewerben. Mir geht es darum, dass die Menschen hinter dem Verlag, die ihre komplette Freizeit und ihr ganzes Herzblut in wundervolle Geschichten, die sie mit euch teilen möchten, stecken, weitermachen können:

Unter dem Hashtag #bücherhamstern werdet ihr sicher noch mehr tolle Vorschläge finden. Bitte, bitte, bitte, bitte: Spread the Word! Erzählt von dieser Aktion und/oder postet selbst Hamsterkaufempfehlung.

Übrigens wird schon fleißig an Alternativen zur Messe gebastelt: Im Rahmen des Leipziger Buchfiebers (#LBF20) werden etwa 50 unabhängige Verlage versuchen, einige der ausgefallenen Lesungen nachzuholen, und euch ihre Neuerscheinungen präsentieren – und noch einiges mehr. Hier geht es zur Facebookgruppe. Die ein oder anderen Titel werdet ihr aber auch hier auf meinem Blog und auf meinem Instagram-Account entdecken können. ;)

Ich gehe dann erst mal #bücherhamstern.
Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Im letzten Beitrag dieser Reihe ging es um das unbeschreibliche Gefühl, den ersten eigenen Roman in Händen halten zu dürfen.

[Monatsrückblick] Die Segel mit dem Wind setzen | Januar & Februar 2020

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Meine lieben Weltenbummler,
die ersten zwei Monate des neuen Jahres liegen bereits hinter uns – und wie immer bin ich im Januar voller Motivation und guter Vorsätze ins neue Jahrzehnt gestartet. Unter anderem habe ich mir vorgenommen, dass ich mir ganz bewusst mehr Zeit für die Dinge nehmen möchte, die mich glücklich machen. Und endlich die richtige Balance zu finden zwischen Lesen, Bloggen und meinen Schreibprojekten. Vor allem deswegen, damit wieder etwas mehr Leben in die Welt aus Tinte und Papier einkehrt – und vor allem auch wieder mehr Buchbesprechungen.

Endlich wieder rezensieren!

Bislang hat das auch ganz gut geklappt. Zumindest habe ich schon deutlich mehr gelesen als im vergangenen Jahr und euch mit Cróthpall – Glut der Schatten den gelungenen Auftakt zu einer wundervoll düster-romantischen Fantasytrilogie aus der Feder von Alex M. Schwarze vorgestellt.

Obwohl … allein die Tatsache, dass ich einen Zweimonatsrückblick schreibe, spricht schon dafür, dass es mit der richtigen Balance noch nicht so weit her ist. Das liegt vor allem daran, dass ich viele meiner ach so schönen Pläne – vor allem diejenigen, die mein Autorenleben betreffen – schon Ende Januar über den Haufen werfen musste.

Der Grund dafür ist eigentlich ein erfreulicher: Was meine berufliche Zukunft angeht, hat sich eine große Chance für mich aufgetan, die unbedingt nutzen möchte. Auch wenn das heißt, mein Studium schneller abschließen zu müssen, als ich ursprünglich geplant habe. Auch wenn das heißt, dass Lernpensum und Druck steigen – und die Zeit, die mir für die schönen Dinge (vor allem fürs Schreiben) bleibt, deutlich weniger wird.

Als ich diesen Entschluss gefasst hatte, musste ich mich erstmal neu sortieren. All das, was vor mir liegt, erschien mir wie eine Hürde, die so hoch ist, dass ich sie nicht überwinden kann. Mittlerweile sehe ich die Dinge klarer. Sehe die Möglichkeiten, die sich mir bieten. Und weiß genau, dass es nicht darauf ankommt, aus welcher Richtung der Wind weht, sondern darauf, wie ich meine Segel setze.

Mit dem Wind Segeln

Bislang gelingt es mir dennoch ganz gut, unter den geänderten Bedingungen zu segeln. Ich habe (mehr oder weniger) regelmäßig gebloggt und konnte euch nicht nur mit der Odens Jakt auf den Jahrmarkt der Mysterien entführen, sondern durfte euch auch am Valentinstag (bzw. beim Writing Friday) von einer Liebe erzählen, von der nur mehr Staub und Spinnweben blieben.

Auch mit Sturmsang, meinem aktuellen Romanprojekt, bin ich in den vergangenen zwei Monaten stetig vorangekommen. Drei Kapitel – etwa 8.000 Wörter – trennen mich noch vom Ende der Rohfassung. Einerseits bin ich motiviert, zumindest diesen Arbeitsschritt endlich abzuschließen. Andererseits merke ich, wie schwer mir das Schreiben grade fällt. Jedes Wort, das ich zu Papier bringe, schmeckt nach einem bittersüßen Abschied von der Welt und den Figuren, die mich nun schon seit dem NaNo 2018 begleiten. Mal sehen, ob ich es noch vor der Leipziger Buchmesse schaffe.

März-Ausblick | meine erste LBM

Leute, ich bin aufgeregt. So aufgeregt, dass ich euch vor allem und ganz besonders auf Instagram seit einer Weile die Ohren wegen der Messe vollblubbere. Für mich wird das eine Messe der Premieren: Mein erstes Mal in Leipzig. Die erste Messe, die ich hauptsächlich als Autorin besuche. Und das erste Mal, das ich vor Publikum lesen werde!

Meine wundervolle Verlegerin Jana Hoffhenke konnte tatsächliche einen Leseslot ergattern. Ich freue mich schon wie verrückt darauf, euch Turid und meine Nordmänner vorstellen zu dürfen. Am Samstag, den 14. März, werde ich ab 13 Uhr im Literaturcafé (Halle 4, Stand B 600) aus Wellensang lesen.

Neben der Lesung bereite ich grade noch einige andere Dinge für die Messe vor. Auch ein paar hübsche Buchgoodies, damit ich etwas habe, womit ich euch eine Freude machen kann. :) Bevor ich aber anfange, euch auch hier damit vollzublubbern, wie sehr ich mich schon auf all die tollen Begegnungen und Eindrücke freue, mache ich fürs erste Schluss. Meine weiteren Termine werde ich euch in den kommenden Tagen noch verraten.^^

Ich hoffe, ich kann einige von euch in Leipzig treffen. :)
Wir lesen uns,
Eure Anna

[Rezension] Alex M. Schwarze – Cróthpall. Glut der Schatten

[unbezahlte Werbung]

„Er war dabei, sich anzupassen. Warum konnten das die anderen Hexenmeister nicht? Warum trauerten sie immer noch den alten Zeiten hinterher? Ihr Abkommen war nichtig. Ein Versprechen aus vergangenen Tagen, um den Frieden zu wahren. Doch diese Zeiten waren vorbei …“

aus: Alex M. Schwarze, Cróthpall – Glut der Schatten

Im NaNoWriMo 2018 hatte ich das große Glück, durch einen Wink des Schicksals nicht nur die Selfpublisherin Alex M. Schwarze, sondern auch ihre faszinierenden Romanwelten kennenzulernen. Die Schnipsel aus ihrem damaligen Projekt waren so düster-romantisch und atmosphärisch, dass ich mich Ende November gar nicht mehr davon lösen mochte. Zum Glück für mich hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits Cróthpall – Glut der Schatten, veröffentlicht – den Auftakt zu einer düsteren Fantasy-Trilogie, der mit ebendieser Welt verknüpft ist, in die ich mich so verliebt habe.

Auf einen Blick:

 

Titel: Cróthpall – Glut der Schatten
Reihe: Cróthpall, Band 1 (von 3)
Autorin: Alex M. Schwarze
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 464
Format: E-Book
Preis: 4,99€
Erscheinungsdatum: 21.  März 2018
Genre: Dark Fantasy/Romantasy

 

Darum geht’s

Als das magische Zeitalter vorübergeht, schließen die letzten Hexenmeister einen Pakt, der sie am Leben hält, aber sie einen Teil ihrer Fähigkeiten beraubt. Seitdem leben sie unerkannt unter den Menschen. Erst wenn einer der Hexenmeister mit einem Kristallschwert getötet wird, bricht der Pakt und der Krieg entbrennt erneut. Und der Tag steht kurz bevor.

Das Buch

Dass ein Buch mit einem Prolog beginnt, ist nicht ungewöhnlich. Doch Alex M. Schwarze stellt Glut der Schatten gleich zwei Prologe voran: Im ersten erleben wir eine beklemmend düstere Vision. Im zweiten Lernen wir eine der Hauptfiguren kennen – und zumindest ich bin ihrem Charme prompt erlegen (dazu später mehr).

Die Handlung von Cróthpall spielt zu unserer Zeit, vornehmlich in den schottischen Highlands – ein wildromantisches Setting, in dem es gar nicht schwer fällt zu glauben, dass es Mächte auf der Welt gibt, die unsere bloße Vorstellungskraft übersteigen: die Welt der Magie. Und genau dort nimmt die Geschichte ihren Ausgang:

Catriona war eine Ordensschwester von Cróthpall, sie dienten der Zeit, dem Schicksal und dem Wohl aller.“

aus: Alex M. Schwarze, Cróthpall – Glut der Schatten

Dieser Orden befindet sich abgeschieden von der Welt und vor den Blicken der Menschen verborgen in dichten Nebeln. Wer sich hier an Die Nebel von Avalon erinnert fühlt: Mir erging es da nicht anders. Doch die friedliche Idylle gerät spätestens dann ins Wanken, als Catriona auf einen verwundeten Mann stößt. Ihr gutes Herz (und ihr ausgeprägtes Helfersyndrom) lassen ihr keine andere Wahl, als sich um den Fremden zu kümmern, zumal sie sich zur Heilerin berufen fühlt. Sie verbirgt ihn vor ihren Schwestern, obwohl sie damit gegen die Regeln des Ordens verstößt, doch kümmert sich hingebungsvoll um ihn.

Zum Dank entführt er sie prompt aus Cróthpall, sobald er wieder bei Kräften ist. Denn eine Schwester wie Catriona könnte der Schlüssel zu dem sein, wonach er sich am meisten sehnt: Der Schlüssel zur Rache.

„Um endgültig frei zu sein, musste er den Pakt brechen, an den er gebunden war. (…) Er würde sich von den Hexenmeistern befreien und sich rächen. Und er würde sie töten, bevor sie ihn töteten.“

aus: Alex M. Schwarze, Cróthpall – Glut der Schatten

Das Zitat verrät schon ziemlich gut, wonach unser Hexenmeister Kincaid strebt. Er ist machtgierig, gerissen und düster. Und ja, das macht ihn auf gewisse Weise auch unverschämt attraktiv. Die Passagen, die aus seiner Perspektive geschrieben waren, haben mir am allerbesten gefallen. Ich weiß auch nicht, irgendwie konnte ich mich seinem dunklen Bann nicht entziehen.

Ebenso erging es mir mit den meisten anderen männlichen Charakteren. Da hätten wir zum Beispiel noch den prinzipientreuen Raghnall, zu dem Catriona sich hingezogen fühlt, obwohl sie eine Schwester von Cróthpall ist und sich ihm eigentlich nicht hingeben darf und … seufz

Zwischen den beiden funkt es von ihrer ersten Begegnung an. Sie treiben das Spiel aus Nähe und Distanz zu wahrer Meisterschaft, bis man sich beim Lesen denkt: Mensch, wann kriegen sich die beiden denn endlich?

Und da liegt für mich eine Schwäche des Romans. Die Autorin erklärt in ihrer Vita düstere Geschichten mit einem Hauch Romantik zu schreiben, aber für meinen Geschmack steht das Wann-kriegen-sie-sich-endlich? zu stark im Fokus – und das nicht nur in Catrionas-Handlungsstrang. Dass Kincaid drauf und dran ist, die Welt ins Chaos zu stürzen, scheint da oft nebensächlich.

Alex M. Schwarze zeichnet ihre Charaktere plastisch und vor allem die männlichen Protagonisten waren mir sehr sympathisch. Nur mit den Frauen habe ich mich schwer getan – dabei erzählt der Roman überwiegend aus ihrer Sicht. Catriona ist für mich über weite Strecken einfach nur nervig und naiv gewesen. Klar, die Welt, aus der sie kommt, ist behütet und friedvoll. Ganz anders, als die Welt, in die Kincaid sie entführt. Aber … ich glaube ein Zitat illustriert besser, was ich meine:

„‚Du fürchtest dich scheinbar vor allem‘, bemerkte er abfällig. Und dann wollte sie die Welt sehen, in der es nichts als Grausamkeiten gab? Er schüttelte den Kopf. Was sollte er auch anderes von einer Schwester von Cróthpall erwarten? Sie waren hilflose, zerbrechliche Frauen.“

aus: Alex M. Schwarze, Cróthpall – Glut der Schatten

Zu Catrionas Ehrenrettung muss ich sagen, dass sie sich im Verlauf der Handlung entwickelt und eine Stärke gewinnt, die ich ihr anfangs gar nicht zugetraut habe. Ganz anders als Kenzi, die tough und bisweilen rücksichtslos ist – und damit in gewisserweise der Gegenentwurf zu Catriona. Von dem, was Letzterer an Selbstbewusstsein und Stärke fehlte, hatte Kenzi manchmal etwas zu viel. Auch mit ihr bin ich nicht richtig warm geworden.

Trotzdem – und da dürfen die kleinen Kritikpunkte nicht drüber hinwegtäuschen – hat mir Glut der Schatten unheimlich gut gefallen. Der Roman ist unterhaltsam geschrieben und wirft einen bedrohlichen Konflikt auf, auf dessen Lösung ich wirklich gespannt bin. Zudem versteht es Alex M. Schwarze, ihre Leser*innen mit ihrer bildhaften Sprache in den Bann zu ziehen. Und zuletzt ist auch der düstere Charme des Antagonisten nicht ganz unschuldig daran, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Fazit

Cróthpall – Glut der Schatten ist ein gelungener Trilogieauftakt, in dem Alex M. Schwarze ihre Leser in die faszinierende Welt von Cróthpall entführt. Vor allem für Freunde dunkler Romantik bedenkenlos zu empfehlen.

 


Die Geschichte geht weiter …
  • Cróthpall – Flammen der Schatten (August 2018)
  • Cróthpall – Feuer der Schatten  (Januar 2018)