[Rezension] Christopher Paolini – Die Gabel, die Hexe und der Wurm

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„Bisweilen träumte er davon, sein Schwert Brisingr zu gürten, auf Saphira zu steigen und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Aber das war eben nur ein Traum.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 18)

… und ein Traum, den zumindest auch die Fans von Paolinis Eragon-Reihe träumen (mich miteingeschlossen). Nun legt der Autor mit Die Gabel, die Hexe und der Wurm zumindest eine Kurzgeschichtensammlung vor, die uns wieder nach Alagaësia entführt.

Achtung: Wirkliche Freude an dem Buch werden nur diejenigen haben, die die vorangegangenen vier Bände von Eragon gelesen haben.

Auf einen Blick:

 

Titel: Die Gabel, die Hexe und der Wurm
Reihe: Geschichten aus Alagaësia 1
Autorin: Christopher Paolini
Verlag: cbj Verlag
Seiten: 304
Format: Hardcover
Preis: 18,00€
Erscheinungsdatum: 21.  Januar 2019
Genre: Fantasy/Jugendbuch

 

Darum geht’s

Ein Wanderer und ein verfluchtes Kind.
Zaubersprüche und Magie.
Und natürlich Drachen.
Willkommen zurück in Eragons Welt!

Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine spannende Legende der Urgals neue Perspektiven.

Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat.

Illustriert mit vier neuen Originalzeichnungen des Autors!

(Quelle: cbj Verlag)

Das Buch

Lange Jahre habe ich auf neuen Lesestoff aus der Feder von Christopher Paolini gewartet. Oft hat er von einem fünften Band von Eragon gesprochen (mittlerweile ist sogar von einer Trilogie die Rede). Nun legt er stattdessen zunächst eine Kurzgeschichtensammlung mit einem – zugegeben – sperrigen Titel vor. Paolini gibt selbst zu, dass das Projekt mit heißer Nadel gestrickt wurde: Im Sommer 2018 schrieb er Eine Gabel und eine Weggabelung. Bereits Ende Dezember erschien das Buch im englischsprachigen Raum.

Eragon ist eine der Buchreihen, die mich durch meine Jugend begleitet haben. Auf jeden Band habe ich hingefiebert – und nun auch sehnlichst die Veröffentlichung der Kurzgeschichtensammlung erwartet. Allerdings war ich auch skeptisch, was den Mehrwert dieses Buches angeht – und bin es auch jetzt noch.

Die Gabel, die Hexe und der Wurm spielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen des letzen Eragon-Bandes Das Erbe der Macht. Unser Held wirkt deutlich gereifter, erwachsener als früher. Kein Wunder, bedenkt man, was er bereits erlebt hat. Die Verantwortung, sich um die Eldunari und die Dracheneier – und somit um eine zukünftige Generation von Drachenreitern – zu kümmern, lastet schwer auf seinen Schultern. Gemeinsam mit Saphira nimmt sich der Aufgabe an, einen geeigneten Ort dafür zu schaffen.

In diese Rahmenhandlung, die uns bereits ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren der Reihe beschert, bettet Paolini die drei Kurzgeschichten rund um die Gabel, die Hexe und den Wurm ein – und das auf sehr geschickte, kunstvolle Weise.

Die Gabel

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es besonders viele Spekulationen um den Inhalt dieser Kurzgeschichte und die Frage, was es mit der ominösen Gabel auf sich haben könnte, gegeben. Deshalb war ich auf diese Erzählung besonders gespannt. Tatsächlich nimmt Paolini sich hier eines schweren und wichtigen Themas an: Ausgrenzung.

„‚Manchmal‘, sagte er zu ihr, ‚muss man aufstehen und kämpfen. Manchmal kommt Weglaufen nicht infrage. Verstehst du das jetzt?‘
‚Ja‘, flüsterte Essie. “ 

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 75)

Die kleine Essie, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, sieht sich mit einer Situation konfrontiert, in der es für sie nur einen Ausweg zu geben scheint, nämlich den, wegzulaufen. Doch dann trifft sie im Gasthaus ihres Vaters auf einen Fremden, der ihr Mut macht …

All das erzählt Paolini sehr feinfühlig und einfühlsam. Die Gabel ist eine sehr gelungene Geschichte. Vor allem die letzten Seiten, in denen sich der Fokus von Essie auf den Fremden verschiebt, behandeln genau das, was ich mir seit dem Ende von Eragon 4 (mit dem ich nicht in jeder Hinsicht zufrieden war) zu erfahren gewünscht habe. Gern hätte dieser Abschnitt noch etwas länger sein dürfen.

Geschickt streut der Autor zudem einige Hinweise auf eine neue Bedrohung ein, die vielleicht Dreh- und Angelpunkt für eine mögliche Fortsetzung werden könnte – und er lässt darauf hoffen, dass es doch noch eine versöhnliche Zukunft für einen meiner Lieblingscharaktere geben könnte.

Die Hexe

… ist die Geschichte, mit der ich leider am wenigsten anfangen konnte. Möglicherweise deshalb, weil sie nicht von Christopher, sondern von seiner Schwester Angela geschrieben wurde. Bei Über das Wesen der Sterne handelt sich sich um Auszüge aus der Autobiographie der Kräuterhexe Angela, für deren Figur Paolinis Schwester Vorbild stand.

„Strebt nach Weisheit! Oder zumindest nach einer Verringerung der Idiotie. – Angela, die Vielnamige

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 109 )

An sich zeigt die Geschichte deutlich, wie viel Entwicklungspotential noch in einem bestimmten Charakter steckt. Insgesamt ist sie jedoch genau so konfus, verwirrend und geheimnisvoll geraten wie die Kräuterhexe selbst. Sprachlich leider deutlich schwächer als der Rest des Buches.

Der Wurm

Ist ein absolutes Highlight! Glaubt mir, allein für diese Erzählung einer alten Urgal-Legende lohnt es sich, das Buch in die Hand zu nehmen.

„Während er lauschte, fühlte er sich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzt, und die Ereignisse von Irks Geschichte erschienen ihm bald so real wie die Halle selbst.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 162)

Und genau wie Eragon erging es mir beim Lesen auch. Schon nach den ersten Worten verschwammen für mich die Grenzen zwischen der Geschichte und der Realität. Sie hatte mich vollkommen in den Bann gezogen. Der Wurm vom Kulkaras ist eine düstere, bedrohliche Erzählung von Verlust, Schmerz und Rache, die bild- und wortgewaltig geschildert werden. Wirklich genial!

Der Gesamteindruck

Die Gabel, die Hexe und der Wurm konnte bei mir vor allem mit einem punkten: der Nostalgie. Es brauchte gar nicht viele Seiten, um mir dieses nostalgisch-warme Gefühl zu geben, als käme ich nach Hause und träfe alte Freunde wieder. Allein das macht dieses Buch für mich unheimlich wertvoll und schön.

Hinzukommt, dass die Gabel und der Wurm auf ihre jeweils ganz eigene Weise sehr gut geschriebene Geschichten sind. Ich habe es wirklich genossen, wieder nach Alagaësia reisen zu dürfen – und würde es jederzeit wieder tun. Der Untertitel des Büchleins – Geschichten aus Alagaësia1 – lässt zumindest vermuten, dass noch mehr Kurzgeschichten in Planung sind. Und jetzt kommt das große ABER.

Wie eingangs erwähnt, bin ich immer noch unschlüssig, was ich von der Sammlung als Ganzes halten soll. Da gibt es einfach einige Punkte, die mir sauer aufstoßen. Vor allem das Layout: riesengroße Schrift, breite Seitenränder. Für den immerhin stolzen Preis von 18€ bekommt man sehr sehr wenig Text. So wenig, wie ich finde, dass ich mich wirklich frage, ob hier nicht jemand versucht, noch möglichst viel Geld aus der Marke Eragon rauszuholen (vor allem, da die Reihe auch neue Cover spendiert bekommen hat). Dass noch dazu eine Geschichte nicht von Paolini stammt, sondern von seiner Schwester – geschenkt.

Insgesamt wirkt Die Gabel, die Hexe und der Wurm auf mich, wie ein Versuch, die Begeisterung um Eragon neu anzufachen und die Reihe wieder ins Gespräch zu bringen. Das ganze Buch liest sich wie ein Teaser für den ominösen fünften Band von Eragon, der – Schreibgott bewahre! – hoffentlich nicht nur ein Aufguss altbekannter Ideen sein wird, wenn er denn mal veröffentlicht wird.

Fazit

Die Gabel, die Hexe und der Wurm beschert Fans ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren aus dem Eragon-Universum. Vor allem die Erzählung rund um den Wurm hebt sich deutlich von den anderen Geschichten ab. Ein kurzes Lesevergnügen, das jedes Fanherz höherschlagen lassen wird.

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[Monatsrückblick] März 2019 | Auf Hochglanz poliert

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Meine lieben Weltenbummler,
verdammt wenig los hier in der Welt aus Tinte und Papier im letzten Monat, obwohl ich in meinem letzten Rückblick doch versprochen hatte, dass sich das im März ändern würde. Doch neben einem Schauermärchen für den Writing Friday habe ich tatsächlich nichts gepostet. Dass es hier so ruhig geblieben ist, hatte einen guten Grund.

Auf Hochglanz poliert

Wie schon der Februar stand auch der vergangene Monat ganz im Zeichen des Lektorats von Wellensang. Der zweite und finale Durchgang war wieder sehr intensiv, aber ich habe das Gefühl, dass meine Lektorin mir wirklich großartig dabei geholfen hat, das Manuskript auf Hochglanz zu polieren. Ihretwegen habe ich mich auch an meinem ersten historischen Nachwort versucht – und wäre beinahe daran verzweifelt. *lach*

Aus der Uni bin ich es ja gewohnt, historische Sachverhalte in eher … wissenschaftlicher Form zu verpacken. Das Nachwort so zu gestalten, dass es sich eben nicht wie eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern wie die perfekte Ergänzung zu einem (Unterhaltungs)Roman liest, war gar nicht so leicht. Zum Glück konnte ich mich auf die Hilfe meines kritischsten Betalesers verlassen, der eigentlich so gar nichts mit Geschichte am Hut hat. ^^ Jedenfalls konnte ich alles – Manuskript, Nachwort und sogar ein Glossar – gegen Ende des Monats abgeben. Die Sachen liegen nun wieder beim Verlag und ich fiebere schon den nächsten Schritten auf dem Weg bis zur Veröffentlichung im Herbst entgegen.

Der SERAPH und die Leipziger Buchmesse

Wie ihr seht hatte ich also ordentlich was zu tun, während sicher auch einige von euch in Leipzig auf der Buchmesse waren. Als Daheimgebliebene habe ich all die tollen Posts und Insta-Stories mit einem lachenden und einem weinenden Auge mitverfolgt. Und dank meines Autoren- und Bloggerkollegen Erik (Zwischen Buchdeckeln), der mal wieder sehr gelungene Messeberichte geschrieben hat, hatte ich beinahe das Gefühl, selbst in Leipzig zu sein.

Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte

Besonders schade fand ich, dass ich die Releasepartys der beiden frisch erschienenen Anthologien vom Eridanus und Burgenwelt Verlag verpasst habe, zu denen ich auch eine Geschichte beisteuern durfte (weiter Infos folgen in Kürze *hüstel*). Die Fotos, die ich von beiden Veranstaltung gesehen habe, sprechen allerdings dafür, dass die anderen eine (feucht)fröhliche Zeit hatten. :)

 

Auf der Messe wurde auch der SERAPH, der Literaturpreis für Phantastik verliehen. Über die begehrten Auszeichnungen durften sich in diesem Jahr folgende Bücher freuen:

Die Chroniken von Azuhr – der Verfluchte von Bernhard Hennen als Bester Roman (der auch eines meines Jahreshighlights 2018 war. Eine Rezension findet ihr ***hier***.)

The Shelter – Zukunft ohne Hoffnung von Kris Brynn als Bestes Debüt.

Das Erbe der Rauhnacht von Birgit Jaeckel als Bester Independent-Titel.

Auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch!

April-Ausblick | Camp NaNoWriMo 

Nach dem Lektorat juckt es mir in den Fingern, endlich wieder zu schreiben. Dass im April das Camp NaNoWriMo stattfindet, kommt mir daher wie gerufen. Anders als beim großen NaNo im November, kann man sich im Camp jedoch ein individuelles Wort- oder sogar Stundenziel setzen.

Ich hoffe, dass ich durch das Camp (trotz des Beginns des neuen Semesters) wieder in eine einigermaßen regelmäßige Schreibroutine finde. 10k Wörter an Sturmsang, meinem NaNo-Roman von 2018, zu schreiben, habe ich mir als Ziel gesetzt. Für manch einen mag das nicht viel sein, aber für mich ist das eine Menge, die ich selbst in guten Monaten nur selten schaffe.

Am Ende ist und bleibt das Wichtigste, Spaß an seinem Projekt und am Schreiben zu haben.

Jedes Wort, das man zu Papier bringt, bringt einen näher ans Ende der Geschichte.

In dem Sinne:
Wir lesen uns,
Eure Anna

#Writing Friday – In den Nebeln versunken

 

Hallo Weltenbummler,
in den letzten Wochen ist es hier sehr ruhig geworden. Deshalb freue ich mich umso mehr darüber, euch heute wieder eine Geschichte erzählen zu können. Die Aufgabe, die ich mir heute für den Writing Friday ausgesucht habe, lautet wie folgt:

Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, das sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei, folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

Gut, möglicherweise bin ich … etwas abgeschweift, denn Ediths Geschichte hat sich irgendwie verselbstständigt. Aber lest am besten selbst. Viel Freude!


In den Nebeln versunken

Edith schlug den Kragen gegen den auffrischenden Wind und den Regen, den er in langen Fäden vor sich hertrieb, höher. Kälte kroch mit klammen Fingern unter ihren Mantel, ließ die junge Frau bis in ihr Innerstes erbeben. Eng schlang sie die Arme um den Leib, als könne sie so den letzten Funken Wärme, der ihr geblieben war, daran hindern, sie zu verlassen. Als könne sie so das Unbehagen fernhalten, das sich mit jeder Minute, die verstrich, näher an sie heranpirschte.
Er ist zu spät.
Vor exakt dreiundsiebzig Minuten war sie mit ihrem Koffer aus der Dampflok gestiegen – und anders, als ihr Mrs Heathburn in dem Brief, in dem sie Edith ihre neue Stelle zusicherte und ihr gemeinsam mit dem Fahrschein auch ihre besten Wünsche übermittelte, zugesichert hatte, wartete niemand am kleinen Bahnhof von Oakbridge auf sie. Ganz im Gegenteil schien es ihr, als sei sie die einzige Menschenseele weit und breit, die einsam und verlassen dem Wetter trotzte.
Quälend langsam ruckte der Minutenzeiger der Wanduhr eine Position weiter. Der freundliche Herr, der im Bahnhofshäuschen arbeitete, Fahrkarten verkaufte und Auskunft gab, war schon vor einer Weile nach Hause gegangen. Ihr Zug, hatte er erklärt, sei der letzte, der Oakbridge an diesem Tag ansteuerte. Der nächste käme erst am folgenden Morgen.
Nun stand Edith also einsam und verlassen am Bahnsteig. Einsam bis auf die Spinnenweben, die gleich gesponnenem Nebel zwischen den schweren Balken über ihr baumelten. Ihren ersten Tag als neues Hausmädchen bei den Heathburns hatte sie sich wahrlich anders ausgemalt!
„Miss Edith?“
Überrascht fuhr sie zusammen.
„Verzeiht, dass ich Sie so lange habe warten lassen.“ Ein Mann schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln, das von Herzen kam. Regen rann aus seinem buschigen Schnäuzer, tropfte von der Krempe des Huts, den er unschlüssig in den Händen hielt, vor seine schlammigen Schuhspitzen. Das Wasser hatte seinem Mantel die Farbe dunkler Kaffeebohnen verliehen. „Ich weiß, ich hätte längst hier sein müssen, allerdings ist mir ein Rad an der Kutsche gebrochen.“ Dem armen Kerl, der sich ihretwegen durch das Unwetter gekämpft hatte und nun bis auf die Knochen durchnässt war, stand die Scham ins Gesicht geschrieben.
„Schon gut, Mr ….“
„McDermid.“
„Also, Mr McDermid, nun sind Sie ja hier.“ Edith erwiderte sein Lächeln, als er ihren Koffer nahm und ihr den Arm bot. Bereitwillig hakte sie sich unter und ließ sich von ihm zur Kutsche führen.
„Ich hoffe, Sie dachten nicht, dass ich Sie hier die ganze Nacht über stehen lasse“, lachte er, als er Edith in das Gefährt half.
„Keineswegs, Sir“, flunkerte sie höflich.
„Dann“, er schloss die Tür, schenkte ihr ein tiefes Lächeln, „hätte Mrs Heathburn mir auch ordentlich die Hölle heiß gemacht, dessen können Sie sich gewiss sein.“ Er zwinkerte verschwörerisch.
Hitze kroch in Ediths Wangen, doch Mr McDermid hatte ihr längst den Rücken gekehrt. Polternd erklomm er den Kutschbock. Ruckend setzte sich das Gefährt in Bewegung.
Mit einem erleichterten Seufzen ließ Edith sich ins weiche Polster sinken, das mit rubinrotem Stoff überzogen war. Vor dem Fenster ließ der Regen nach, bis er schließlich ganz aufhörte.
Beruhigt und zugleich aufgeregt wegen dessen, was sie wohl im Anwesen der Heathburns erwarten mochte, betrachtete Edith die verschlafene Landschaft Südenglands, die an ihr vorbeizog. Vereinzelt lockerte die dunkle Wolkendecke auf. Sie schien so bleiern, dass sie beinahe die Wipfel des Wäldchens, auf das Mr McDermid zuhielt, berühren mochte. Die Abendsonne überzog alles mit einem rötlichen Glanz, lud zarte Nebelschleier zum Tanz. In der Ferne grollte Donner.
„Bevor wir in ein weiteres Unwetter geraten“, rief Mr McDermid vom Kutschbock aus nach hinten, „nehme ich die Abkürzung durch den Wald, am alten Haus Rothland vorbei.“
Prickelnd stellten sich die feinen Haare an Ediths Armen auf. Zitterte McDermids Stimme? Oder hatte sie sich das nur eingebildet?
Bald passierte ihr Gefährt den Waldsaum. Sofort wurde es merklich dunkler. Edith fröstelte. Knorrige Äste ragten auf den Pfad, kratzten an der Kutsche entlang. Ihr schien es, als reckten sie sich nach ihr, wollten sie in die Schatten zwischen den Moos bewachsenen Stämmen zerren …
Mit einem Mal lichtete sich der Wald. Die Lippen in Staunen geöffnet, lehnte sich Edith näher ans Fenster. Ein Herrenhaus schälte sich aus den Nebeln, die immer dichter über Mooren und Gräsern tanzten. Blind und dunkel blickten ihr seine unzähligen Fenster entgegen. Die Glut der sinkenden Sonne, die sich einen Weg durch die Wolkendecke brach, nistete in ihnen als seien sie Pforten in die Unterwelt. Efeu erklomm die aus groben Steinen gefügten Wände. Immer näher rückte der Wald an den einst stolzen Wohnsitz heran, dessen frühere Pracht nur noch eine Erinnerung war, die mit jedem Tag mehr und mehr verblasste. Ein seltsamer Schimmer umgab das baufällige Gebäude.
Auch, als die Kutsche längst an dem Anwesen vorbei war, blickte sie noch immer zurück, solange, bis es hinter ihr in den dichten Nebeln versunken war. Edith schluckte ihr Unbehagen herunter. Ein Haus wie dieses erinnerte sie unweigerlich an die Schauermärchen, die sie so gern las – sehr zum Missfallen ihrer Mutter. Und aus den Geschichten wusste sie, dass solche Häuser immer irgendein düsteres Familiengeheimnis bargen.
„Miss Edith?“ Mr McDermid hatte die Kutschtür geöffnet, ohne, dass sie es bemerkt hatte. Erwartungsvoll streckte er ihr die Hand entgegen. „Wir sind da. Willkommen auf dem Anwesen der Heathburns.“ Ein Blitz zuckte über den Himmel. Für einen Herzschlag nahm Mr McDermids verbindliches Lächeln einen beinahe wahnsinnigen Zug an. Der Eindruck verschwand so rasch, dass Edith ihn sich ebenso gut nur eingebildet haben mochte.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

In meiner letzten Geschichte habe ich euch von Jack erzählt, der mit einem Magier … nichts als Scherereien hat.

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Monatsrückblick] Februar 2019 | Traumwelten und ganz viel Liebe

 

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Meine lieben Weltenbummler,
schon wieder ist ein Monat vorbei – und mit Schrecken stelle ich fest, dass ich im Februar schon wieder kaum Beiträge auf dem Blog veröffentlicht habe. Dabei hatte ich doch soooo viel vor! Um meine (ellenlange) To-Do-Liste ist es allerdings auch nicht besser bestellt. Seltsam. Irgendwo in der Nähe meines Schreibtisches scheint es wohl ein schwarzes Loch zu geben, das meine Zeit verschluckt

Traumwelten & Lieblingsautoren

Erinnert ihr euch noch an die Zeit vor einigen Monaten, in der fast täglich irgendein Award ins Leben gerufen oder eine Nominierung in den elektronischen Briefkasten geflattert ist? Das ist nun schon so lange her, dass Suse von Suses Buchtraum dachte, dass es endlich an der Zeit für eine neue Aktion ist. Deshalb hat sie den kleinen, aber feinen Mini Buchtraum Award ins Leben gerufen, an dem ich auch teilnehmen durfte.

Die Fragen, die sich Suse überlegt hat, sind wirklich unglaublich süß und verträumt – und zum Teil auch gar nicht so leicht zu beantworten. Falls ihr also immer schon mal wissen wolltet, was für verrückte Buch- oder Autorenträume ich hatte, bei welchen Covern ich dahinschmelze oder wie ich mir meinen Traumroman vorstellte: ***hier*** werdet ihr es erfahren.

Eine traumhafte Beitragsreihe, die ich euch sehr ans Herz legen kann, findet ihr auf dem Buchperlenblog. Gabriela hat nämlich den ganzen Monate ihrem Lieblingsautor Neil Gaiman gewidmet. Man merkt ihren Posts richtig an, wie vernarrt sie in Gaimans Geschichten und die Welten, die er geschaffen hat, ist. :) Glaubt mir, ihre Begeisterung ist so ansteckend, dass ihr am Ende eine Menge neuer Bücher auf eurer Wunschliste haben werdet.

Liebe in der Literatur

Im Februar führt dank des Valentinstags an einem Thema kein Weg vorbei: der Liebe. Das habe auch ich zum Anlass genommen, mir endlich einen Beitrag vom Herzen zu schreiben, der mich schon eine Weile begleitet (und sogar älter ist als dieser Blog). Im Tintenfässchen drehte sich daher diesmal alles um die Frage:

Herausgekommen ist eine kurze (und unvollständige!) Betrachtung der Liebe in der Literatur – und der unterschiedlichen Formen, die sie annehmen kann. Was genau Harry Potter, Nevernight oder Frodo und Sam aus dem Herrn der Ringe damit zu tun haben? Ihr könnt es ***hier*** herausfinden.

März-Ausblick | Lektorat, Buchmesse & Veröffentlichungen

Seit zwei Wochen nimmt mich das Lektorat meines Debütromans ganz schön in Anspruch, aber das ist auch gut so. Immerhin möchte ich das Beste aus meinem Manuskript herausholen, bevor ich es im Herbst auf die Leser loslasse. Daneben bleibt mir allerdings wenig Zeit, mich um den Blog zu kümmern oder noch etwas für den Writing Friday zu verfassen. Eine Kurzgeschichte ist dennoch entstanden. In Nichts als Scherereien erzähle ich euch die Geschichte von Jack und seinem … ungewöhnlichen Problem. Neugierig? Dann schnuppert ***hier*** gern mal rein!

Im März hoffe ich, wieder mehr Zeit zum Lesen, Schreiben und Bloggen zu haben. Wenn das Lektorat geschafft ist, sollte das auch möglich sein. :)

Von meinem Schreibtisch aus werde ich natürlich auch mitverfolgen, was so alles auf der Leipziger Buchmesse passiert. :) Falls ihr hinfahrt, schaut gern mal am Gemeinschaftsstand vom Burgenwelt und Eridanus Verlag vorbei (Halle 2, Stand 408). Dort feiern zwei Anthologien Premiere, zu denen ich je eine Kurzgeschichte beisteuern durfte.

Habt einen schönen Monat!
Wir lesen uns,
Anna.

PS: Hier geht es zum Rückblick auf den Januar 2019. ***klick***

#Writing Friday – Nichts als Scherereien

 

Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn mit einem Mal erschien es ihm nicht mehr so klug, die Klinge zu ziehen. Unschlüssig ruhte seine Hand auf dem Schwertknauf. Doch statt ihm ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln oder seinen Herzschlag zu beruhigen, verstärkte das Gewicht der Waffe an seiner Seite seine Anspannung nur. Er erinnerte sich noch lebhaft daran, was beim letzten Mal geschehen war, als er auf das Schwert hatte zurückgreifen müssen. Dass ein Magier keine normale Klinge sein eigen nannte, damit hatte er gerechnet. Aber das konnte er nun wirklich nicht kommen sehen.
Verfluchter Stahl. Verfluchter Stolz. Und auch meine große Klappe soll verflucht sein!
Hätte er sich doch nie auf dieses Wagnis eingelassen! Gewiss hätte er seine Schulden bei diesem dreimalverhassten Halsabschneider auch anders loswerden können. Aber nein. Als er den alten Magier sich im Undichten Fass über seinen Verlust hatte beklagen hören, konnte er einfach nicht anders. Die fürstliche Belohnung, die er demjenigen in Aussicht stellte, der ihm seine Waffe zurückbrachte, hatte – neben den drei bis vier Humpen Bier, die Jack an jenem Abend bereits genossen hatte – ihr übriges getan.
Misch dich bloß nie wieder in die Angelegenheiten von Magischen ein, Jack. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.
Angespannt leckte er sich über die Lippen, lauschte in die Stille. Die ganze Festung schien auf den Beinen. Ihre Besatzung durchkämmte jeden Winkel nach dem Dieb, der es gewagt hatte, sich bei Nacht hinter die schützenden Mauern zu schleichen und einen Schatz zu entwenden, an dem wohl nicht nur der alte Magier ein berechtigtes Interesse zu haben schien.
Eng presste sich Jack ans grob behauene Mauerwerk, bemühte sich mit der samtenen Dunkelheit innerhalb der Nische zu verschmelzen, in die er sich geflüchtet hatte. Schwere, Eisen beschlagene Stiefel polterten an seinem Versteck vorbei. Gegrunzte Befehle und wütendes Schnauben hallten von den Wänden wider.
Als es ruhiger wurde, wagte Jack, einen Blick aus seinem Versteck zu werfen. Niemand zu sehen – und zu hören. Vielleicht haben sie ihre Suche in diesem Teil der Festung fürs Erste beendet. Hoffnung keimte in seinem Herzen. Ein trügerisches Gefühl vorläufiger Sicherheit. Nur noch die Treppe herunter ins Verließ, durch den Geheimgang … und schneller, als ich zu hoffen wage, sitze ich neben dem Alten im Undichten Fass.
Tief atmete er durch, dann wagte er sich tatsächlich auf den Gang hervor. Im flackernden Fackelschein huschten Schatten über die rauen Wände, die Jacks strapazierten Nerven vorgaukelte, dass die Gefahr näher wäre, als er sie wähnte.
Gerade, als er dachte, er hätte, das Schlimmste hinter sich, machte der Korridor, dem er folgte, eine scharfe Biegung. Erstaunt stolperte er in einen Suchtrupp. Eine Schar bis an die Zähne bewaffneter Oger starrte ihm aus tumben Gesichtern entgegen. Ihr Anführer fackelte nicht lang, sondern schwang seine gewaltige Keule in Jacks Richtung. Diesem gelang es eben noch so, dem Hieb auszuweichen.
Wie von selbst fand Jacks Hand den Schwertgriff. Mit einem metallischen Schaben glitt die Klinge aus der Scheide – und plärrte augenblicklich los: „Räudiger Diiiiieeeeb!“
Der Schrei ging in ein entsetztes Kreischen über, als der Stahl einem Gegner in die Kniekehle drang und ihn fällte. Der Gang war so eng, dass seine Kumpane nicht einfach an ihm vorbeidrängen konnten.
Auf dem Absatz machte Jack kehrt, das Schwert noch immer in der Hand. „Iiihhhhh, Ogerblut“, echauffierte sich dieses. „Was bist du nur für ein Widerling!“
„Halt deine verdammte Klappe“, knurrte Jack ungehalten, „oder willst du, dass sie uns finden und kurzen Prozess mit uns machen?“
„Mit dir, meinst du wohl. Ich bin zu kostbar um …“
„… als Trollzahnstocher benutzt zu werden?“, fuhr Jack der verzauberten Klinge dazwischen.
„Za-Zahnstocher?“, jammerte die Klinge.
„Da ist dir der alte Zauberer sicher lieber.“
„Ja. Ja, gewiss doch!“
„Dann! Sei! Endlich! Still!“, presste Jack mühsam beherrscht zwischen den Zähnen hervor. Zum ersten Mal, seit er eine Hand an den verfluchten Stahl gelegt hatte, gab dieser keine Widerworte. Vielleicht käme Jack doch noch mit heiler Haut davon. Er konnte es kaum erwarten, das schwatzhafte Schwert seinem Besitzer zurückzugeben. Sollte der sich doch damit herumzuschlagen! Jack für seinen Teil hatte seine Lektion gelernt. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.
Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Thema heute: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz beginnt: „Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn …“

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

Tintenfässchen | Kann ein Roman ohne Liebe funktionieren?

 

Meine lieben Weltenbummler,
heute möchte ich mich im Tintenfässchen einem Phänomen bzw. einer Emotion widmen, die die Literatur wie kaum eine zweite durchzieht: der Liebe. Geliebt zu werden ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Vielleicht gibt es deshalb so viele begeisterte Liebesromanleserinnen und -Leser, die sich auch gern sonntagabendlich in bester pilchermanier für eineinhalb Stunden aus ihrem Alltag in eine heile Welt entführen lassen.

Eines vorweg: Ich habe nichts gegen Romanzen und Liebe in Büchern, sofern sie nicht den Kern der Handlung bilden. Wenn es von Seite 1 an nur darum geht, wann sich die Charaktere endlich kriegen (am besten noch in einer klassischen Dreiecksbeziehung mit einem glitzernden Vampir), dann kann ich damit wenig anfangen. Genau so wenig wie mit vor Zuckerguss triefenden „Schnulzen“. Dabei möchte ich diese Art der Literatur gar nicht abwerten. Jedes Genre hat seine Berechtigung und seine Fans. Es ist eher so, dass ich gerade Liebesromanautorinnen und – autoren dafür bewundere, dass sie so federleicht erzählen, dass man sich über das ganze Buch hinweg einfach wohlfühlen muss. Ein gutes Beispiel ist hierfür sicherlich Das Päckchen von J. Vellguth.

Aber wie viel Liebe braucht ein Roman? Kann ein Roman überhaupt ohne Liebe funktionieren? Um diese Frage zu beantworten, nehme ich euch mit auf einen Streifzug durch die Welt aus Tinte und Papier – und zeige euch verschiedene Formen der Liebe.

All you need is love?! Über die Liebe in der Literatur

Was ist Liebe? Auf den ersten Blick scheint diese Frage leicht zu beantworten zu sein: Liebe ist, sich zu jemanden hingezogen zu fühlen. Auf den zweiten Blick, ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Was steckt denn überhaupt hinter diesem Gefühl? Bloße Chemie bzw. Biologie? Oder doch mehr, etwas, das wir vielleicht gar nicht erklären und schon gar nicht verstehen können?

In „Nevernight“ erzählt Jay Kristoff eine fesselnde Rachegeschichte in einem epischen Fantasy-Setting.

Liebe ist jedenfalls eine starke Empfindung – und ein starker Antrieb. Sie bringt Menschen dazu, zu agieren, und kann damit auch als Motor für den Plot fungieren.

Darauf beruhen auch die Anfänge der westeuropäischen Literatur um 750 v. Chr. In der Ilias schildert Homer den Kampf um Troja. Nachdem Paris die schöne Helena entführte, will deren Ehemann sie natürlich zurückholen und bricht mit einer gewaltigen Flotte gen Troja auf. Unter den Kriegern ist auch Achill, der im Fokus der Erzählung steht. Besser gesagt: Es ist sein Zorn, um den sich alles dreht. Denn Achill ist wütend und gekränkt, dass sein Heerführer ihm seine Beutefrau streitig gemacht hat. Aber nicht, weil er sie liebt. Sondern weil sein übergroßes Ego (Selbstliebe) verletzt ist. Schmollend zieht er sich aus dem Kampfgeschehen zurück – und bringt seine eigenen Leute so in große Gefahr.

Liebe kann also in eine Reihe negativer Emotionen umschlagen. Zuneigung, die nicht erwidert wird, kann sich nicht nur in Liebeskummer, sondern auch in Wahn verwandeln. Der Tod eines geliebten Menschen kann den Wunsch entfachen, Rache zu nehmen, so wie in Jay Kristoffs Nevernight.

Wenn der andere das Wichtigste ist

Liebe bringt Menschen auch dazu, sich für etwas einzusetzen. Manchmal treibt sie jemanden sogar so weit, sich für einen anderen, für andere oder für eine Sache zu opfern.

Ein klassisches Beispiel ist hier sicherlich der Krieger aus unzähligen High Fantasy Epen, der sich – das Schwert in der Hand – aufmacht, seine Heimat und seine Lieben gegen den Antagonisten zu verteidigen. Dabei wird der Kampf gegen die Unterdrückung, für die Freiheit und seine Mitmenschen oft als ehrenvolles Ziel stilisiert.

Zum Stichwort Aufopferungsbereitschaft fällt mir sofort auch Harry Potter von Joanne K. Rowling ein. Die Liebe seiner Eltern, die sich gegen Voldemort stellen, um ihren Sohn zu schützen, rettet Harry das Leben – und führt wiederum dazu, dass sich unser Lieblingszauberlehrling dem Kampf gegen die dunklen Mächte stellen kann.

Doch Harry wird während seines gesamten Abenteuers noch eine andere Form der Liebe zuteil: Freundschaft. Egal, wie gefährlich und aussichtslos die Lage auch sein mag: Immer weiß er Ron und Hermine an seiner Seite. Die drei stehen zueinander, wissen, dass sie sich blind auf den anderen verlassen können.

Eines der schönsten Beispiele einer Spielart der Liebe findet sich meiner Meinung nach in Tolkiens der Herr der Ringe. Sam, der die meiste Zeit über eher wie ein Anhängsel des Fellowship wirkt, mausert sich nach und nach zum heimlichen Helden der Reihe. Frodo und ihn verbindet eine tiefe Freundschaft, die sich von Sams Seite aus vor allem auch durch Loyalität und Bewunderung auszeichnet. Er würde alles für den anderen Hobbit tun, sich für ihn aufopfern und ihn sogar den Schicksalsberg herauftragen, damit der andere seine Aufgabe erfüllen kann. Wenn das kein Beweis für Liebe ist, dann weiß ich auch nicht.

Sam und Frodo aus dem Herrn der Ringe verbindet eine besondere Form der Liebe

Ein Roman ohne Liebe – geht das?

Meiner Meinung nach kann es keinen Roman ohne Liebe geben. Damit ist nicht zwingend eine romantische Liebe gemeint, die auch nicht zwingend im Fokus der Handlung stehen muss. Doch Liebe und ihre unterschiedlichen Formen – sei es im positiven wie im negativen – sind solch starke Emotionen, dass sie gut geeignet sind, eine Handlung zu initiieren oder dem Plot eine entscheidende Wendung zu geben. Die oben angeführten Beispiele zeigen das ganz gut.

Dabei bietet das Thema noch einen weiteren Vorteil: Liebe, Empfindungen generell sind Erfahrungen, die alle Menschen teilen. Sie bereichern eine Erzählung, denn sie machen sie lebendig und echt.

Sicherlich kann man das Themenfeld „Liebe“ noch aus weiteren Perspektiven betrachten und viel mehr darüber schreiben. Das würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Welche Form der Liebe, die euch in Büchern begegnet ist, ist euch besonders im Gedächtnis geblieben? Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Mini Buchtraum Award

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Liebe Weltenbummler,
vor einigen Tagen hat mich die liebe Suse von Suses Buchtraum zum Mini Buchtraum Award nominiert.  Was? Ihr habt noch gar nicht von diesem Award gehört? Das muss wohl daran liegen, dass Suse ihn eben erst ins Leben gerufen hat. Zu den ersten Bloggern zu gehören, die sich ihren Fragen stellen, ist mir eine Ehre und Freude. Danke, dass du an mich gedacht hast, Suse! :)

Die Regeln

  • Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
  • Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
  • Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
  • Beantworte die Fragen.
  • Nominiere selbst 5-10 Blogger.
  • Vor allem, hab Spaß daran mitzumachen

Dann mal nichts wie her mit den Fragen. :)


1. Hast du schon mal von einem deiner gelesenen Bücher oder von einem Autor/einer Autorin geträumt? Beschreibe, wie der Traum war.

Ach du meine Güte, wo soll ich da bloß anfangen?! *lach* dass ich von Büchern träume, passiert mir regelmäßig. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass mich eine Geschichte in ihren Bann gezogen und der Autor/die Autorin etwas verdammt richtig gemacht hat, wenn seine/ihre fiktiven Charaktere so authentisch gezeichnet sind, dass sie in meinen Träumen tatsächlich zum Leben erwachen.

Erzählen möchte ich euch aber von einem anderen Traum. Ich hatte einen Schreibworkshop gewonnen, den Wolfgang Hohlbein geleitet hat. (Fragt mich bitte nicht, warum ausgerechnet er. Wenn es hochkommt, habe ich drei seiner Romane gelesen – und mein Lieblingsautor ist er auch nicht. ^^) Jedenfalls wollte er Nachwuchsautoren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die anderen Gewinner und ich sollten deshalb unsere Romanidee pitchen und ihm eine Leseprobe geben. Und wisst ihr, was dann passiert ist? Wolfgang Hohlbein hat mir einfach meine Romanidee geklaut! Als ob er selbst nicht tausend davon hätte – und vor allem tausend um Welten bessere. Das war schon seltsam.

 

2. Welches ist dein Traum-Buch-Cover?

Unsagbar cool und episch finde ich das Cover zu das Lied des Blutes von Anthony Ryan. Es ist ein bisschen martialisch, strahlt aber auch etwas Edles und Starkes aus. Seine Reihe, die bei Klett-Cotta erschienen ist, steht schon ewig auf meiner Wunschliste.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich nahezu jedes Cover, das Alexander Kopainski entwirft (u. a. Mondprinzessin) zum dahinschmelzen schön finde.

 

3. Wenn du dein eigenes Traumbuch schreiben könntest, um was würde es in dem Buch gehen?

Ganz klar: Mein Traumbuch ist ein historischer Roman in einem mittelalterlichen Setting. Er spielt zur Wikingerzeit mit ihren prächtigen Schiffen und enthält Elemente aus der nordischen Mythologie. Darin geht es um Abenteuer, Freiheit, Liebe, Freundschaft und Hass, das ganze gewürzt mit einer Prise Wahnsinn und der ein oder anderen Víking.

Das beste daran: Diesen Roman habe ich tatsächlich geschrieben. Und schon im Herbst wird er im Burgenwelt Verlag erscheinen. :)

 

4. Welches Buch war dein schlimmster Albtraum?

Puh, Bücher, mit denen ich nichts anfangen konnte, habe ich einige gelesen. Am schlimmsten war wohl tatsächlich die Biss-Reihe. Jugendbücher lese ich tendenziell eher weniger und mit Liebesgeschichten kann ich meist auch nichts anfangen. Von Biss mochte ich eigentlich nur den ersten Band, der Rest war, na ja … nicht so meins.

 

5. Top oder Flopp: Das Buch, das du gerade liest, ist bis jetzt Top oder Flopp?

Momentan lese ich zwei Romane parallel. Der erste ist Die Gabel, die Hexe und der Wurm von Christopher Paolini. Als waschechter Eragon-Fan genieße ich es in vollen Zügen, wieder in die Welt der Buchreihe eintauchen zu können. Allerdings gibt es auch einige Dinge, die mir sauer aufstoßen. Bislang bin ich noch unschlüssig.

Beim anderen handelt es sich um Die weiße Königin, den zweiten Teil der Chroniken von Azuhr von Bernhard Hennen. Hennen ist mein absoluter Lieblingsautor, deshalb musste ich mir den Roman sofort nach der Veröffentlichung kaufen. Über die ersten 150 Seiten bin ich seit Herbst allerdings noch nicht hinaus gekommen, weil ich meine Zeit eher in meine eigenen Geschichten und ins Lernen investiert habe. In den Semesterferien will ich das Buch unbedingt lesen, denn bis jetzt ist es definitiv top.


So, jetzt bleibt mir nur noch übrig, einige Blogger für den Mini Buchtraum Award zu nominieren. Falls jemand schon war oder sich jemand vergessen fühlt: Verzeihung!

Die Nominierten

Sarah von Sarah’s Book Blog xo
Erik von Zwischen Buchdeckeln
Ida von Ida’s Bookshelf
Jasper von Jaspers Buchblog
Melanie Carafa
Elizzy von Read Books and Fall in Love
Janika von Zeilenwanderer

Ich hoffe, ihr habt genau so große Freude daran, Suses Fragen zu beantworten, wie ich. :)

Genug aus dem Tintenfässchen geplaudert – oder etwa nicht? Wenn ihr noch mehr über mich erfahren möchtet, dann stöbert ruhig durch meine Antworten zu den anderen beiden Bloggerawards, zu denen ich bis jetzt nominiert wurde:

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Monatsrückblick] Januar 2019 | Buchhighlights und Vorsätze

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Hallo meine Weltenbummler,
wieder einmal liegt ein typischer Januar hinter mir. Typisch vor allem deshalb, weil ich meine Nase statt in spannende Romane in den vergangenen Wochen fast ausschließlich in Uni-Bücher gesteckt habe. Und typisch, weil mich – wie immer – nach der Klausurphase direkt eine fiese Erkältung niedergestreckt hat. Mittlerweile habe ich das Schlimmste überstanden und auch schon wieder Lust am Bloggen und Schreiben. :)

Buchhighlights

Bildrechte liegen beim Verlag

Sofort zu Beginn des Jahres habe ich euch die Romane vorgestellt, die 2018 mein Leserinnenherz haben höher schlagen lassen oder mir spannende/ fantastische/abenteuerliche etc. Reisen in Welten aus Tinte und Papier beschert haben. Meine *** Jahreshighlights *** sind eine bunte Mischung aus etablierten Autoren, Nachwuchsschriftstellern und Selfpublishern. Mich freut es ganz besonders, dass auch die ein oder andere Erzählung abseits des Mainstreams einen Platz unter meinen Lieblingstiteln 2018 gefunden hat.

Ein Buch, das es vermutlich unter meine diesjährigen Highlights schaffen wird, ist der neue Roman von Christopher Paolini. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue, endlich wieder in die Welt von Paolinis Erfolgsreihe Eragon eintauchen zu können. Okay, ich geb es zu: Meine Begeisterung konnte ich in meinem ***Waiting on Wednesday*** Beitrag kurz vor dem Release kaum verbergen. ^^ Nach der letzten Klausur habe ich mich auch schon darauf gestürzt, zögere es momentan aber noch hinaus, das Buch zu beenden. Bald werde ich euch hier aber verraten, wie mir mein lang ersehnter Ausflug nach Alagaësia gefallen hat.

Träume

Um *** Träume bzw. gute Vorsätze *** ging es in meinem ersten #Writing Friday-Beitrag in diesem Jahr. Anders als sonst habe ich das Thema diesmal nicht fiktiv umgesetzt, sondern aufgeschrieben, was mir auf dem Herzen lag. Und das ist vor allem eines: Ich möchte mich in diesem Jahr für meine Träume stark machen. Konkret bedeutet das, für meinen Traum vom (Hobby-)Autorenleben und meinen Debütroman, der voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Passend zu diesem Traum habe ich im Januar auch die Layoutfassungen zweier Kurzgeschichten zur finalen Überprüfung zugesandt bekommen, die im März passend zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht werden sollen. Die eine davon im Eridanus Verlag (Science Fiction) und die andere im Burgenwelt Verlag (Historie). Ich freue mich jetzt schon darauf, meine Belegexemplare bald in Händen halten zu können und euch die Anthologien vorzustellen. :)

Februar-Ausblick

Für diesen Monat habe ich einen Beitrag geplant, den ich schon schreiben wollte, bevor es diesen Blog überhaupt gab. Ich verrate nur so viel: Er wird in der Rubrik Tintenfässchen erscheinen und ein zentrales Thema der Literatur behandeln.^^

Ansonsten erwartet mich mein erstes Romanlektorat. :O Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das ein bisschen … einschüchtert. Bei Kurzgeschichten konnte ich ja schon Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln, aber so ein Roman ist schon eine andere Hausnummer. Wie es mir dabei ergeht, werde ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Worauf freut ihr euch in diesem Monat am meisten?

Wir lesen uns,
Eure Anna

PS: Hier geht es zum Rückblick auf den Dezember 2018. ***klick***

#Writing Friday – Sich für seine Träume stark machen

Liebe Weltenbummler,
der Writing Friday geht in die nächste Runde – und mit gehöriger Verspätung bin auch ich wieder mit dabei. Wie schon 2018 stellt uns Elizzy von Read Books and Fall in Love jede Woche einen kleinen Writingpromt, zu dem eine Reihe von Blogerinnen und Bloggern kreativ wird. Egal ob frei erfunden oder eine wahre Geschichte: Freunde guter Erzählungen werden beim Schmökern der unterschiedlichen Texte sicher auf ihre Kosten kommen. Schaut daher ruhig auch bei den anderen Schreiberlingen vorbei! :)

Anders, als ihr es aus dem vergangenen Jahr von mir gewohnt seid, präsentierte ich euch in meinem ersten Beitrag keine fiktive Erzählung. Vielmehr geht es um etwas sehr Persönliches:

Erzähle von einem Vorsatz für 2019.

Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus?


Der Januar ist zwar schon ein paar Tage alt, aber für (gute) Vorsätze ist es nie zu spät. Vor allem nicht in einem Jahr wie diesem, in dem mich einige aufregende Dinge erwarten. Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Im Herbst wird ein lang gehegter Herzenswunsch für mich in Erfüllung gehen, denn ich werde meinen ersten Roman in einem (Klein)Verlag veröffentlichen.

Das Schreiben begleitet mich nun schon seit einigen Jahren und ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist Leidenschaft und Erfüllung zugleich. Allein der Gedanke daran, dass ich meine Erzählung bald mit euch teilen darf, lässt mein Herz vor Freude höher schlagen. Gleichzeitig schüchtert mich diese Aussicht aber auch ein. Da ist diese leise Stimme in meinem Innern, die mir unablässig zuraunt, die unablässig Zweifel säht. Ganz egal, wie oft und wie laut sie auch versuchen wird, mich runterzuziehen: Ich werde nicht auf sie hören. Denn für 2019 habe ich mir ein großes und wichtiges Ziel gesetzt:

Ich werde mich für meine Träume stark machen.

Dazu gehört allerdings mehr, als bloß die leisen Selbstzweifel zum Verstummen zu bringen, die wir sicher alle kennen.

Sich für seine Träume stark zu machen, heißt auch, stolz auf das zu sein, was man erreicht hat. Ich bin von Natur aus eher jemand, dem es schwer fällt, über seine „Erfolge“ (was auch immer man darunter verstehen mag) zu reden. Dass ich meinen ersten Romanvertrag unterzeichnet habe, habe ich auch erst Tage später gepostet. Und auch jetzt, wo ich hier sitze und darüber schreibe, fühlt es sich für mich seltsam an. Es ist ja nicht so, dass ich augenblicklich vom Blitz erschlagen werde, nur weil ich euch mal von meinen aktuellen Projekten erzähle (zumindest hoffe ich das – bislang ist es jedenfalls (noch) nicht geschehen^^).

Ja, es fällt mir schwer darüber zu plaudern. Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass es niemanden interessiert und es so viele andere tolle Autoren und Geschichten da draußen gibt.

Mich für die Romane anderer zu begeistern und meine Begeisterung zu teilen, sie in die Welt hinauszuposaunen, fällt mir gar nicht schwer. Ganz im Gegenteil. Ich wünsche mir, dass mir das auch bei meinen Erzählungen gelingt. Daran werde ich arbeiten. Langsam meine Scheu ablegen. Einen Schritt nach dem anderen gehen.  Wenn ich mich nicht für meine Geschichten, für meine Träume stark mache, wer soll es dann tun?

Wir lesen uns,
eure Anna

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann lass es mich gern in den Kommentaren wissen. :)

Eine Auswahl an Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, gibt es ***hier***.

[Monatsrückblick] Kristallherzen, Mut & große Veränderungen

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Hallo Weltenbummler,
ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet und freut euch auf all die Dinge, die 2019 vor euch liegen. Bevor ich mich mit Feuereifer in die nächsten Abenteuer stürze, steht noch mein Rückblick auf den Dezember aus – eine Angewohnheit, die ich auch in diesem Jahr gern beibehalten möchte (auch wenn die Rückblicke gern etwas früher im Monat online gehen könnten^^).

Ein zauberhafter Adventskalender

Weihnachtszeit, Feiertage und Jahreswechsel – der Dezember ist traditionell der Monat, indem man mehr Verabredungen und Termine hat, als Zeit dafür. Nachdem ich im November wegen des NaNos eine Menge Zeit ins Schreiben und mein aktuelles Romanprojekt Sturmsang investiert habe, habe ich es schreibtechnisch im Dezember etwas ruhiger angehen lassen. Stoff für die Uni wollte aufgearbeitet, Weihnachtsgeschenke besorgt, Kekse gebacken und die Adventszeit genossen werden.

Das Warten aufs Christkind wurde mir durch einen ganz besonderen Adventskalender, den Elizzy von Read Books and Fall in Love ins Leben gerufen hat. Schon das ganze Jahr über hat sie im Rahmen des #Writing Friday kreative Schreibaufgaben gestellt – und macht damit auch 2019 weiter (und ich bin auch wieder dabei). Im Dezember sind insgesamt 24 Geschichten als ein ganz besonderes Geschenk an ein kleines Mädchen online gegangen. Und diese Geschichten sind bezaubernd, berührend, spannend und genau so abwechslungsreich und vielseitig wie die Schreiberlinge, die sie erzählen.

In meinem Kristallherz geht es um Weihnachtsbaumschmuck, der eine Familie schon seit Generationen begleitet. Es geht um seine Geschichte und die Geschichten der Menschen, denen er Hoffnung, Trost und Freude schenkte.

Stolz

Stolz bin ich auf Feuerfunken, die Fantasy-Kurzgeschichte, die ich 2018 in einer Anthologie des Verlags Torsten Low veröffentlichen durfte. Gegen 175 andere Erzählungen hat sie sich durchgesetzt und ist auf einem großartigen 20. Platz gelandet.

Stolz – und überglücklich – bin ich aber vor allem deshalb, weil ich im Dezember den Vertrag für meinen Debütroman unterzeichnen durfte. :) Wenn alles klappt – und wenn ihr mögt – dann werde ich euch schon im Herbst 2019 an Bord eines Wikingerschiffes in eine längst vergangene Zeit entführen. Mehr dazu und über mein Schreibjahr 2018 findet ihr ***hier***.

Ausblick: 2019 – der Kopf voller Ideen

Über die Feiertage habe ich mir Gedanken gemacht, wohin es mit der Welt aus Tinte und Papier gehen soll. Es gibt die ein oder andere Beitragsidee, die ich gern umsetzen, Bücher und Themen, die ich euch vorstellen möchte – und selbstverständlich könnt ihr hier mitverfolgen, wie es mit meinem Manuskript bis zur Veröffentlichung weitergeht. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna