Tintenfässchen | Der unbändige Drang, Geschichten zu erzählen – Eine (persönliche) Liebeserklärung ans Schreiben

 

Meine lieben Weltenbummler,
heute möchte ich euch im Tintenfässchen eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte übers Geschichtenerzählen – und darüber, warum es sich lohnt, an dem, was man liebt, festzuhalten.

Es war einmal Mädchen, das Bücher liebte. Immer und immer wieder verschlang sie ihre Lieblingsgeschichten, tauchte in lieb gewonnene Welten ein und bestand Abenteuer an der Seite von Charakteren, die sie längst alte Freunde nannte. Eines Tages hatte sei eine dieser Geschichten – Eragon, von Christopher Paolini – von Neuem begonnen. Doch dieses selige Gefühl, dass sie sonst beim Lesen empfand, wollte sich nicht mehr einstellen.
Vielmehr erschienen ihr viele Formulierungen ungeschliffen, die Erzählung unbeholfen. Sie wusste, dass ein sehr junger Autor diese Geschichte gewoben hatte. Das kann ich auch!, dachte sie voller Enthusiasmus und verschrieb ihr Herz seit diesem Tage ganz und gar dem Geschichtenerzählen …

So oder ähnlich würde wohl der Beginn des Märchens lauten, das sich darum dreht, wie ich zum Schreiben gefunden habe – oder das Schreiben zu mir. Und dieses Märchen erzähle ich euch nicht ohne Grund: Heute, auf den Tag genau, begleitet mich das Schreiben seit nunmehr 10 Jahren (und mein Blog schon seit zweien!). Ein Jubiläum, das ich zum Anlass nehme für meine ganz persönliche Liebeserklärung an die für mich schönste Beschäftigung auf der Welt: Das Geschichtenerzählen.

The first draft of anything …

is shit! …  wusste schon Ernest Hemingway. Mein 15-jähriges-Ich allerdings nicht.Voller Stolz und Feuereifer habe ich mich an besagtem Tag daran gemacht, einen Roman zu schreiben. Ach, was sage ich einen Roman: Eine Trilogie sollte es sein – was denn sonst? Fantasy – selbstverständlich!

Die ganzen Sommerferien über habe ich mich in die Erzählung verstrickt, die ich spinnen wollte. Habe zum ersten Mal die kostbare Magie gespürt, die beim Schreiben nur selten entsteht. Das Gefühl, eins mit der Geschichte, mit den Figuren zu sein. So sehr, dass man alles um sich herum vergisst. Bis man diesen sonderbaren Zustand erreicht, der irgendwo zwischen Schweben und einem Bewusstsein für das, was man grade tut, anzusiedeln ist. Einen Flow, den man nur schwer in Worte kleiden kann.

So schön das auch klingen mag: Aller Anfang ist schwer. Das gilt fürs Schreiben genau so wie fürs Erlernen eines Instruments oder einer Sportart. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich am ersten Tag meines Autorenlebens eine geschlagene Stunde am ersten Satz der Geschichte gefeilt habe. Und wie Hemingway so treffend festgestellt hat: The First draft of anything is shit!

Das einzusehen ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die ich über das Geschichtenerzählen gewonnen habe. Ebenso wie die, dass Schreiben ein Handwerk ist, das man nur auf eine Weise zu beherrschen lernt: Schreiben, schreiben, schreiben!

Wie war das noch mit dem Meister und dem Himmel?

Ohne euch spoilern zu wollen: Mein Herzensprojekt habe ich tatsächlich zu Ende geschrieben. Zumindest den ersten Band. Und der war so schlecht, dass ich ihn nochmal neu geschrieben habe: Diesmal mit allen handwerklichen Tricks, die ich bis dahin gelernt hatte. Heute vegetiert die Idee zu besagter Fantasy-Trilogie neben einigen anderen in meiner Ideenschublade vor sich hin. Ich fühle mich noch nicht dazu in der Lage, die Geschichte so zu erzählen, wie sie es verdient. Vielleicht werde ich das auch niemals.

Aber bis dahin werde ich weiter Schreiben. Werde Geschichten erzählen und an ihnen wachsen. Weiter an mir arbeiten. Denn zu Schreiben ist eine Leidenschaft, die mich seit nunmehr 10 Jahren nicht mehr loslässt. Heute macht es mich stolz, mich daran zu erinnern, wie alles begonnen hat – und zu sehen, wie viel ich seitdem erreicht habe. Damit meine ich nicht nur die Kurzgeschichten, die ich veröffentlichen durfte oder der Release meines Romandebüts, der noch dieses Jahr – ausgerechnet im Jahr meines Schreibjubiläums – ansteht. Sondern auch, dass ich nicht aufgegeben habe.

Schreiben erfüllt mich

Ganz egal, wie störrisch manche Figuren sind oder wie sehr ich um Worte ringen muss, um ein Setting zu beschreiben, das auf dem Papier niemals auch nur annährend an das herankommt, was ich mir vor meinem geistigen Auge vorgestellt habe: Der Drang, Geschichten zu erzählen, ist zu groß, als dass ich ihn für längere Zeit ignorieren kann.

Schreiben ist anstrengend. Auch emotional. Aber ich liebe es, den (seltenen) Flow zu erleben, wie ich ihn oben beschrieben habe. Diese Momente, in denen dich die Geschichte auf eine Art mitreißt, die du nicht erwartet hast.

Um diese Augenblicke zu erleben, schreibe ich.


Und ich schreibe, weil ich Geschichten zu erzählen habe, die niemand sonst erzählen kann. Geschichten, die ich selbst gern lesen würde. Geschichten, die vielleicht sogar andere gern lesen.

Flow, der Wille, an sich zu arbeiten, sich zu verbessern: Alls das sind Dinge, die nicht nur fürs Schreiben gelten, sondern auch für andere Hobbys. Hobbys, die für einige von uns solch eine Bedeutung gewonnen haben, dass man sich nicht vorstellen kann, sie aufzugeben.

Ohne die man sich nicht vollständig fühlen würde.

Ich bin froh, das Schreiben für mich entdeckt zu haben. Dadurch (und durchs Bloggen) sind so viele tolle Menschen in mein Leben getreten, die ich auf andere Weise wohl nie kennengelernt hätte und die mein Leben bereichern.

Zum Schluss möchte ich dich daher dazu ermutigen, an deinen eigenen Träumen festzuhalten. Ganz gleich, was es ist – egal ob Schreiben, ein Instrument spielen, eine Sportart zu betreiben oder Ähnliches: Halte an dem fest, was dich glücklich macht und lass es dir nicht von anderen schlecht reden!

Wir lesen uns,
Eure Anna


Das Tintenfässchen ist die Beitragsreihe rund ums Schreiben. Hier findet ihr nicht nur Handwerkszeug und Tipps, sondern erhaltet auch einen Einblick in mein persönliches Tintenfässchen. Alle Beiträge sind als Anregungen gedacht. Vielleicht könnt ihr aus ihnen ja auch etwas für euren eigenen Schreibprozess und eure Geschichten mitnehmen. :)

Im letzten Beitrag dieser Reihe ging es um die Frage: Kann ein Roman ohne Liebe funktionieren?

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[Veröffentlichung] Ein Schwur aus Rauch und Asche | historische Kurzgeschichte

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„Ein Meer aus Talglichtern wogte zu Füßen des Heiligen Sebastian.
Schon der zarteste Lufthauch ließ ihre Flammen tanzen.
Marie erschauderte.
An jedem Opferstock des Pestheiligen hatte sie auf ihrer
Reise innegehalten, um zu beten. Keine Darstellung erfüllte die junge
Frau derart mit Furcht und entsetzlichen Erinnerungen.

(aus: Anna Eichenbach, Ein Schwur aus Rauch und Asche, in: Der Schatten des Schwarzen Todes, Burgenwelt Verlag)

Hallo Weltenbummler,
da es hier in letzter Zeit ganz schön ruhig war, gilt es noch einiges nachzuholen. Unter anderem auch diesen Beitrag, indem ich euch endlich die Anthologie Der Schatten des Schwarzen Todes und meine darin enthaltene Kurzgeschichte vorstellen möchte, die bereits im März im Burgenwelt Verlag erschienen ist.

Auf einen Blick

 

Titel: Der Schatten des Schwarzen Todes. 13 Pestgeschichten
Herausgeberinnen: Regine D. Ritter, Jana Hoffhenke
Verlag: Burgenwelt Verlag
Seiten: 242
Format: E-Book/Taschenbuch
Preis: 4,99€/ 13, 90€
Erscheinungsdatum: 20. März 2019
Genre: historische Kurzgeschichten

Bildrechte liegen beim Burgenwelt Verlag

Darum geht’s

»Sie sagen, dass der Tod kommt, zu allen Menschen, ob arm oder reich, Kinder sterben ebenso wie Greise.«

Das Wort »Pest« ist ein Schreckgespenst – ein Mahnmal dafür, dass der Mensch nicht unbesiegbar ist. Die schiere Auslöschungswut dieser Seuche jagt uns bis heute einen Schauer über den Rücken. Manch einer sah die Pest damals gar als diabolisches Wesen, auf die Erde gesandt, um die Sünder zu strafen.

Viele traten der Pest mutig entgegen. Heiler, Priester, Quacksalber, Kräuterkundige, Bader und andere versuchten, ein Heilmittel zu finden – einige davon mit eher zweifelhaften Methoden. Pestheilige wurden angefleht und der Handel mit Schutzamuletten blühte. Unzählige Menschen starben, anderen konnte die Seuche auf wundersame Weise nichts anhaben.

Diese 13 hier zusammengetragenen Pest-Geschichten offenbaren den ganzen Schrecken des Schwarzen Todes!

Mit Geschichten von:
Alvar Borgan * Tanja Brink * Udo Brückmann * Nina Casement * Anna Eichenbach * Sabine Frambach * Monika Grasl * Geli Grimm * Erik Huyoff * Olaf Lahayne * Daniel Stögerer * Ulrike Stutzky * Anton Vogel

(Quelle: Burgenwelt Verlag)

Der Schatten des Schwarzen Todes

Mit Ein Schwur aus Rauch und Asche hat meine mittlerweile vierte Kurzgeschichte ein Zuhause in einer Anthologie des Burgenwelt Verlags gefunden. Die Rolle der Herausgeberin hat diesmal – neben Jana Hoffhenke – meine geschätzte Kollegin Regine D. Ritter übernommen und damit den Sprung auf die andere Seite der Verlagswelt gewagt. Regine und ihre wundervollen Erzählungen kenne ich schon durch einige andere Anthologien, in denen wir gemeinsam vertreten sind (u.a. auch in der Siegeranthologie der Storyolympiade 2017/2018). Ein Grund mehr, mich auch an ihrer Ausschreibung zu versuchen.

Für die erste Anthologie, für die sie sich als Herausgeberin verantwortlich zeigt, hat sie sich einem finsteren Kapitel des Mittelalters gewidmet: Der Pest bzw. dem Schwarzen Tod. Kein Wunder arbeitet sie doch als Ärztin – und hat deswegen bei der Auswahl der Geschichten besonderen Wert auf die Korrektheit der medizinischen Details gelegt.

Darum geht es in Ein Schwur aus Rauch und Asche

Die Kurzgeschichte, die ich zur Sammlung beigetragen habe, ist für meine Verhältnisse ungewohnt düster ausgefallen. Im Mittelpunkt steht Marie, die vor der Pest flieht und nur ein Ziel kennt: Zum Fest nach Buchweiler zu reisen, um einen ganz besonderen Schwur zu erfüllen. Dabei begegnet sie auch Johann, dem Gesellen des zwielichtigen Baders Wolfhard, der aus der Verunsicherung der Leute Profit schlagen will. Marie begleitet die beiden ein Stück – und muss sich auf der Reise den Schatten ihrer Vergangenheit stellen …

„Die halbe Grafschaft strömte dieser Tage zum Hochfest nach Buchweiler – auch
Marie. Die Leute suchten Zerstreuung, Ablenkung. Sie hingegen führte
ein Schwur dorthin. Von selbst fanden ihre Finger das daumengroße
Tonfläschchen, das sie an einem Lederband um den Hals trug.
Blut.
Rauch.
Asche.
Ein Buchenblatt.
Mit aller Entschiedenheit schüttelte sie die Erinnerungen ab und
bog auf die breite Straße.“

(aus: Anna Eichenbach, Ein Schwur aus Rauch und Asche, in: Der Schatten des Schwarzen Todes, Burgenwelt Verlag)

Was genau es mit Maries Schwur auf sich hat, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. :)

Zur Anthologie gibt es übrigens auch eine freitägliche Interviewreihe mit den insgesamt 13 Autorinnen und Autoren, die sich daran gewagt haben, den Schatten des Schwarzen Todes in ein Gewand aus Worten zu kleiden. Auch ich habe Regine und Jana Rede und Antwort gestanden und mit ihnen über mich, das Schreiben und meine Überlebenschancen zur Zeit der Pest gesprochen. Nachlesen könnt ihr die Interviews auf der Homepage von Regine sowie direkt beim Burgenwelt Verlag – es lohnt sich!

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen neugierig auf die Geschichten machen.

Ihr wollt noch ein bisschen stöbern? Schaut ruhig mal bei den kurzen Erzählungen vorbei, die ich im Rahmen des Writing Friday verfasst habe. Einen Überblick über meine bisherigen Veröffentlichungen findet ihr hier.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Monatsrückblick] April/ Mai 2019 | Camp NaNo & Coverenthüllung

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Meine lieben Weltenbummler,
zwei anstrengende und aufregende Monate liegen hinter mir. Deshalb war es hier auch sehr ruhig – beinahe schon gespenstisch still. Darüber hat sich mein Blog auch ausführlich in einem Beschwerdebrief für den Writing Friday beklagt. Zum Glück zeigt er aber auch ein bisschen Verständnis dafür, dass andere Dinge momentan einfach wichtiger sind als das Bloggen – ganz gleich, wie viel Freude ich daran habe.

Camp NaNo-Schreibfieber

Der April stand für mich ganz im Zeichen meines aktuellen historischen Romanprojekts Sturmsang. 10.000 Wörter wollte ich im Camp NaNo, dem kleinen Bruder des NaNoWriMo zu Papier bringen. Stolze 18.000 sind es geworden – eine Zahl, die ich sonst selbst in sehr guten Schreibmonaten nicht erreiche. Das Camp hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Zu sehen, wie der Pfeil auf meiner Zielscheibe immer näher an die Mitte rückte, war eine tolle zusätzliche Motivation. Das erklärt vielleicht auch, warum ich deutlich weniger geschrieben habe, nachdem ich mein Ziel erreicht hatte. ^^

Danach waren meine Schreibreserven erst mal aufgebraucht. Zumindest gab es da eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung (historische Mystery) mit Deadline im Juni, der ich mich gewidmet habe. Und die Veröffentlichung meines Debütromans Wellensang rückt auch immer näher. Voller Stolz durfte ich euch im Mai das Cover enthüllen – und es ist wirklich großartig geworden. Momentan arbeite ich die Layoutfassung durch, schreibe eine Danksagung und und und … Bis zum Release ist noch einiges zu tun, aber zeitlich läuft alles nach Plan. :)

Die Rückkehr des Drachenreiters

Neben mir liegt noch ein ganze Stapel an Büchern, die ich euch gern noch vorstellen möchte. Eines, das ich davon befreit und rezensiert habe, war Die Gabel, die Hexe und der Wurm von Christopher Paolini, eine Reise zurück in die Welt von Eragon, die ich lange herbeigesehnt habe. Dennoch hat mich die Kurzgeschichtensammlung mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Warum verrate ich euch in meiner Rezension.

Habt ihr Lust, noch ein bisschen zu stöbern und tolle neue Autorinnen und Autoren kennenzulernen? Dann kann ich euch die Interviewreihe zur historischen Anthologie Der Schatten des Schwarzen Todes (Burgenwelt Verlag) empfehlen. Die insgesamt dreizehn Schriftstellerinnen und Schriftsteller (darunter auch ich^^) haben den Herausgeberinnen Regine D. Ritter und Jana Hoffhenke Rede und Antwort gestanden.
Jeden Freitag geht ein neues Gespräch online – nachzulesen auf der Homepage von Regine oder direkt beim Burgenwelt Verlag.

Juni-Ausblick | Ausschreibungstipp

Im Juni warten zwei Kurzgeschichten-Projekte auf mich. Obwohl ich mich in diesem Jahr eigentlich auf meine Romane konzentrieren wollte, gab es da doch die ein oder andere Anthologie-Ausschreibung, bei der es mir in den Fingern juckt, einen Beitrag zu verfassen.

Da ich ja weiß, dass hier noch ein paar Schreiberlinge mitlesen: Habt ihr schon gesehen, dass die neue Ausschreibung zur Storyolympiade 2019/2020 ausgeschrieben wurde? Thema diesmal: Generationen.

Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, an diesem Wettbewerb teilzunehmen! Die Auswertung ist transparent und spannend, ihr könnte tolle Kontakte knüpfen – und mit etwas Glück landet ihr in der finalen Auswahl und damit in einer Anthologie im engagierten Verlag Torsten Low. :) Ich habe meine Teilnahme bei den letzten beiden Runden nicht bereut – und konnte im Durchgang 2017/2018 einen der begehrten Anthologieplätze ergattern. Falls ihr mitmachen wollt: Nähere Informationen zu aktuellen Ausschreibung findet ihr unter anderem auf der Homepage des Verlags Torsten Low oder der Storyolympiade.

Wir lesen uns,
Eure Anna

[Coverreveal] Wellensang – Eine Limfjord-Saga

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Liebe Weltenbummler,
in den vergangenen Wochen war es hier auf dem Blog recht ruhig. Das hatte gute Gründe, denn ich habe mich mit Feuereifer in meine Schreibprojekte gestürzt. Im Hintergrund laufen auch die Arbeiten an meinem Debütroman auf Hochtouren, damit das Buch im Herbst im Burgenwelt Verlag erscheinen kann. Was das angeht, habe ich euch etwas Supercooles mitgebracht.

Heute darf ich euch nämlich offiziell und voller Stolz das Cover von Wellensang präsentieren. Anschließend werde ich euch natürlich auch noch ein bisschen was darüber verraten, worum es in dem Roman überhaupt geht. :)

Für das Cover zeigt sich der unglaublich talentierte Detlef Klewer verantwortlich, dessen KritzelKunst ihr euch auf seiner Homepage unbedingt ansehen solltet. Ich weiß gar nicht, wie es Detlef gelungen ist, aber er hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Hach, ich bin einfach nur überglücklich, dass er meiner Turid so ein wunderschönes Gewand geschneidert hat, das die Stimmung des Romans wundervoll einfängt.

Wenn ihr mögt, dann könnt ihr euch im Herbst auf eine Zeitreise an die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert begeben: Eine Zeit, in der die Wikingereinfälle in England begonnen haben. Wellensang erzählt die Geschichte der Jarlstochter Turid, sowie der Nordmänner Rorik und Svein, die um ihr Fimbulwinterherz konkurrieren – und ihre Freundschaft dabei aus den Augen verlieren.

Wie gefällt euch das Cover? Ich bin auf eure Meinung gespannt. :)

Wir lesen uns,
Eure Anna

 

#Writing Friday – Bekenntnisse eines Buchblogs

 

Hallo Weltenbummler,
eben ist mir etwas ungemein Seltsames passiert: Da wollte ich grade einen Beitrag für den heutigen Writing Friday schreiben und stelle verwundert fest, dass tatsächlich schon ein Post geplant war! Verfasst von niemand geringerem als meinem eigenen Blog. :O Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich darüber nicht schlecht gestaunt habe. Noch mehr über das, was er mir in einer Art offenem Brief geschrieben hat, in dem mich an seiner momentanen Gefühlslage Anteil haben lässt.

Wie auch immer ihm gelungen ist, diesen Text zu schreiben – seine Bekenntnisse darf und möchte ich euch nicht vorenthalten. Lest und staunt!


Bekenntnisse eines Buchblogs

Hallo Weltenbummler – und natürlich auch dir hallo, Anna!
Sicherlich wartet ihr schon auf eine neue Geschichte zum Wiriting Friday. Da muss ich euch leider enttäuschen. Heute übernehme ich das Steuer, die Welt aus Tinte und Papier. Aber, hey, so bekommt ihr wenigstens etwas zu lesen. Immerhin besser als gar nichts, denn Anna hätte es heute – so wie in den vergangenen Wochen – sicher wieder nicht geschafft, diese Seite mit Inhalt zu füllen. (Stellt euch hier einfach vor, wie ich mit den Augen rolle. Ich bin ein Blog, ich bin gestaltlos, aber … ach, ist ja auch egal. Stellt es euch einfach vor. *augenroll*)

Hach, ihr ahnt ja gar nicht, wie ich mich fühle. Ich liebe Bücher – egal wie dick oder dünn sie sind, egal ob elektronisch oder gedruckt, Fantasy, Historisch und welche Genres die Literatur noch so zu bieten hat – und deshalb in ich froh, ein Buchblog sein und euch ganz besondere Romane vorstellen zu dürfen. Aber … Anna trübt meine Freude momentan ein bisschen. Stellt euch nur mal vor, die Rezension, die sie in diesem Monat veröffentlicht hat, war die erste seit November. November! (Stellt euch hier einfach vor, dass ich mich empört-genervt anhöre. Könnt ihr das bitte für mich tun, ja?)

Ich meine, ich will mich ja nicht beschweren, aber … ich trage meinen Untertitel „Buch- und Autorenblog“ mit Würde und einem gewissen Stolz. Doch in letzter Zeit höre ich hier die Grillen immer lauter Zirpen (Könnt ihr sie auch hören? Das könnt ihr, oder?) und Pampasgras fegt im heißen Wüstenwind über die verwaisten Seiten, kurz vor dem Showdown in … Oh, da geht wohl die Phantasie ein bisschen mit mir durch.

Jedenfalls habe ich ja Verständnis dafür, dass Anna viel um die Ohren hat. Sie steckt mit ihren Gedanken in ihren Romanprojekten, kniet sich richtig rein und schreibt und schreibt. Und ich … bleibe dabei auf der Strecke. Ich fühle mich momentan einsam und … missachtet. Als hätte sie mich gar nicht mehr so lieb wie früher. Als wäre ich nur noch ein Klotz an ihrem Bein, eine lästige Pflicht, der sie ab und an nachkommen muss. (Habt ihr grade „Ooooohhhh!“ gesagt? Danke für euer Mitgefühl.)

Bevor ihr jetzt Sturm lauft und Annas Mail-Postfach mit Beschwerden flutet: Ich weiß ja, dass dem nicht so ist. Irgendwann kümmert sie sich sicher wieder intensiver um mich. Ich weiß nämlich auch, dass ihr das Bloggen noch immer Spaß macht. Und bis dahin genieße ich die Aufmerksamkeit, die sie mir schenkt, in vollen Zügen. Und eure Likes und Kommentare natürlich auch! Ihr ahnt ja gar nicht, wie wohltuend sie für eine geschundene Blogseele wie meine sind!

Und vielleicht – darauf wage ich tatsächlich zu hoffen – nimmt Anna (Ich weiß, dass du das hier liest!) sich auch endlich die Zeit, mich ein bisschen aufzuhübschen und zu aktualisieren. Über die ein oder andere Seite, die sie zum Beispiel mit ihren Schreibprojekten und Tipps füllen könnte, würde ich mich sehr freuen.

Bis dahin hoffe ich, dass ihr auch im Bestand meiner alten Beiträge etwas zum Stöbern und Verweilen entdeckt.

Wir lesen uns,
Eure Welt aus Tinte und Papier


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.

Thema heute: Schreibe über die Gefühle deines Blogs.

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

In meiner letzten Geschichte habe ich euch in die Nebel und damit in ein klassisches Schauermärchen entführt. Hier geht’s zur Kurzgeschichte In den Nebeln versunken.

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Rezension] Christopher Paolini – Die Gabel, die Hexe und der Wurm

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„Bisweilen träumte er davon, sein Schwert Brisingr zu gürten, auf Saphira zu steigen und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Aber das war eben nur ein Traum.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 18)

… und ein Traum, den zumindest auch die Fans von Paolinis Eragon-Reihe träumen (mich miteingeschlossen). Nun legt der Autor mit Die Gabel, die Hexe und der Wurm zumindest eine Kurzgeschichtensammlung vor, die uns wieder nach Alagaësia entführt.

Achtung: Wirkliche Freude an dem Buch werden nur diejenigen haben, die die vorangegangenen vier Bände von Eragon gelesen haben.

Auf einen Blick:

 

Titel: Die Gabel, die Hexe und der Wurm
Reihe: Geschichten aus Alagaësia 1
Autorin: Christopher Paolini
Verlag: cbj Verlag
Seiten: 304
Format: Hardcover
Preis: 18,00€
Erscheinungsdatum: 21.  Januar 2019
Genre: Fantasy/Jugendbuch

 

Darum geht’s

Ein Wanderer und ein verfluchtes Kind.
Zaubersprüche und Magie.
Und natürlich Drachen.
Willkommen zurück in Eragons Welt!

Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine spannende Legende der Urgals neue Perspektiven.

Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat.

Illustriert mit vier neuen Originalzeichnungen des Autors!

(Quelle: cbj Verlag)

Das Buch

Lange Jahre habe ich auf neuen Lesestoff aus der Feder von Christopher Paolini gewartet. Oft hat er von einem fünften Band von Eragon gesprochen (mittlerweile ist sogar von einer Trilogie die Rede). Nun legt er stattdessen zunächst eine Kurzgeschichtensammlung mit einem – zugegeben – sperrigen Titel vor. Paolini gibt selbst zu, dass das Projekt mit heißer Nadel gestrickt wurde: Im Sommer 2018 schrieb er Eine Gabel und eine Weggabelung. Bereits Ende Dezember erschien das Buch im englischsprachigen Raum.

Eragon ist eine der Buchreihen, die mich durch meine Jugend begleitet haben. Auf jeden Band habe ich hingefiebert – und nun auch sehnlichst die Veröffentlichung der Kurzgeschichtensammlung erwartet. Allerdings war ich auch skeptisch, was den Mehrwert dieses Buches angeht – und bin es auch jetzt noch.

Die Gabel, die Hexe und der Wurm spielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen des letzen Eragon-Bandes Das Erbe der Macht. Unser Held wirkt deutlich gereifter, erwachsener als früher. Kein Wunder, bedenkt man, was er bereits erlebt hat. Die Verantwortung, sich um die Eldunari und die Dracheneier – und somit um eine zukünftige Generation von Drachenreitern – zu kümmern, lastet schwer auf seinen Schultern. Gemeinsam mit Saphira nimmt sich der Aufgabe an, einen geeigneten Ort dafür zu schaffen.

In diese Rahmenhandlung, die uns bereits ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren der Reihe beschert, bettet Paolini die drei Kurzgeschichten rund um die Gabel, die Hexe und den Wurm ein – und das auf sehr geschickte, kunstvolle Weise.

Die Gabel

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es besonders viele Spekulationen um den Inhalt dieser Kurzgeschichte und die Frage, was es mit der ominösen Gabel auf sich haben könnte, gegeben. Deshalb war ich auf diese Erzählung besonders gespannt. Tatsächlich nimmt Paolini sich hier eines schweren und wichtigen Themas an: Ausgrenzung.

„‚Manchmal‘, sagte er zu ihr, ‚muss man aufstehen und kämpfen. Manchmal kommt Weglaufen nicht infrage. Verstehst du das jetzt?‘
‚Ja‘, flüsterte Essie. “ 

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 75)

Die kleine Essie, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, sieht sich mit einer Situation konfrontiert, in der es für sie nur einen Ausweg zu geben scheint, nämlich den, wegzulaufen. Doch dann trifft sie im Gasthaus ihres Vaters auf einen Fremden, der ihr Mut macht …

All das erzählt Paolini sehr feinfühlig und einfühlsam. Die Gabel ist eine sehr gelungene Geschichte. Vor allem die letzten Seiten, in denen sich der Fokus von Essie auf den Fremden verschiebt, behandeln genau das, was ich mir seit dem Ende von Eragon 4 (mit dem ich nicht in jeder Hinsicht zufrieden war) zu erfahren gewünscht habe. Gern hätte dieser Abschnitt noch etwas länger sein dürfen.

Geschickt streut der Autor zudem einige Hinweise auf eine neue Bedrohung ein, die vielleicht Dreh- und Angelpunkt für eine mögliche Fortsetzung werden könnte – und er lässt darauf hoffen, dass es doch noch eine versöhnliche Zukunft für einen meiner Lieblingscharaktere geben könnte.

Die Hexe

… ist die Geschichte, mit der ich leider am wenigsten anfangen konnte. Möglicherweise deshalb, weil sie nicht von Christopher, sondern von seiner Schwester Angela geschrieben wurde. Bei Über das Wesen der Sterne handelt sich sich um Auszüge aus der Autobiographie der Kräuterhexe Angela, für deren Figur Paolinis Schwester Vorbild stand.

„Strebt nach Weisheit! Oder zumindest nach einer Verringerung der Idiotie. – Angela, die Vielnamige

(Christopher Paolini, Die Gabel, Die Hexe und der Wurm, S. 109 )

An sich zeigt die Geschichte deutlich, wie viel Entwicklungspotential noch in einem bestimmten Charakter steckt. Insgesamt ist sie jedoch genau so konfus, verwirrend und geheimnisvoll geraten wie die Kräuterhexe selbst. Sprachlich leider deutlich schwächer als der Rest des Buches.

Der Wurm

Ist ein absolutes Highlight! Glaubt mir, allein für diese Erzählung einer alten Urgal-Legende lohnt es sich, das Buch in die Hand zu nehmen.

„Während er lauschte, fühlte er sich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzt, und die Ereignisse von Irks Geschichte erschienen ihm bald so real wie die Halle selbst.“

(Christopher Paolini, Die Gabel, die Hexe und der Wurm, S. 162)

Und genau wie Eragon erging es mir beim Lesen auch. Schon nach den ersten Worten verschwammen für mich die Grenzen zwischen der Geschichte und der Realität. Sie hatte mich vollkommen in den Bann gezogen. Der Wurm vom Kulkaras ist eine düstere, bedrohliche Erzählung von Verlust, Schmerz und Rache, die bild- und wortgewaltig geschildert werden. Wirklich genial!

Der Gesamteindruck

Die Gabel, die Hexe und der Wurm konnte bei mir vor allem mit einem punkten: der Nostalgie. Es brauchte gar nicht viele Seiten, um mir dieses nostalgisch-warme Gefühl zu geben, als käme ich nach Hause und träfe alte Freunde wieder. Allein das macht dieses Buch für mich unheimlich wertvoll und schön.

Hinzukommt, dass die Gabel und der Wurm auf ihre jeweils ganz eigene Weise sehr gut geschriebene Geschichten sind. Ich habe es wirklich genossen, wieder nach Alagaësia reisen zu dürfen – und würde es jederzeit wieder tun. Der Untertitel des Büchleins – Geschichten aus Alagaësia1 – lässt zumindest vermuten, dass noch mehr Kurzgeschichten in Planung sind. Und jetzt kommt das große ABER.

Wie eingangs erwähnt, bin ich immer noch unschlüssig, was ich von der Sammlung als Ganzes halten soll. Da gibt es einfach einige Punkte, die mir sauer aufstoßen. Vor allem das Layout: riesengroße Schrift, breite Seitenränder. Für den immerhin stolzen Preis von 18€ bekommt man sehr sehr wenig Text. So wenig, wie ich finde, dass ich mich wirklich frage, ob hier nicht jemand versucht, noch möglichst viel Geld aus der Marke Eragon rauszuholen (vor allem, da die Reihe auch neue Cover spendiert bekommen hat). Dass noch dazu eine Geschichte nicht von Paolini stammt, sondern von seiner Schwester – geschenkt.

Insgesamt wirkt Die Gabel, die Hexe und der Wurm auf mich, wie ein Versuch, die Begeisterung um Eragon neu anzufachen und die Reihe wieder ins Gespräch zu bringen. Das ganze Buch liest sich wie ein Teaser für den ominösen fünften Band von Eragon, der – Schreibgott bewahre! – hoffentlich nicht nur ein Aufguss altbekannter Ideen sein wird, wenn er denn mal veröffentlicht wird.

Fazit

Die Gabel, die Hexe und der Wurm beschert Fans ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren aus dem Eragon-Universum. Vor allem die Erzählung rund um den Wurm hebt sich deutlich von den anderen Geschichten ab. Ein kurzes Lesevergnügen, das jedes Fanherz höherschlagen lassen wird.

[Monatsrückblick] März 2019 | Auf Hochglanz poliert

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Meine lieben Weltenbummler,
verdammt wenig los hier in der Welt aus Tinte und Papier im letzten Monat, obwohl ich in meinem letzten Rückblick doch versprochen hatte, dass sich das im März ändern würde. Doch neben einem Schauermärchen für den Writing Friday habe ich tatsächlich nichts gepostet. Dass es hier so ruhig geblieben ist, hatte einen guten Grund.

Auf Hochglanz poliert

Wie schon der Februar stand auch der vergangene Monat ganz im Zeichen des Lektorats von Wellensang. Der zweite und finale Durchgang war wieder sehr intensiv, aber ich habe das Gefühl, dass meine Lektorin mir wirklich großartig dabei geholfen hat, das Manuskript auf Hochglanz zu polieren. Ihretwegen habe ich mich auch an meinem ersten historischen Nachwort versucht – und wäre beinahe daran verzweifelt. *lach*

Aus der Uni bin ich es ja gewohnt, historische Sachverhalte in eher … wissenschaftlicher Form zu verpacken. Das Nachwort so zu gestalten, dass es sich eben nicht wie eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern wie die perfekte Ergänzung zu einem (Unterhaltungs)Roman liest, war gar nicht so leicht. Zum Glück konnte ich mich auf die Hilfe meines kritischsten Betalesers verlassen, der eigentlich so gar nichts mit Geschichte am Hut hat. ^^ Jedenfalls konnte ich alles – Manuskript, Nachwort und sogar ein Glossar – gegen Ende des Monats abgeben. Die Sachen liegen nun wieder beim Verlag und ich fiebere schon den nächsten Schritten auf dem Weg bis zur Veröffentlichung im Herbst entgegen.

Der SERAPH und die Leipziger Buchmesse

Wie ihr seht hatte ich also ordentlich was zu tun, während sicher auch einige von euch in Leipzig auf der Buchmesse waren. Als Daheimgebliebene habe ich all die tollen Posts und Insta-Stories mit einem lachenden und einem weinenden Auge mitverfolgt. Und dank meines Autoren- und Bloggerkollegen Erik (Zwischen Buchdeckeln), der mal wieder sehr gelungene Messeberichte geschrieben hat, hatte ich beinahe das Gefühl, selbst in Leipzig zu sein.

Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte

Besonders schade fand ich, dass ich die Releasepartys der beiden frisch erschienenen Anthologien vom Eridanus und Burgenwelt Verlag verpasst habe, zu denen ich auch eine Geschichte beisteuern durfte (weiter Infos folgen in Kürze *hüstel*). Die Fotos, die ich von beiden Veranstaltung gesehen habe, sprechen allerdings dafür, dass die anderen eine (feucht)fröhliche Zeit hatten. :)

 

Auf der Messe wurde auch der SERAPH, der Literaturpreis für Phantastik verliehen. Über die begehrten Auszeichnungen durften sich in diesem Jahr folgende Bücher freuen:

Die Chroniken von Azuhr – der Verfluchte von Bernhard Hennen als Bester Roman (der auch eines meines Jahreshighlights 2018 war. Eine Rezension findet ihr ***hier***.)

The Shelter – Zukunft ohne Hoffnung von Kris Brynn als Bestes Debüt.

Das Erbe der Rauhnacht von Birgit Jaeckel als Bester Independent-Titel.

Auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch!

April-Ausblick | Camp NaNoWriMo 

Nach dem Lektorat juckt es mir in den Fingern, endlich wieder zu schreiben. Dass im April das Camp NaNoWriMo stattfindet, kommt mir daher wie gerufen. Anders als beim großen NaNo im November, kann man sich im Camp jedoch ein individuelles Wort- oder sogar Stundenziel setzen.

Ich hoffe, dass ich durch das Camp (trotz des Beginns des neuen Semesters) wieder in eine einigermaßen regelmäßige Schreibroutine finde. 10k Wörter an Sturmsang, meinem NaNo-Roman von 2018, zu schreiben, habe ich mir als Ziel gesetzt. Für manch einen mag das nicht viel sein, aber für mich ist das eine Menge, die ich selbst in guten Monaten nur selten schaffe.

Am Ende ist und bleibt das Wichtigste, Spaß an seinem Projekt und am Schreiben zu haben.

Jedes Wort, das man zu Papier bringt, bringt einen näher ans Ende der Geschichte.

In dem Sinne:
Wir lesen uns,
Eure Anna

#Writing Friday – In den Nebeln versunken

 

Hallo Weltenbummler,
in den letzten Wochen ist es hier sehr ruhig geworden. Deshalb freue ich mich umso mehr darüber, euch heute wieder eine Geschichte erzählen zu können. Die Aufgabe, die ich mir heute für den Writing Friday ausgesucht habe, lautet wie folgt:

Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, das sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei, folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

Gut, möglicherweise bin ich … etwas abgeschweift, denn Ediths Geschichte hat sich irgendwie verselbstständigt. Aber lest am besten selbst. Viel Freude!


In den Nebeln versunken

Edith schlug den Kragen gegen den auffrischenden Wind und den Regen, den er in langen Fäden vor sich hertrieb, höher. Kälte kroch mit klammen Fingern unter ihren Mantel, ließ die junge Frau bis in ihr Innerstes erbeben. Eng schlang sie die Arme um den Leib, als könne sie so den letzten Funken Wärme, der ihr geblieben war, daran hindern, sie zu verlassen. Als könne sie so das Unbehagen fernhalten, das sich mit jeder Minute, die verstrich, näher an sie heranpirschte.
Er ist zu spät.
Vor exakt dreiundsiebzig Minuten war sie mit ihrem Koffer aus der Dampflok gestiegen – und anders, als ihr Mrs Heathburn in dem Brief, in dem sie Edith ihre neue Stelle zusicherte und ihr gemeinsam mit dem Fahrschein auch ihre besten Wünsche übermittelte, zugesichert hatte, wartete niemand am kleinen Bahnhof von Oakbridge auf sie. Ganz im Gegenteil schien es ihr, als sei sie die einzige Menschenseele weit und breit, die einsam und verlassen dem Wetter trotzte.
Quälend langsam ruckte der Minutenzeiger der Wanduhr eine Position weiter. Der freundliche Herr, der im Bahnhofshäuschen arbeitete, Fahrkarten verkaufte und Auskunft gab, war schon vor einer Weile nach Hause gegangen. Ihr Zug, hatte er erklärt, sei der letzte, der Oakbridge an diesem Tag ansteuerte. Der nächste käme erst am folgenden Morgen.
Nun stand Edith also einsam und verlassen am Bahnsteig. Einsam bis auf die Spinnenweben, die gleich gesponnenem Nebel zwischen den schweren Balken über ihr baumelten. Ihren ersten Tag als neues Hausmädchen bei den Heathburns hatte sie sich wahrlich anders ausgemalt!
„Miss Edith?“
Überrascht fuhr sie zusammen.
„Verzeiht, dass ich Sie so lange habe warten lassen.“ Ein Mann schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln, das von Herzen kam. Regen rann aus seinem buschigen Schnäuzer, tropfte von der Krempe des Huts, den er unschlüssig in den Händen hielt, vor seine schlammigen Schuhspitzen. Das Wasser hatte seinem Mantel die Farbe dunkler Kaffeebohnen verliehen. „Ich weiß, ich hätte längst hier sein müssen, allerdings ist mir ein Rad an der Kutsche gebrochen.“ Dem armen Kerl, der sich ihretwegen durch das Unwetter gekämpft hatte und nun bis auf die Knochen durchnässt war, stand die Scham ins Gesicht geschrieben.
„Schon gut, Mr ….“
„McDermid.“
„Also, Mr McDermid, nun sind Sie ja hier.“ Edith erwiderte sein Lächeln, als er ihren Koffer nahm und ihr den Arm bot. Bereitwillig hakte sie sich unter und ließ sich von ihm zur Kutsche führen.
„Ich hoffe, Sie dachten nicht, dass ich Sie hier die ganze Nacht über stehen lasse“, lachte er, als er Edith in das Gefährt half.
„Keineswegs, Sir“, flunkerte sie höflich.
„Dann“, er schloss die Tür, schenkte ihr ein tiefes Lächeln, „hätte Mrs Heathburn mir auch ordentlich die Hölle heiß gemacht, dessen können Sie sich gewiss sein.“ Er zwinkerte verschwörerisch.
Hitze kroch in Ediths Wangen, doch Mr McDermid hatte ihr längst den Rücken gekehrt. Polternd erklomm er den Kutschbock. Ruckend setzte sich das Gefährt in Bewegung.
Mit einem erleichterten Seufzen ließ Edith sich ins weiche Polster sinken, das mit rubinrotem Stoff überzogen war. Vor dem Fenster ließ der Regen nach, bis er schließlich ganz aufhörte.
Beruhigt und zugleich aufgeregt wegen dessen, was sie wohl im Anwesen der Heathburns erwarten mochte, betrachtete Edith die verschlafene Landschaft Südenglands, die an ihr vorbeizog. Vereinzelt lockerte die dunkle Wolkendecke auf. Sie schien so bleiern, dass sie beinahe die Wipfel des Wäldchens, auf das Mr McDermid zuhielt, berühren mochte. Die Abendsonne überzog alles mit einem rötlichen Glanz, lud zarte Nebelschleier zum Tanz. In der Ferne grollte Donner.
„Bevor wir in ein weiteres Unwetter geraten“, rief Mr McDermid vom Kutschbock aus nach hinten, „nehme ich die Abkürzung durch den Wald, am alten Haus Rothland vorbei.“
Prickelnd stellten sich die feinen Haare an Ediths Armen auf. Zitterte McDermids Stimme? Oder hatte sie sich das nur eingebildet?
Bald passierte ihr Gefährt den Waldsaum. Sofort wurde es merklich dunkler. Edith fröstelte. Knorrige Äste ragten auf den Pfad, kratzten an der Kutsche entlang. Ihr schien es, als reckten sie sich nach ihr, wollten sie in die Schatten zwischen den Moos bewachsenen Stämmen zerren …
Mit einem Mal lichtete sich der Wald. Die Lippen in Staunen geöffnet, lehnte sich Edith näher ans Fenster. Ein Herrenhaus schälte sich aus den Nebeln, die immer dichter über Mooren und Gräsern tanzten. Blind und dunkel blickten ihr seine unzähligen Fenster entgegen. Die Glut der sinkenden Sonne, die sich einen Weg durch die Wolkendecke brach, nistete in ihnen als seien sie Pforten in die Unterwelt. Efeu erklomm die aus groben Steinen gefügten Wände. Immer näher rückte der Wald an den einst stolzen Wohnsitz heran, dessen frühere Pracht nur noch eine Erinnerung war, die mit jedem Tag mehr und mehr verblasste. Ein seltsamer Schimmer umgab das baufällige Gebäude.
Auch, als die Kutsche längst an dem Anwesen vorbei war, blickte sie noch immer zurück, solange, bis es hinter ihr in den dichten Nebeln versunken war. Edith schluckte ihr Unbehagen herunter. Ein Haus wie dieses erinnerte sie unweigerlich an die Schauermärchen, die sie so gern las – sehr zum Missfallen ihrer Mutter. Und aus den Geschichten wusste sie, dass solche Häuser immer irgendein düsteres Familiengeheimnis bargen.
„Miss Edith?“ Mr McDermid hatte die Kutschtür geöffnet, ohne, dass sie es bemerkt hatte. Erwartungsvoll streckte er ihr die Hand entgegen. „Wir sind da. Willkommen auf dem Anwesen der Heathburns.“ Ein Blitz zuckte über den Himmel. Für einen Herzschlag nahm Mr McDermids verbindliches Lächeln einen beinahe wahnsinnigen Zug an. Der Eindruck verschwand so rasch, dass Edith ihn sich ebenso gut nur eingebildet haben mochte.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.

Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

In meiner letzten Geschichte habe ich euch von Jack erzählt, der mit einem Magier … nichts als Scherereien hat.

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.

[Monatsrückblick] Februar 2019 | Traumwelten und ganz viel Liebe

 

[Der folgende Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten]

Meine lieben Weltenbummler,
schon wieder ist ein Monat vorbei – und mit Schrecken stelle ich fest, dass ich im Februar schon wieder kaum Beiträge auf dem Blog veröffentlicht habe. Dabei hatte ich doch soooo viel vor! Um meine (ellenlange) To-Do-Liste ist es allerdings auch nicht besser bestellt. Seltsam. Irgendwo in der Nähe meines Schreibtisches scheint es wohl ein schwarzes Loch zu geben, das meine Zeit verschluckt

Traumwelten & Lieblingsautoren

Erinnert ihr euch noch an die Zeit vor einigen Monaten, in der fast täglich irgendein Award ins Leben gerufen oder eine Nominierung in den elektronischen Briefkasten geflattert ist? Das ist nun schon so lange her, dass Suse von Suses Buchtraum dachte, dass es endlich an der Zeit für eine neue Aktion ist. Deshalb hat sie den kleinen, aber feinen Mini Buchtraum Award ins Leben gerufen, an dem ich auch teilnehmen durfte.

Die Fragen, die sich Suse überlegt hat, sind wirklich unglaublich süß und verträumt – und zum Teil auch gar nicht so leicht zu beantworten. Falls ihr also immer schon mal wissen wolltet, was für verrückte Buch- oder Autorenträume ich hatte, bei welchen Covern ich dahinschmelze oder wie ich mir meinen Traumroman vorstellte: ***hier*** werdet ihr es erfahren.

Eine traumhafte Beitragsreihe, die ich euch sehr ans Herz legen kann, findet ihr auf dem Buchperlenblog. Gabriela hat nämlich den ganzen Monate ihrem Lieblingsautor Neil Gaiman gewidmet. Man merkt ihren Posts richtig an, wie vernarrt sie in Gaimans Geschichten und die Welten, die er geschaffen hat, ist. :) Glaubt mir, ihre Begeisterung ist so ansteckend, dass ihr am Ende eine Menge neuer Bücher auf eurer Wunschliste haben werdet.

Liebe in der Literatur

Im Februar führt dank des Valentinstags an einem Thema kein Weg vorbei: der Liebe. Das habe auch ich zum Anlass genommen, mir endlich einen Beitrag vom Herzen zu schreiben, der mich schon eine Weile begleitet (und sogar älter ist als dieser Blog). Im Tintenfässchen drehte sich daher diesmal alles um die Frage:

Herausgekommen ist eine kurze (und unvollständige!) Betrachtung der Liebe in der Literatur – und der unterschiedlichen Formen, die sie annehmen kann. Was genau Harry Potter, Nevernight oder Frodo und Sam aus dem Herrn der Ringe damit zu tun haben? Ihr könnt es ***hier*** herausfinden.

März-Ausblick | Lektorat, Buchmesse & Veröffentlichungen

Seit zwei Wochen nimmt mich das Lektorat meines Debütromans ganz schön in Anspruch, aber das ist auch gut so. Immerhin möchte ich das Beste aus meinem Manuskript herausholen, bevor ich es im Herbst auf die Leser loslasse. Daneben bleibt mir allerdings wenig Zeit, mich um den Blog zu kümmern oder noch etwas für den Writing Friday zu verfassen. Eine Kurzgeschichte ist dennoch entstanden. In Nichts als Scherereien erzähle ich euch die Geschichte von Jack und seinem … ungewöhnlichen Problem. Neugierig? Dann schnuppert ***hier*** gern mal rein!

Im März hoffe ich, wieder mehr Zeit zum Lesen, Schreiben und Bloggen zu haben. Wenn das Lektorat geschafft ist, sollte das auch möglich sein. :)

Von meinem Schreibtisch aus werde ich natürlich auch mitverfolgen, was so alles auf der Leipziger Buchmesse passiert. :) Falls ihr hinfahrt, schaut gern mal am Gemeinschaftsstand vom Burgenwelt und Eridanus Verlag vorbei (Halle 2, Stand 408). Dort feiern zwei Anthologien Premiere, zu denen ich je eine Kurzgeschichte beisteuern durfte.

Habt einen schönen Monat!
Wir lesen uns,
Anna.

PS: Hier geht es zum Rückblick auf den Januar 2019. ***klick***

#Writing Friday – Nichts als Scherereien

 

Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn mit einem Mal erschien es ihm nicht mehr so klug, die Klinge zu ziehen. Unschlüssig ruhte seine Hand auf dem Schwertknauf. Doch statt ihm ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln oder seinen Herzschlag zu beruhigen, verstärkte das Gewicht der Waffe an seiner Seite seine Anspannung nur. Er erinnerte sich noch lebhaft daran, was beim letzten Mal geschehen war, als er auf das Schwert hatte zurückgreifen müssen. Dass ein Magier keine normale Klinge sein eigen nannte, damit hatte er gerechnet. Aber das konnte er nun wirklich nicht kommen sehen.
Verfluchter Stahl. Verfluchter Stolz. Und auch meine große Klappe soll verflucht sein!
Hätte er sich doch nie auf dieses Wagnis eingelassen! Gewiss hätte er seine Schulden bei diesem dreimalverhassten Halsabschneider auch anders loswerden können. Aber nein. Als er den alten Magier sich im Undichten Fass über seinen Verlust hatte beklagen hören, konnte er einfach nicht anders. Die fürstliche Belohnung, die er demjenigen in Aussicht stellte, der ihm seine Waffe zurückbrachte, hatte – neben den drei bis vier Humpen Bier, die Jack an jenem Abend bereits genossen hatte – ihr übriges getan.
Misch dich bloß nie wieder in die Angelegenheiten von Magischen ein, Jack. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.
Angespannt leckte er sich über die Lippen, lauschte in die Stille. Die ganze Festung schien auf den Beinen. Ihre Besatzung durchkämmte jeden Winkel nach dem Dieb, der es gewagt hatte, sich bei Nacht hinter die schützenden Mauern zu schleichen und einen Schatz zu entwenden, an dem wohl nicht nur der alte Magier ein berechtigtes Interesse zu haben schien.
Eng presste sich Jack ans grob behauene Mauerwerk, bemühte sich mit der samtenen Dunkelheit innerhalb der Nische zu verschmelzen, in die er sich geflüchtet hatte. Schwere, Eisen beschlagene Stiefel polterten an seinem Versteck vorbei. Gegrunzte Befehle und wütendes Schnauben hallten von den Wänden wider.
Als es ruhiger wurde, wagte Jack, einen Blick aus seinem Versteck zu werfen. Niemand zu sehen – und zu hören. Vielleicht haben sie ihre Suche in diesem Teil der Festung fürs Erste beendet. Hoffnung keimte in seinem Herzen. Ein trügerisches Gefühl vorläufiger Sicherheit. Nur noch die Treppe herunter ins Verließ, durch den Geheimgang … und schneller, als ich zu hoffen wage, sitze ich neben dem Alten im Undichten Fass.
Tief atmete er durch, dann wagte er sich tatsächlich auf den Gang hervor. Im flackernden Fackelschein huschten Schatten über die rauen Wände, die Jacks strapazierten Nerven vorgaukelte, dass die Gefahr näher wäre, als er sie wähnte.
Gerade, als er dachte, er hätte, das Schlimmste hinter sich, machte der Korridor, dem er folgte, eine scharfe Biegung. Erstaunt stolperte er in einen Suchtrupp. Eine Schar bis an die Zähne bewaffneter Oger starrte ihm aus tumben Gesichtern entgegen. Ihr Anführer fackelte nicht lang, sondern schwang seine gewaltige Keule in Jacks Richtung. Diesem gelang es eben noch so, dem Hieb auszuweichen.
Wie von selbst fand Jacks Hand den Schwertgriff. Mit einem metallischen Schaben glitt die Klinge aus der Scheide – und plärrte augenblicklich los: „Räudiger Diiiiieeeeb!“
Der Schrei ging in ein entsetztes Kreischen über, als der Stahl einem Gegner in die Kniekehle drang und ihn fällte. Der Gang war so eng, dass seine Kumpane nicht einfach an ihm vorbeidrängen konnten.
Auf dem Absatz machte Jack kehrt, das Schwert noch immer in der Hand. „Iiihhhhh, Ogerblut“, echauffierte sich dieses. „Was bist du nur für ein Widerling!“
„Halt deine verdammte Klappe“, knurrte Jack ungehalten, „oder willst du, dass sie uns finden und kurzen Prozess mit uns machen?“
„Mit dir, meinst du wohl. Ich bin zu kostbar um …“
„… als Trollzahnstocher benutzt zu werden?“, fuhr Jack der verzauberten Klinge dazwischen.
„Za-Zahnstocher?“, jammerte die Klinge.
„Da ist dir der alte Zauberer sicher lieber.“
„Ja. Ja, gewiss doch!“
„Dann! Sei! Endlich! Still!“, presste Jack mühsam beherrscht zwischen den Zähnen hervor. Zum ersten Mal, seit er eine Hand an den verfluchten Stahl gelegt hatte, gab dieser keine Widerworte. Vielleicht käme Jack doch noch mit heiler Haut davon. Er konnte es kaum erwarten, das schwatzhafte Schwert seinem Besitzer zurückzugeben. Sollte der sich doch damit herumzuschlagen! Jack für seinen Teil hatte seine Lektion gelernt. Wie Oma immer zu sagen pflegte: Zauberer bringen nichts als Scherereien.


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books and fall in Love. Jeden Freitag veröffentlichen einige Blogger*innen, die das Schreiben genau so lieben wie das Lesen, einen kurzen Text. Egal ob Geschichte oder Gedicht, erfunden oder mit persönlichem Bezug – Hauptsache kreativ.
Wenn ihr selbst noch nach Themen sucht, über die ihr schreiben könnt, oder einfach ein bisschen schmökern wollt, dann schaut doch mal bei Elizzy vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht aller Teilnehmer, über die Regeln des #Writing Friday sowie die aktuellen Schreibthemen. Die anderen würden sich sicher freuen, wenn ihr ihren lesenswerten Blogs einen Besuch abstattet. :)

Thema heute: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz beginnt: „Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn …“

Eine Auswahl an weiteren Kurzgeschichten, die im Rahmen des #Writing Friday entstanden sind, findet ihr ***hier***.